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Archiv für die Kategorie ‘Berlin’

Shadowrun | Trashcave

Mittwoch 06.08.08 rabenaas Kommentieren

Das Trashcave in der Gerichtstraße im Erschließungssektor Wedding ist ein Bunkerclub, wie es ihn fast überall in F-Berlin gab und im Osten auch noch in fast jedem Kiez gibt: Planlos hineingebaut in ein zusammenhangloses Gewirr einstiger Miethauskeller, die im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzbunker und irgendwann dazwischen auch mal als Gewerbekeller gedient haben mögen, eng, verwinkelt, dunkel, verwirrend und vor allem laut, besucht von allem, was die Straße hereinspült – oder mal eben von ihr verschwinden muss – und bevölkert von Leuten mit der Aufrüstung oder der genetischen Veranlagung, im Dunkeln zu sehen.

Wie es im Brennpunkt: Wedding heißt: „Das TC zieht sich durch eine ganze Reihe von Kellern, das Mobiliar ist selbstgezimmert oder kommt vom Schrottplatz, die Wände sind unverputzt, das Bier und der hauseigen gebrannte Schnaps ‘Caveman’ aber gut“. Dies plus die ohrenbetäubend laute Mucke – meist Cyberfunk oder Goblin Rock, gerne auch mal AggroVibe oder sämtliche Chips der Band Ultranator rauf und runter – gemischt mit dem klassischen Odeur unlüftbarer Kellerräume, in denen nonstop alles was brennt geraucht wird gibt einen guten Gesamteindruck wieder.

OFFPLAY-TIPP: Wann immer die Charaktere ins Trashcave kommen, spiele ich „Disintegrating“ von Second Skin auf Loop in einer Lautstärke, dass wir uns am Spieltisch kaum noch verstehen können. Kommt gut.

Das TC wird betrieben von einem Oger namens Rommel: Ein ebenso fetter wie muskulöser Fleischberg, haarlos, dafür über und über mit Hasstribals tätowiert, unter dem brachialen Äußeren aber durchaus vernunftbegabt und auf Business konzentriert, der in seiner spärlich bemessenen Freizeit Kitaro-RelaxSims slotted, einen Rauhhaardackel namens Rufus besitzt und eine ziemlich spießig eingerichtete 3-Zimmer-Bude Nähe Westhafen hat.

Das Trashcave liegt in bzw. unter einem Altberliner Mietshaus, dessen einstiger Gründerzeit-Luxus bestenfalls noch erahnbar ist. Eine Kellertreppe führt direkt von der Straße zur Eisentür des TC, in die – ganz klassisch – eine Klappe zur Gesichtskontrolle eingelassen ist. Die Security besteht aus einem in 2 Longhaul-unterstützten 24-Stunden-Schichten arbeitenden clubeigenen Team, das sich aus insgesamt 4 Norms (Kludde, Maik, Teelah und Pavel), 3 Orks (Barker, Kläffer und Wooph), 1 Zwerg (Scrappy) und 1 Trollin (Scoobie) zusammensetzt. Hauptaufgabe der Security ist neben dem Job, Schutzgelderpresser abzuwimmeln und Schlägereien mit Waffeneinsatz zu verhindern, den Gästen ein gewisses Gefühl von Sicherheit in Bezug auf das benachbarte Trümmergrab und die dort hausenden Ghule zu geben.

Im Inneren unterteilt sich das TC in mehrere Kellerräume, die je nach Größe und Architektur verschiedenen Zwecken dienen. Zu beachten ist im gesamten TC die relativ beengten Verhältnisse und die in den Gängen sehr niedrige Decke – nur die Räume ab Nr. 9 aufwärts sind hoch genug, dass ein Troll sich aufrichten kann.

1 Der Empfang: Kleiner Empfangsraum, in dem immer 2 Leute von der Club Security stehen. Besucher werden oberflächlich nach Waffen abgeklopft, alles was größer als eine Pistole oder länger als ein Armeemesser sowie alles was explodieren kann wird abgenommen und in einem Waschmittelkarton gesammelt. Der Eintritt kostet 3,– und zum Eintritt gibt es 1 Gratisdrinkdrink, wahlweise einen Caveman (hauseigener Schnaps, 45% Alkohol) oder ein Tannhäuser (Schwarzwälder Schwarzbier mit 15% Alkohol).

2 Fronttheke: Dieser kleine und sehr niedrige Raum diente früher als Kohlenlager, was man noch immer durch eine vermauerte Kohleschütte sehen kann. Auf zwei Ölfässern ruht eine Bretterkonstruktion, die als einfache Theke dient, hinter der meist der hagere Ork-Headbanger 4Roses Dienst schiebt. Da dieser Raum faktisch ein Durchgangsraum und die erste Gelegenheit zum Drinkholen ist, hat 4Roses wenig Zeit und viel zu tun: Faktisch gibt er nonstop Drinks raus, meist Tannhäuser.

3 Die Engelgruft: Neben vielem anderen ist Rommel ein großer Fan von alten Ufafilm-Devotionalien. An den Ziegelmauern dieses Raumes pinnen Repliken uralter Filmplakate, die selbst schon so etwas wie Museumswert haben. Prominentestes Exponat ist ein halb abgerissenes Filmplakat des „Blauen Engels“, um den herum sich mehr oder weniger zertrümmerte Engelsstatuen drängen (Mitbringsel von Stammgästen). Der Rest des Raumes ist wie im TC üblich mit Schrott eingerichtet: Ein altes Sofa, 2 Autositze, die Rückbank eines russischen Tiefladers, ein Regal mit Plastikmodellen von WWII-Jagdbombern, eine extrem hässliche Lava-Lampe, ein schräg an der Wand angebrachter Kondomautomat ohne Inhalt, auf dem Grablichte stehen, dazu eine Fernsehlampe mit Troddeln und ein runder Tisch, dessen Oberfläche über und über mit Aufklebern der unterschiedlichsten Art beklebt ist. Aufgrund des Lärms im Club, der jedes Belauschen so gut wie unmöglich macht, und da dieser Raum mit einer alten Gasschleusentür verschlossen werden kann, ist er ein beliebtes „Hinterzimmer“ für Runner und anderes Schattenvolk.

4 Tanzfläche: Dieser Tanzraum wird von Personen bevorzugt, die mit einer Deckenhöhe von 2 Metern kein Problem haben. In einer Ecke befindet sich eine für TC Verhältnisse gut bestückte Bar, und entlang des Randes des Raumes befinden sich alte Kinositze und Autositze sowie ein paar Stühle, auf denen man sich niederlassen kann. Als Tanzraum genutzt wird der Raum selten – meist zischt nur die Nebelanlage lustlos vor sich hin, während Lichtzerhacker jeden Rest an visueller Orientierung zunichte machen.

5 Sitzraum: Hier stehen ein paar niedrige und zerlöcherte Trollsize-Autositze und eine kühne Konstruktion aus Metall mit durchaus bequemen Sitzflächen aus Fellimitat, ebenfalls auf Bodenhöhe und damit für große Gäste geeignet. An den Wänden aus Ziegelstein hängen Radkappen verschiedenster Epochen, auf denen Teelichte abgestellt wurden. Weiteres Licht kommt durch einen hinter den Sitzmöbeln verlegten tiefroten Lichtschlauch. Eine aus heutiger Sicht nicht mehr erklärbare germauerte Empore macht den hinteren Teil des Raumes nur begrenzt nutzbar, weswegen man dort statt auf Sitzen zu kauern lieber auf einer von 2 wurmzerfressenen Matrazen herumliegt (und das auch nur wenn man nicht allzu groß ist).

6 Zwischenraum: Von diesem Raum, dessen einzig nennenswertes Feature ein dichtes Netz blinkender Christbaumlichterketten ist, geht ein Gang Richtung Notausgang und Abort ab. Im Gang gibt es kein Licht außer Streifen von Reflektorband, die an die Wände gepappt wurden. Eine (nachgemachte) Aufschrift in Frakturschrift verkündet „Der Endsieg ist nah“. Der Notausgang führt durch eine (verschlossene) Metalltür über eine Kellertreppe direkt in den Innenhof zwischen 4 Wohngebäude – allesamt Altbau und zum größten Teil verfallen – aus dem eine Hofeinfahrt hinausführt. Der Innenhof ist von Einschusslöchern und sogar einigen Explosionskratern übersäht, als habe hier vor nicht allzu langher Zeit ein Feuergefecht stattgefunden.

7 Klo: Vier Kabinen mit unheimlich schmutzig aussehenden Schüsseln warten hier auf den Wagemutigen oder den Verzweifelten. Es gibt kein Wasser, dafür aber Waschbecken und in jeder Zelle einen Kanister irgendeines penetrant frühlingsfrischen hochätzenden (aber „garantiert biologisch abbaubaren“) Scheißeauflösers von Shiawase.

8 Der Raum der Stille: Im mit Ausnahme von Raum 3 (bei geschlossener Tür) leisesten Raum des TC ist es so friedvoll leise, dass man nur laut schreien muss, um sich problemlos verständigen zu können. Kleine Trauben nicht zueinander passender Stühle gruppieren sich um 5 ebenso nicht zueinander passenden Tischen. Ein für einen Norm auf Brusthöhe hängender Kronleuchter mit Echtkerzen versperrt zusätzlich den Weg und macht den Raum fies warm. Dafür gibt es einen Snackspender mit enorm salzhaltigen Knabbereien aus Tschechien zum wirklich günstigen Preis (10 Cent pro Pack).

9–11 Die Trashcave: Dies ist der „eigentliche“ Club. Hier wurde die Decke zum darüber liegenden EG entfernt, dessen Außenfenster und Türen wiederum komplett vermauert wurden, wodurch ein 2 Stockwerke hoher Kellerraum entsteht. Wie im TC üblich wurden Wände und Decke mit allerlei Trödel und Trash dekoriert – unter anderem führen 4 Ketten mit Hundeschädeln zum Zentrum der Tanzfläche, wo sie sich unter einem Ventilator, über den Strobolichter montiert wurden, vereinen. Der Boden ist wie im Rest des Clubs Beton, hier an vielen Stellen so abgewetzt, dass rostiges Stahlgeflecht zum Vorschein kommt. In Richtung Raum 12 führt eine Rampe abwärts, die wenn Raum 12 geschlossen ist an zwei über und über mit Flyern, Postern und privaten Mitteilungen beklebten Metalltoren endet. Die schwarze Linie im Plan ist eine aus Presspanplatten bestehende Zwischenwand (eine alte Bauabsperrung), die als Projektionsfläche für einen veralteten 2D Beamer an der Decke dient.

12 Der Mehrzweckraum: Dieses Tonnengewölbe liegt unter der Straße vor dem Trashcave und es scheint zu einem anderen Bauabschnitt zu gehören, denn es ist aus roh verschaltem Beton, wie er in vielen Berliner Bunkern gefunden werden kann, und entlang des Bodens verlaufen Schienen. Die beiden Enden des Raumes sind mit Mauerwerk verschlossen. Hier finden je nach Anlass Konzerte, Privatparties, Tridübertragungen wichtiger Sportereignisse oder auch der gelegentliche Pitfight statt. Außerdem stehen hier drei uralte 2D Arkade-Automaten (School Girl Stalker, Mortal Street Tekken Massacre 3 und Winterbells)

Und? Weiß nun wer was Näheres über den Shootout im Hinterhof?.
Khan

Jau, das warn RvR – Runner versus Runner. Offenbar hatte das Team von Soda, Murad und so nen Job, Warez aus SK Tempelhof zu holen. Deren Auftraggeber haben ein anderes Team angesetzt, um die Fragger zu geeken und somit den Preis zu drücken.
Smiles

WTF? Geht’s noch kryptischer?
Khan

Ist doch klar: Der Johnson holt sich ein sündteures Profi-Team, um in fucking SK Tempelhof einzusteigen, und heuert parallel ein ebenfalls teures Profi-Team und gibt dem den Job eine Gruppe Runner zu geeken und ihnen die Warez abzunehmen. Das ist zwar immer noch nicht unbedingt billig, so ne Wetwork, aber X Runner killen ist immer noch more easy (und more cheapy) als nen kompletten SK-Bruch zu zahlen.
Dolor $

Und was hat’s mit dem Gerücht auf sich, dass die Runner von der SoPo bzw. von Leutz in SoPo-Uniform gegeeked wurden?
Khan

So wie Scrap es erzählt waren die SoPos von SK oder nem SK Konkurrenten und die wollten sich die Warez schnappen. Die anderen Runner kamen denen aber zuvor; die haben Soda und Co. mit Granaten defragmentiert, sich den Koffer gekrallt und sind ab, während deren Rigger die Pseudo-SoPo mit nem MG in Deckung gepinnt hat. Musst mal auf teamlink scannen nach Paris, die weiß da mehr drüber, oder zumindest ihre Collegas.
Smiles

Shadowrun | arcanova

Freitag 20.06.08 rabenaas 4 Kommentare

Das arcanova in der Zossener Straße im Freisektor Kreuzberg ist eine kleine „Off-Kneipe“, deren Klientel sich zum überwiegenden Teil aus lichtscheuem Gesindel zusammensetzt. Teilweise mag dies daran liegen, dass sämtliche Außenfenster umfassend abgedichtet wurden und die Innenbeleuchtung zu jeder Tages- und Nachtzeit das gleiche funzelige Halbdunkel verströmt, mit Sicherheit liegt es aber auch daran dass die Betreiberin eine ganze Weile als Büchsenmacherin mit der Schattenszene verbandelt war, ehe sie durch eine Polizeiaktion ihre Werkstatt verlor und sich bald danach eben auf das arcanova als Einkommensquelle verlegte.

Lisa – so der Name der Betreiberin – ist eine hellblonde Mittdreißiger-Schönheit und dabei weder verzärtelt noch dumm. Sie arbeitet hart für ihr Geld und verdient durch Nebendeals über die Theke mindestens ebenso viel (oder wenig) wie durch den Absatz an Getränken und kleinen Fertigsnacks, die sie in einem altertümlichen Mikrowellenofen unter der Theke aufheizt. Zu ihren Stammkunden und quasi in ihrem Laden beheimateten Connections zählt der Waffendealer Toysoldier, den sie ebenso oft an interessierte Klienten vermittelt wie zusammenscheißt, dass er seine Deals gefälligst nicht in ihrem Laden abwickeln soll, und die mit den F-Zellen verbandelte Schmugglerin Reza.

Besagter Laden liegt in einer Nebenstraße direkt am (außer Betrieb gestellten) U-Bahnhof Gneisenaustraße und wirkt nach außen hin wie eines der zahllosen seit Jahren geschlossenen Ladengeschäfte, die sich selbst im bessergestellten Freisektor Kreuzberg finden lassen. Eintritt ins arcanova ist erst nach vorherigem „Anklingeln“ per Komlink (durch Betätigen eines animierten Türklopfers in der AR) möglich – wer neu ist, muss eine Referenz vorweisen oder draußen bleiben (sofern er nicht gegen ein betreffendes Eintrittsgeld doch ausnahmsweise eingelassen wird, dessen Höhe von Lisas aktueller Geldnot und den Schutzgeldforderungen der Grauen Wölfe um Onur abhängt, die diesen Kiez unter Kontrolle haben).

Im Inneren teilt sich das arcanova grob in einen Hauptraum mit Theke und stoffverhüllten Sitznischen, einen wenige Stufen tiefer liegenden Nebenraum mit höhlenartig anmutenden Wandverkleidungen aus schwungvoll aufgeklatschtem Plastebeton, einem mehr oder weniger versteckten Hinterzimmer mit Werkbank-Schrägstrich-Schreibtisch und zerschundener Idea-Sitzgarnitur und Kelleraufzug sowie zwei im Obergeschoss liegenden Gasträumen von karger Schrottplatz-Eleganz. Insider kennen außerdem einen im Keller liegenden „Zusatzraum“, dessen aus alten Autositzen und verschiedenen Revoluzzerflaggen der F-Zeit bestehende Einrichtung etwas ungewollt Baumhausartiges verströmt.

Beide Hinterzimmer können bei Lisa an der Theke für okayes Geld gemietet werden – ich glaub sie ruft irgendwas mit um die 25 pro Stunde auf. Aus dem Herrenklo gibt es ne Hintertür in den Innenhof, der wiederum „speziellen Gästen“ gegen Geld als Parkplatz zur Verfügung steht. Die Karren stehen da ziemlich sicher – der Hof ist zur Straße hin mit nem Rolltor verschlossen, das von unter der Theke zu öffnen ist.
Reza

Wenn hier schon so fleißig Werbung gemacht wird, park ich doch gleich mal meine Specials rein. Aktuell haben wir Yum! Super Sandwiches in 5 und Nippon Noodle Snacks in 8 Sorten da, alles zu 5,–, außerdem natürlich unsere Haus Nachos mit Currycheese und Honey Mustard Crusties für 8,–. Das Bierspecial des Monats ist Baba Yaga Export aus St. Petersburg (3,50), außerdem sind wir die einzige Kneipe im Kiez die Königstroll Schwarzbier und Shiawase Wakizashi Bier anbieten. Außerdem probieren: Unser Hausspecial, den HOT NOVA, Dawai Energy Drink plus Wodka (Armeereserve), spicy Tabasco Sauce, 2cl Soygin, Wasabi, Limejuice, auf crushed Velvet plusC Ice. Ach ja: Auf Wunsch kann auch von ner benachbarten Currybude geordert werden, die bringen das dann rein.
Lisa

Hast vergessen, den Open Terminal im OG zu erwähnen. Hat zwar nur Limited Access, dafür aber Direktzugang zum Schattenknoten und Anarchy Online.
Col. Slaw

Shadowrun | Innerstädtischer Verkehr

Mittwoch 04.06.08 rabenaas Kommentieren
heerstr.jpg

Berlin 2071. Blick auf die Heerstraße Richtung Westen und die neu in Betrieb genommene Holo-Aufrüstung, die im Bedarfsfall außer Spam auch Verkehrsanweisungen abbilden kann.

Dieser Artikel wurde bereits im Februar auf dem Rabenwelten-Blog veröffentlicht, wurde aber aktuell umfassend ergänzt und mit einer Berliner Karte der wichtigsten Straßen versehen und deshalb komplett erneut eingestellt.

Wege durch den Asphaltdschungel

Innerhalb der letzten 10–15 Jahre hat sich im Öffentlichen Nahverkehr Berlins einiges getan. Zeit also, einen aktuellen Überblick zu geben über Straße, Schiene, Wasser und Luftweg.

Autoverkehr

Die Wiederherstellung eines geregelten Straßenverkehrs stand ganz oben auf der Prioritätenliste der Konzerne und der durch sie geschaffenen Berliner Verwaltungs AG (BEVAG). In den Vorzeigesektoren der Stadt – der Mitte, der City-West und den geschlossenen Sektoren der neuen Machthaber – wurde die Straße nicht nur repariert, sondern komplett umgestaltet. Je weiter zum Rand oder zu den Arbeitervierteln man kommt, desto halbherziger aber auch die Straßenerneuerung.

Von der StraßenREINIGUNG ganz zu schweigen …
Fabian404

Autobahn-Netz

Die Autobahn-Verbindungen in Berlin hatten Top-Priorität bei der Sanierung und können daher in der Mehrzahl der Teilstrecken als „pfuschneu“ beschrieben werden. Wozu auch zählt, dass die Autobahnen mit automatisierten Verkehrsleitsystemen, RFID-Scannern und Werbetrid-Beamern aufgerüstet wurden.

Darüber hinaus wurden zahlreiche Autobahnabschnitte in der Innenstadt wahlweise tiefer- oder höhergelegt und entweder mit lärmdämpfenden Seitenwänden oder sogar gläsernen Dächern versehen. Gerade auf dem Nord-Süd-Abschnitt der alten A100 sind durch lichte Glaskonstrukte eine Etage über der in der Tiefe versenkten Autobahn völlig neue öffentliche Plätze entstanden, etwa die Plätze Wowereitbrücke, Kaiserlichtplatz und der von Konzernskulpturen beherrschte Platz über der Berliner Befreiungsbrücke.

Jene Autobahnstrecken, die über den noch immer anarchistischen Osten hinwegführen, wurden auf Pfeiler gelegt und zu den Seiten hin mit Blenden abgeschirmt, nicht zuletzt um terroristische Angriffe auf diese vitalen Verkehrsadern zu verhindern. Das gilt vor allem für die neugebaute Konzerntrasse A116, die ohne Rücksichtnahme auf unter ihr liegende Straßen oder Gelände quer und schnurgerade über den alten Osten hinweggebaut wurde.

Im gesamten Schnellstraßennetz Berlins ist Automatiksteuerung Pflicht, nur streckenweise stehen „Handlenkspuren“ zur Verfügung. Das Ein- und Auswählen des Autopiloten in das Steuersystem der Autobahn geschieht automatisch und gegen eine streckenabhängige Nutzungsgebühr von jährlich maximal 300,– (plus etwaige Zuschläge, welche die Konzerne auf die Teilstrecken durch ihre Sektoren erheben).

Der umfassendste Autobahn-Neubau in Berlin ist die ehemalige Stadtautobahn A100, die zum Neuen Innenstadtring A100 erweitert wurde. Der Innenstadtring A100 verteilt den Verkehr über mehrere, sternförmig aus dem Zentrum wegführende Verbindungsautobahnen (A111, A113, A144, A115 (Avus), A116) auf den Berliner Ring A10. Ein Ausbau des sogenannten Adlergestells (B96a) zu einer zweiten Autobahntrasse A113a befindet sich in Planung und soll bis 2080 abgeschlossen sein.

Die wichtigsten Autobahnanschlüsse heißen:

1 Dreieck Oranienburg
2 Dreieck Pankow
3 Dreieck Schwanebeck
4 Dreieck Woltersdorf
5 Dreieck Spreeau
6 Schönefelder Kreuz
7 Dreieck Eichwalde
8 Dreieck Flughafen
9 Dreieck Neukölln
10 Neues Dreieck Metropolis
(ehem. Dreieck Funkturm)
11 Kreuz Steinstücken
12 Dreieck Charlottenburg
13 Dreieck Prenzlberg
14 Dreieck Lichtenberg

Bundes- und Innenstadtstraßen

Der Zustand der anderen Berliner Straßen lässt sich in folgende Grade gliedern:

A-Straßen sind runderneuerte Straßen mit entsprechender Gehweggestaltung. Soweit dies eine neue Begrünung einschließt, wurden meist genetisch auf Robustheit und Regensäureresistenz geschaffene Typen wie der Stadtbaum DRA-Typ6 von Eugenix verwendet. Unter der neuen Straßendecke von A-Straßen befinden sich Druck- und RFID-Sensoren, die ständig die Meldedaten der Fahrzeuge mit dem Verkehrsleitzentrum abgleichen und ungemeldete bzw. auf versteckten Modus gestellte Fahrzeuge an die Zentrale weitergeben. Die Ampeln sind intelligent und passen sich den Erfordernissen des Verkehrsdurchflusses selbsttätig an. Gleiches gilt für die überwiegend auf Hologramm-Basis arbeitende Beschilderung, die im Falle dass konzernwichtige Transporte oder Personen durchkommen „unwichtigere“ Fahrzeuge auf die rechte(n) Spure(n) beiseite leiten. Typische A-Straßen sind Unter den Linden, Friedrichstraße und die Steglitzer Schlosstraße sowie sämtliche Bundesstraßen außer denen, die in Anarchozonen und Erschließungsgebieten liegen.

B-Straßen wurden renoviert und auch über ganze Teilstücke hinweg erneuert, meist aber nicht vollständig ersetzt und umgestaltet. Auch hier wurden neue Sensoren und Verkehrsleitsysteme installiert, dies aber meist nur an großen Kreuzungen oder wichtigen Abschnitten und meist auch nicht auf Trid-, sondern Bildschirmtafel- und AR-Basis. Typische B-Straßen sind die Heerstraße (trotz Holo-Aufrüstung der veralteten Verkehrsleitbögen) und deren östliche Verlängerungen bis Alexanderplatz.

C-Straßen wurden ausgebessert, aber nicht wesentlich modernisiert. Sensoren sind überwiegend oberirdisch montiert und z.B. in Ampelanlagen integriert.

Die meisten Straßen im Konzernwesten zählen zur C-Kategorie, wichtige Durchgangsstraßen zur B- und Boulevards und Vorzeigestraßen zur A-Kategorie.

F-Straßen sind unveränderte Straßen aus der Zeit der Anarchie in Berlin. Neben den Straßen im Wilden Osten der Stadt zählen auch viele Randstraßen und Nebenstraßen in Industrie- und WohnGeschäftsSektoren zur F-Kategorie. Soweit F-Straßen im Konzernwesten liegen, stehen diese meist bereits auf der Liste für zukünftige Erneuerungsmaßnahmen. Die Straßen in den Anarchozonen unterliegen meist keiner Kontrolle und Wartung bzw. gehören lokalen Banden oder Anwohnerbünden, die in der Regel Passiergelder für die Straßennutzung erheben. Die Erhebung einer solchen „Gebühr“ bedeutet dabei (manchmal) dass die Straße in einem (marginal) besseren Zustand ist.

Leider muss man sagen, dass der Anteil Presser zugenommen hat, die nur die Kohle abgreifen, ohne sie in die Auffüllung von Schlaglöchern zu stecken.
SuperUser

Das kannst du nicht pauschalisieren. Wir haben auch ne Straßenwacht im Kiez, und stimmt: unsere Straße (Maxstraße) sieht Scheiße aus. Aber wir verwenden die Kohle trotzdem für den Straßenerhalt: Der ganze Untergrund ist so marode, wenn wir nicht die Tunnelröhren abstützen würden, würde die ganze Fahrbahn absacken.
TylDak666

Maxstraße? Die ist doch gar nicht Zone??
Bonifatso

Nein, technisch sind wir Kongebiet. Sektorland. Aber der Wedding ist halt auf der Kippe, und solange nicht die Baufahrzeuge der BEVAG anrücken, was willste machen? Machen wir halt weiter wie gehabt…
TylDak666

Dem Straßenzustand entsprechend gestaltet sich auch deren Nutzung. In den Konzerngebieten ist längst wieder ein normaler Großstadtverkehr mit allen dazugehörigen Problemen entstanden. Allerdings schätzen Autofahrer den Berliner Westen sehr, denn die Straßen sind neu, die Verkehrsleitung auf dem neuesten Stand und die Zahl der Autos pro Einwohner bewegt sich immer noch deutlich unter dem ADL-Durchschnitt.

Dieser Durchschnittsquotient ist bezogen auf ganz Berlin noch wesentlich geringer, denn im Osten der Stadt kommt auf 22 Einwohner gerade mal 1 Auto (mehr über die Gründe hierfür siehe [Reality Check - Die Wahrheit über den Status F]

Doofe Frage: Es gibt statistische Daten zur Zahl der Autos und Einwohner in der Zone?
Hugo_Notti

Doofe Antwort: Ist alles geschätzt und hochgerechnet.
WerDieWeltKenntKenntTubORK

Falsch. Es gibt statistische Daten. Erhoben von HORIZON, anhand PAN-Profilen und Online-Abstimmungen.
Sasael

Pfft. Ja, klar. Hundert Leutz gescannt, hochgerechnet. Bullshit. Glaub keine Stastistik außer die wo du selbst fälscht.
WerDieWeltKenntKenntTubORK

Weiß ja nicht warum du an der Zahl zweifelst, TubORK. Soweit ich das scanne, gibt’s kaum Karren in der Zone. Und um mehr geht’s doch gar nicht …
Sasael

Neben den verschiedenen Privatfahrzeugen werden die Berliner Straßen vor allem im Westen von folgenden Spezialtransporten benutzt:

Metrobus – Vom einstmals vorbildlichen Berliner Busnetz ist wenig übrig geblieben, wenngleich die BEVAG-Tochter BTG (Berliner Transport Gemeinschaft) sich redlich um den Ausbau des Servicenetzes bemüht. Das Metrobusnetz umfasst derzeit 11 Linien, die ausschließlich im Konzernwesten verkehren. Neben den regulären Metrobussen (mit M gekennzeichnet) existieren noch Expressbusse (X) und Zubringerbusse (Z), die Konzernangehörige an den M-Endhaltestellen abholen und zu zentralen Knotenpunkten ihrer Nachbarschaft chauffieren. In manchen Konzernzonen existieren Umsteigestationen, an denen Fahrgäste einen Kontrollpunkt passieren und vom M- oder X-Bus in einen konzerneigenen Shuttle-Bus umsteigen müssen.

Berlibus – Der einzige Wettbewerber um den Berliner Busverkehr ist der Nachfolger der früheren Berliner Verkehrsbetriebe BVG, der sich tapfer durch die schweren Jahre der Anarchie geschlagen hat und sich nun weigert, andere die Gewinne einfahren zu sehen. Während Berlibus aus dem Westen immer mehr verdrängt wird, ist das Unternehmen mit seinen charakteristisch robusten, aber meist in erbärmlichen Zustand befindlichen Bussen das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel im Osten der Stadt.

Nebenbei bietet nur Bärli (mit „ä“ ihr Nasen) in jeder Kutsche 2-4 Sitze in Trollsize an.
Borschtsch

Taxi – Während der Chaosjahre in Berlin haben sich sämtliche der Berliner Taxigesellschaften aufgelöst. Was verblieb, waren frei operierende Taxifahrer, die – da es keine zentrale Behörde mehr gab – meist schlicht Autobesitzer waren, die sich ein mehr oder weniger offiziell aussehendes Schild aufs Dach schraubten. Mit Rückkehr der Konzerne tauchte für die Einzelunternehmer das Problem auf, dass die Konzerne keineswegs bereit waren, jedes beliebige „Taxi“ in ihr Gebiet einzulassen. Stattdessen offerierten die Konzerne Zugangslizenzen – vordergründig um die Sicherheit der Konzerngebiete zu gewährleisten, hintergründig aber auch um am Geschäft der Taxifahrer zu partizipieren. Die von der BEVAG ausgegebenen Verkehrsleit-RFIDs für Taxifahrer sind – je nachdem welche Lizenzen dieser gekauft hat – so codiert, dass sie Zufahrt zu den geschützten Sektoren gewähren oder eben nicht. Ein Taxifahrer, der Lizenzen für mehrere Sektoren erwirbt, kann mehr Ziele anfahren, zahlt dafür aber eine oft mehrere tausend Euro hohe Jahreslizenz (und darf sich zudem auf eine regelmäßige komplette Durchleuchtung seiner SIN gefasst machen). Diese wirtschaftlichen Zwänge haben viele Taxifahrer in Zweckgenossenschaften geführt – und auch die Megakons haben das Geschäft mit eigenen, konzernfarbenen Taxigesellschaften für sich entdeckt. Der Wettbewerb wird härter. Und ist im Umfeld mancher „Hotspots“ des Taxigeschäftes zuweilen schon ein Krieg. In dem auch Blut fließt.

< DISKUSSIONSSTHREAD VERLAGERT AUF TALKNET/BERLIN/TAXITALK >

Leute, nicht hier. ECHT nicht.
Bettpferdekopf

Fabrikzubringer – eine besondere Klasse „öffentlicher Transportmittel“ stellen Fabrikzubringer dar. Hierbei handelt es sich meist um Busse, Trucks oder Pritschenwagen, die vor Schichtbeginn fixe Sammelpunkte in den Arbeitersektoren ansteuern, um den Tagesbedarf an Arbeitskräften einzusammeln. Wir reden hier nicht von regulären Konzernmitarbeitern – die Fabrikzubringer sind ausschließlich für Tagelöhner vorgesehen, die am Morgen angestellt und am Abend ausbezahlt und gefeuert werden. Der Wettbewerb unter den Arbeitern ist hart – wem der ausgerufene Lohn nicht behagt, braucht ja auf die Pritsche nicht aufzusteigen. Es lebe der freie Wettbewerb!

Schienenverkehr

In den letzten zehn Jahren ist es den Konzernen gelungen, zumindest einen Teil des Berliner Schienensystems wieder in Betrieb zu nehmen. In den Jahren der Anarchie waren die Tunnel der U-Bahn zunehmend von Banden, Crittern oder Wassereinbrüchen außer Betrieb gesetzt worden. Die oberirdisch gelegenen Schienensysteme fielen über lange Strecken Umwelteinflüssen und Vandalismus, vor allem aber Metalldiebstahl zum Opfer.

Verdammte Polacken!
Polackenhasser

Ich hab zwar geschworen, mich nie mehr mit einem wie dir zu kabbeln, aber trotzdem: Das ist ne Medienlüge, schnall’s endlich!!
Jajazoo

Selbst einmal angenommen dass irgendein Metalldieb zufällig oder nicht Pole, Türke, Araber, Jugoslawe, Russe oder – oh Gott – DEUTSCHER gewesen wäre, möge man eines nicht vergessen: Metall ist knapp, Metall ist teuer, und die Konzerne brauchen Metall für ihre ganzen tollen Bauprojekte im Westen. Arme Wichte klauen – Reiche Säcke SCHICKEN sie klauen.
TruemanDikote

U-Bahn – Die Berliner U-Bahn konnte bisher nur in geringem Umfang wieder in Betrieb genommen werden. Zu den regelmäßig befahrenen Strecken gehören die Blaue Linie von Gatow über Spandau und Charlottenburg bis Rathaus Neukölln, die Orange Linie von Lichterfelde über Rathaus Steglitz und Zoologischer Garten bis Osloer Straße, die Rote Linie von Spandau-Staaken über Rathaus Spandau, Ruhleben, Zoologischer Garten, Potsdamer Platz bis Alexanderplatz und die Lilafarbene Saeder-Krupp Bahn von Tempelhof bis Gesundbrunnen. Mit Ausnahme der SK-Bahn werden alle Strecken von der BTG betrieben. Auf Strecken innerhalb von Konzerngebieten werden von der jeweiligen Konzernsicherheit Zugbegleiter und eigene Kontrollmannschaften eingesetzt, die an festen Bahnhöfen den Zug betreten und Kontrollen durchführen.

Die Rote fahren. Ganz großes Kino. Grad wenn man „verdächtig“ aussieht.
Zurfah

S-Bahn – Vom ehemaligen S-Bahnnetz sind heute vor allem die Ringbahn und die Zentralbahn übrig geblieben. Die Ringbahn verkehrt auf dem gleichnamigen Ring, der sich nach seiner Instandsetzung wieder geschlossen rund um die Innenstadtbezirke zieht und somit auch durch die Anarcho-Zone fährt. Dort, allerdings, hält er nur an sehr wenigen Bahnhöfen an, deren Zugangskontrollen mehr mit Flughäfen als einem öffentlichen Nahverkehrsmittel gemein haben. Die Zentralbahn durchschneidet den Ring: Sie pendelt von Potsdam-Sanssouci im Westen über Westkreuz, Zoologischer Garten, Friedrichstraße und Ostkreuz bis zum Flughafen Schönefeld. Ähnlich der U-Bahn steigen auch auf Ring- und Zentralbahn Konzerngardisten der jeweiligen lokalen Konzernsektoren an unterschiedlichen Punkten ein und führen Kontrollen durch.

Tram – Von allen Berliner Netzen hat es die Straßenbahn am Schwersten getroffen. Im Westen wurde sie im Zuge der Straßenerneuerung entfernt, im Osten verkehren nur vereinzelt von Benzinmotoren getriebene Einzelwagen unabhängiger Unternehmer auf ihren jeweiligen Strecken.

Magnetschwebebahn – Das neueste Kind im Berliner Verkehrsverbund ist die Magnetschwebebahn, die weniger im Stil flott dahinrasender Monorail-Züge, sondern mehr als über dem Gehsteig oder der Straße dahinsurrender Fußgänger-Service fungiert (oft dort, wo früher die Tram verkehrte). Magnetbahnen gibt es bereits entlang des Kurfürstendamms, der Schlossstraße, der Joachimstaler Straße und der Kantstraße sowie zwischen den Flughäfen und den jeweils nächstgelegenen Bahnhöfen oder Parkplätzen – weitere Strecken sollen folgen und im Laufe der nächsten 20 Jahre zu einem geschlossenen Netz zusammengeführt werden.

Wasserwege

Berlin ist was Wasserstraßen angeht bestens ausgebaut, woran auch die Jahre des Chaos wenig ändern konnten. Natürlich gibt es gerade im Osten auch weiterhin Schwierigkeiten mit in Kanälen versenkten Fahrzeugen, von unabhängigen Müllfahrern ins Wasser abgekipptem Schrott oder gesunkenen Booten – aber man hat gelernt, dem zu begegnen oder sich damit zu arrangieren.

Schiffe – Berlin wird zu einem nicht unerheblichen Teil über den Wasserweg versorgt. Weshalb die Wasserstraßen zu Oder, Elbe, Nord- und Ostsee nicht nur gewartet und bewacht, sondern auch ausgebaut werden. Der Westhafen in Berlin ist zu einem zentralen Umschlagplatz von Ware geworden, weshalb auch Spree und Havel regelmäßig technisch überwacht und Lastkähnen gefährlich werden könnende Hindernisse zügig entfernt werden. Auf denselben Gewässern verkehren auch mehrere Fährlinien der mit der BTG kooperierenden Reederei Schaffke, die sich auch im Wiederaufbau von Ausflugsfahrten engagiert. Leider sind viele Berliner Gewässer aber auch 20 Jahre nach (Teil-)Beendigung des Status F in einem erbärmlichen Zustand, so dass der Andrang nach Schiffsrundfahrten eher gering ausfällt. Neben den Schaffke-Schiffen bieten auch zahllose unabhängige Schiffseigner ihre Fuhrdienste an.

Verdammte umweltverpestende Scheißkons!!!
Eco-X

*Seufz* Es wäre schön, wenn die Kons an der Verseuchung der Berliner Natur und des Berliner Wassers Schuld wären. Schön deshalb, weil es so prima ins Feindbild passen würde, und uns die Illusion geben würde, besser zu sein. Fakt ist aber, dass die totale Versiffung der Stadt, die Verschlammung der Kanalisation, die Verseuchung von Spree und Havel, das Abholzen der Berliner Bäume und all das „ganz normale Menschen“ in den Jahren der Anarchie waren. Und dass die Natur sich erst jetzt durch Arbeit, Mühe und erhebliche Investitionen der Megakons langsam zu erholen beginnt.
Mara

Na und? Das machen die doch nicht uneigennützig, sondern um ihre verschissenen Grundstückspreise zu erhöhen!!!
Eco-X

Und weißt du, wie scheißegal das den Tieren, Pflanzen und Geistern ist?? Mann, mir gefallen die durch Konzernraffgier entstandenen Liegewiesen und der neue Drakenpark allemal besser als die durch Faulheit und Dummheit umgekippte Giftsuppe, die mal die Rummelsburger Bucht war, okay?
Mara

Hover – Hoverfahrzeuge mit ihrem gegen Null tendierenden Tiefgang sind die idealen Verkehrsmittel für alle Berliner Wasserstraßen. Neben dem Westhafen gilt der Urbanhafen als zentraler Sammelpunkte der Hoverfahrer, die im wesentlichen unabhängig und ohne zentrale Organisation operieren. Ähnlich den Taxifahrern haben auch Schiffs- und Hovercraft-Betreiber Lizenzen der Konzerne zu erwerben, um die durch Konzerngebiet führenden Wasserstraßen benutzen zu dürfen.

Der Himmel über Berlin

Jeder Konzern hat besondere Befindlichkeiten den Berliner Luftraum betreffend. Was diesen zu einem der am Schärfsten überwachten Gebiete der ADL macht, höchstens mit Frankfurt am Main zu vergleichen. Die grundlegende Paranoia vor Anschlägen, Spionage oder Übergriffen aus der Luft führt dazu, dass alle Konzerne zwar Lizenzen zum Überfliegen ihrer Gebiete anbieten, diese de facto aber nur an eigene Subunternehmen oder einzelne Sektionen der BEVAG (Polizei, Sonderpolizei und Verkehrsleitung) abgeben.

Der Luftraum über Berlin ist somit wesentlich leerer als über anderen, vergleichbar großen Ballungsgebieten. Fest abgesteckte Luftkorridore und reservierter Parkkoordinaten für Werbeblips bilden die einzige Ausnahme.

Shadowrun | Knochensplitter Zeitleiste

Sonntag 01.06.08 rabenaas Kommentieren

Die folgende Timeline beruht zum überwiegenden Teil auf der Timeline aus der Shadowhelix, wo auch die Infos zu den Autoren zu finden sind. Diese Zeitleiste hier ist ständig „in Arbeit“ und wird im Laufe der Zeit neue Einträge entsprechend den Ereignissen der KNOCHENSPLITTER Kampagne erhalten.

Um mehr Übersichtlichkeit zu erreichen, wurden die Beiträge unterteilt in

  • schwarz – irgendwo in der Welt
  • dunkelrot – ADL oder europäische Nachbarstaaten (speziell Polen/Russland) betreffend
  • hellrot – Berlin oder direktes Umland unmittelbar betreffend
  • violett – unmittelbar die Charaktere und die Kampagne betreffend

Außerdem wurden Einträge in der ferneren Vergangenheit stärker gerafft und zusammengefasst.

Vor 2030

  • Das Shiawase Urteil [1999] Ein drei Monate andauernder Streik der LKW Fahrer verursacht schwere Unruhen in New York aufgrund von Hungersnöten. Ein Seretech LKW Konvoi mit Medikamenten wird in New York von einem bewaffneten Mob im Glauben, es handle sich um einen Lebensmitteltransport, überfallen. Die Sicherheitsbeamte von Seretech setzen sich mit Waffengewalt zur Wehr. Dabei sterben 200 Aufständler und 20 Sicherheitsbeamte von Seretech. Der US-Supreme Court wertet die Beschützung des LKW Konvois durch Waffengewalt als notwendig und unterstreicht, dass Seretech so tausende Leben gerettet hat und ignoriert die hunderte Tote durch die gewaltsame Beendigung des Konflikts. Durch das Shiawase Urteil wird der Grundstock für die Exterritorialität der Megakonzerne gesetzt.
  • Nahost-Krieg [2004] Libyen greift Israel mit chemischen Waffen an, Israel reagiert mit einem nuklearen Vergeltungsschlag.
  • Großes Erdbeben in New York [2005] 200.000 Menschen werden getötet und es entsteht ein Sachschaden von mehr als 200 Milliarden Dollar. Es sollte 40 Jahre dauern, bis New York wieder komplett aufgebaut ist. Die UN verlegt ihren Sitz nach Genf, Schweiz. Die Ostküstenbörse zieht wegen der Folgen des Erdbebens nach Boston um.
  • Zweiter Korea-Krieg [2005/06] Der zweite Korea Krieg beginnt indem japanische Konzerne Nord- und Südkorea zu einem Krieg zwingen. Anfang 2006 feuert Nord-Korea Atomwaffen auf Japan ab, diese erreichen ihre Ziele aber nicht und richten keinen Schaden an. Ende 2006 wird Nord-Korea überrannt. Nach dem japanischen Sieg über Nord-Korea ruft Japan das Japanische Kaiserreich aus
  • Super-GAU in Cattenom [2008] Am 4. März kommt es in dem lothringischen KKW Cattenom zur Kernschmelze. Das Saarland, Lothringen und Luxemburg müssen aufgrund der radioaktiven Wolke aufgegeben werden. Insgesamt kommen 37.241 Menschen ums Leben, 98.487 werden verstrahlt.
  • Der Lone Eagle [2009] Die Unabhängige Amerikanische indianische Bewegung (Sovereign American Indian Movement (SAIM)) besetzt die Shiloh Raketenabschussbasis in den USA. Die Basis wird von einem Delta Team zurückerobert, allerdings gelingt es der SAIM eine interkontinentale, ballistische Rakete mit Nuklearsprengkopf auf Russland zu feuern. Die Rakete explodiert nicht. Niemand konnte bisher plausible Gründe dafür nennen. In der Folge werden Indianer in den USA durch den Re-Education and Relocation Act (Nepean Act in Canada) in Umerziehungslager zusammengetrieben.
  • VITAS [2010] Die erste VITAS-Welle raffte ein Viertel der Menschheit dahin.
  • Das Jahr des Chaos [2011] Ungeklärte genetische Expression (UGE): Menschliche Mütter bringen Kinder zur Welt, die wie Elfen und Zwerge aussehen.
  • Überflutungen in Europa [2011] Starke Orkane treiben verseuchtes Wasser aus der Nordsee in Elbe und Rhein. Weite Teile der Niederlande, Dänemarks, Belgiens und Norddeutschlands werden überflutet. Später bekommt die Überschwemmung den Namen Schwarze Flut.
  • Beginn der Sechsten Welt: 24. Dezember 2011: Der erste große Drache wird gesichtet. Der große östliche Drache Ryumyo in Japan. Aufstand in einem Umerziehungslager für Ureinwohner, angeführt von Daniel Howling Coyote.
  • Gründung Tír na nÓgs [2014] durch Abspaltung Irlands von Großbritannien.
  • Gründung Aztlans [2015] durch Umbenennung Mexikos. Drahtzieher ist ARO (Aztechnology).
  • Großer Geistertanz [2017] der erwachten Schamanen der ameriknischen Ureinwohner als Reaktion auf veranlassten Genozid der US-Regierung.
  • Vertrag von Denver [2018] beendet Krieg des Souveränen Stammesrates gegen USA/Kanada.
  • Goblinisierung [2021] Verwandlung von etwa jedem zehnten Mensch in einen Ork oder Troll.
  • Verkauf der SOX [2020] Guillaume, Großherzog von Luxemburg im deutschen Exil, verkauft die verstrahlten Gebiete seiner Heimat in der SOX an die Konzerne, die dort Forschungsanlagen errichten, und kassiert so ein Vermögen.
  • VITAS-2 [2022] löscht ein Zehntel der Weltbevölkerung aus.
  • Berlin nicht länger Regierungssitz [2023] Bundesregierung und Parlament ziehen – um den täglichen Aufständen, Ausschreitungen und gewalttätigen Demonstrationen zu entkommen – in ein abgeriegeltes Gebiet bei Hannover um.
  • Erster Computercrash [2029] In Folge Erschaffung der Matrix. Die Bundesregierung rekrutiert im Kampf gegen das Crash-Virus die Hacker des Chaos-Computer-Clubs in Hamburg. Während die berühmten „Sechs von Altona“ im Kampf mit dem Virus sterben, bilden die Überlebenden dieses Cyber-Kommandos die Keimzelle der Schockwellenreiter.

2030 bis 2050

  • Gründung der Ghul-Nation Asamando in Afrika [2030]
  • Gründung der UCAS [2030]
  • Eurokriege [2033] 19. Mai: Mit der russischen Invasion von Finnland und Polen beginnen die Eurokriege. Polen wird binnen drei Monaten überrannt. Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland schließen sich zur Skandinavischen Union zusammen, die im Abwehrkampf gegen die russische Invasion ihre erste Bewährungsprobe besteht. 5. Juli: russische Panzerkeile erreichen die Elbe, Dresden wird besetzt und die Landesregierung Sachsens von den Russen deportiert. 30. August: In Sachsen übernimmt eine Notfallregierung aus Generälen der Bundeswehr die Macht. Die russischen Panzerverbände umgehen Berlin und stoßen entlang der Elbe nach Norddeutschland vor, wo sie vorerst von der European Defense Force und der neugegründeten MET2000 gestoppt werden. Hamburg: In der verzweifelten Hoffnung von Kriegshandlungen verschont zu werden, erklärt sich die Hansestadt zur „Entmilitarisierten Zone“ und wirft die Bundeswehr und -marine aus ihrem Hafen hinaus. 2034: Russische Besetzung Polens endet. In der Folge eine Reihe von Nachkriegsregierungen inkl. Versuch einer konstituellen Monarchie (Königreich Polen). Während sie die Österreicher im Abwehrkampf gegen den Großen Dschihad mit Truppen unterstützten, war keine von ihnen im Stande, die Lage in Polen selbst zu stabilisieren.
  • Der Große Dschihad [2033] Weltweite Ausrufe zum Heiligen Krieg. Ausbruch von Krieg im Nahen Osten und Vorstoß nach Europa. Schwere Unruhen in Berlin, als Kreuzberg zum Emirat ausgerufen wird. Ausbruch von Straßenschlachten im ganzen Stadtgebiet, die durch vergrößerte Bewaffnung von Teilen der Bevölkerung im Zuge der Kriegsangst vor den Russen noch wesentlich verschlimmert werden. Staatliche Kontrolle in Berlin bricht zusammen auch als Folge des Abzuges von Eingreiftruppen (MET2000) Richtung Westen zur Abwehr der Russen vor Hamburg.
  • Abspaltung von Tir Tairngire vom Salish-Sidhe Council [2035]
  • Status F in Berlin [2037] Neo-Anarchisten, Trotzkisten und Anarcho-Syndikalisten rufen mit der Verkündigung des „Letzten Gesetzes“ die Anarchie aus, und erklären Berlin unter dem Status F zum „Anarchistischen Großversuch“.
  • Llofwyrs Enthüllung [2037] Der Große Drache Llofwyr erklärt, dass ihm 63 % der Saeder-Krupp Aktion gehören, und übernimmt die Kontrolle des Konzerns.
  • Gründung des Süddeutschen Bundes [2038] durch Abspaltung von Baden-Württemberg und Bayern von der BRD. In Folge Verabschiedung der „Hygieneverordnung“, die die Internierung aller Metamenschen in Sammellagern vorsieht. 28. Oktober: Die sog. „Rottweiler Befreiung“ aller Orks und Trolle aus dem größten der von der Regierung Hungarten in Schwaben eingerichteten Sammellager für Metamenschen unter Führung des späteren Trollkönigs Berthold markiert den Beginn der Trollkriege.
  • Die Nacht des Zorns [2039] Tausende Metas und deren Freunde und Familienmitglieder kommen bei globalen Unruhen ums Leben.
  • Polnischer Bürgerkrieg [2039] Als die Zustände in noch immer kriegswüsten und uneinen Polen sich verschlimmern und eine humanitäre Katastrophe droht, wendet sich die letzte Regierung der Republik Polen um Wojciech Rybiński an Russland um Hilfe; hierauf Bürgerkrieg und Gründung der Nationalrepublik Polen (eine Militärdiktatur) sowie Abspaltung der Freien Republik Polen.
  • Baubeginn der Renraku-Arkologie in Seattle [2040]
  • Erste Policlubs in Europa [2041]
  • Auftauchen der Sekte der Universellen Bruderschaft [2042]
  • Anerkennung der Konföderation Amerikanischer Staaten als Staat [2045]
  • Gründung der ADL [2045] 08. Mai: Die ADL wird gegründet, was mit einer weitgehenden Neuordnung der Bundesländer einher geht. Das Trollkönigreich Schwarzwald wird offizieller Teil der ADL (Ende der Trollkriege). Berlin erhält „Assoziierten Status“.
  • Geburt von Paris [1. März 2048] in Berlin
  • Aufstieg von Proteus [ab 2048] Die „Gründer“ genannten Verschwörer hinter der Proteus AG übernehmen 2048 unterstützt durch den Frankfurter Bankenverein mittels Strohfirmen die Bauruinen eines Arkobau-Projekts zu einem Spottpreis. Die Prometeus-Stiftung wird nach Veruntreuung des letzten Rests an Kapital durch die Gründer offiziell als vermögenslos aufgelöst. Daraufhin Baubeginn der künftigen Proteus-Zentrale auf Helgoland durch Strohfirmen. 1. Januar 2049 erfolgt offizielle Gründung der Proteus AG und Bezug ihrer Zentrale auf Helgoland. 2051 gewährt der Konzerngerichtshof Proteus Exterritorialität, der Bundesgerichtshof der ADL folgt dieser Entscheidung.

2050 bis 2059

  • Technologiekurve [2052] 2XS, besonders intensive BTL-Chips, werden erfunden, und Biotech kommt in den Massenmarkt
  • Atlantis entdeckt [2054] Entdeckung von Atlantis 150 Meilen vor Kreta.
  • Geburt von Lotte [3. April 2054] in Kiel
  • Universelle Bruderschaft entlarvt [2055] Das UCAS FBI ermittelt, dass die Sekte der Universellen Bruderschaft durch Insektengeister kontrolliert wird. Die UB wird verboten und ihre Besitzungen aufgelöst, aber ohne dass die Gründe dafür der Öffentlichkeit mitgeteilt werden. Andere Nationen greifen die Bemühungen auf. Bis 2056 ist die UB aufgelöst. Ein Knight Errant Firewatch Team zündet im August 2055 einen unterirdischen Nukleasrsprengkopf im größten Bau der Insektengeister in Chicago. Die erhoffte Wirkung bleibt aus, stattdessen brechen Insektengeister aus der Erde hrrvor und überfluten Chicago. Die Stadt wird daraufhin von UCAS-Truppen und Einheiten der Nationalgarde abgeriegelt. Die Stadt wird unter Quarantäne gestellt, nach offiziellen Angaben um die Ausbreitung eines neuen VITAS-Stammes zu verhindern.
  • Rückeroberung Berlins durch die Konzerne [2055] In einer generalstabsmäßig geplanten und durchgeführten Militäraktion eroberten Konzerntruppen – mit politischer Rückendeckung der Bundesregierung – unter dem Vorwand der Zerschlagung der Universellen Bruderschaft und der Niederwerfung angeblicher Hungerrevolten im „Sommer des Hungers“ (2056) den größten Teil Berlins und beenden den Anarchistischen Großversuch. Die Anarchos, die den logistisch und militärisch überlegenen Konzerntruppen einen erbitterten Abwehrkampf lieferten, aber ihren Widerstand nicht wirklich effektiv koordinieren können werden in den Ostteil zurückgedrängt und dort in dem Teil von Berlin, den sie mit Mühe halten können, letztlich eingemauert.
  • Paris besucht die SK Grundschule [2055–2059] im neuen, erweiterten SK Sektor in Berlin
  • Kampf um Proteus [2055] Der östliche Drache Chong Chao übernimmt das Finanzimperium Zhao Xinangs und steigt – unerkannt – zur Grauen Eminenz hinter Proteus auf. Er beschwört einen Konflikt mit der AG Chemie herauf, und versucht beide Konzerne zu übernehmen. Schließlich tötet der Große Drache Nachtmeister Chong Chao und verleibt dessen Besitztümer dem FBV ein.
  • Super Tuesday [2056/57] Der UCAS Kongress erkennt 2056 Dunkelzahn als Staatsbürger an. Im November 2056 werden Päsident Steele und Vizepräsident Booth in der „langweiligsten Wahl des Jahrhunderts“ im Amt bestätigt. Bald darauf wird das Wahlergebnis als manipuliert entlarvt und für „null und nichtig“ erklärt. Die Neuwahlen im August 2057 gewinnt Dunkelzahn knapp, kommt aber etwa zehn Stunden nach Einschwörung bei einem Bombenanschlag auf seine Limousine ums Leben. Vizepräsident Kyle Haeffner übernimmt das Präsidentenamt. Die Untersuchung der Ermordung von Präsident Dunkelzahn wird durch die Scott Kommission aufgenommen. Am 12. August 2057 erfolgt die Verlesung von Dunkelzahns Testament durch Nadja Daviar auf den Stufen vor dem Watergate Hotel in Washington. In Folge Gründung der Draco Foundation sowie des Dunkelzahn Institute of Magical Research.
  • KNOCHENSPLITTER BEGINNT. Abenteuer des Präludiums mit den Charakteren Maestro (by Claas) und Lex (by Sue)
  • Verkauf von Lotte [23. November 2058] durch die drogensüchtige Mutter an eine Schattenklinik
  • Konzernkrieg [2059] 7. Januar: Tadamako Shibanokuji, Vorstandsvorsitzender von Yamatetsu, erleidet einen Herzanfall. Seine Stimmanteile übernimmt Yamatetsu-Vorstandsmitglied Saru Iwano. 22. Februar: Tadamako Shibanokuji stirbt in der Klinik. Seine Anteile gehen aper Testament an seinen Sohn, den Ork Yuri Shibanokuji. 5. Mai: Yamatetsu kündigt die Verlagerung seines Firmensitzes nach Wladiwostok (Russland) an. 16. Mai: Dosan Aburakoji, Repräsentant für Renraku im Corporate Court, begeht in Kyoto Selbstmord. 6. Juni: Fuchi klagt Renraku im Corporate Court an, Insiderwissen von Miles Lanier dazu verwendet zu haben, Geschäftsgeheimnisse von Fuchi zu stehlen. Die Klage wird innerhalb von 24 Stunden fallen gelassen. Miles Lanier verlässt Renraku und verkauft seine 4 Millionen Anteile am Konzern an die Zürich-Orbital Gemeinschaftsbank. 11. Juli: Absturz von Flug 1118 aus Tokio in den Redmond Barrens von Seattle tötet 200. 19. Juli: David Hague, ein Repträsentant von Fuchi im Corporate Court, wird tot in den Redmond Barrens gefunden; sein Nachfolger wird Li Feng von Wuxing Inc. 29. September: Der Weiße Montag: Größter Tageskursverlust an der Tokioter Börse innerhalb der letzten 70 Jahre. 6. Oktober: Richard Villiers von Fuchi kündigt die Gründung von Novatech an. Miles Lanier wird Direktor für Sicherheit. 20. Oktober: Leonard Aurelius verkauft seinen Ares Aktienbesitz an Arthur Vogel. Vogel tritt als Präsident von Sierra Inc. zurück und wird durch Gary Grey abgelöst. 27. Oktober: Leonard Aurelius wird Mitglied des Vorstandes von Cross Applied Technologies. Cross Applied Technologies wird AAA Megakonzern. 19. Dezember: Die Renraku-Arkologie in Seattle wird für den Besucherverkehr geschlossen und stellt den Kontakt zur Außenwelt ein; als Grund werden Computerprobleme angegeben. In Berlin besetzen Proteus-Truppen das ehemalige Fuchi-Gelände. Shiawase verklagt die Proteus AG deshalb vor dem Konzerngerichtshof, verliert aber den Prozess, da Proteus den „legalen Erwerb“ des Geländes nachweisen kann.
  • Gründung des ADL Bundesamtes für Hermetik und Hexerei [2059]

2060 Das Jahr der KI

  • 3. Februar: Der CEO von Renraku Inazo Aneki zieht sich für unbestimmte Zeit aus dem Geschäftsleben zurück. Haruhiko Nakada übernimmt als Interims-Geschäftsführer die Kontrolle
  • 19. Mai: Ein Virus unbekannter Herkunft greift den Matrixknoten von Seattle an und richtet innerhalb von nur 10 Minuten schwere Schäden an. Personen, die zu dieser Zeit online waren, leiden unter Gedächtnisverlust, Psychosen oder sterben an Hirntod.
  • 5. April: Fuchi kauft der Zürich-Orbital Gemeinschaftsbank 4 Millionen Renraku-Aktion ab; als Reaktion kauft Renraku große Teile von Fuchi.
  • 5. April: Shikei Nakatomi wechselt von Fuchi in den Vorstand von Renraku.
  • Paris beginnt Fachausbildung zum System Admin bei SK in Berlin.
  • 23. April: während Renraku-Truppen mit militärischer Gewalt die Fuchi/Novatech-Arkologie in Unna (Dortmund) einnahmen, was 164 Tote und erhebliche Sachschäden zur Folge hatte, schlugen zeitgleich Einsatzkräfte von Novatech in Düsseldorf zu, und besetzten die dortige Renraku-Zentrale. Dank des Verrats von Renraku-Mitarbeiterin Mariko Wabanati, die hinter den Kulissen mit Richard Villiers zusammenarbeitete, war diese Aktion in nur 30 Minuten erfolgreich abgeschlossen, und forderte lediglich 32 Opfer.
  • Mitte des Jahres: Der Shadowrunner Sandmann wird von seinem Erzfeind, der Proteus AG getötet. Zuvor kann er jedoch seine gesammelten, für Proteus kompromittierenden Erkenntnisse in der sog. „Sandmann-Datei“ sichern, die er anderen Runnern zuspielt. Zwischen Mai und November: löst die Proteus AG eine Großoffensive gegen die Neoanarchisten im Osten Berlins aus, da sie dort die sogenannte „Sandmann-Datei“ vermutet.
  • 7. Juni: Korin Yamana von Fuchi kündigt seine Hochzeit mit Mitsuko Shiawase von Shiawase Envirotech an.
  • 14. Juni: Shiawase kauft alle noch verfügbaren Anteile von Fuchi auf; Korin Yamana übernimmt einen Direktorenposten im Vorstand von Shiawase.
  • 28. Juni: Offizielle Auflösung von Fuchi Industrial Electronics.
  • 3. Oktober: 301 Kilometer westlich von Petrolia taucht – wie in Dunkelzahns Testament angekündigt – eine vulkanischen Insel aus dem Meer auf, die der Großdrache testamentarisch inklusive Mineralförderungsrechten Federated-Boeing zugesprochen hatte. Der Konzern untersucht die Insel, findet aber nichts Interessantes und überlässt sie ihrem Schicksal (was er im Jahr des Kometen noch bereuen wird).
  • November, UCAS: Präsident Haeffner und Vizepräsidentin Daviar werden mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt.
  • Die Wehrpflicht in der ADL wird abgeschafft. Ferner wird die Bundeswehr in diesem Rahmen umstrukturiert.
  • Die United Nations verabschieden die Resolution 3031 (Local Rights), die es erlaubt die Einhaltung von Bürgerrechten in bestimmten Bereichen mit unabhängigen UN-Beobachtern zu überprüfen.
  • Das Apep Consortium wird gegründet.
  • Der dänische Multi Maersk Incorporated Assets fusioniert mit dem Norwegischen Schwerindustriekonzern Kvaerner ASA und heißt seither auch Kvaerner-Maersk.
  • Köln: Der Sternschutz übernimmt die Überwachung der nobleren Teile der Kölner Innenstadt, wo er rücksichtslos und gewaltsam gegen Straßenkids, Bettler und andere konsumstörende Elemente vorgeht.
  • Proteus schließt einen Versorgungsvertrag mit Trans-Orbital ab, wodurch der Bau seiner Raumstation Treffpunkt: Raumhafen deutlich beschleunigt werden kann. Der Vertrag wird bis zum Ende des Baus der Station sorgsam geheimgehalten.
  • Die Republik China verliert die Kontrolle über Peking an den selbstausgerufenen Kaiser Li Tianzi. Der Versuch, Peking zurück zu erobern, scheitert.
  • Rhein-Ruhr-Megaplex: Das Jahr der großen Rattenplage: Riesenratten haben sich übermäßig vermehrt, und Konzerntruppen, Polizei und MET2000 brauchen bis zum Herbst, um das ganze mit ähnlich radikalen Mitteln zu bekämpfen, wie die Insektengeister bei der „Aktion Zebra“.
  • Zweites Dezemberwochenende, Schwerte: Eine großangelegte Polizeiaktion gegen die Autoduellisten läuft völlig aus dem Ruder, als sich die Duellisten mit den lokalen Gangs verbünden und der Polizei schwere Straßenkämpfe liefern – die sogenannten «Crash-the-City»-Tage, die im folgenden Jahr zum gleichen Datum in Krefeld eine Wiederholung erfahren.
  • Berlin: 2060 kommt es zu einer Art von angespanntem Frieden – oder eher: Waffenstillstand zwischen anarchistischem und Konzern-Berlin. Nach der Zerschlagung von Schattenland Frankfurt Umzug des wichtigsten deutschen Schattenland-Knotens in den anarchistischen Osten Berlins, wobei eine Crew aus dortigen Anarchisten vom bisherigen Sysop Tell das Ruder übernimmt (Antifa, Anne Archiste, Dator und Roter Korsar sowie Corpsshark, der zusammen mit Konwacht aus Frankfurt gekommen ist). Auch die Otaku unter Führung Mnemosynes, die 2061 die „Operation Erntedank“ überstehen, siedeln sich später hier an. Obwohl inzwischen „geduldete“ Grenzübergänge – sowohl nach Brandenburg als auch ins westliche Konzern-Berlin – existieren, können sich die Anarchisten im Osten aber auch weiterhin nie sicher fühlen.

2061 Das Jahr des Kometen

  • Der Halleyische Komet nähert sich der Erde. Eine Vielzahl bisher unbekannter Phänomene werden damit in Verbindung gebracht. (Ausbruch von SURGE, natürliches Orichalkum etc.)
  • 7. Mai: Inazo Aneki (Gründer von Renraku Computer Systems) kehrt aus Tibet zurück.
  • Mai: Gemeinsam mit einer Allianz verschiedener Otaku unter dem Namen Overwatch betritt Inazo Aneki die seit 18 Monaten von der Außenwelt abgeschottete Renraku Arkologie und versucht, die aufständische KI Deus mit Kill Codes zu besiegen. Nachdem Deus für abgeschaltet gehalten wird, begeht Aneki Selbstmord. Die Befreiung der Arkologie wird medienwirksam Sherman Huang zugeschrieben.
  • Berlin: MCT Media und die DeMeKo sponsern gemeinsam das Benefiz-Konzert „Ragnaröck“ für „die Opfer der Anarchie“. Über der Open-Air-Arena kommt es zum spektakulären Zweikampf zwischen den verfeindeten Großdrachen Lofwyr und Alamais.
  • September: Der Halleyische Komet ist mit bloßem Auge sichtbar; Manastürme und Katastrophen steigen weltweit spürbar an.
  • September: Ibn Eisa, Führer der Islamischen Einigkeitsbewegung, wird ermordet doch erwacht wieder zum Leben. Dadurch Wiedervereinigung Arabiens – die Jamil Islamyah-Anführer schwören Ibn Eisas Islamischer Einheitsbewegung (IEB) die Treue. Erst Jahre später wird offenbar, dass der wiedererwachte Körper durch eine eingedrungene Geisterentität kontrolliert wird.
  • Hedwig Gabler, Anführerin der faschistoiden Groß-Badischen Kreuzzugsbewegung wird von ihren Anhängern aus dem Gefängnis in Zweibrücken befreit. Während sie sich (vermutlich) im Nordschwarzwald verbirgt, nehmen die Aktivitäten nationaler Terroristen in Badisch Pfalz weiter zu.
  • Oktober: Ausbruch des Ring of Fire; Japan von Vulkanausbrüchen und Flutwellen erschüttert. Auch amerikanische Westküste und Philippinen betroffen. Japanisches Kaiserhaus durch Naturgewalten ausgelöscht; Abgeordnetenkammer verfügt Abzug aller japanischen Truppen aus dem Ausland zur Verteidigung der Heimat. General Saito in San Francisco verweigert Gehorsam.
  • ADL Bundestagswahl. CVP, LDFP und PNO bilden eine Koalitionsregierung, außerdem sitzen ESP, USPD, Die Grünen, DNP, PNE und ASU im Parlament in Hannover.
  • In der „Operation Erntedank“ führen Konzerntruppen von Saeder-Krupp, DeMeKo und der Proteus AG sowie Sicherheitskräfte der Bundesbehörden der Allianz eine großangelegte Hetzjagd auf die Otaku durch. Ähnliches spielt sich auch in anderen Ländern Europas ab.
  • 1. November: Ahnengeister warnen vor der Rückkehr der Toten.
  • 27. November: Berichte über natürliche Orichalcumfunde starten ein weltweites Orichalcum-Fieber.
  • Heiligabend: die astrale Gestalt des Drachen Ghostwalker entkommt dem Riss, nimmt physische Gestalt an und fliegt nach Denver, wo er schwere Verwüstungen anrichtet; Aztlan verlässt Denver, drohender Krieg zwischen NAN, UCAS, CAS wird durch neuen Vertrag von Denver unter Anerkennung der von Ghostwalker als oberste Autorität verhindert.
  • Heiligabend: Erst bestätigte Berichte über Angriffe einer neuartigen Geisterform, der Shedim (Totengeister). Freistaat Westphalen: Der abtrünnige Theurge und Gründer des Mitternachtszirkels – Markus Stein – veranstaltet an den Externsteinen ein Ritual, das von der Bischofsgarde gesprengt wird. Dabei tauchen Shedim auf, die Opfer beider Seiten besetzen, und das ganze wird zu einem Massaker.

2062 Nach dem Kometen

  • Januar: Die CAS geben Kopfgeldprämien aus gegen Zauberkundige, die Leichen reanimieren.
  • 3. Januar: Der letzte Überlebende des japanischen Herrschaftshauses Yasuhito (ein Kind) wird der Welt offenbart und zwei Tage später zum Kaiser gekrönt.
  • Februar: Japanische Abgeordnetenkammer widerruft das Yomi-Dekret, durch das der japanische Kaiser Metamenschen zur Yomi Insel deportieren ließ; der Großdrache Masaru und die Hukbo ng Bayan Laban sa Hapon – kurz HUK – beginnen die philippinische Revolution gegen die Japaner. Masaru wählt sich Summer Crosbie als offiziellen Sprecher und Drachenübersetzer.
  • 2. bis 5. Mai: Ausbruch von Gewalttätigkeiten an der Salish-Sidhe/Tsimshischen Grenze; Tausende sterben durch Einsatz biologischer Waffen; Waffenstillstand vereinbart am 5. Mai, gebrochen im Juni desselben Jahres.
  • 21. Juni: Lofwyr tötet den Großdrachen Nachtmeister, CEO des Frankfurter Bankenvereins im Luftkampf über Frankfurt.
  • 15. März: Gewaltiges Erdbeben erschüttert Yucatan; weiterhin Stürme und Flutwellen und Kampf der natürlichen und toxischen Geister
  • April: Der Halleysche Komet ist nicht länger sichtbar; mit seinem Verschwinden ebben auch die Katastrophen auf der Erde ab.
  • Während eines Stadtkriegsspiels zwischen den „ADL Allstars“ und den „Borkumer Jaildogs“ (einem Team aus Häftlingen) entkommt Markus Allenbrink – Mitglied der Kommandoebene der Nationalen Aktion – bei einer von außen inszenierten Häftlingsbefreiung zusammen mit Pjotr Gargaris aus dem Großgefängnis Borkum.
  • September: Tereschkowa-Marsmission: Das Yamatetsu-Raumschiff Tereschkowa erreicht den Mars und die Crew landet auf der Planetenoberfläche.
  • 31. Oktober Die Insel Lyonesse erschient vor der Südküste Britanniens
  • Leipzig: Uwe Kleinfort – Erbe des HKB-Mitbegründers Dietrich Kleinfort – taucht unter, da er unter dringendem Verdacht steht, seinen Vater ermordet zu haben. Wenig später wird er in Cardiff/Wales gesehen.
  • Afrika: Im Tschad, im Niger, dem Sultanat Timbuktu und den in den Mauretanischen Nomadenreichen wütet eine außer Kontrolle geratene E7-Pandemie, die Millionen Tote fordert. [5]
  • Skandinavische Union: Ares Macrotechnology zerbombt den Proteus-Arcoblock auf der dänischen Insel Rømø mit einem Thor-Geschoss.
  • Syrien erobert den Libanon.
  • Ghostwalker ruft die Großen Drachen der Welt zu einer Versammlung. Er weigert sich die testamentarische Verfügung Dunkelzahns zu akzeptieren und fordert, dass der Titel des Wissenshüters und der Hort des toten Drachen im Nachhinein durch einen traditionellen Nachfolgeritus vergeben werden muss. Der Rat der Drachen beschließt einen Ritus als indirekte Konfrontation angemessen den Erfordernissen der Sechsten Welt durchzuführen. Fast unbemerkt von der restlichen Welt tragen sie im Verlaufe des Jahres den Ritus zwischen sich aus, der erst Anfang 2063 endet.

2063

  • Die Schattenklinik fliegt auf – Lotte kommt in eine Kinderaufbewahrungsanstalt, aus der sie fliehen kann. In Folge Anschluss von Lotte an die Kinderbande der „Wilden13″ in Berlin-Kreuzberg.
  • 25. Januar: Wilhelmina Graff-Beloit verstirbt in ihrem Habitat im Zürich-Orbital.
  • Anfang Mai, Tir Tairngire: Von Rinelle ke’Tesrae organisierte Demonstrationen stören massiv die Durchführung des Aufstiegsritus. Millionen Tir-Bürger boykottieren den Test und blockieren den Zugang zu Prüfungszentren. Gegenmassnahmen der Polizei führen zu Verhaftungen mehrerer hundert Regimegegner, es gibt viele Verletzte und einige Todesfälle.
  • Mai, Tir Tairngire: Zwei Tage nach Abschluss der Prüfungen zum Aufstiegsritus wird das Büro des Proktors des Ritus in Portland bombadiert. Tausende Testergebnisse werden vernichtet.
  • Tir Tairngire: Feana Sterling wird in den Prinzenrat aufgenommen und wenige Tage später von Rinelle ke’Tesrae ermordet.
  • Tir Tairngire: Ein Attentatsversuch auf Prinz Jonathan schlägt fehl.
  • Leipzig: Uwe Kleinfort – Erbe des HKB-Mitbegründers Dietrich Kleinfort – taucht unter, da er unter dringendem Verdacht steht, seinen Vater ermordet zu haben. Wenig später wird er in Cardiff/Wales gesehen.
  • Afrika: Im Tschad, im Niger, dem Sultanat Timbuktu und den in den Mauretanischen Nomadenreichen wütet eine außer Kontrolle geratene E7-Pandemie, die Millionen Tote fordert.
  • Skandinavische Union: Ares Macrotechnology zerbombt den Proteus-Arcoblock auf der dänischen Insel Rømø mit einem Thor-Geschoss.
  • Syrien erobert den Libanon.
  • ADL: Während eines Stadtkriegsspiels zwischen den «ADL Allstars» und den «Borkumer Jaildogs» (einem Team aus Häftlingen) entkommt Markus Allenbrink – Mitglied der Kommandoebene der Nationalen Aktion – bei einer von außen inszenierten Häftlingsbefreiung zaus dem Großgefängnis Borkum.
  • Philippinen: Der Großdrache Masaru und die Hukbo ng Bayan Laban sa Hapon – kurz HUK – beginnen die philippinische Revolution gegen die Japaner. Masaru wählt sich Summer Crosbie als offiziellen Sprecher und Drachenübersetzer.
  • September: Tereschkowa-Marsmission: Das Yamatetsu-Raumschiff Tereschkowa erreicht den Mars und die Crew landet auf der Planetenoberfläche.

2064 Matrix Crash 2.0

  • August: Winternight beginnt mit der Operation Firnbul und löst mit Hilfe von mächtigen Sturmgeistern das schwerste Winterwetter seit langer Zeit hervor.
  • 2. November: Der zweite Matrix Crash unter Beteiligung der AIs Deus und Magera sowie dem Otaku Pax und der Terrorgruppe Winternacht und deren Computerwurm Jörmungandr sowie einer Reihe von EMP Schlägen gegen zentrale Knoten, die der Eindämmung des Matrixverfalls dienen sollten.
  • In der Folge: Erstes Auftauchen sogenannter Technomancer.
  • Herbst: Lucian Cross, CEO von Cross Applied Technologies, stirbt bei einem Flugzeugabsturz; in der Folge Takeover-Versuch durch Damian Knight (Ares).
  • Amerikanische Präsidentschaftswahlen durch Crash verhindert; Putsch der Neue Revolution (tritt für Neugründung der alten USA ein) scheitert, tötet aber Präsident Kyle Haeffner. General Angela Colloton verhängt Kriegsrecht.
  • 3. November: Staatstreich der Neuen Revolution in den UCAS. Präsident Kyle Haeffner wird entführt und später bei einer Befreiungsaktion ermordet.
  • 11. Februar: Arkady Korolenko – Generalsekretär der Russischen Republik seit 2049 – verstirbt an Leberkrebs. General Dzehrmiya Orguznev – ehemals führender Politoffizier der Roten Armee in Polen – tritt die Nachfolge Korolenkos im Amt des Generalsekretärs an.
  • 15. März: Dzehrmiya Orguznev wird nach nur einem Monat im Amt, während der Inspektion von Truppen in Novosibirsk bei einem Angriff des Drachen Booryazmei getötet.
  • Im Zuge des Matrixcrashs Sturz der Militärdiktatur der Polnischen Nationalrepublik und Vereinigung des Landes mit der Freien Republik Polen.

2065

  • Paris schließt die Fachausbildung zum System Admin bei SK ab und beginnt seine Karriere.
  • Novatech fusioniert mit Transys Neuronet und Erika zu NeoNET und wird zweitgrößter Konzern hinter Saeder-Krupp.
  • 12. – 16. Februar: In der zweiten globalen Matrixkonferenz beraten die größten der Welt über einen Ersatz für die zerstörte Matrix.
  • ADL: Der A-Konzern IFMU (Internationale Fahrzeug- und Maschinenbau-Union) geht endgültig unter, als Cross Applied Technologies und die Würtembergische Handelskammer überraschend ihre IFMU-Anteile abstoßen. Der ehemalige AA-Konzern wurde in der Folge von der Proteus AG, dem FBV und Saeder-Krupp unter sich aufgeteilt.

2066

  • Cross Applied Technologies gehört nicht mehr zu den AAA Megakonzernen. Dafür steigt Horizon in den Kreis der größten Zehn auf.
  • Zusammen mit dem Salish-Shidhe Council erhält der Seattle Metroplex den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele im Jahre 2074.

2067 Das Jahr der Zusammenkunft

  • 5. März: Extraktion von Paris.
  • 23. März: Beginn von Paris+Alex’ Abenteuer ndes „Ersten Prologs“ mit dem Run auf Drogenlabor.
  • 28. April: Paris+Alex Run für Manne vom Metal’s (Beschattungsjob)
  • 14. Mai: Paris+Alex DeMeKo Job (Messe-Run), Schmidt: Big Joe
  • 28. Mai: Paris+Alex Run auf Forschungslabor (Extraktion von Ulrich Harms)
  • 10. Juni: Paris+Alex Kiezabenteuer (Datenbeschaffung für Big Joe)
  • 14. Juni: Paris+Alex Run auf Villa Sconti
  • Vom Crash 2.0 schwer beschädigt, wird die Ute Nation in das Pueblo Corporate Council eingegliedert.
  • Mitsuhama zieht sich aus Tsimshian zurück. Das Salish-Shidhe Council erklärt das Gebiet zum Protektorat, was einige Spannungen mit den NAN nach sich zieht
  • Jahresanfang: Die Ortsgruppen der großen Parteien in Hamburg spalten sich unter dem Eindruck von deren ungeliebter zentralistischer Politik von ihren Mutterparteien ab und hängen ihrem Namen jeweils ein H hinten oder vorn an. So entsteht etwa aus der USPD die HUSPD. Da die ADL-Parteien aber unverzüglich neue Ortsgruppen in Hamburg gründen, existieren in der Hansestadt bald annähernd doppelt so viele Parteien wie zuvor.
  • Die vorletzte Bürgerschaftswahl in Hamburg wird von Macken des neuen Augmented Reality-Netzes und ständigen Demonstrationen und Unruhen von Opfern des zweiten Crashs und anderen Unzufriedenen sowie Aufrufen zum Wahlboykott in Form von AR-Vandalismus überschattet. Die Wahlbeteiligung erreicht einen historischen Tiefstand, eine HESP- und LDFP-Koalition übernimmt die Regierung.

2068

  • 6. November: General Angela Colloton wird 11./56. Präsidentin der UCAS
  • In Hamburg stolpert die Koalition aus LDFP und HESP über die „Belsen-Affäre“, als herauskommt dass Finanzsenator Dr. Steinhaag zwischen Januar und September des Jahres mithilfe des Maklerbüros Belsen und Partner Grundstücke aus dem Besitz des Senats an Konzerne verkauft und das Geld auf Privatkonten der Senatsmitglieder geschleust hat.

2069 Das Jahr der Vorbeben

  • Abenteuer des „Zweiten Prologs“ von Lotte, Alex und Paris.
  • Irgendwann zuvor wird der abtrünnige japanische General Saito aus Kalifornien verdrängt
  • Januar: Angela Colloton wird als Präsidentin der United Canadian and American States vereidigt.
  • Mehrere große Erdbeben erschüttern die San Andreas Spalte; durch Absenken der San Pedro Platte versinken große Teile des südlichen Freistaates Kalifornien im Meer und Los Angeles ist vollständig vom Festland abgetrennt. Durch das Erdbeben in Kalifornien bricht auch der Mount Rainier bei Seattle erneut aus. Seitdem regnet es über Seattle regelmäßig Asche und sauren Regen.
  • Massenausschreitungen enttäuschter Wähler in Hamburg im Zuge der sog. „Belsen-Affäre“. In Folge stattfindende Neuwahlen Mitte 2069 führen zu weiterer Zersplitterung der Parteienlandschaft.
  • Oktober: Erstmalig Direktwahl des Hamburger Senats14 Senatoren und Senatorinnen durchgeführt, die bereits im ersten Wahlgang – und diesmal mit hoher Wahlbeteiligung – einen funktionsfähigen Senat hervorbrachte. Dabei wurden auch eine Reihe parteiloser Experten zu Senatoren gewählt und Vesna Lyzhichko (HUSPD) wird neue regierende Bürgermeisterin.
  • 25. März: Beginn des „Gemini“ Handlungsbogens mit Run gegen Lysopharma AG für Schmidt Joachim Schindler
  • 28. März: Erstes Treffen von Paris+Alex mit Benjamin „Ben“ Karfunkel
  • 30. März: Erstes Treffen von Paris+Nyjah (Susanne Lenz)
  • 31. März: Paris’ erste Behandlung bei Dr. Finnrichs
  • 1. April: Bens Tod durch Lysopharma Mutterkonzern
  • 3. April: Paris und Alex stehlen Prototypen eines neuen Cyborg-Systems von der Lysopharma Mutter
  • 4. April: Paris hackt in das System, um mehr Infos über sich und Nyjah zu bekommen. Dabei wird er von Black ICE angegriffen. Alex kann gerade noch den Stecker ziehen und muss mit Lotte abhauen. Paris liegt im Koma und wird zu Finnrichs gebracht, Alex und Lotte verschwinden.
  • ::: FADE TO BLACK ::: (Ende der Vorabenteuer von Alex, Paris und Lotte)

2070 Das Jahr des Anbeginns

  • Russische Regierungsbehörden gestehen ein, daß ein schwimmendes Atomkraftwerk seit etwas über einem Jahr vermisst wird. Umweltschützer befürchten ein maritimes Tschernobyl.
  • ADL: Patrik Windaus, der greise aber immer noch fitte Top-Exec der Lufthansa feiert seinen 90sten Geburtstag.
  • Hamburger Vertreter verlassen geschlossen den Bundesrat, da die Assoziation Hamburgs mit der Allianz Deutscher Länder in ihren Augen eine Einbahnstraße zum Schaden Hamburgs darstellt. In der Folge erzwingt der Senat den Abzug des Bundesgrenzschutzes aus Fuhlsbüttel (Nordstadt) und stellt die Weichen für die Abspaltung Hamburgs von der ADL.
  • Herbst: Flächendeckende Stromausfälle und Eruptionen von Gewalt in München im Zuge ungeklärter Hexenjagden auf angebliche Technomancer und Winternacht-Terroristen.
  • Dezember: Bai Li, eine Künstliche Intelligenz 2. Generation konvertiert offiziell zum Buddismus.
  • RUN 00 :: VORLAUF :: 2. bis 3. Dezember: Alex, Paris, November und Jill werden von Batsche-Schmidt von der Straße weg angeworben, um für einen Schmidt eine gestohlene Ware wiederzubeschaffen. Die Runner treffen sich mit dem Schmidt – der SK Sicherheitsleiter am Flughafen Tempelhof, Johann Sigorsky – im Café Freder in der Metropolis Arkologie. Sein Problem: Ein wichtiger Prototyp eines neuen (aber problembehafteten) Komlinks der SK Tochter AT&T ist aus einem Lager am Flughafen gestohlen worden, zu dem es „aus Versehen“ geschickt wurde. Sigorsky vermutet ein Insiderjob, braucht aber Beweise, und das bis zur Konferenz am nächsten Vormittag. Aufgrund der Hinweise die Sigorsky liefert gelingt es den Runnern, die Diebe zur mutmaßlichen Übergabestelle des Beutegutes zu verfolgen, müssen aber zusehen, wie jenes Runnerteam von Russen in Uniformen der Sonderpolizei in Fetzen geschossen wird. Die Runner bringen den Koffer der Ermordeten an sich, finden diesen aber leer vor. In Ermangelung anderer Optionen und da sich die Verdachtsmomente erhärten, der AT&T Entwickler Geoffrey Hoskowitz habe etwas mit dem Diebstahl zu tun, dringen die Runner in dessen Hotel – das Luxushotel euleXia in der Uhlandstraße – ein. Dabei erfahren sie, dass Hoskowitz von einer unbekannten Partei erpresst wird und in der Tat den Diebstahl ermöglicht hat. Sekunden später rückt ein Ork-Auftragsmörder an, der offenbar die Spuren vernichten will und Hoskowitz tötet. Zwischen dem Ork und der Hotelsicherheit müssen die Runner sich absetzen, haben Sigorsky aber genug Hinweise liefern können, dass dieser vor seinen Bossen nicht als Totalversager dasteht und seinen Posten (dieses Mal) halten kann.

2071 Die Gegenwart

  • Februar: Alex und November mieten eine Wohnung im Asselkiez (Wedding, Judenstraße 14) als Unterschlupf und Treffpunkt der Gruppe an.
  • RUN 01 :: LEICHEN IM KELLER :: 22. Juni: Alex, Paris, November werden von Batsche-Schmidt an einen Auftraggeber bzw. dessen Schieber „Node“ weitervermittelt, dessen Klient ein im Zweiten Weltkrieg verschollenes Kunstwerk in den Katakomben des historischen Flughafens Tempelhof vermutet. Beim Treffen mit den Leuten des Schiebers im arcanova lernt die Gruppe sowohl Putin als auch Jesse kennen.

Shadowrun | Bezirke Berlins

Freitag 30.05.08 rabenaas Kommentieren

Nachdem die Konzerne den größeren Teil Berlins unter Kontrolle gebracht hatten und die BEVAG (Berlin Verwaltungs AG) als gemeinsamen Verwaltungskonzern für jene Aufgaben geschaffen hatten, die sonst bei der Landes- und Stadtverwaltung liegen, wurde auch eine Verwaltungsreform in Berlin durchgeführt.

Als Ergebnis jenes Reformprozesses einigten sich die Konzernverordneten (die Repräsentanten der Trägerkonzerne der BEVAG) in ihrer Sitzung am 7. April 2069 auf folgende neuen Berliner Bezirke:

Die Karte mit Bezirksnamen als PDF Download

Sektoren-Typen

Die 32 Berliner Bezirke sind gemäß Verordnung in unterschiedliche Nutzungs- und Sicherheitsklassen unterteilt.

KonzernSektoren [KS] (dunkelgrün) sind jene Gebiete, die unmittelbar durch einen oder mehrere Konzerne direkt kontrolliert und selbst verwaltet werden. Die BEVAG wird in diesen Gebieten nur in sehr streng umrissenen Grenzen tätig (z.B. bei Abfallbeseitigung, Wartung der bezirksübergreifenden Wasser-, Gas- und Stromversorgung sowie der Anbindung des WDANs (Wireless District Area Network) an das WMAN (Wireless Metropolitan Area Network). Sicherheitsfragen regelt der Konzern des Bezirks alleine. Im Zuge der Bezirksreform wurden die durch die Konzerne beanspruchten Gebiete nochmals ausgedehnt und in vielen Fällen die Grenzen der direkten Machtsphäre des Konzerns mit den etablierten Grenzen des Stadtteils oder alten (Teil-)Bezirks in Übereinstimmung gebracht.

ResidenzEnklaven [RE] (hellgrün) sind geschützte Wohngebiete, die in aller Regel von angrenzenden Sektoren klar abgetrennt sind. Die REs wurden geschaffen, um die Sicherheit der gehobenen Konzernangestellten zu verbessern und die Sicherung von deren Wohn-, Einkaufs- und Freizeitlokalitäten effizienter (= kostengünstiger) zu gestalten: Statt jedes Gebäude und jede Anlage einzeln zu sichern, werden Sicherheit und Überwachung auf die gemeinsame Außengrenze aller Einrichtungen konzentriert, vergleichbar mit dem Prinzip einer Firewall. Einmal in der RE, wird die Überwachung dünner, was den Residenten erhöhte Anonymität und Bewegungsfreiheit bietet, ohne das Gefühl zu haben in einer Art entmilitarisierten Überwachungszone zu leben. „Dünner“ heißt allerdings nicht, dass es keine gäbe – und spätestens an Grundstücksgrenze oder Villa-Eingang nimmt die Sicherheit doch wieder zu.

IndustrieSektoren [IS] (rot) sind jene Gebiete, die von den Konzernen zum Aufbau und Unterhalt von Fertigungsanlagen vorgesehen sind. Da in Berlin Arbeitskraft preiswert ist, bedeutet dies in vielen Fällen, dass zu Beginn und Ende jeder Schicht große Mengen an Arbeitskräften aus den Wohn- und GeschäftsSektoren, vor allem aber den ErschließungsGebieten in die IS hinein und hinaus bewegt werden müssen. Das entsprechend notwendige Sicherheits-Screening findet dabei zumeist während des Transportes statt, der in aller Regel aus Bussen und Lastwagen sowie Sonderzügen besteht. Trotz aller Sicherheit gelten die IS bei den Konzernen als bekanntes Sicherheitsproblem, weswegen diese einerseits bemüht sind, keine sensiblen Forschungseinrichtung und vergleichbare Objekte in IS anzusiedeln, und andererseits die Werkssicherheit daraufhin ausrüsten, dass diese in der Lage ist Unruhen und Streiks niederzuschlagen.

FreiSektoren [FS] (blau) sind solche Gebiete, in denen die Konzerne ganz bewusst die Sicherheit und Überwachung zugunsten eines freien Transfers zurückfahren. Im Wesentlichen sind FS Gegenden mit vielen Museen, Theatern und Galerien, aber auch Sektoren mit prachtvollen Einkaufsstraßen und Konsumpalästen. Da die zentralen FS Berlins tagtäglich von ungeheuren Menschenmassen bevölkert und durchquert werden, die sich de facto ohnehin nicht überwachen lassen, ziehen die Konzerne ihre Sicherheit auf ihr jeweiliges Einzelobjekt (das Museum, die Mall, das Restaurant) zurück – und beschränken sich außerhalb dieser darauf, an neuralgischen Punkten Eingreiftrupps „für den Fall der Fälle“ bereitzuhalten.

Wohn- und GeschäftsSektoren [WGS] (hellgrau) sind Stadtgebiete „in between“: Es sind die Gebiete, in denen „ganz normale Lohnsklaven“ wohnen, teilweise arbeiten, ihre Kinder in den Konzernhort schicken oder abends in die TridShow gehen. Innerhalb des alten Berlins sind diese Gebiete oft noch mit Baubestand aus den 1970ern und früher versehen – zum Rand und Osten hin dominieren Neubauten, Shopping Parks und anonyme Wohnsilos, wie sie in den Nach-2000ern üblich waren. Vor 2069 wurden diese Gebiete „Residenzsektoren“ genannt, und es gab derer drei (Nord, Süd und West). Mit Falkensee ist nun ein vierter Residenzsektor hinzu gekommen (Nordwest) – die Verwendung des formell abgelösten Begriffs und der Übergang zur WGS-Bezeichnung geht indes nur schleppend voran.

ErschließungsGebiete [EG] (dunkelgrau) sind solche Bezirke, die zwar bereits weitgehend von anarchistischer Gewalt bereinigt wurden (weswegen sie auf der Straße auch „Erschießungsgebiete“ genannt werden), deren Schicksal und Zukunft die Konzerne aber noch nicht beschlossen haben. Kurz: Gebiete, um die man sich entweder gerade zu kümmern beginnt, oder um die man sich als Nächstes kümmern wird. EGs werden von Baukränen und dem Anblick großer Anzeigetafeln zukünftiger Bauprojekte dominiert, unterdessen die AR von Verkaufsangeboten der Immobilienmakler und kommenden Büroflächen künden. Manche Gebiete sehen auch noch wüst und leer aus, ein Niemandsland, aus dem die anarchistischen Terrorzellen bereits abgerückt, die neuen Lohnsklaven aber noch nicht eingezogen sind.

AnarchoZonen [AZ] (schwarz) schließlich sind das, was vom „Freien Berlin“ des Status F übrig blieb. Was die hier lebenden oder vielmehr vor sich hin vegetierenden Gestalten tun oder lassen, interessiert die Konzerne nur in dem Maße, wie es das öffentliche Leben stört oder den braven Berliner Lohnsklaven nebenan in Angst versetzt. In der Regel genügen aber ein paar heroische Räumungs-Razzien oder die medienwirksam inszenierte Verhaftung eines „in Ostberlin untergetauchten Terroristen“, um das Volk zu beruhigen – und die im Osten verbliebenen F-ianer sind schlau genug, keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Übergänge

Wie an anderer Stelle bereits erklärt, gehört die „Berliner Mauer“ spätestens im Jahr 2071 der Vergangenheit an. Und so umfassend wie von Medien und Schattenfiles berichtet existierte sie nach ihrem Fall 1990 ohnehin nicht mehr.

Die Zonengrenze erstreckt sich von Norden nach Süden durch ganz Berlin, am Ostrand des kontrollierten Gebietes (von der Grenze zwischen den Bezirken 15/16 bis zur Grenze zwischen 22/20). Eine ähnliche Art der Grenze sichert die Bezirke 30 und den neuen Berliner Bezirk 31 gegen die AnarchoZonen ab. An den meisten Stellen besteht die Zonengrenze aus Straßensperren und vereinzelten Wachposten; an bestimmten Punkten existieren auch Zäune, Stacheldraht und sogar vermauerte Straßen. Speziell dort, wo AnarchoZonen direkt auf KonzernSektoren treffen, ist die Sicherheit eng und der Zeigefinger der Konzerngardisten bzw. der Sonderpolizei nervös. Dort, wo die AnarchoZone in EntwicklungsGebiete übergeht, ist die Grenze fließend und von außen kaum zu sehen.

Die Berliner Grenze zum Umland war den Konzernen wesentlich zu teuer im Unterhalt, so dass dieses Projekt 2056 eingestellt bzw. nach deren Übernahme Berlins gar nicht erst neu aufgelegt wurde. Seither verfällt, was immer von früheren Grenzanlagen übrig ist. Das nähere Berliner Umland ist tot, wüst und leer. Eine Bedrohung für Berlin besteht höchstens in Form von Geistern oder Wesenheiten aus der Ödnis oder Plünderkonvois (meist aus Richtung Osten kommend und aus einstigen russischen oder polnischen Militärs bestehend) – Bedrohungen, welche die Konzerne vorzugsweise aus größerer Entfernung (z.B. der Luft) anrücken sehen, um diese dann punktuell abzuwehren. Auch gelegentliche Überflüge des Berliner Umlandes finden statt.

Die Berliner Bezirke

In weiteren Artikeln werden alle Berliner Bezirke – oder zumindest bestimmte Brennpunkte – detailliert behandelt. Das Folgende ist nur eine Kurzübersicht, die dementsprechend unpräzise, verallgemeinernd und viele abweichende Teilgebiete desselben Bezirkes nicht abbildet (soll heißen: es kommen in jedem Bezirk auch gänzlich andere Gebäude- und Sicherheitstypen vor).

Der Erste Bezirk: Bankenviertel – Der Bezirk mit der amtlichen Bezeichnung 01–KS-FBV ist der KonzernSektor des Frankfurter Bankenvereines, seitdem der frühere Besitzer des Bezirkes IFMU aufgelöst wurde. Zum größten Teil besteht der Bezirk aus dem, was bis 2023 einmal das Berliner Regierungsviertel war. Heute beherbergt das Bankenviertel den Berliner Finanzplatz und die Repräsentanzen vieler wichtiger Gesellschafter und Geschäftspartner des FBV. Den Plänen des Vereins entsprechend soll das Berliner Bankenviertel langfristig zum wichtigsten Geschäftsplatz für das Osteuropageschäft werden.

Blick auf geräumte Straßen unweit des Alexanderplatzes.
Das Bild ist nicht von mir, sondern von
andreewallin von Deviant Art.

Der Zweite Bezirk: Mitte – 02-FS–MitteWest ist ein Freisektor, der aus Teilen der früheren Bezirke Mitte, Tiergarten und Charlottenburg zusammengelegt werde. Neben Brandenburger Tor, Unter den Linden und Potsdamer Platz gehören auch Siegessäule und Gedächtniskirche plus die Arkologie Kurfürstendamm zum Bezirk, der zweifellos zum wichtigsten touristischen Anlaufpunkt innerhalb Berlins geworden ist. Hierbei fällt auf, dass mit dem „Verlust“ einiger Ostberliner Gebiete die „gefühlte Mitte“ der Stadt wieder ein Stück nach Westen gerückt ist.

Der Dritte Bezirk: Friedrichstadt – Der zweite der drei Berliner Freisektoren trägt die Amtsbezeichnung 03-FS-Friedrichstadt und umfasst jenes innerstädtische Gebiet, das einmal die Mitte des vereinten Berlins war plus einigen Teilen von Friedrichshain und einem schmalen Bereich des Prenzlauer Berges. Zu den bedeutsamen Lokalitäten des Bezirkes zählt der Alexanderplatz, die Oranienburger Straße, die Museumsinsel, die Berliner Altstadt und die Arkologie Friedrichstraße.

Der Vierte Bezirk: Kreuzberg – 04-FS-Kreuzberg ist der flächenmäßig größte der drei FreiSektoren, obwohl er längst nicht den gesamten alten Bezirk Kreuzberg umfasst. Möglich ist dies dadurch, dass die östlichsten Teile von Charlottenburg-Wilmersdorf und eine gute Portion des Bezirkes Schöneberg dem FreiSektor zugewiesen wurden. Der Bezirk gilt seit jeher als der multikulturelle bis linke Schmelzpunkt der Stadt, und auch heute noch ist der Bezirk weit über die Grenzen Berlins hinaus wegen seiner Künstlerszene bekannt. Als Hauptpunkt der Stadtkämpfe während des Großen Dschihads, als in Kreuzberg ein Emirat ausgerufen wurde, haben zahlreiche der alten Gebäude des Bezirks schwere Schäden abbekommen. Im Gegensatz zu anderen Bezirken, in denen die Konzerne ohne Sinn und Verstand, vor allem aber ohne Rücksicht auf die Geschichte ganze Viertel abreißen und neu aufbauen, bemüht man sich in Kreuzberg um Erhalt und sanfte Modernisierung. Während harte F-Aktivisten Kreuzberg gerne als „linksalternatives Disneyland“ bespotten, erfreut sich der Bezirk auch dank seiner vielen sommerlichen Straßenfeste wie dem Christopher Street Day und dem Karneval der Vielfalt hoher Popularität.

Blick auf den einstigen Grunewald im Bezirk Siemensstadt.
Das Bild ist nicht von mir, sondern von Hideyoshi von Deviant Art.

Der Fünfte Bezirk: Siemensstadt – Der so genannte „Industriesektor West“ verdankt seinen Namen „Siemensstadt“ dem östlichen Teil von Spandau, der zu dem schwer industrialisierten Bezirk gehört. Neben der historischen Siemensstadt umfasst 05-IS-West die westlichen Teile Charlottenburgs und Wilmersdorfs und ein gutes Stück des einstigen Grunewaldes, das zwischen 2057 und 2067 abgeholzt und mit neuen Fabrikanlagen zubetoniert wurde. Von den Berliner Bezirken gilt Siemensstadt als hässlichster Bezirk: ein Höllenloch stampfender Maschinen und seelenlos anonymer Fabrikationsbunker, das einzig und alleine anhand der Bedürfnisse kostengünstiger Massenproduktion konzipiert wurde.

Der Sechste Bezirk: Tegel Süd – Müller Schlüter Infotech ist der Besitzer des südlichen Teils von Tegel und nördlichen Teils von Tiergarten, aus dem der Bezirk mit Namen 06-KS[MSI] gebildet wurde. Zusammen mit Schering/AG Chemie im Norden bildet der MSI Konzernsektor einen geschlossenen Ring um den einstigen Zivilflughafen Tegel (TXL), der damit komplett nach außen hin abgeschirmt wird. Die Sicherheit der Zugänge zu diesem Ring ist dabei der eines Flughafens in nichts nahestehend: Jedes Fahrzeug wird geprüft, und Zutritt zum Konzerngebiet gibt es nur auf Einladung und ordentliche Anmeldung hin.

Der Siebte Bezirk: Wedding – Detailinfos zum Brennpunkt: Wedding finden sich an anderer Stelle. Dieser frühere Teil des Großbezirks Mitte ist eben erst dabei, sich von den Jahren des Chaos zu erholen. Seine Zukunft ist ungewiss, und nicht wenige Konzerne scheinen daran interessiert zu sein, diesen ungewissen Status noch eine Weile aufrecht zu erhalten: Der Wedding gilt als einer der Hauptaufnahmepunkte der Lastwagen aus Siemensstadt, wenn diese Arbeitskräfte für die nächste Schicht aufladen.

Der Achte Bezirk: Pankow Süd – Wie in anderen Städten, so hat Renraku auch in Berlin eine Arkologie errichtet, die den größten Teil des heutigen Bezirkes 08-KS[Renraku] bildet. Bedingt durch die geschlossene Bauweise des Konzernsitzes gelang es Renraku, relativ unbeschadet durch die Jahre der Berliner Anarchie zu kommen und bei der Eroberung Berlins die Umgebung der Arkologie schnell zu erobern und abzusichern.

Alles unter Kontrolle im Saeder-Krupp Bezirk Drakenberg.
Das Bild ist nicht von mir, sondern vom Videospiel Tiberium Wars.

Der Neunte Bezirk: Drakenberg – Schon seit sehr langer Zeit hat Lofwyrs Konzern Saeder-Krupp die unangefochtene Hoheit über das nördliche Tempelhof und den dazugehörigen Flughafen mit der Kennung THF. Ungestört konnte SK während der Jahre der Anarchie in Berlin seine Präsenz und Installationen ausbauen, so dass der Bezirk 09-KS[SK] mehr von einer über ein größeres Stadtareal verteilten Arkologie als von einem natürlich gewachsenen Stadtbezirk hat. Mit der Übernahme von Messerschmitt-Kawasaki kontrolliert SK nunmehr auch den Flughafen Schönefeld [SXF] und den gleichnamigen Bezirk, allerdings verhindert die Lage des Bezirks von Proteus die Vereinigung beider Einzelbezirke zum größten extraterritorialen innerstädtischen Konzerngebiet der ADL.

Auch einige Teile von NeuWilmersdorf – z.B. das alte Steglitz – sind schwer industrialisiert.
Das Bild ist nicht von mir, sondern von Robert Brown.

Der Zehnte Bezirk: NeuWilmersdorf – „Der größte Teil des alten Wilmersdorf liegt im Namen von NeuWilmersdorf“ lautet ein Berliner Spruch. Und tatsächlich besteht NeuWilmersdorf vor allem aus früheren Teilen von Zehlendorf und Steglitz plus Teilen des Grunewaldes und nur zu einem winzigen Teil aus dem Altbezirk, an dessen Namen der Sektor mit Konzernbezeichnung 10–RS-West erinnert. Als flächen- wie einwohnermäßig größter ResidenzSektor Berlins ist NeuWilmersdorf dicht und oft sehr lieblos bebaut. Zum trostlosen Eindruck des Bezirkes trägt hierbei auch dessen relativ hoher Industrie-Anteil bei – ein Faktor, der sich auch negativ auf die Immobilienpreise der westlichen Nachbarbezirke auswirkt. Schon hat man daher begonnen, zahlreiche der alten und vergammelten Fabrikanlagen still zu legen und deren Betriebe nach Siemensstadt zu verlagern. Was aus den dahinrostenden Industriegegenden des Residenzsektors West aber einmal werden soll, ist unklar.

Der Elfte Bezirk: Dahlem – Wie eine paradiesische Insel inmitten eines Güllesees wirkt die Residenzenklave Dahlem, deren Fläche auch große Teile des früheren Grunewaldes umfasst. Unter den Residenzenklaven gilt Dahlem als vornehmste Adresse. Die Sicherheit ist entsprechend engmaschig, ein Betreten der Enklave ohne Berechtigung und Anmeldung so gut wie ausgeschlossen.

Der Zwölfte Bezirk: Gatow – Während Aztechnology die Bezirksreform dazu verwendete, seine Liegenschaften in Spandau deutlich auszudehnen, hatte man an der Übernahme des südlichen Teils von Spandau offenbar kein Interesse. Nachdem man Gatow in den 2010ern und 2020ern geradezu verbrecherisch mit Wohnsilos zugestellt hatte und damit die sozialen Probleme des Abstiegsbezirkes gen Süden ausweitete, ist Gatow heute eine Sackgasse. Das ist auch ganz wörtlich zu nehmen: Bereits 2062 wurde der letzte Übergang Richtung Residenzenklave Potsdam geschlossen; die ausgebaute und auf eine Trasse hochverlegte Bundesstraße 2 führt nun ohne Zu- und Abfahrt einfach über Gatow hinweg.

Um viele seiner neuen Gebiete hat Aztechnology sich noch nicht gekümmert.
Das Bild ist nicht von mir, sondern von Robert Brown.

Der 13. Bezirk: Spandau – Wohl in Erwartung zukünftigen Wachstums in Europa und in der Hoffnung, sein Prestige zu steigern, dehnte Aztechnology sein Gebiet in Spandau im Zuge der Bezirksreform 2069 gründlich aus. Getan hat sich seitdem aber auffallend wenig. Weder verschwendet Aztechnology besondere Ressourcen für den Ausbau, noch die Absicherung der neuen Gebiete – nur einige Prestigegegenden wie das im Volksmund „Spree-Manhattan“ genannte Geschäftszentrum rund um das Rathaus und die Yachtclubs entlang der Havel haben bisher das Interesse des Konzerns finden können. In weiten Teilen des Restes – speziell Staaken – sieht es kaum besser aus als im Erschließungsgebiet Gatow. Und oft sogar schlechter.

Der 14. Bezirk: Tegel Nord – Die nördliche Hälfte des geschlossenen Konzernrings rund um den Flughafen Tegel wird durch SChering und die AG Chemie beansprucht. Der dazugehörige Bezirk heißt im Amtsdeutsch 14–KS[ScheringAGC] und besteht wie sein südliches Pendant aus einer weitgehend geschlossenen baulichen Struktur, die eher den Eindruck eines erweiterten Flughafens mit Abfertigungs- und Lagerhangars erweckt als ein Stadtbezirk.

Der 15. Bezirk: Reinickendorf – Der Residenzsektor Nord ist der kleinste der früheren drei Berliner Residenzsektoren, gilt dabei aber einer der angenehmsten. Trotz mehrerer Neubaumaßnahmen haben Bezirksteile wie Lübars, Hermsdorf oder Wittenau noch viel ihrer alten Struktur erhalten können – und selbst die im Stile des Märkischen Viertels errichteten Massenbehausungen zählen dank ihrer Zergliederung durch Parks und Grünflächen sowie einige der letzten Weiden Berlins zu den gelungeneren städtebaulichen Entwürfen.

Verbaute Kieze, Gebäudeschäden und Stromdiebstahl in Pankow Nord.
Das Bild ist nicht von mir, sondern von Robert Brown.

Der 16. Bezirk: Pankow Nord – Der Sechzehnte, während einer kurzen Boomphase 2004–2016 intensiv bebaute Bezirk Pankow wurde formell durch die Draco Foundation beansprucht und wird es möglicher Weise noch immer. Im Gegensatz zu den anderen Konzernen aber zeigte die Draco Foundation niemals den rechten Willen und Einsatz, ihre Liegenschaften in Berlin tatsächlich in Anspruch zu nehmen und unter Kontrolle zu bekommen. Unwillens, die Interessen der Foundation über Gebühr zu unterstützen, sahen die Konzerne (und hier besonders Renraku) von weiteren Vorstößen Richtung Nordosten ab – alle nicht von Renraku selbst kontrollierten Gebiete Pankows fielen im Laufe der Jahre auf den Status einer unkontrollierten Zone zurück und wurden schließlich 2069 auch amtlich als AnarchoZone 23–AZ1 klassifiziert.

Die Anarchozonen – Der 17. bis 20. Bezirks sind der „harte Kern“ des anarchistischen Gebietes von Berlin. Und das bedeutet ganz klar, dass es zugleich jene Gebiete sind, die ganz besonders weit unten auf der Prioritätenliste der Konzerne standen und stehen. In den Straßenschluchten und der weiten Ödnis von Bezirken wie Lichtenberg, Groß Marzahn, Fredersdorf und Groß Köpenick wirken bis heute Bausünden aus der Zeit der DDR nach – auch wenn die meisten Gebäude jener Tage zwischen mangelnder Instandsetzung und Vandalismus in der Zeit des Status F in sich zusammengestürzt sind. Aus der Luft betrachtet, wirken die AnarchoZonen wie das zerbombte Berlin am Ende des Zweiten Weltkrieges. Die hier nötigen Investitionen, um die Bezirke wieder zu beleben, sind astronomisch. Und die Zukunft der AnarchoZone somit gesichert. Allenfalls an Groß-Köpenick mit dem Müggelsee und den 2037 eingemeindeten Orten Schöneiche und Woltersdorf scheinen die Konzerne mittelfristig interessiert zu sein, möglicher Weise als vierte und größte Residenzenklave. Mehr über das Leben in den AnarchoZonen erfährst du im Kapitel Retroschock.

Der 21. Bezirk: Schöneweide – „Schweineöde“ ist im Besitz von Ford-EMC und besitzt genau so wenig Interessantes, wie der spöttelnde Berliner Name andeutet. Was gäbe es auch zu sehen in einem Bezirk, der ganz von einer Fahrzeugfabrik, einigen Wohnsilos, Geschäftsgebäuden und einigen Malls beherrscht wird, die Jahr für Jahr immer enger zu einer einzigen baulichen Struktur zusammenwachsen? Schöneweide ist de facto eine Arkologie, auch wenn Ford-EMC sie nicht als solche betrachtet. „Schön“, jedenfalls, ist sie nicht.

Der 22. Bezirk: Schönefeld – Eichwalde, Schulzendorf, Großziethen, diese einstigen Orte existieren heute nicht mehr. Im Zuge mehrerer Erweiterungen des Flughafen Schönefeld und später der umfassenden Neubauten unter der Herrschaft von Messerschmitt-Kawasaki wurde das Gesicht des jetzigen Bezirkes Schönefeld radikal verändert. Mit der Übernahme von Messerschmitt-Kawasaki durch Saeder-Krupp gehört auch der Bezirk 23-KS[MK] zu SK – fraglich bleibt aber, was SK mit einem zweiten Flughafen und weiteren Konzernliegenschaften, die den Bedarf des Konzerns in Berlin bei Weitem übersteigen, langfristig anfangen will. Mehrfach wurden bereits Gerüchte laut, Saeder-Krupp wolle sich von Schönefeld trennen oder umgekehrt seine Aktivitäten vom sehr beengten Drakenberg nach Schönefeld verlagern. Proteus wäre dies gewiss sehr recht – denn dessen 23. Bezirk bildet eine prekäre Schneise zwischen beiden SK-Bezirken, mit der sämtliche Beteiligten äußerst unzufrieden zu sein scheinen.

Der 23. Bezirk: Tempelhof – Während der größte Teil von Tempelhof schon so lange unter Kontrolle von Saeder-Krupp ist, dass dieser inzwischen in Drakenberg umbenannt wurde, ist der Rest jenes Bezirks zusammen mit Teilen von Schöneberg, Steglitz und Neukölln zum Bezirk 23–KS[Proteus] zusammengefasst worden. Das, was heute Tempelhof genannt wird, umfasst alte Ortsteile Berlins wie Buckow, Marienfelde und Britz – und natürlich die alte Arkologie von Fuchi, die im Kreis der Proteus-Verschwörer der Gründer den internen Namen „Megiddo“ trug. Von hier aus führte Proteus im Jahr 2060 einen umfassenden Schlag gegen Anarchisten im 20. Bezirk, die man im Besitz der so genannten „Sandmann-Datei“ glaubte. Bis heute ist der kurze Abschnitt der Zonengrenze zwischen 23/20 einer der am schärfsten gesicherte und einer der letzten aktiv umkämpften Teilbereiche der Innerberlinerischen Grenze.

Der 24. Bezirk: Blankenfelde – Bestehend aus dem südlichen Teil Marienfeldes sowie Lichtenrade, Mahlow und eben Blankenfelde ist der Residenzsektor Süd trotz großes Fläche vergleichsweise dünn bebaut: Hier dominiert nicht der Anblick vielstöckiger Wohnblocks (obwohl es auch diese gibt), sondern Mehrfamilienhäuser und Doppelhäuser mit kleinem Garten und anderen Auswüchsen des Spießertums. Zum Bezirk gehört auch Berlins größte Schrebergartensiedlung „Sonnenplatz“, bei der man an schönen Tagen das Fett brutzeln sehen kann – sowohl auf dem Grill, als auch im Liegestuhl.

Der 25. Bezirk: Teltow – Vom Ortskern Teltow über Stahnsdorf bis nach Buchholz-Rehbrücke erstreckt sich diese neu angelegte Residenzenklave, die bisher zumindest noch eher die Bezeichnung eines Erschließungsgebietes als die einer fertigen Enklave verdient. Im Zuge der Eingemeindung wurden das zuvor durch einen tatsächlich gebauten Teil der Berliner Mauer abgetrennte und im Laufe der Jahre völlig verfallene Stahnsdorf dem Erdboden gleichgemacht. Mittlerweile sind die Planierraupen abgerückt, und das Gebiet ist in grauenvoll schöner Regelmäßigkeit von Straßenbögen durchzogen, an denen nun – ganz im Vorbild amerikanischer Kleinstädte der 1950er – eine neue Siedlung hochgezogen wird. Bei dieser setzt man natürlich auf Fortschrittlichkeit und modernste Technik – Teltow soll eine „Musterenklave“ werden, und ein „schillerndes Beispiel“ für die schöne neue Konzernwelt, ein „Denkmal ihrer Leistungsfähigkeit“, wie die Konzernseiten verkünden. Etwa 34% der Gebäude sind bisher bereits fertiggestellt, weitere 17% befinden sich im Bau.

Der 26. Bezirk: Potsdam – Eine Weile lang hielt sich hartnäckig das Gerücht, Potsdam werde zu so etwas Ähnlichem wie einem riesigen Museum umgebaut. Schon immer aber warfen Kritiker ein, dass „so viel Museum keine Sau braucht“ – eine Ansicht, der sich die Konzerne offenbar angeschlossen haben. Bei weitgehendem Erhalt der rettbaren historischen Bausubstanz wurde Potsdam vielmehr zur bestgeschützten Residenzenklave des neuen Berlins umgebaut: Einer in sich geschlossenen Luxus-Wohnstadt zwischen Schlössern, prachtvollen Gärten und liebevoll remodellierten Altstadtgassen, die einen fast vergessen lassen, dass jedes kleine niedliche Einzelgeschäft letztlich nicht mehr ist als die jeweilige Fachabteilung des einzigen Kaufhauses. Die Sorge um das Wohl der bestens zahlenden Privilegierten, die hier leben, ist den Konzernen auch die Beschäftigung gleich mehrerer Teams von Zauberkundigen wert, deren unablässige Arbeit an den schwer belasteten Potsdamer Gewässern inzwischen wahrhafte Wunder vollbracht hat.

Einige Bewohner Falkensees traf die Eingemeindung nach Berlin überraschend.
Das Bild ist nicht von mir, sondern aus dem Videospiel Killzone 2.

Der 27. Bezirk: Falkensee – Im Zuge der Bezirksreform 2069 entschlossen die Konzerne sich reichlich spontan, das westlich benachbarte Falkensee ebenso wie die wüste Ortschaft Dallgow-Döberitz nach Berlin einzugemeinden (warum man auf die ebenso nahe liegenden Orte Bötzow, Schönwalde und Wansdorf verzichtete, ist Anlass zu reichhaltiger Spekulation). In einer Nacht- und Nebelaktion rückte im Frühjahr 2070 die Berliner Sonderpolizei in Berlins neuesten Bezirk aus, um etwaige dort noch hausende Illegale dingfest zu machen und zu deportieren. Außerhalb des Blicks der Öffentlichkeit wurde Falkensee in nur wenigen Tagen komplett „gesäubert“, die Gebäude „entkernt“ und der Ort selbst weitgehend „saniert“. In Windeseile wurden Bautrupps nach 27–WGS-Nordwest geschickt und die ersten Wohnblocks so schnell hochgezogen, dass man sich es glatt sparte Falkensee als Erschließungsgebiet zu deklarieren, sondern es gleich als neuen „Residenzsektor Nordwest“ den Medien präsentierte. Was aus den früheren, ca. 300 in Form einer alternativen pazifistischen Sekte in Falkensee lebenden Einwohnern geworden ist, bleibt ungeklärt.

Der 28. Bezirk: Velten – Die Orte Hennigsdorf und Velten bilden den baulichen Kern des 2058 nach Berlin angeschlossenen und 2069 zum Bezirk 28–IS-Nord gewordenen Gebietes. Dazwischen erstreckte sich noch bis 2062 abgesehen von einem Solar- und Windpark meistenteils Brachland, das seitdem Parzelle für Parzelle in Industriegelände verwandelt wird. Mit der Bezirksreform hat das Gebiet seinen Status als Erschließungsgebiet abgelegt und die Anerkennung als neuer Industriesektor Nord von der Konzernverordnetenversammlung zugebilligt bekommen. Nun hofft der benachbarte Bezirk Oranienburg, davon profitieren und den ungeliebten Stand als Erschließungsgebiet möglichst bald ablegen zu können, ehe die dort entstandenen Arbeitsplätze zur Gänze festvertraglich durch Residenten des 15. Bezirkes besetzt werden. Befürchtet wird dies nämlich durch neue Arbeitsregelungen für die Industriesektoren, die eine schrittweise Abkehr von der „Hire and Fire“ Politik und den Übergang zun sogenannten „Kontingentverträgen“ vorsehen. Diese Arbeitsverträge werden nicht länger zwischen Konzernen und Arbeitnehmern, sondern zwischen Konzernen und der BEVAG bzw. der Bezirksleitung geschlossen und gelten jeweils nnicht für ein Individuum, sondern ganze „Kontingente“ von Arbeitskräften.

Der 29. Bezirk: Oranienburg – HohenNeuendorf oder Birkenwerder wären an sich treffendere Namen für Berlins nördlichsten Bezirk. Dass der Name trotzdem der eines wesentlich weiter entfernten, um übrigen schon während der zweiten VITAS Welle wüst gefallenen Ortes ist, mag ebenso sehr an der Hybris der damaligen Stadtverwaltung wie an der einstigen historischen Bedeutung der Stadt Oranienburg liegen. Glück gebracht hat der Name der „Siechenstadt“ dem Bezirk jedenfalls nicht. Bauskandale, Misswirtschaft, im Bankrott geendete überehrgeizige Großprojekte der frühen Megakonzerne, all dies hat eine desolate und hoffnungslos verschuldete Umgebung geschaffen, an der vermutlich auch der jüngste Aufstieg des benachbarten Bezirkes Velten wenig ändern wird.

Der 30. Bezirk: Bernau – Die Ortskerne von Schönow, Bernau und Zepernick bilden die frühe Substanz des 30. Bezirkes, der nie über den Stand eines Erschließungsgebietes hinaus gekommen ist. Davon hat er letztlich profitiert, denn in den Jahren der Anarchie fand eine deutliche Konzentration der Bevölkerung im innerstädtischen Bereich statt (bzw. eine Abwanderung zahlreicher anderer Bevölkerungsschichten), so dass der Bezirk Bernau weitestgehend leer war und von Verwüstungen verschont blieb. Natürlich gingen die Jahre, in denen sich niemand um den Bezirk gekümmert hat, nicht spurlos an diesem vorbei – da aber hier keine „Widerstandsnester“ zu räumen sind, rangiert Bernau mit einem Male wieder weiter oben auf der „To Do“-Liste der Konzerne, und schon haben einige Pioniere die sich bietende Gelegenheit erkannt und begonnen, in den Bezirk zu investieren. Mit einiger Sorge beobachten dieselben Leute das Abgleiten Nordpankows in das Chaos der Anarchie, und mehr als nur ein paar Petitionen sind an die Draco Foundation eingegangen, den Konzernsektor 16 unter Kontrolle zu bringen und Bernau somit nicht von seiner Zukunft abzuschneiden. Eine Antwort hierauf, allerdings, erfolgte nicht. Mittlerweile, so hört man, haben die meisten Unternehmer in Bernau Kredite bei der Russenmafia aufnehmen müssen, wenn sie nicht ihr Geschäft oder ihre Fabrik gleich an diese verkauft haben.

Der 31. Bezirk: NeuStrausberg – Die Zonengrenze durch Berlin mag die Mobilität der in der Anarchozone lebenden Bevölkerung nicht komplett verhindern, aber sie erschwert sie deutlich. Als Reaktion hierauf haben die Konzerne die Errichtung eines neuen Industriesektors im Osten der Stadt verfügt, der gezielt nur für Fertigung „nonsensibler Industriegüter“ (wie z.B. Druckgusserzeugnisse oder Zuliefer- und Wegwerfteile) vorgesehen ist. Da die Konzerne letztlich davon ausgehen, die Anarchozonen irgendwann „abzuschaffen“ und den Industriestandort NeuStrausberg (31-IS-Ost) überflüssig zu machen, hat man sich bei Planung und Bau der Fertigungsanlagen entsprechend wenig Mühe gegeben: Die Mehrzahl der Anlagen und Maschinen sind uralt und sind an anderen Fertigungsstätten ausrangiert worden. Gefertigt wird nach „Chinesischem Standard“, das heißt unter erbärmlichen Bedingungen, geringen Lohnkosten und Nichtbeachtung aller möglichen Umwelt- und Sicherheitsauflagen.

Blick auf das neue Zentrum von KönigsWusterhausen.
Das Bild ist nicht von mir, sondern von Robert Brown.

Der 32. Bezirk: KönigsWusterhausen – Das jüngste Addendum zum Berliner Moloch ist die aufstrebende Stadt KönigsWusterhausen, die sich in den Jahren der Berliner Anarchie prächtig entwickelt hat: Wie keine andere Stadt der näheren Umgebung konnte KönigsWusterhausen sowohl Kriegsflüchtlinge aus Frankfurt/Oder wie Anarchieflüchtlinge aus Berlin aufnehmen und vielen Unternehmen eine Art „Exil“ bieten, die sich aus Berlin zurückziehen mussten. Die ausgedehnten Flüchtlingsbarracken und Wellblechbehausungen sind inzwischen weitgehend verwaist, das neue entstandene Zentrum der Stadt ist aber inzwischen zum 32. Berliner Bezirk reorganisiert worden und hat den Betrieb als neuer „Industriesektor Süd“ (32-IS-Süd) aufgenommen.

Blog | Auf dem Weg zu Berlin 2071+

Sonntag 23.03.08 rabenaas Kommentieren

Berlin heute ist die Stadt, in der im Jahr 2071+ die SHADOWRUN Kampagne KNOCHENSPLITTER spielen wird. Während es reichlich überflüssig ist, jene Gebäude und Geländemerkmale zu beschreiben, die zumindest den Berliner Spielern ohnehin bekannt sind, ist es durchaus interessant, sich „zukünftige Gebäude“ näher zu betrachten.

In dieser „Rubrik“ werden Planungsentwürfe und Bilder von Gebäuden gezeigt, die heute noch gar nicht existieren – und 2071+ womöglich schon als veralteter Bürobau in der Gegend vor sich hin oxidieren.

Das Zoofenster

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Foto: Christoph Mäckler Architekten

Im entsprechenden Eintrag zur Gegend des Kurfürstendamm 2071+ taucht das neue Zoofenster nicht auf. Aber es ist ja auch nicht zu jedem Gebäude ein einzelner Eintrag angelegt worden. Das Zoofenster befindet sich auf dem Teilstück zwischen Breitscheidplatz und Bahnhof Zoo. Was es 2071+ einmal beherbergen wird, lasse ich einstweilen offen –fest steht aber, dass es neben dem neuen Sitz von Medicare eines der höchsten Gebäude rund um den Stumpf der Gedächtniskirche ist.

„In realitas“ ist das Bauprojekt Zoofenster bereits seit einiger Zeit“in der Machre“ und wird aktuell (Stand Februar 2008) von einem Investor aus Dubai betrieben.

Und a propos Investoren aus Nahost: Auch das ist ein Faktor, der von der projizierten Zukunft des Cyberpunk-Genres abweicht (ich springe grade wieder mal im Thema). Während klassischer Cyberpunk oft die Herrschaft der japanischen Wirtschaft herausstellt, erleben wir heute vielmehr, dass unsere Zukunft mehr und mehr von den Märkten Chinas, Indiens und auch einigen Staaten im Nahen Osten abhängen wird. Was das im einzelnen für ein aktualisiertes Cyberpunk-Setting bedeuten könnte, wäre durchaus interessant zu diskutieren, aber vielleicht nicht gerade jetzt. Dafür muss ich mich noch etwas mehr in die Materie einarbeiten.

Destination Wildlife

Im SHADOWRUN Eintrag zum Bikini-Haus am Zoo heißt es: „Das alte Zentrum am Zoo wurde auch Bikini-Haus genannt und war trotz mehrerer Versuche der Verschönerung ein potthässlicher Verbindungsbau, der sich entlang des kompletten Nordrandes der Budapester Straße auf Höhe des Breitscheidplatzes zog. Das ganze Ensemble wurde in den 2050ern abgerissen und durch ein neues, modernes Bauensemble ersetzt, das – wie der „Zufall“ so spielt – durch die Bank weg von Aztech-Tochterunternehmen belegt wurde.“

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Tatsächlich ist am Ort des so genannten Bikini-Hauses eine Erweiterung mit Hotel geplant, dessen herausragendstes Merkmal nnatürlich der Blick auf bzw. in den Zoo sein wird. Auf der entsprechenden Seite des Senates heißt es dazu:

„Diese „Destination Wildlife“ bietet vorne das pulsierende städtische Leben und im rückwärtigen Teil die Ruhe und Entspannung des Zoos. Neben der Hotelnutzung ist eine Neupositionierung und eine Erweiterung des Einzelhandels vorgesehen. Abhängig von der Auswahl der Hotel- und Einzelhandelspartner sieht der Zeitplan vor, ab Ende 2006 mit den Bauarbeiten beginnen zu können. Die Entwicklung soll unter Rücksichtnahme auf die historische Bedeutung des Bikinihauses erfolgen.“

Für SHADOWRUN BERLIN 2071+ ist dieses – im übrigen von einer Bayerischen Immobiliengruppe geplante – Vorhaben letztlich egal: Das Grundgebäude wurde samt aller nachträglichen Verschönerungs-Ideen abgerissen und durch einen kompletten Neubau mit 8 Stockwerken ersetzt.

Das Schimmelpfeng Haus

casia_nahwirkg_140x250.jpgProjekt-Idee: Büro Langhof

Auch das neue Schimmelpfeng-Haus wird im SHADOWRUN-Beitrag zur City West kurz erwähnt. Die reale Bauplanung sieht laut Senats-Seite Folgendes vor:
„Auf insgesamt 57.000 m² Bruttogeschossfläche, darunter in einem 118,80 m hohen Turmhochhaus, können folgende Nutzungen entstehen: Einzelhandel, Gastronomie, Büros, Freizeit und Unterhaltung, Hotel, Kultur, und Sport. Mit dem Abriss des Brückenhauses wird die unbefriedigende städtebauliche Situation („Hinterhof“) beseitigt. Die optisch abgeschnittene Kantstraße soll wieder in räumlichen Bezug zum Breitscheidplatz gesetzt und aufgewertet werden. Die Blickbeziehung zur Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche wird durch den Abriss hergestellt. Das Projekt ist kurzfristig realisierbar. (…) Auch im Rahmen dieses Projektes soll die Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raumes erhöht werden: Die Gehwege der Kantstraße zwischen Breitscheidplatz und Joachimstaler Straße werden zu Lasten der Fahrbahn und des Mittelstreifens auf beiden Seiten um bis zu 2,85 m verbreitert und mit mindestens 17 Straßenbäumen bepflanzt. Damit leistet auch dieses Projekt einen Beitrag zur Aufwertung des Breitscheidplatzes.“

Auch die Zukunft des Schimmelpfeng-Hauses ist in der KNOCHENSPLITTERVision von Berlin 2071+ nicht festgelegt. Ausgehend von der Optik des gezeigten Entwurfes aber darf davon ausgegangen werden, dass sich in der Welt der Megakonzerne ein eben solcher dort eingenistet haben dürfte.

Shadowrun | Brennpunkt: Wedding

Donnerstag 28.02.08 rabenaas 8 Kommentare

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„Der Wilde Wedding“ ist an der Grenze zwischen der Welt der Konzerne und dem Chaos der Anarcho-Zone. Obwohl offiziell dem Westen zugehörig, steht der klassische Arbeiter-, Tagelöhner- und Minderheiten-Bezirk keineswegs auf der Prioritätenliste der neuen Herren der Konzernsektoren.

> It wuz a / nice fight / in the / Wild Wedding…
> Bomberman

Innerhalb der Neuen Ökonomie Berlins scheint dem Wedding vielmehr eine nahtlose Fortführung seiner angestammten Rolle bestimmt zu sein: Überall im Bezirk ragen Baukräne in den Himmel, zeugen Schilder von kommenden Bauprojekten, die sich allesamt mit dem Begriff der „Sammelbehausung“ überschreiben lassen. Wedding soll ein Bezirk sein, in dem billige Arbeitskräfte für die alten und neuen Fabriken der Industriesektoren wohnen und ihr mageres Geld auf konzernwirtschaftliche Art und Weise zum Lebenserhalt zurück in den Kreislauf spülen sollen.

Den Weddingern ist dies natürlich bewusst – aber in einem „Bezirk ohne Hoffnung“ sind Aussichten auf eine bessere Zukunft rar, und das Los eines Billiglöhners in einem polizeikontrollierten Sektor mit regelmäßiger Strom-, Wasser- und Gasanbindung (und Müllentsorgung!) erscheint vielen immer noch die bessere Alternative zu den Zuständen im „freien“ Osten zu sein.

So wartete die BEVAG erst kürzlich mit der Erfolgsmeldung auf, dass 85% des im Bau befindlichen Wohnraumes bereits vermietet sei – eine Zahl, freilich, über die Medienskeptiker nur lachen können, vernichtet doch jedes Bauprojekt im Wedding zugleich alten Wohnraum, so dass der steigende Bedarf nach neuen Wohnungen im Wedding nun wirklich niemanden überraschen kann.

> Ehrlich gesagt überrrascht sie MICH. Denn von den 100% Mietparteien, die in einem Räum-Haus wohnen, brauchen danach nur noch 50% nen neuen Mietplatz. Der Rest ist tot, auf der Flucht oder im KZ!
> Bomberman

> Fängstu schon wieda mit dem KZ Stuz an? Ichab dia doch gesagt das det Stuz is Alda, höma!
> Jaque Viose

> Nenn’s wie du willst. Tegel isn KZ. Basta!
> Bomberman

Der Weddinger

Die Bewohner des Wedding sind zum ganz überwiegenden Teil der Unterschicht zugehörig. Seit den Eurokriegen entfällt der größte Teil des überaus hohen Ausländeranteils auf Flüchtlinge aus dem osteuropäischen Raum (vor allem Polen, Tschechen, Litauer und Russen). Auch der Anteil der Metamenschen ist im Wedding deutlich höher als in anderen Bezirken, wobei Orks die größte lokale Gruppe innerhalb der „Metas“ bilden.

Entsprechend stellt sich auch die Kiez- und Policlub-Szene des Bezirkes dar: Ganze Kieze sind mehr oder weniger strikt nach Nationalitäten bzw. Rassenzugehörigkeiten unterteilt. Reibereien sind an der Tagesordnung. Größere Ausschreitungen sind hingegen eher selten.

> Klingt ja schwer nach gecopypasted ausm Konzernpropagandablatt! Unterschicht = Ausländer und Metas, und natürlich sind „die“ gleich so primitiv dass es Clashs gibt.
> Khan

> Tut mir leid dass die Realität rassistisch ist, aber das sind nunmal die Facts.
> Dante

> Weiß ich. Trotzdem nervt es mich. Denn: Wenn Norm-Deutsche auf Metas und Ausländer eindreschen fällt es aus der Statistik, denn Norm-Deutsche haben ja dafür ne Uniform an und dürfen das.
> Khan

> Solln das fürn Drekargument sein???
> Bomberman

> Mann, rechne es doch nach. Wenn du eine Statistik über „Reibereien“ zwischen Nationalitäten und Rassen erfassen willst, musst du ja wohl auch Clashs zwischen Bullen und Konzernen und Straßenleuten mitnehmen. Tut aber keiner, denn wenn uniformierte deutsche Norms in irgendwas reinprügeln was nicht deutsch und Norm ist ist es ja kein Rassen/Nationslitätenclash, sondern ein Polizeieinsatz.
> Khan

> Du, das ändert jetz aber nnix daran, dass der Wedding in der Statistik abstinkt? LTIC war Wedding auch bei Polizeieinsätzen vorne mit dabei. WEIT vorne
> Bomberman

> LTIC?
> Sp00qd

> Last Time I Checked
> Mr. Nosewise

> Mag ja sein, aber das kommt ja nur weil die Bullen hier EINREITEN, gezielt UM Auf Fresse zu geben.
> Khan

Eigenarten

Charakteristisch für den Wedding sind neben kleinen osteuropäischen Cafés und geschlossenen „Vereinslokalen“ der verschiedenen Policlubs vor allem die starke F-Prägung des Bezirkes: In fast jedem Haus gibt es private Kneipen, Hinterhof-Geschäfte, „Produktenlager“ oder ungemeldete Handwerksbetriebe und Geschäfte. Sind diese Kleinstgeschäfte samt ihrer zahllosen Werbetafeln an der Hausfront im gesamten Osten ein mehr oder weniger alltäglicher Anblick, sorgt die größere Wifi-Abdeckung des Wedding für zusätzliche Irritation:

Bar jeder amtlichen Regulierung hat ein Werben um Aufmerksamkeit der Kleinstgewerblichen eingesetzt, das Teile des Wedding zu einer vollwertigen „Spam Zone“ macht. Kaum ein Hinterhofgeschäft oder Kellerbordell, keine Kleingartengenossenschaft oder Textilmanufaktur, die nicht per aufgerüstetem Trash-PC Spam-Postings per Wifi in die Kommlinks der Passanten blasen würde. Und kaum eine Gegend, wo bestehendes Wissen um die Umgehung von Spamblockern so bereitwillig ausgenutzt wird, dass selbst leistungsfähigere Blocker-Systeme umgangen werden.

> Nur falls ihr euch fragt: Ja, hier wurden grade irre Menge Spam rausgelöscht. Keep Schattenland clean!
> Whit Rogerer

Behördliches

Trotzdem der Wedding auf allen Maps als Konzernsektor geführt wird, ist er de facto noch mehr Anarcho-Zone als Konzerngebiet. Dem entsprechend ist es auch die Berliner Sonderpolizei, die für die Sicherheit im Wedding sorgt. Und das mit sehr viel Nachdruck:

Zu den Hauptaufgaben der SoPo gehört es im Wedding, Wohnblöcke für den Abriss oder die Neubelegung nach Sanierung „vorzubereiten“ – was im Klartext heißt, die in der Regel ebenso widerrechtlich dort hausenden wie auszugsunwilligen Bewohner des Gebäudes aus selbigem zu entfernen.

> Inzwischen gibt’s im Wedding recht gute Vorab-Infos was diese Räumungen angeht. Die SoPo hält natürlich den Deckel drauf, aber von Seiten der betreffenden Immobilienportale oder Baugesellschaften sickert eigentlich immer was durch. In aller Regel sind die sogar blöde genug, vorher nen Newsletter rauszuhauen, in dem sie ankündigen dass „damit gerechnet wird, dass die Bauarbeiten des neuen Wohnparks xyz am so-und-soten beginnen können“. Da brauchste natürlich kein Genie sein, um zu wissen, wann die Räumung ist.
> Susie Sorgenvoll

Tagelöhner

Eine weitere Besonderheit des Wedding ist, dass im Bezirk der innerhalb Berlins größte Teil der Tagelöhner lebt. Im Rest der ADL fast gänzlich unbekannt, haben megagroße wie kleinere Konzerne im „Rechtsfreien“ Raum Berlin das „Hire & Fire“ Prinzip weiter- bzw. zum vor-gewerkschaftlichen Zeitalter zurückentwickelt:

> Ach – und anderswo nich oda was?
> Bomberman

> Schon, aber nicht in dem Ausmaß und in dieser ungeschminkt offenen Form.
> Kyle Monologue

Jeweils vor Schichtbeginn fahren aus den verschiedenen Industriesektoren der Stadt und teilweise des Umlandes Pritschenwagen, Busse und Lkws – überwiegend ohne Markierungen – in den Wedding, um Arbeitswillige aufzusammeln. Hierbei steuern sie gewisse Fixpunkte wie z.B. den Leopoldplatz an, wo Arbeitswillige wie Verzweifelte zum Teil stundenlang ausharren, um auf ihre Chance für Kurzanstellung zu warten. Arbeit gibt es zwar genug, doch nie genug für alle: Nur den Stärksten und Rücksichtslosesten gelingt es, sich bis zum Fahrzeug der Werber vorzukämpfen – der Rest ist ein tagtäglicher Wettbewerb um das wenigste Gehalt, die geringsten Erwartungen.

Angeworbene Arbeiter bekommen auf der Fahrt zu ihrem Arbeitsplatz in aller Regel einen RFID-Chip unter die Haut geschossen, der nach Anstellung wieder entnommen wird oder sich (angeblich) von selbst deaktiviert. Der Chip erfasst genau die Bewegung des Tagelöhners auf dem Firmengelände, gewährt ihm Zugang zu den für ihn nötigen Bereichen, überwacht seinen Puls und seine Bewegungsintensität und alles, was sonst geeignet ist, seine Arbeitstätigkeit zu messen.

Am Ende der Schicht – die oft aus 20-30 Stunden Arbeit und mehr besteht – werden die Arbeiter beim Schichtleiter versammelt, erhalten ihre Kündigung samt „Zeugnis“ über ihre Leistung und ihre Bezahlung, die in der Regel mit irgendwelchen vorgeschobenen Argumenten und RFID-Statistiken nochmals nachträglich verringert wird. Sofern die Vereinbarung eine kostenlose Rückfahrt vorsieht, was meist, aber nicht immer der Fall ist, fahren die Arbeiter danach zu dem Punkt zurück, wo sie aufgegabelt wurden.

> Schattenläufer, aufgepasst: das tägliche Durchschleusen immer neuer Arbeiter-Heerscharen durch die Fabriken schafft natürlich einen idealen Zutrittspunkt für Infiltrationen! Das wissen die Konzerne zwar, aber unterm Strich sparen sie mit dieser Praxis immer noch mehr Geld, als sie der gelegentliche Bruch kostet.
Khan

> Ganz so easy wie es sich anhört ist es aber nicht. Klar kommst du mit all den anderen Arbeitern zusammen rein, aber den Eingangsscans entgeht kaum ein Implantat, und erst recht keine eingeschmuggelte Waffe. Selbst dein Komlink wird dir abgenommen und „in einen sicheren Spind gesperrt“. Plus: der RFID-Chip den du bekommst zeichnet all deine Bewegungen auf und hat je nach Kon ne ziemlich sensible Anti-Tampering-Vorrichtung (es heißt, SK würde RFIDs iunter die Haut an der Halsarterie schießen. Die „Knubbel“ am RFID sind kleine, fernzündbare Treibladungen!
> Caruso

Diese Praxis, wiederum, führt rund um die Punkte, die von Werbern angesteuert werden, zu einer blühenden Szene von Destillen, Besauferien und Billigbordellen, um den Arbeitern das Geld möglichst schnell wieder aus der Tasche zu ziehen. Wie man hört, gibt es zwischen einigen der Werber bzw. deren Firmen und den Betreibern der Wirtschaften am Sammelpunkt „mafiöse“ Absprachen.

Der Leo

Wenn es so etwas wie das Zentrum des Weddings gäbe, wäre dies der Leopoldplatz samt Müllerstraße als „erste“ (oder eher „erstbeste“) Geschäftsadresse des Bezirkes. Als Faustregel gilt, dass je weiter von den Hauptstraßen entfernt sich etwas im Wedding befindet, desto verfallener und Anarcho-mäßiger ist es auch.

> Äh – hallo, Bornemannkiez??
> Bomberman

> Faustregeln haben AUSNAHMEN.
> Saskia

Nur vereinzelt erheben sich zwischen den verfallenen Wohnblocksneu errichtete Wohnsilos oder von hohen Mauern umgebene Konzerninstallationen, Letztere vor allem von Pharma- und anderen Biotech-Firmen, denen die ständige Verfügbarkeit williger Testpersonen vor Ort sehr gelegen kommt.

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NovaTek – niemand weiß so recht, was auf dem Gelände der Firma NovaTek vor sich geht. Oder was diese eigentlich genau herstellt. Verschiedenen Websites ist nur zu entnehmen, dass sie sich mit technischen Innovationen im Bereich Wifi und VR beschäftigt und die so entwickelten Patente dann an andere Unternehmen verkauft. Das NovaTek Gelände im Wedding ist von einem 3m hohen Zaun umgeben, der scharf überwacht wird. Der auf dem Gelände liegende Block 3 ist das einzige Gebäude, zu dem Personen außerhalb der Firma (nämlich: Probanden) Zutritt haben.

> Wie – keine Verschwörungstheorien? Ich bin der erste Poster?
> Bomberman

> Ich würde ja gerne, aber es gibt einfach keine soliden Infos, und bisher hat mich noch keiner dafür bezahlt, da einzusteigen. Bei nem früheren Lauf habe ich in nem Knoten mal nebenbei Daten geglimpsed, die sich auf NovaTek bezogen, sahen aber zu unspannend aus, um sie zu ziehen – nur Patentnummern und Kennziffern irgendwelcher Käufer.
> Berlyn Bytes

Veggie-Ville – Die Elianar Gruppe hat außer dem Metropolis in Berlin auch mehrere Wohnanlagen gezielt für elfische Mieter und Eigentümer entwickelt. Im rohen Berliner Straßenjargon „Veggie-Ville“ genannt, ist die Anlage Sersakhan im Wedding der Versuch, die von Jahren des Raubbaus und der Umweltverpestung zerschundenen Grünanlagen der Stadt zu renaturieren und in ein „intelligentes Wohnumfeld“ einzugliedern.Die Sersakhan-Anlage wurde zwischen 2063 und 2067 gebaut und leistet eine über die Betreiberfirma organisierte „magische Betreuung“, mit deren Hilfe (und Einflussnahme auf lokale Geister) die umfangreichen Gartenanlagen zwischen den Gebäuden instand gesetzt werden. Im Gegensatz zu vergleichbaren Luxus-Anlagen in anderen Bezirken ist die Anlage Sersakhan auf den unteren Mittelstand zugeschnitten und somit ein Pilotprojekt für Massenbehausungen unter Berücksichtigung der Natur. Das ganze Projekt wird seitens der Elianar-Gruppe natürlich PR-mäßig ausgeschlachtet. Bewohner der Anlage sehen sich sowohl Aggressionen von Nicht-Elfen wie Elfen ausgesetzt: Erstere, weil diese in der „bevorzugten Wohnsituation“ der Elfen hier Rassismus sehen, Letztere, weil sie neidisch sind. Die „Veggies“ stehen zudem im Ruf, „Hippie-mäßige“ Gemeinschaften zu pflegen.

Volksbad Wedding – In der Zeit des Status F brach die flächendeckende Versorgung mit fließendem Wasser zusammen. Zu jener Zeit erlebten die Schwimmbäder der Stadt eine Renaissance als öffentliche Badeanstalten. Eine Funktion, die das Volksbad Wedding bis heute ausübt. Im Laufe der Jahre wurde das eigentliche Schwimmbecken zugeschüttet und durch neue Duschen für 300 und mehr Personen sowie eine umfangreiche Münzwäscherei ersetzt. Nun, da die Wasserversorgung im Wedding schrittweise wieder hergestellt wird, ist das Volksbad von der Schließung bedroht, es sei denn es fände sich ein neuer Investor.

> Tipp: Wenn du wen taffes ausm Wedding angehen willst, warte bis er aufm Weg zum Bad ist. Die Schließfächer dort sind unsicher und das weiß auch jeder, deshalb nimmt kaum einer was Wertvolles mit – Waffen und Foki und so eingeschlossen.
> Altaír

Am östlichen Rand der obigen Karte befindet sich der so genannte Asselkiez rund um den U.Bhf. Osloer Straße. Der Kiez hat seinen Namen von einem Hochhaus am U-Bahnhof, auf dessen Dach die Buchstaben „ASSEL“ weithin sichtbar stehen. Dass der Schriftzug auf dem Dach früher einmal „KASSEL AG“ (ein früher Mobile Marketing Dienstleister) hieß, ist heute vergessen.

U-Bhf Osloer Straße – Die hier verkehrende U8 Richtung West wird auch Pendlerlinie genannt, denn sie verbindet den Arbeiterbezirk Wedding mit dem Verschiebebahnhof Zoo, von wo aus die weitere Verteilung auf die Arbeitsstätten in Wilmersdorf, Spandau/Gatow und Potsdam erfolgt. Vom einstmals schicken Design der U-Bahn-Wagen ist auf dieser Strecke nichts geblieben. Stattdessen verkehren kreischende, mit grauen Platten verkleidete und mit Graffittis überdeckte Werkszüge mit tristen Plastikschalenbänken in den Tunneln. Um zu den Zügen zu gelangen, muss man einen bewachten, mit schweren Gittern abgetrennten Bereich passieren. Neben den öffentlichen Zügen der U8 verkehren auf den gleichen Gleisen auch private Zubringer-Züge der Konzerne, die über neu angelegte oder wieder in Betrieb genommene alte Tunnel direkt die über die Stadt verteilten Fabriken erreichen. Im U-Bahnhof Osloer Straße zu erwähnen ist der Imbiss Swoboda, der russisches Fastfood zu akzeptablen Preisen und heißen Kwas mit etwa 12 Vol.% Alkohol in wiederbefüllbaren Tonkrügen verkauft.

Bierwirtschaft „Zur Assel“ – An der Seestraße Ecke Judenstraße gelegen, lädt die Bierwirtschaft Assel zum Verweilen ein. Man trifft sich in einem Raum mit einem blassgraurosafarbenen PVC-Fußboden voller Brandflecken von Zigarettenkippen, durch dessen getönte Butzenscheiben kaum Licht fällt und dessen Petroleumlampen düster vor sich hin glimmen. Wände und Decke scheinen von einer Patina aus Nikotin gelb-braun gefärbt, erst auf den zweiten Blick erkennt man ein zartes Muster auf der einstigen (Kunst-)Stofftapete. Auf den Tischen und Stehfässern liegen kleine karierte Deckchen, es gibt Flaschenbier und Schnaps, dazu Schmalzstullen. Die Kundschaft sind Arbeiter, meistens Orks, und samstags gibt’s Fußball auf der Leinwand oder Heile-Welt-Filme von der großen Ferne, nach der sich jeder hier sehnt. Für ein Handgeld gibt’s einen privaten Raum im Obergeschoss – tatsächlich die Wohnstube des Betreibers – wo man sich trifft um Karten zu spielen oder diskrete Geschäfte zu besprechen. Wenn das Wetter es zulässt, werden die Fenster zur Ecke hin geöffnet, um ankommende Laster aus den Fabriken der Konzerne zu sehen. Dann leert es sich in Sekunden, während die Arbeitssuchenden nach draußen drücken, ehe ihre Plätze von den abgekämpften Arbeitern von den Pritschen eingenommen werden.

Jüdische Klinik Berlin – das Krankenhaus hier ist alt und schon seit langer Zeit in Jüdischer Hand. Unbeeindruckt von den um das Haus wogenden historischen Veränderungen wird hier seit weit mehr als 100 Jahren medizinische Hilfe angeboten, und somit erfreut sich die Klinik einiger Beliebtheit. Trotzdem gibt es natürlich Fälle, die hier abgewiesen werden, meist wegen Überbelegung oder mangelndem Geld der Patienten. Für alle „Abgewiesenen“ haben sich in den Häusern gegenüber der Klinik, die ganze Judenstraße entlang, Ärzte, Knochensäger, Wundstecher und Heilkundige aller Couleur eingerichtet. Auch weil die Klinik über eine eigene Stromversorgung verfügt und die Judenstraße vom Klinikgelände aus nachts „mitbeleuchtet“ wird, gilt die engere Umgebung der Klinik als „bessere Adresse“ im „freien“ Wedding. Gerüchte, nach denen die Klinik nur jüdischen Patienten offenstehen würde, sind Unfug.

> Vertrau Doktor Dau! Judenstraße 11, Hinterhof links, 3. Stock.
> DerBravePatient

Schaering Zentrum für Seuchenforschung – Um Überleben zu können, musste die Jüdische Klinik sich 2058 verkleinern. Das abgestoßene Gebiet wurde von einer koreanischen Holdinggesellschaft aufgekauft und bald darauf an ein medizinisches Forschungsunternehmen namens Klaas & Witt verkauft, das 2068 von der Schaering MedTech Gruppe aufgekauft wurde. Diese betreibt nun im Wedding eine in den ADL führende Forschungseinrichtung für Seuchenschutz und stellt mit ihrem Probandenprogramm einen wichtigen Weddinger Arbeitgeber dar. Zuweilen sieht man überwiegend metamenschliche Aktivisten im Umfeld des Zentrums gegen die Ausbeutung von Metamenschen für „Tierversuche“ protestieren. Auch dass Schaering vorhabe, die „Seuche“ der Goblinisierung zu bekämpfen, wird immer wieder behauptet.

> Diese Aggro-Demonstranten nerven mich. ECHT. Da wirste bepöbelt und beschimpft, einmal haben se mich vom SZ gleich zur Klinik rüberwuchten müssen, weil ich von nem Dreckspflasterstein ne Platzwunde anner Omme hatte. Hey, man, schön, dass ihr alle so viel freie Zeit habt, um hirnlos auf Demos zu rennen. Schonma dran gedacht, wie ich sonst meine 3 Blagen durchfüttern soll? Schaering zahlt mir 15 fürn Piekser im Arm, 50 fürn Eingriff wo se Gewebe entnehmen tun, 100 im Monat wennse mir was geben oder einpflanzen tun. Der perfekte Job für nen alleinerziehenden Pa!
> Wassil3554

Westlich am Volksbad Wedding beginnt der Schillerkiez, der sich rund um den gleichnamigen Park erstreckt. Der Schillerpark war einst eine grüne Oase in der Stadt – in den Jahren des Status F wurden aber sämtliche seiner Bäume von umliegenden Hausgemeinschaften gefällt und zu Brenn- oder Bauholz verarbeitet. Heute erhebt sich der Treffpunkt Schillerdenkmal über einer kahlen Matsch- und Flechtendecke, die von einer kleinen Schar von Jugger-Begeisterten als Trainingsplatz und Arena verwendet wird. Als „Chef“ des Kiezes und inoffizieller Oberboss der Gangs im Kiez gilt ein abnorm riesenhafter Troll namens Schiller, der sich in vergessenen Tunneln unter dem Schillerdenkmal eingenistet hat.

Westlich neben dem Park befindet sich eine Reihe von 6 Altbauten, die zusammen das Orkheim bilden. Hierbei handelt es sich um eine „geschlossene Wohngemeinschaft“, die sich weitesgehend autark gemacht hat: Kinder der hier wohnenden Ork-Familien werden durch im Haus wohnende Ammen und Lehrer orkischer Abstammung betreut, es gibt eine Kleidermanufaktur als hauseigenen Arbeitgeber, mehrere Produktenwohnungen und Läden, eine Werkstatt und in den Hinterhöfen werden Hühner und Kleinvieh gezüchtet und im Schillerpark etwas Gemüse angebaut. Man kennt sich, hilft sich gegenseitig und unterhält sogar eine Sterbewohnung für greise Orks jenseits der 40.

> Es sollte bei all dem „die guten Orks helfen sich selbst Blabla“ mal erwähnt werden, dass die Orkheim-Orks auch mal ganz gerne als Horde umherziehen um zu plündern oder wen umzumoschen. Tun se zwar nicht nur aus reiner Lust an der Gewalt, aber das Interesse des Heims sehen die einfach über allem anderen – inklusive deinem Recht zu leben, wenn die grad nicht genug Geld haben, deren Kids hungern und du nen Zwanni in der Tasche hast.
> Bomberman

Aldi Real Center Schillerpark – das größte Einkaufszentrum im Wedding ist das Center Schillerpark, das neben einem Aldi Real gigantischen Ausmaßes auch mehrere Imbisse, Lokale, drei Cafés, eine Kampfsportschule, eine Kegelbahn und ein großes Getränkeabholzentrum beherbergt. Die Security ist nach mehreren Plünderungen während der frühen Tage der Konzernherrschaft deutlich aufgestockt worden, und im Erdgeschoss erweckt das Center mehr den Eindruck eines Bunkers – ein wenig schönes Aushängeschild, dem man zunehmend mit Trideoprojektoren zu Leibe rückt.

Krematorium Seestraße – Zu den wenigen von der öffentlichen (Konzern-)Hand unterstützten Betrieben im Wedding gehört das Krematorium, in dem an jedem Tag der Woche zwischen 12 und 22 Uhr Leichen zwecks Entsorgung gegen einen geringen „Finderlohn“ abgegeben werden können. Die Abgabeprämie für Tote wurde zuletzt von 20,– auf 6,– gesenkt, in der Hoffnung, damit die Grenze endlich unterschritten zu haben, für die Leute bereit sind aus eigener Kraft für „Nachschub“ zu sorgen. Wie man hört, werden seit Neuestem auch ältere Leichen abgegeben, die zuvor aus anderen Städtischen Friedhöfen zum Teil im großen Stil ausgegraben wurden. Man spricht sogar von einer „Weddinger Leichenmafia“, die von den Medien scherzhaft als „Ghula Nostra“ oder „Yaghula“ bezeichnet wird.

Berliner Büchergilde – Zu den Einrichtungen, die am Schlimmsten von den Verwüstungen und Brandschatzungen in der Zeit des Status F betroffen waren, gehören neben Museen und Galerien auch Bibliotheken. Während bei ersteren reichlich Kunstfreunde und geldkräftige Mäzene zur Verfügung standen, um die wertvollen Gebäude zu sichern oder Objekte auszufliegen, blieb die Mehrzahl der Bibliotheken sich selbst überlassen. Die Berliner Büchergilde ist ein policlubartig organisierter Verein, der sich der Bewahrung antiquarischer Bücher (= vor 2000 erschienen) verschrieben hat. Die Gilde unterhält im ganzen Stadtgebiet einzelne Häuser, die ausschließlich Mitgliedern der Gilde zur Verfügung stehen. Gildenfremde können auch Einsicht in die historischen Schriften erlangen, müssen dafür aber „Tagesmitgliedschaften“ antreten, die wahlweise um die 750,– kosten oder „im Tausch“ gegen für die Gilde interessante Bücher erfolgen.

> Wie jetz – ich reich denen nen zerfledderten Harry Potter rüber, und dafür bekomme ich Infos?
> Fredd

> Wer zum Geier ist Harry Potter???
> Bomberman

Club Backdoor – Das Backdoor liegt in einem Hinterhof und zieht sich durch eine Reihe früherer Kohlenkeller, deren Wände und gewölbeartige Ziegelsteindecke größtenteils im Originalzustand belassen wurden. Der Besitzer des Clubs, ein Ork namens Karlov, ist begeisterter Automechaniker, der über sein Hobby in Kontakt zu verschiedenen Metallkünstlern gekommen ist. Diese haben im Laufe der Zeit allerlei Skulpturen (meistens aus Schrott) geschaffen, die nun im Backdoor ausgestellt bzw. als Einrichtung benutzt werden. Der Club hat keinen Strom, die Beleuchtung erfolgt durch Kerzen oder Petroleumlampen. Musik kommt, so überhaupt, von einem verstimmten Klavierautomaten.

Dr’aesis – Das Dr’aesis ist der heißeste Dance Floor im Wedding. Sagt die Werbung. Und man ist geneigt, zuzustimmen. Gelegen in einer aufgegebenen Lagerhalle mit darüber liegendem Verwaltungsbau, umfasst das Dr’aesis insgesamt 5 mehr oder weniger voneinander getrennte „Zonen“, die unterschiedliche Musik (und Lautstärken) bieten.

Schattenmarkt Osramhöfe – Schon zu F-Zeiten hat sich in diesen alten Industriehöfen ein bunter Basar mit allerlei legalen, halblegalen und gänzlichen illegalen Gütern eingerichtet, und aktuell sieht es nicht danach aus, als würde dieser allzu schnell zu Ende gehen. Verantwortlich hierfür ist neben dem großen Zuspruch der Weddinger Bevölkerung die hinter dem Schattenmarkt stehende Russenmafia um die Schieberin Nadjeska, die auch „die Drachin“ genannt wird. Wie in vielen von der Russenmafia kontrollierten Anlagen existieren auch in den Osramhöfen nicht nur Lager und Verladehallen, sondern auch mehrere Stoffmanufakturen, die Fälschungen von Designerlabels produzieren oder aber Zulieferer der Labels sind (oder beides).

Tanzlokal Molotov – Das Molotov ist eine urige Besauferia, in der überwiegend geistige Wirrköpfe, Umstürzler und Verschwörungstheoretiker abhängen. Nur sonntags scheint sich die Lokalität ihres „Tanz-Bezuges“ zu erinnern, denn dann spielen (meist osteuropäische) Musiker zum Tanz auf, und lautes Klatschen und Stampfen ist oft in der ganzen Straße zu hören. So etwas wie eine Institution im Lokal ist der geisteswirre Volker, der – meist an der Theke stehend – vor sich hin brabbelt und dabei des öfteren proklamiert, dass früher alles besser gewesen sei. Da er in diesem Zusammenhang öfters den Eindruck erweckt, das 20. Jahrhundert zu meinen oder diesem sogar zu entstammen, wird er belächelt und ignoriert.

Zu den ersten „befriedeten“ Wohnanlagen des Weddings gehört der Turiner Kiez entlang der Müllerstraße, der auch in F-Zeiten als „kontrollierter“ Kiez galt. Grund hierfür ist ein rascher Zusammenschluss der örtlichen Hauseigentümer gewesen, die in Rekordzeit nach Verkündung des Letzten Gesetzes und Abzug der Polizei eine Übereinkunft mit den Mietparteien zur „gegenseitigen Unterstützung“ trafen. Damit war die so genannte „Enklave Turin“ quasi Modell und Vorbild für andere Zusammenschlüsse von Hausgemeinschaften, Blöcken oder Straßen – selten aber erreichten andere Genossenschaften die klare Organisation und vor allem die Effizienz des Turiner Kiezes. Mit Rückkehr der Ordnung in den Berliner Westen gründete sich die Enklave umgehend als genossenschaftliche Immobilien-Gruppe, unterdessen die „Kiez-Miliz“ als „Wedding Sicherheits GmbH“ umstrukturiert und neu gegründet wurde. Auch hiermit ist der Turiner Kiez wieder in der Vorreiter-Rolle, stellt er doch eine Alternative zur Umwandlung „von oben“ dar: Der Kiez ist heute eine nach Konzern- bzw. ADL-Recht gültige und ordentliche Genossenschaft (bzw. Firma), die auf der Prioritätenliste der Sonderpolizei nicht einmal auftaucht. Es besteht somit die Hoffnung, dass ein kommender Investor das Viertel nicht niederlegen, sondern die weitestgehend gut gepflegten Objekte samt intakter Hausgemeinschaften aufkaufen und übernehmen wird.

> Zu erwähnen wäre hier noch das Restaurant „Nachbarschaftstreff“, wo die Bewohner bzw. die Vorsteher der Einzelhäuser ihre Blockbesprechungen durchführen. Ist ne nette Pinte, deutsch und sauber.
> Bernd der Borg

Berliner Kreditanstalt – Unter dem Status F stellte der Zahlungsverkehr und die Bereitstellung von Zahlungsmitteln eines der größten Probleme dar. Jedenfalls für jene, die wenig zum direkten Tausch anzubieten hatten oder die Transaktionen z.B. mit Online Shops und Diensten von außerhalb Berlins vollziehen wollten. In diesem Milieu gingen einige lokale Bankhäuser bankrott oder zogen sich aus der früheren Hauptstadt zurück. Als Gewinner blieb die Berliner Kreditanstalt übrig, eine aus Angestellten früherer Berliner Bankhäuser gegründete Genossenschaftsbank und quasi die einzige erfolgreiche deutsche Bankgründung nach 2050. Natürlich wirft man der Kreditanstalt vor, bis über die Hutkrempe mit dem organisierten Verbrechen zu kooperieren – aber möglicher Weise fällt das auch unter die „innovativen Geschäftslösungen“, welche die Kreditanstalt in ihren Wifi-Anzeigen anpreist.

> Voll krass! Kann es sein, dass im Wedding so gut wie ALLES „mafijös“ ist?
> AOL4655-45655-23105-B

> Du merkst alles. Aus dir wird maln ganz Großer…
> Bomberman

Café Kropotkin – Das Kropotkin ist ein kleines, rot gestrichenes Café mit integrierter Bäckerei und hauseigener Brennerei, das sich in der Gegend einer hohen Beliebtheit erfreut. Speziell bei gutem Wetter, wenn die Glasfronten des Cafés komplett ausgehängt und weggetragen werden und ein großer, zur Straße hin offener Café-Raum entsteht, der mit alten Berliner Möbeln bestückt ist, kann man sich in der Tat hier sehr behaglich fühlen. Im hinteren Teil des Cafés existiert zudem eine Zeile mit 5 Web-Terminals des russischen Anbieters NowaPrawda, der in Hackerkreisen wegen seiner ganz passablen Anonymisierung von Zugangsdaten sehr beliebt ist.

Schildermalerei Wichmann – Mag das Wifi auch langsam nach Wedding hineinreichen: Noch funktioniert 80% der hiesigen Werbung über Schilder, Fahrzeugbeschriftungen, Litfass-Säulen und die wiederentdeckten „Sandwich-Männer“, die mit Werbeschildern vorne und hinten durch die Gegend laufen. Wichmann ist eine der ältesten Berliner „Werbeagenturen“ der F-Zeit, die viele Werbeformen der frühen Industrialisierung neu entdeckt und in die Jetztzeit übertragen hat. Über seine zahlreichen Dienste für Kleinstunternehmer und Hinterhof-Firmen in Berlin verfügt Wichmann zudem über das wohl größte Archiv „inoffizieller“ Firmen in Berlin.

Die Critterkiller – In diesem Büro können Fachleute zur Beseitigung unerwünschter magischer Kreaturen bestellt werden. Die Bezahlung richtet sich dabei nach einem für Außenstehende schwer zu durchschauenden Schlüssel, der die verschiedenen Critter in unterschiedliche Gefahrenklassen einordnet und in Bezug zum umgebenden Territorium setzt. Wem die Dienste der Critterkiller zu teuer sind, kann stattdessen im Shop nützliche Ausrüstung zur privaten Critterjagd erwerben und sich zum Kauf gute Ratschläge für das Vorgehen holen.

> Wenn ihr die CKs heuert, fragt nach Lazarus. Ist der verdammt beste Critterjäger im Wedding, vielleicht in der ganzen Stadt.
> GhandiIV

> War das der, der dieses Vieh – Name vergessen – unterm Bahnhof Zoo gebustet hat? Der wo das BEVAG-Kopfgeld in Höhe von 10K abkassiert hat? Ich dachte der wäre längst inner Südsee oder von nem Großkonzern geheuert worden
> Rote Socke

> Nicht ganz. Er hat die 10K nur reinvestiert, die Hälfte in Equipment, die andere Hälfte in nen Anteil der CK. Ist jetzt Miteigentümer. Naja, mehr stiller Teilhaber. Wird aber nur gegen Extra-Kohle auf Jagd mitgeschickt. Und sein Auftragsbuch ist dick voll.
> Usus

Urban Fashion – Neben Aggro-B ist Urban Fashion das bekannteste und populärste Berliner Fashion Label. Keine Frage: Der Ruf von Berlin unter dem Status F hat zu einer gewissen Legendenbildung außerhalb der Stadt geführt. Das Wort „Made in Berlin“ hat einen ganz eigenen Sex Appeal bekommen. Spricht von Gefahr und Gewalt, wilder Freiheit und Individualismus – alles Elemente, die Aggro-B und Urban Fashion perfekt zur Selbstinszenierung und Massenvermarktung verwendet haben. Ursprünglich entstanden aus dem Versuch, stabile (und wenigstens teilweise kugelsichere) Alltagskleidung für das Leben in Berlin zu schaffen, sind Urban Fashion ebenso wie Aggro-B Produkte absolute Renner nicht nur auf der Straße, sondern auch unter Konzernkids und Club-Größen. Und das außerhalb Berlins noch weit mehr als in der Stadt selbst. Kennzeichnend für den Urban Fashion Style sind Langnieten, verstärkte Einsätze an Ellbogen und Knien, an urbane Tarnmuster angelehnte Farbentwürfe, markige Sprüche und eine Vielzahl von Gurten oder Halterungen, an denen sich „Urban Equipment“ (wie Waffen und Municlips) anbringen lässt. Im Gegensatz zur eher praktisch-militärisch geprägten Urban Fashion geht Aggro-B stärker in Richtung Street Style und bedient sich intensiv Design-Vorlagen aus dem Gebiet Phaze- (ein Blend aus Industrial und Hip-Hop), Skater-, Parkour- und Street Fighting Style. Im Urban Fashion Store in der Müllerstraße ist selten die aktuellste UF-Kollektion zu haben (die wird ja schließlich für das zehnfache Geld außerhalb Berlins verkauft), dafür gibt es hier solide UF-Mode aus dem letzten Jahr zum geldbörsenfreundlichen Preis.

Imbiss Pilvodnik – Dieser Imbiss offeriert neben Borschtsch und Wodka auch andere Imbiss-Spezialitäten aus Osteuropa, man ist sich aber auch durchaus nicht zu Schade für Berliner Curry (auf Soy-Basis) oder Schabulle (eine Berliner Spezialität aus scharf gewürztem Soya mit viel Ketchup und Zwiebeln in einem Fladenbrot).

Plättstube – Hierbei handelt es sich um eine Bügelstube, eine Dienstleistung, die eine Zeit lang schon ausgestorben war, um in Berlin unter dem Status F plötzlich neu belebt zu werden. Egal ob Bettwäsche oder Anzug – hier kann man seine Textilien entweder glätten lassen oder an einem der Münzbügler selbst sein Glück versuchen (es wird empfohlen, auf die Fingerkuppen aufzupassen!)

SexMax – Ein Pornoladen, wie es ihn in großer Zahl überall auf der Welt gibt. Ist für Leute außerhalb Berlins insofern erwähnenswert, da die in Berlin gültigen bzw. lange Zeit eben nicht gültigen Gesetze auch den Weg für illegale Praktiken bewerbende Produkte/Magazine/Chips/SimSinns bereitet haben, die inzwischen zwar unter die Ladentheke bzw. in abgesperrte Hinterräume gewandert, aber keineswegs verschwunden sind.

Das SexMax bildet an der Müllerstraße die Markierung zum südlich angrenzenden Leopoldkiez, der sich rund um den Leopoldplatz erstreckt und der daher im Kiezleben einen herausragenden Platz einnimmt. Auf dem Leo ist immer etwas los – fliegende (und fliehende) Händler bieten Waren an, oft aus dem Kofferraum heraus, mal zeigt ein Illusionist seine Künste, während sein Kollege die Gaffer bestiehlt, dann und wann gibt es Musikfeste, ein Zirkus baut sein Zelt auf oder irgendwer demonstriert gegen irgendwas. Zu festen Zeiten kommt das Treiben um den Platz ins Stocken, etwa wenn von der neuen Wedding-Moschee herab zum Gebet gerufen wird oder wenn die SoPo mal wieder Härte demonstrieren und die Händler verscheuchen will. Den Rest der Zeit lungern Trauben von Tagelöhnern um Schnapsverkäufer und Kaffeeschütten herum und warten auf Busse und Trucks der Konzerne.sackratte.jpg

> Wenn ihr mal dringend heiße Ware loswerden müsst, schaut euch auf dem Leo um nach nem alten osteuropäischen Laster mit roter Lackierung und schwarzer Pritschenabdeckung. Der steht meist abseits etwas hinter der Nazareth. Wenn da nen Typ an der Rückseite rumlungert, der aussieht wie Scheiße die Latzhose trägt und nen Basecap mit „Wild Wedding“ aufhat, dann is das Pjotr, von seinen Leuten freundlich meist „Sackratte“ genannt. Der zahlt zwar beschissen – etwa ein Zehntel von dem was es wert ist – aber du bist den heißen Kram los, und er vertickt das Zeug so schnell weiter, dass die Spur nicht mehr zu dir zurückführt.
> Khan

> Was für ne Scheiße isser denn? Elfscheiße? Orkscheiße? Zwergscheiße?
> Bomberman

> Ah, gut das du mich erinnerst: Normscheiße
> Khan

> Hey danke auch Khan. Deinen Dreck kannste in Zukunft woanders vertitschen!
> Sackratte

Der U-Bhf. Leopoldplatz ähnelt dem Osloer Bahnhof. Auch hier sind die Eingänge versperrt und um regelrechte Überwachungsschleusen ergänzt worden, auch hier fährt von früher zwei Linien heute nur mehr die U8, auch hier drängen sich in den schlecht gelüfteten Bahnsteighallen kleine Cafés und Geschäfte, die für das Privileg, hier ansiedeln zu dürfen, sowohl den Konzernträgern des Bahnhofes als auch der Slawenmafia Geld zahlen müssen (der Begriff „Slawenmafia“ ist hier kein Irrtum, da in der Tat Verbrecherorganisationen aus Russland, Polen, Tschechien und Ungarn um die Kontrolle der U-Bahn-Märkte ringen, oft mit blutigen Auseinandersetzungen)

leo.jpg Neue Weddingmoschee – die „vordere“ der beiden Kirchen mit Blick auf den Leo ähnelt einem Tempel nach griechischem Vorbild. Wie immer sie früher hieß, ist inzwischen vergessen, denn 2012 war sie eine der ersten Berliner Kirchen, die offiziell von der muslimischen Gemeinde gekauft und in eine Moschee umgebaut wurde. Soweit man sich erinnert, stand die Häufung jener Umwandlungen in Zusammenhang mit dem Erbe eines unglaublich reichen Ölfürsten, der sich kurz vor seinem Tod mit seiner Familie zerstritt und seinen gesamten Besitz „Allah“ in Gestalt ausgewählter muslimischer Gemeinden machte. Im Laufe der Jahre und speziell unter dem Status F fand aber eine immer größere Unterwanderung der Gemeinde durch Syndikate aus dem Nahen Osten statt (von den Medien zuweilen irreführend als „Jyhadisten“ bezeichnet), die auch heute noch um Kontrolle der Hinterlassenschaften jenes „Kalifen“ ringen, der in Anlehnung an eine mythische Figur zuweilen auch als „Mann vom Berg“ (oder ähnlich) bezeichnet wird. Es ist etwas unklar, wieviel Wahres an diesen und anderen teils überzeichneten, teils diffamierenden, teils rassistisch motivierten, teils romantisierten Behauptungen über die Gemeinde und die Wedding-Moschee dran ist. Fakt ist aber, dass die Berliner Konzerne diesen „Herd von Unruhe“ lieber heute als morgen beseitigen würden.

Nazarethkirche – Die zweite Kirche am Leopoldplatz ist nach wie vor „in Hand der Kirche“, was in diesem Fall eine „Freie Christengemeinde“ der Pfingstbewegung um den charismatischen Frederick Drömmel meint. Anders als manch andere Neupflingstler der Nach-2050er propagiert Drömmel keinen flammenden Hass auf Homosexuelle und Meta-Menschen, sondern er konzentriert sich in seiner Arbeit auf eine Kritik am herrschenden politischen und wirtschaftlichen System und die Widersprüche zwischen der gegenwärtig akzeptierten gesellschaftlichen Lebensweise und dem Wort der Bibel. Kritiker werfen Drömmel vor, hintenrum genauso rassistisch und intolerant wie andere Neupfingstler zu sein und arme Leute mit dem Versprechen auf „materiellen Wohlstand durch Gottes Hilfe“ zu ködern (was erstaunlich gut funktioniert), tatsächlich vorwerfen bzw. nachweisen kann man ihm aber nichts. Allerdings herrscht zwischen Kirche und Moschee nicht nur ein Konkurrenzdenken, sondern ein regelrechter Kalter Krieg, der im Laufe der letzten Jahre auch zu einer steigenden Zahl von Gewalttätigkeiten geführt hat – meist nach besonders „flammenden“ Reden der einen oder anderen Seite.

Trümmergrab – Das Trümmergrab umfasst ein Gebiet von etwa 20 Wohnblocks und ist damit eigentlich ein eigener Kiez für sich, in dem allerdings zwischen Ruinen und niedergebrannten Resten nur Ghule leben.

> Die Leichenfresser da sind scary. Die sind irgendwie organisiert. Haben ne Art „geistigen Führer“. N paar von denen rennen sogar in Mönchskutte rum. Irgendwas mit Tod und Auferstehung und Strafe für die Sünder, blah blah. Der Führer ist wohl selbst n Ghul, aber im Kopf noch ganz fit. War wohln Priester, dem reichlich Sicherungen durchgeschmort sind. STAY AWAY!
> Suicidillah

Trashcave – In unmittelbarer Nachbarschaft des Trümmergrabes (und nicht mehr auf der Karte) ist der verranzte Kellerclub Trashcave, in dem zu extrem lauter und extrem monotoner Musik extrem seltsame Leute abhängen. Das TC zieht sich durch eine ganze Reihe von Kellern, das Mobiliar ist selbstgezimmert oder kommt vom Schrottplatz, die Wände sind unverputzt, das Bier und der hauseigen gebrannte Schnaps „Caveman“ aber gut. Vor Kurzem gab es im Hinterhof des TC ein heftiges Feuergefecht zwischen Schattenläufern und der SoPo, das Letztere klar für sich entscheiden konnte. Auf den Betrieb des Trashcaves hat dies aber keinerlei Auswirkung gehabt.

> Ich komm grad vom Ragnarök-Post weiter unten. Weiß wer was Näheres, was abging? Tät mich interessieren.
> Khan

Nauener Kiez – Zwischen Osloer Straße und Leopoldplatz liegt der stillgelegte U-Bhf. Nauener Straße, um den herum sich der gleichnamige Kiez erstreckt. Anders als viele andere Kieze erreichte der Nauener nie eine kiezweite Organisationsform, so dass hier „jedes Haus für sich“ steht. Das und die früheren Rivalitäten, Feindschaften und wechselseitigen Bezichtigungen von Diebstahl oder Müllverladung merkt man den Häusern bis heute an: Die Fronten sind überwiegend abweisend, die Erdgeschosswohnungen mit Platten vernagelt, jedes Haus unterhält eine Bande Schläger zur Eigensicherung und die Hausfronten tragen unverhältnismäßig oft eigene „Hausbanner“ oder aber Graffittis, die Beleidigungen und Provokationen gegenüber nahe gelegenen Häusern (i.d.R. nur als Hausnummer identifiziert) beinhalten.

Die Batsche – Direkt an der Kreuzung Nauener Platz steht eine Eckkneipe mit Namen „die Batsche“, die dem im Wedding überall bekannten Schieber Batsche-Schmidt gehört.

AmmoK – Zu F-Zeiten Berlins größte Ladenkette für Waffen und Munition, war die Konzernübernahme des Westens für die Kette Fluch und Segen zugleich: Einerseits mussten nahezu alle im Westen gelegenen Geschäfte aufgegeben werden (darunter auch das Hauptgeschäft am Kaiserdamm 113), umgekehrt stieg die Nachfrage nach Waffen und Munition mit einem Mal nochmals sprunghaft an. Inzwischen suchen die Betreiber des AmmoK – nichts anderes als osteuropäische Waffenschieber, die im Status F „quasi-legal“ operieren konnten – nun die Kooperation mit der Konzernverwaltung, um die „Berliner Vertrauensmarke AmmoK“ auch in Zukunft zu Erfolg führen zu können. Die Aussicht hierfür steht – siehe Aggro-B und Urban Fashion – nicht schlecht. Das Gütezeichen „Berliner Härtegrad“ hat längst seinen festen Platz neben „Norwegischer Formel“ für Handcreme und „Australischem Standard“ für Sonnenöl gefunden. Das Weddinger AmmoK vertreibt auf 3 Etagen neue und gebrauchte Waffen und Rüstungen sowie Munition mit einem eigenen Prüfsiegel, durch das die Kette sich von „ungeprüfter und möglicher Weise im entscheidenden Moment defekter Schwarzmarktware“ abzugrenzen hofft.

Club Ragnarök – Das Ragnarök ist ein Death Metal Club, unter dessen Gästen sich ein besonders hoher Teil von selbsterklärten „Kriegern“ nach germanischem Vorbild befindet. Möchte man annehmen, dass dies vor allem Rassisten sind, die gegen alles Metamenschliche wettern, wird man aber überrascht: Unter den Stammgästen befinden sich ebenso Norms wie Orks, Trolle, Elfen und Zwerge (wobei Elfen den geringsten Teil ausmachen). Im Gegenteil sehen die Clubfreunde die germanische Edda als quasi DIE „Heimat“ der Metamenschheit, umfasst die Edda doch anders als die Bibel auch Riesen, Zwerge, Albe und dergleichen. Paradoxer Weise sind viele der Ragnarök-Mitglieder außerhalb des Clubs Mitglied einer in der Tat rassistischen Gruppe oder Gang. Nur im Club scheinen Zwistigkeiten vergessen, und man „huldigt den Göttern“, prahlt mit seinen Taten (und seinem Trinkvermögen) und schüttet sich zu hämmernden Bass-Beats Bier und Met in den Schlund, als ob’s kein Morgen mehr gäbe.

> Dieser Club ROCKT. Aber sowas VON!
> Khan

> Ja. Könnst dich ma wieda sehn lassen!
> Grendel

> Hast ja recht. Ich versuch’s. Sach ma, ich hörte Soda sei was passiert?
> Khan

> Solln das sein?!
> Grendel

> Troll, groß, blond, trug meist Armstulpe und verniete Aggro Chaps? Stand mal tierisch auf Val, bis sie ihn abblitzen ließ, und er war so gefrustet dass er sich mit Odin rollte?
> Khan

> Ah – jetz weiß ich. Du meinst Hagal. Soda nannte ihn nur sein Clique, vor allem Murad, die Assel. Ist tot. Leider. Von der SoPo zerblasen im Hinterhof vom Trashcave. Hat mir Pfanne gesteckt. Hagals Clique hatte da ne Übergabe. Muss irgendwas grässlich schief gelaufen sein. Nen Elf hat sich wohl später im TC noch erkundigt was abging. Gibt Gerüchte dass die SoPos in Wahrheit, naja, nich echt warn. Nur Leutz mit SoPo Uniform.
> Grendel

Polizeizentrale Mitte-Nord – Dies ist die Weddinger Zentrale der Berliner Sonderpolizei. Das Gebäude selbst ist eine Festung, die darauf ausgelegt ist auch den nächsten „Volksaufstand“ energisch niederzuschlagen. Daran lassen schon die Wachtürme mit automatisierten LMGs keinen Zweifel. Auf dem Gelände ist auch der Fuhrpark der Weddinger Staffel untergebracht, zu der neben Motorrädern und Autos auch „Humvee“-ähnliche Panzerwagen, 2 urbane Befriedungsfahrzeuge (Panzer) und 8 Ein-Mann-Helikopter gehören. Weitere Verstärkung kann im Ernstfall schnell von zentralen Verstärkungspunkten aus „ins Feld geschickt“ werden. Gefangenebleiben maximal 3 Nächte in der Zentrale Mitte-Nord, danach werden sie in die Haftanstalt Tegel überstellt, die gerade für 1,2 Mrd. Euro runderneuert und erweitert wurde.

Bornemannkiez – Nahe der Polizeizentrale liegt der Bornemannkiez, der schon aufgrund jener Nachbarschaft als ausgesprochen sicher und der „besseren Hälfte der Weddinger Gesellschaft“ vorbehalten bleibt. Hier geht das Leben weitgehend einen kontrollierten Gang, und die Bewohner des Kiezes schätzen sowohl die für Konzern-Berlin günstigen Mieten als auch die Nähe zu einem „spannenden, lebendigen Umfeld“.

BärliBus Betriebshof – BB ist nach wie vor der größte Berliner Dienstleister im Nahverkehr. Der Betriebshof Wedding umfasst Abstellmöglichkeiten für rund 50 Busse und die dazu gehörigen Werkstätten und Waschanlagen. Das Betriebsgelände ist rundum von einer dicken Mauer umgeben und nur durch ein bewachtes Portal zu betreten.

wendland.jpgWendland Stiftung – Im wunderschönen einstigen Sitz des Amtsgerichts Wedding hat sich irgendwann in den Jahren unter dem Status F (als Gerichte in Berlin nonexistent waren) die der Heimat- und Naturpflege gewidmete Wendland-Stiftung eingerichtet. Heute ist das Gebäude nebst begrüntem Vorplatz von einem Metallzaun umgeben und wird für eine öffentliche Stiftung ungewöhnlich scharf bewacht.

> Wendland-Stiftung? Klingt irgendwie völkisch. Nazis?
> Bomberman

> Eher nicht. Wendland bezieht sich auf die Wenden, das sind die Fuzzis, die hier ganz früher lebten, noch vorm Mittelalter. Das waren Slawen, keine Germanen.
> Khan

> Beides falsch. Die Stiftung hat nix mit den Wenden zu tun, sondern bezieht den Namen schlicht auf den Gründungsstifter, der mit Nachnamen nunmal „Wendland“ heißt. Hat seine Knete komplett der Stiftung vererbt, sein Sohn ging leer aus, arbeitet aber als Stiftungsverwalter. Weird. Nazi-Vorwürfe gibt’s immer wieder mal, da steht die Wendland-Stiftung aber in einer Reihe mit buchstäblich jeder Institution, die sich mit Heimatpflege, Brauchtum und Einsatz für die Naturdenkmäler beschäftigt (Hexenkreise etc. inklusive)
> Igor der ganz und gar Unbucklige!

> Ich meine aber definitiv mal in der Wiki gelesen zu haben, dass Wendland sich für eine Neugründung der Thule-Gesellschaft eingesetzt hatte. Mist – sehe grade, dass der Eintrag geändert wurde. Vertuschung?
> Saskia

> Würde eher vermuten eine Autokorrektur der Wiki gegen unbeweisbare bzw. mit fehlendem Quellen-Link eingestellte Behauptungen. Seit die Wiki mit Verleumdungsklagen überzogen wurde, kennen die da kein Pardon mehr.
> Lurchi692

> Stand nicht auch im City-West Artikel was über die Wendland-Stiftung und irgendwelche Deals im Tiergarten?
> Gridrunnner

Polenkiez – Der Polenkiez erstreckt sich westlich des Leopoldplatzes und sein Hauptzweck scheint in der Behinderung offizieller Stellen bei der Arbeit zu sein: Ständig werden Straßenschilder ausgetauscht, Hausnummern abmontiert und irgendwo anders angeschraubt. Daneben wird fleißig daran gewerkelt, Häuser auf neue und ungeahnte Weise miteinander zu verbinden, sei es über durch Löcher und Wanddurchbrüche miteinander verbundene Keller, nachträgliche Anbauten an existierende Gebäude oder wacklig anzuschauende Holzbrücken von Dach zu Dach. Die verschiedenen im überwiegend durch Polen bewohnten Kiez aktiven Banden sind untereinander organisiert, ein den Kiez betretender „Fremder“ (oder Bulle) wird frühzeitig erkannt und nach wem auch immer er fragt, der wird gewarnt.

> Diese „Dienste“ stehen auch „Externen“ zur Verfügung. Für das richtige Geld, versteht sich. Nen versteckten Versammlungsraum zum „Respawn“ nach nem verpatzten Run gibt’s für 100 die Stunde. Einmal Bullen aufhalten, damit man sie abhängen kann, kostet circa 500. Nen Versteck zum Untertauchen gibt’s ab 100 am Tag für ein Maximum von 10 Tagen, oder man mietet sich gleich ein, ne schimmlige Wohnung 50 qm für etwa 250 im Monat.
> Saskia

> Ma hallo, das sind aber ARGE Schätzpreise. Für unseren Respawn haben wir 2K abgelatzt!
> Bomberman

> Mag daran gelegen haben, dass euch’n Gunship auf den Fersen war, hm? Aber im Kern haste recht: Die Preise sind LOGO nur Anhaltspunkte. Der Rest ist ne Frage von Rep, Connections, Style und vor allem RISIKO für den Polenkiez…
> Saskia

Shadowrun | Berliner Mauer

Freitag 15.02.08 rabenaas 1 Kommentar
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Berlin 2071. Blick von der Wowereitbrücke über die Stadtautobahn A100 Richtung Nord zum Knotenpunkt Westtangente (ehemals Rathenauplatz/Abfahrt Kurfürstendamm. Im Hintergrund der Berliner Funkturm, links davon die Glastürme der Neuen Messe.

Nichts im Leben ist von Dauer…

… nur die gute alte Mauer. So sagte man früher. FRÜHER! Denn es gibt keine Berliner Mauer mehr. Was jeder begreift, außer den Medien. Und den Berlinfremden, die sich Berlin offenbar nur mit Mauer vorstellen können.

Ja, da gab es einmal dieses extrem unpopuläre Mammutvorhaben, eine Mauer außen um Berlin zu ziehen, um Plünderungen durch marodierende Elemente aus Brandenburg zu unterbinden. Offenbar hatten die Planer aber den Aufwand unterschätzt, der erforderlich ist, um eine Mauer rund um die Größe des Saarlandes zu ziehen (wo die Mauer angesichts der SOX absolut MEHR Sinn gemacht hätte!).

Das Ergebnis, wie so oft: Politiker gibt befreundeten Bauunternehmen den Auftrag, diese zocken das Land ordentlich ab, die Baukosten laufen aus dem Ruder, der Politiker gerät ins Kreuzfeuer der Kritik, das Projekt bleibt unvollendet, und als der Status F eintritt wird die Mauer unter großem Hallo von beiden Seiten eingerissen (obwohl die paar Brandenburger die es noch gibt sie zuletzt vermutlich ganz gerne gehabt hätten).

Ja, es stehen noch Reste davon. Vor allem aber ist die Zweite Berliner
Mauer eine buschbewachsene Brache. Im Einreißen war man schon immer besser als im Aufbauen.

Und die Neueste Berliner Mauer? Ist ebensolcher Unfug. Wie ich später noch erklären werde, ist die Kontrolle der Westsektoren keineswegs so allumfassend, wie einige Konzerne es gerne behaupten, moderne Techniken bieten sehr viel effizienteren Schutz und Überwachung als jede Betonhürde und eine „echte“ Mauer gibt es nur an einigen wenigen Stellen, wo massive Konzerninteressen direkt an Hardcore-F-Gebiete grenzen.

Alles andere sind ein paar mobile Straßensperren, ein paar abgeparkte Fahrzeuge der Konzernsicherheit oder ein automatisiertes ID-Erfassungssystem.

> Die meisten „echten“ Mauerabschnitte ziehen sich entlang des Ostrandes von Berlin-Mitte. Die weitaus wichtigere und effizientere Mauer aber verläuft durch die Verkehrsadern Berlins: Viele Stadtautobahnen – inklusiver neuer Osttangente – sind komplett von den „zwielichtigen“ Gebieten getrennt, sprich: Es gibt keine Auf- oder Abfahrten. Gerade die Osttangente – gebaut als dringend benötigte Direktanbindung der Konzernzonen Richtung Frankfurt/Oder und somit Polen – wurde „dank“ Gesetzlosigkeit der dazwischen liegenden Anarcho-Gebiete einfach auf Betonpfeiler gepackt und „eine Etage höher“ gelegt.
> Vlady Wostock

> Hat niemand versucht, die Tangente zu sprengen? Ich mein: Pack genug C12 an eine Säule, und die ist Geschichte.
> Nikolai

> Die Konzerne haben von vorneherein damit gerechnet, das jemand sowas versuchen würde (tatsächlich gab es weitaus genug Anschläge auf die Baustellen, um die Konzerne frühzeitig für dieses Thema zu sensibilisieren). Die Lösung besteht aus Überwachung der Tragpfeiler per Sensoren, Drohnen und – wie man hört – auch Geisterzeugs. Ob noch genauso intensiv wie nach Eröffnung der Tangente weiß ich nicht – aber nachdem man die ersten paar Attentäter geschnappt und SEHR medienwirksam von der Falschheit ihres Tuns überzeugt hatte, haben glaub ich nnicht mehr allzu viele Leute Bock, sich ann den Pfeilern zu versuchen.
> Vlady Wostock

> Warum auch? Über die Tangente fahren genauso polnische Händler, reguläre Brummi-Fahrer, Familien aufm Wochenend-Ausflug. Da trifft man die Falschen.
> Eggzo_33

> Das erzähl man den echten Konzernhassern unter den Zonies. Für die sind auch Truckfahrer und Familien von Angestellten „Teil des Systems“. Oder was meinst du, was in dem Pamphlet des Selbstmordattentäters stand, der sich vor 3 Jahren in der Preußenmall in die Luft gejagt hat, mitten im Weihnachtstrubel?
> Dmitri

> Hey, das war was anderes, ja? Der Typ hatte einfach was Krankes geslottet. Den kannte niemand im Osten, und Kontakt zu den Komittees hatte der auch nicht! Der warn Einzeltäter, und es würde mich nicht überraschen, wenn da die Konzerne hintersteckten, um Stimmung gegen die Anarchisten zu machen!!
> Chaosium

> Verschwörungstheoretiker …
> Dmitri

> Na und? Bloß weil ne Menge Verschwörungstheorien umgehen, heißt das nicht, dass davon nicht einige oder sogar VIELE stimmen würden! Und komm mir jetzt bloß nicht mit UFO- und Area-irgendwas-Scheiße! Das sind gezielte Kampagnen der Konzerne, um Verschwörungstheorien den Nimbus von Lächerlichkeit zu geben!
> Chaosium

> Paranoider Verschwörungstheoretiker …
> Dmitri

> Ach, F-mich!
> Chaosium

Shadowrun | Stadtspeak Berlin

Dienstag 12.02.08 rabenaas Kommentieren
fstrae.jpg

Berlin 2071. Auch Jahre nach der offiziellen Befriedung der Stadtmitte kommt es immer wieder zu Anschlägen extremistischer Freiheitszellen. Im Bild die illegale 1. Mai Demo 2068 in der Friedrichstraße, in deren Mitte laut Presseberichten ein Selbstmordattentäter sich und 64 andere Personen in die Luft sprengte.

Berliner Straßentalk v2071

Jahr für Jahr schmeißen irgendwelche Verlage, die es besser wissen müssten, irgendwelche lustigen Pseudo-Berlin-Bücher auf den Markt. In denen natürlich auch ein Kapitel über den Berliner Straßenjargon nicht fehlen darf.

Wer sich an die dort genannten Regeln des „Straßensprech“ hält, erreicht damit nur eines: Dass ihn jedes Berliner Raubtier sofort als Tourist erkennt.

Der Berliner Straßenjargon ändert sich ständig. Und saugt begierig neue Strömungen und Wortfragmente anderer Kulturen und Sprachen auf. Gerade aus dem osteuropäischen Raum und dem Nahen Osten. Und selbst aus dem „Altberlinerisch“ des letzten Jahrhunderts, das im Zuge des technischen Verfalls der Anarcho-Zonen eine regelrechte Renaissance erlebt hat.

In diesem Sinne ist auch die folgende Sammlung nur das: Eine Auswahl und Momentaufnahme des Berliner Straßen-“Lingos“ der Zwanzig-Siebziger.

Stadtspeak Berlin

Anblasen – Zur Rede stellen

Ankratzen – Anmachen, flirten, kann auch negativ gemeint sein (Willste mir ankratzen?“)

Auf nass sein, nassen – schnorren

Auf Pumpe sein, pumpen – auf Drogen (speziell alles was gespritzt wird)

Aus Daffke – Jetzt erst recht!

Ausklamüsern – auch: Auseinanderklamüsern. Etwas herausbekommen, entwirren.

Atze – Bruder. Wird auch im Sinne von Buddy, bester Kumpel oder (unter Schattenläufern) Deckungsmann gebraucht.

Baumficker od. Buschlude – Schimpfwort für Elf

Bayer – Berliner Schimpfwort für Ork (vermutlich ausgelöst durch die Trideo-Serie „Wunderkrieg“ und die in der Serie auftauchenden Orks in Lederhosen. Schon zuvor galt „Bayer“ als Schimpfwort für eine dumm-primitive Person mit zu großem Ego).

Beschickert – auch: Angeschickert. Betrunken.

Bimsen – Prügeln (verbimsen, umbimsen, zerbimsen), Bimse = Schläge

Bin ich X oder was? – Kanakisch für „Woher soll ich das wissen, ich arbeite nicht bei X“ (Bin ich Schmidt oder was? Bin ich Saeder oder was?)

Bist du auf sure („schur“)? – Bist du dir sicher?

Bleib online – Entspann dich. Hör zu.

Blubber – Wasserpfeife

Blubberbirne – Jemand der zu viel quasselt, ohne was zu sagen. Wird auch als Spitzname für Pressesprecher verwendet.

Bonnies (Ranch) – Spitzname für die alte Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik im Norden Berlins. Mittlerweile eine privat finanzierte Forschungsanstalt für experimentelle Cybertechnologie (Zeugs das man legal nirgendwo sonst entwickeln darf).

Bons – Reiche Person (Bonze)

Bonsai – Reicher Zwerg oder auch nur Zwerg

Bulette – Frikadelle oder weiblicher Polizist/Konzerngardist oder sehr dicke Frau oder Trollin

Danke für Backobst – Danke für gar nichts

Dasaftra – Bis morgen (russisch)

Destille – Kneipe, speziell solche die Selbstgebranntes anbietet (seit Status F wieder sehr beliebt).

Dobryj Djen’ – Guten Tag (russisch)

Dönme – Schimpfwort für Elf (eigentlich sehr grobes türkisches Schimpfwort, das einen Transsexuellen beschimpft)

Dowitz – Kurze Verabschiedungsfloskel aus dem polnischen Do Widzenia (Auf Wiedersehen)

Dummschuh – Wörtliche Übersetzung der polnischen Redewendung Głupi jak but (Dumm wie ein Schuh)

Dupek – Arschloch (polnisch)

Dschänkju – Danke (Mischform aus „Thank you“ und der polnischen Dankfloskel „Dschängkuje“)

Einen Schuh machen – Abhauen

Geh bei Grün – Bleib entspannt

Görli – Berliner Abkürzung für den Görlitzer Bahnhof. Es existieren ebensolche Abkürzungen für viele wichtige Plätze und Bahnhöfe in Berlin (Kutschi für Kurt-Schumacher-Platz, Kotti für den Bahnhof Kottbusser Tor, Leo für den Leopoldplatz im Wedding etc.)

Goldelse – Name für die weibliche Engelsgestalt, die früher auf der Spitze der Siegessäule stand. In der Anarchozeit wurde die Siegessäule von einer unbedeutenden revolutionären Gruppe gesprengt. Die Goldelse wurde beschädigt und befindet sich heute über dem Haupteingang des Metropolis, einer Arkologie mit schwer angesagten Clubs im Sektor West.

Fatzke – Eingebildeter Kerl, wird immer öfters auch als Schimpfwort füre Elfen (Fatzke mit Ooan (Ohren)) verwendet.

F dich mal – Krieg dich mal wieder ein (von Status F)

F-Hain – Mittlerweile durchgängig gebräuchlicher Name für den alten Bezirk Friedrichshain (der eigentliche Name ist heute fast unbekannt. Leute auf der Straße denken, der Name F-Hain leite sich vom „Status F“ ab).

Flachen – nicht übertreiben (Flach mal!)

Flöten gehen – Verloren gehen

Geh auf die Coke Side – Verpiss dich in den Konzernsektor, wo du hingehörst. Im Westen ebenso gebräuchlich: Komm auf die Coke Side (Entspann dich).

Geh kaken – Geh und frag (falsch übersetzt vom russischen kak dela = wie geht’s)

Genosse Grünpiss – Schimpfwort für Elf (Grünpiss abgeleitet von Greenpreace)

Glupper – ein Doofer (vom russischen glupa = doof)

Hohler Zahn – Heute eher ungebräuchlicher Name für die Ruine der Gedächtniskirche im alten Zentrum West.

Husche – Platzregen

Ich werd dem was husten – Ich denk ja gar nicht dran

Idi na tick – Verzieh dich (russisch)

In your face sein – Hinter dir her sein

Ja sa – Ich bin dafür (russisch)

Jmd. aufräumen – Jemanden töten (chipwörtliche Übersetzung des polnischen sprzątnąć kogoś)

Jmd. rippen – Jemanden im Nahkampf bestialisch zurichten (meist: töten)

JWD – bedeutet „janz weit draußen“. Wird in der Regel als Bezeichnung für den neuen Rand Berlins verwendet.

Jokey – Drogenkurier (aus dem Türkischen)

Kaffer – Jemand vom Land (bedeutet für Berliner: Jeder der aus einer Stadt mit weniger als 3 Mio. Einwohner kommt; Berliner sind in dieser Hinsicht s-e-h-r arrogant)

Kak dela? – Wie geht’s? (russisch)

Kanjeschna – Natürlich (russisch)

Kein Dunst – Keine Ahnung.

Keine Kerze wert sein – sich nicht lohnen (chipwörtliche Übersetzung des polnischen gra nie warta świeczki „das Spiel ist keine Kerze wert“)

Keule – weibl. Form von Atze (s.o.)

Kiez – spezieller Name für eine Gegend in Berlin. Kann von der Größe her eine Nachbarschaft oder ein ganzer Bezirk sein. Je nachdem, was der Sprecher als die betreffende „Gegend“ betrachtet. Häufig in Verbindung mit einer Person („Mein Kiez“) oder einer Landmarke („Kiez um die Kreuzkirche“, „Soldiner Kiez“) genannt.

Kiezbotten – Stiefel

Klaften – einkaufen gehen

Klitsche – Kleine Wohnung, unter Schattenläufern auch Bezeichnnung für ein Versteck am Stadtrand.

Knille - volltrunken (auch: Kanille = dicht mit Drogen (von Kanüle))

Knopp – Berliner Schimpfwort für Zwerg

Kodderschnauze – Am ehesten mit „Schandmaul“ zu übersetzen, bedeutet aber eigentlich, dass der so titulierte sich nicht die Soycreme vom Burger nehmen lässt und sich verbal mit Schlagfertigkeit zu wehren weiß (ist oft als anerkennendes Statement gemeint, da Berliner im Generellen verbal recht heftig um sich beißen, ohne es wirklich ernst zu meinen (sie meinen was sie sagen ehrlich, aber es ist ihnen egal, dass der andere ein Arschloch ist. Sie wollten es nur mal erwähnt haben))

Koscher – echt. Wenn ein Auftrag(geber) als nicht koscher bezeichnet wird, vermutet man Betrug oder verschwiegene „Details“ beim Job

KuDamm – Berliner Name für den Kurfürstendamm im alten Zentrum West (im Konzernsektor West)

Kurva – Hure (polnisch)

Lansprech – Im Aussterben begriffene Scherzsprache (auch Kanakisch genannt)

Lego, Legoland – Schimpfwort für Elf, abgeleitet von dem Elfen Legolas im Herrn der Ringe

Maaken – Schnorren (Haste ma ne Maak)

Merkwürdiges Viertel – Spitzname für das 2044 umfassend ausgebaute Märkische Viertel in Reinickendorf.

MG – genervte Äußerung der Zustimmung (abgeleitet vom Geräusch eines MG (Taktaktak), Tak heißt „Ja“ auf polnisch, also Jajaja).

Mir schnuppe – Mir egal

Mischpoke – Verwandtschaft.

Muckefuck – Ersatzkaffee, meint heute meist Soykaf

Mütayit – Zuhälter, auch: Schmidt oder Schieber, der andere seine Drecksarbeit machen lässt und äußerst mies bezahlt (aus dem Türkischen. Alternativ auch: Pezevenk)

Monk – Schimpfwort für Schamane oder Magier, abgeleitet von einer Fernsehserie gleichen Namens.

Na mur – Bestimmt (polnisch: Fest wie eine Mauer)

Nase – Schimpfwort für Zwerg (Zwerg Nase). Ebenso: Brummbär, Seppel, Pimpel (aus Schneewittchen bei Disney)

Nüschtewo – Gibt’s nicht (vom Russischen Nidjewo)

Nüschtewo nich – Genervt gesteigerte Form von „Wirklich nein!/Wirklich nicht!/Ham wir echt nicht/Keine Diskussion“ (vom Russischen Nidjewo Njet)

Nuckelpinne – Langsames oder schlechtes Fahrzeug (die ultimative Rigger-Beleidigung)

Null, Normal, alles F – Okay

Nullcheck – Dummer Kerl (weibl.: Nullcheckse)

Nüschte – Nichts

Oberschweineöde – siehe Schweineöde.

Omae – abfällig für Möchtegern-Schattenläufer (einer, der zu viele schlechte US-amerikanische Westküstentrids geslottet hat)

Ossi – Anarcho, Bewohner einer schwarzen Zone. In Berlin hat sich der Schmäh-Begriff für Bewohner der einstmals neuen Bundesländer entsprechend der aktuellen Situation gewandelt. Viele der alten Ossi-Witze grassieren wieder. Aber die so Betitelten schlagen gnadenlos mit beißenden Besserwessi-Kommentaren zurück.

Pa – Tschüss (polnisch)

Paka – Tschüss (russisch)

Pfannkuchen (mit Beinen) – Berliner Schimpfwort für Zwerg. Weibl.: Pfanne.

Pfanne sein – total doof sein (Achtung! Im Gegensatz zu „Ich bin Pfanne und stolz drauf“, einem markigen Zwerginnen-Spruch in Berlin)

Pimpel, Pimpelette – Berliner Schimpfwort für Elf (bedeutete
ursprünglich „ein sehr empfindlicher Mensch“).

Piwa – abfällig für schlechtes Bier (leitet sich sowohl aus dem russischen Wort Piwa (= Bier), der schlechten Qualität der meisten russischen Biere in Augen der Berliner und der Abkürzung Pi.Wa. (für Pisswasser) ab).

Plautze – Bauch

Plinse – Schimpfwort für Zwerg (Plinse = Pfannkuchen)

Plötze – Berliner Name für die berüchtigte, Weihnachten 2055 unter Konzernkontrolle wiedereröffnete Haftanstalt Plötzensee, um die sich einige üble Gerüchte ranken (Folterungen, Einbau von Cortexbomben und andere beliebte Schreckensszenarien).

Priwjet – Hallo (russisch)

Protzdorf – abfällige Bezeichnung für das neue Potsdam

Prenzl, Prenzlberg – Berliner Name für den Bezirk Prenzlauer Berg

Riesenstulle, Riesenplins, Riesenpantine, Riesenzwiebel – Schimpfwort für Trolle

Rille sein – Egal sein (Det is mir rille)

Rippen – Stehlen

Rynak – Russenmarkt. Eine besondere Art von Wochenmarkt, üblicher Weise mit fahrenden Händlern aus Osteuropa (nicht unbedingt nur Russland), oft von Russenmafia kontrolliert

Sackzaster – Kleingeld

Sahlan – Willkommen (arabisch)

Schale – Anzug

Schattenparker – in der Runner Community speziell der Begriff für eine Schattenläufer-Lusche (Anfänger oder Unfähiger, Weichei).

Scheiß mir – Das ist mir egal

Schlitz, Schlitze – Frau, bei Metafrauen meist in Kombination mit anderen Schimpfworten (Zwiebelschlitze, Bayernschlitze, Monkschlitze)

Schlong – Schimpfwort für Ork (bedeutet eigentlich (großer) Schwanz, deshalb oft auch doppelt beleidigend eingesetzt: Dummschlong, Schlong mit Wumme, Schlongscheißer, Brezelschlong, Zwiebelschlong)

Schlopack – Freund/Kumpel/Junge, vom polnischen chłopak

Schnieke – Schick

Schweineöde – abfälliger Berliner Name für den Kiez (Ober-)Schöneweide in F-Hain. So öde wie der Begriff andeutet ist die Gegend zwar nicht, aber es gibt durchaus auffallend wenige Locations außerhalb regulärer Eckkneipen, und keine einzige Location von Stadtrang im gesamten Großkiez.

Sektor – Wird in Anlehnung an die Sektoren der Nachkriegszeit mit ihren Sektorengrenze-Schildern als Bezeichnung für jedes größere von einem oder mehreren Konzernen kontrollierte Areal verwendet. Nach Ende des Status F kennzeichneten die Konzerne ihre oft täglich veränderten Einflussgrenzen in der Tat mit „Sie verlassen den XYZ Konzernsektor“ Schildern.

Sich Toten – Sich von etwas emotional distanzieren, auch: sich bewusstlos trinken

Siktir git – Verpiss dich (türkisch)

Sspassiba – Danke (russisch)

Stampel – Schimpfwort für Ork (teilweise auch Troll). Vermutlich Mischbegriff aus Stampe (billiges Tanzlokal zum Besaufen), Stampfen, Trampel und Simpel.

Status F – Als Antwort auf die Frage „Wie geht’s?“: Alles beschissen, wie immer.

Stiffen – Töten

Tach mal – Klartext sprechen (von Tacheles reden)

Takker – meint entweder einen Polen oder einen Ja-Sager („Tak“ ist das polnische Wort für „Ja“).

Taschenduplo – Schimpfwort für Gnome (und kurz geratene Elfen).

Tofu ans Ohr labern – sehr viel labern

Tofu – Wenig verbreiteter Schimpfname für Elf (aus der gleichen Ecke wie: Müsli)

Töle – Hund, kann auch schonmal einen Höllenhund meinen

Transitstrecke – In Anlehnung an den alten Namen der Verbindungsautobahn zwischen Westdeutschland und Westberlin bezeichnet dieser Begriff das Teilstück der Stadtautobahn, das durch die Konzernsektoren führt (und deren Abfahrten videoüberwacht und zuweilen kontrolliert werden).

Tuss(e) – Frau (meist eher im Sinne von Schlampe gemeint)

Udatschi – Viel Glück (russisch)

Uffmucken – Widersprechen

Uhrzeit – Das Hauptproblem für Stadtfremde: In Berlin ist „Viertel fünf“, wenn es Viertel nach vier(!) ist, dann „halb fünf“ (ganz normal), dann „Dreiviertel fünf“ (Viertel vor fünf) und endlich „Fünf“ oder „Fünfe“ (ganz normal). Speziell „Wessis“ vertun sich hierbei sehr gerne, was die Berliner mit diebischer Freude quittieren (aus ihrer Sicht ist man geistig behindert, wenn man sich mit der lokalen Zeit-Üblichkeit schwer tut).

Urod – Schimpfwort für Ork oder Troll (eigentlich polnisch für „Missgeburt“)

Uzen – Verhöhnen., beleidigen

Veggie – Schimpfwort für Elf (von Vegetarier)

Warischki – Weichei (eigentlich jmd. der sich zu warm angezogen hat, weil er ne Erkältung fürchtet, abgeleitet vom russischen Wort Warischki = Wollhandschuhe)

Waschmaschine – Spitzname des alten Kanzleramtes im heutigen Konzernsektor West.

Wasserklops – Spitzname des alten Brunnens vor der Gedächtniskirche, ein beliebter Meeting Point für Info-Schieber und Runner.

Weisstu/Weeste – Identifikationsworte für Kaffer, die hip sein wollen. Wer eines dieser Worte in Berlin verwendet, outet sich als Touri(st) oder schlimmer: als NEUberliner!

Witam – Hallo (polnisch)

Yarak – Generisches Schimpfwort, wird für praktisch alles gebracht (eigentlich „Schwanz“)

Zonies – Anarchos, Bewohner einer schwarzen Zone. Wird teilweise synonym zum Begriff „Ossi“ verwendet (s.d.), ist aber eigentlich nicht im Sinne der alten West-/Ost-Differenzen der Stadt gemeint.

Zoo – Das alte Zentrum West im Konzernsektor. Der Zoologische Garten, von dem sich der Begriff ableitet, ging gleich zu Beginn des Status F zugrunde, da einige Vollidioten die Abschaffung der Gesetze zum Anlass nahmen, auf „Großwildjagd“ zu gehen. Mittlerweile gibt es angeblich Pläne, den Zoo zu renovieren und in einen Zoologischen Garten für paranormale und unverwandelte Tiere zu verwandeln.

Zwille – Handschleuder, unter Gossenabschaum in Berlin recht beliebte Waffe zum Verschießen von Steinen, DMSO/drogengefüllten Beuteln oder kleinen Granaten.

Zwiebel, Zwiebelring – Schimpfwort für Metamensch (abgeleitet vom „Herrn der Zwiebelringe“). Zwiebel bedeutet außerdem „Kopf“ und „Prügel“

Shadowrun | Rein und raus aus Berlin

Dienstag 12.02.08 rabenaas Kommentieren
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Berlin 2071. Blick aus dem Fenster eines Luftschiffs der BerlinTouristikAgentur BTA. Geradeaus der Fernsehturm, davor der Rohbau der neuen Wunschkind-Klinik des gleichnamigen österreichischen Gen-Konzerns. Direkt rechts davon im fernen Hintergrund die streng abgeschirmte Berliner Forschungszentrale von CATCo. Rechts davon und weiter vorne der Berliner Dom, daneben die Niederlassung von Orbital Dynamix (SK), dazwischen im fernen Hintergrund die größte Berliner Arkologie, von Saeder-Krupp. Am rechten Rand im fernen Hintergrund die Büro- und Luxusappartment-Türme des Geschäftszentrums Friedrichstraße.

Getting There. And Out.

Hi. Ich bin gebeten worden, auch etwas zu dieser File-Sammlung beizutragen, und tue das natürlich gerne. Und zwar zum Thema An- und Abreise. Damit wir uns recht verstehen: Wenn du ein Konzerner bist, steht dir jede An- und Abreise offen. Es geht also hier nicht darum, welcher Bahnhof die schönsten Zierpflanzen oder welche Commuter-Linie die beste Onboard-Trids hat. Sondern nur ganz praktisch für alle „zwielichtigen“ Elemente da draußen, wie man Berlin erreicht – und verlässt.

> Mit „zwielichtig“, da meint er uns, oder?
> Spatz

> Du bist SO weise.
> Khan

Per Flugzeug

Es existieren in Berlin 4 Flughäfen, über die man sicher und bequem nach Berlin gelangen kann: Tegel, Schönefeld, Tempelhof und der Heliport Gatow.

> Daneben existieren noch ne bunte Palette weiterer Liftoff-Punkte. Im Osten beim Homboldthain ist ein Punkt, der regelmäßig von ner Gruppe frei operierender Heli-Piloten angeflogen wird, um schwarz Passagiere ein- oder auszufliegen.
> Spatz

> Und nachdem du diese Info hier ins Netz gestellt hast, kannst deinen Arsch drauf verwetten, dass wir den Punkt nicht mehr anfliegen werden, du Riesenplins!
> Bugatti

Gemein ist allen vier Flughäfen, dass diese fest in Konzernhand sind und entsprechend gesichert sind. Tempelhof gehört Saeder-Krupp, Tegel wird betrieben von der Luft- und Stadtverkehrsgesellschaft Berlin (L&S-VGB), Schönefeld wird betrieben von der United Airport Corporation UAC (was faktisch bedeutet dass Schönefeld der Deutschen Treuhand ÖAG gehört) und die HeliCorp ist ein unabhängiges Berliner Unternehmen, das inzwischen auch die Reste der alten Cargolifter-Anlagen übernommen hat, um die seinerzeit gescheiterte Idee auf Basis heutiger Technik neu zu beleben.

> Die Flughafen-Info ist nicht mehr ganz up to date. In den letzten Monaten und Jahren sind Tegel und Gatow (und die Cargolifter-Anlage) durch mehrere Hände gegangen – oder zumindest gab es immer mal Schlagzeilen, dass sie es tun würden – von daher hier mal besser zeitnah die Knoten checken.
> Khan

> Was hab ich gehört vom BBI? Die wollen den jetzt doch bauen?
> Diogenes

> Hey, Mann, Berlin-Brandenburg International IST Schönefeld!
> Khan

Berichte von häufigen Flugzeugabstürzen in Berlin sind schlicht unwahr.

Per Bahn

Ob per Bundesbahn, per Transrapid oder ECE: Alle großen deutschen Bahnverkehrsnetze bieten auch Anschlüsse in Berlin. Strecken wie Bahnhöfe werden durch die betreffenden Gesellschaften und – was wenigen bewusst ist – auch durch den Bundesgrenzschutz überwacht und gesichert. Dieser greift auch hart durch, wenn es um die Sicherheit der Bahnverbindungen und um Versuche illegaler Einwanderung in die ADL via die Freistadt Berlin geht: Das Fernbahnnetz gehört der ADL, auch in Berlin!

> Nach einigen üblen Terror-Anschlägen auf Bahnstrecken in den letzten paar Jahren ist die Sicherheit der Züge jetzt echt TIGHT und steht der Flughafensicherheit kaum nach. Hier wie auf den Airports gilt: Kommlink hat aktiv und sauber zu sein, und jedes Gepäckstück hat nen aktiven RFID (oder bekommt ihn beim Check-In).
> Khan

Per Auto

Nachdem der „Speckgürtel“ Berlins größtenteils eingemeindet wurde (was durchaus nicht unter Begeisterungsrufen der Bevölkerung geschah, im Gegenteil!) rangiert das verbliebene Umland Berlins unter den bevölkerungsärmsten Landstrichen Deutschlands (auf Platz 2 hinter Mecklenburg-Vorpommern). Nur vereinzelt gibt es Klein(st)städte, denen es gelingt mit Tourismus mehr schlecht als recht zu überleben. Der große Rest des Landes gleicht zunehmend einem Land der einsamen Alleen und der Geisterstädte. Von der Anreise per Auto muss generell abgeraten werden. Zwar sind die alten Transitstrecken nach Berlin trotz ihres erbärmlichen Zustandes im Allgemeinen sicher, aber im Falle eines Notfalles ist man sehr auf sich allein gestellt. Und wenn man mit seinem Auto in Berlin angekommen ist, was macht man dann mit ihm? Die meisten Autos von Berlinfremden sind den Berliner Verhältnissen schlicht nicht gewachsen, sind zu neu, zu wenig verbeult, zu attraktiv für Diebstahl und zu empfindlich für die Widrigkeiten von Schlaglöchern, Scherben und Carjackings.

> Erneut: Das trifft natürlich vor allem für Leute zu, die bestenfalls Halblegale oder SINlose sind und sich in den Zonen im Osten bewegen wollen. Wer Konzernerr ist oder wessen ID in Ordnung ist, kann mit seiner Karrre natürlich in die Konzernzonen fahren, wo sein Auto so sicher oder unsicher ist wie überall sonst auch. Vorsicht: In vielen Konzernzonen im Westen ist ein aktiver Auto-RFID mit dazu passender aktivem PAN (mit lrgitimer Fahrlizenz) Pflicht! Und das Sensor- und Verkehrsüberwachungsnetz im „Neuen Westen“ ist pfuschneu und SOTA!
> Khan

Per Hover

Eine dritte, meist vergessene Anreisemöglichkeit besteht über die Wasseradern, die nach Berlin führen. Berlin hat mehr Brücken als Venedig, war einmal eine Hansestadt und hatte mehrere sehr Marine-begeisterte Herrscher. Das Erbe dieser Zeit sind sehr gute Wasseranbindungen zu Elbe und Ostsee – Wasserstraßen, die zunehmend von Hoverfahrern benutzt werden, um Fracht und Passagiere nach Berlin und wieder hinaus zu bringen. Obwohl die meisten Hover jeden beliebigen Punkt in Berlin ansteuern können, endet die Fahrt der meisten am Westhafen, dem zentralen Frachtanlaufpunkt aller Wasserverbindungen, oder am Urbanhafen, wo aber meist nur Passagiere abgesetzt werden. Die Fahrt mit Hover dauert länger als mit Zug oder Flugzeug, ist aber schneller und sicherer als mit dem Auto, und dabei nur geringfügig teurer als der Transrapid. Der zentrale Vorteil der Hover-Reise aber ist, dass Ankunft und Abfahrt nirgendwo zentral verzeichnet werden, da jeder Hoverkapitän – viele davon sind polnische Veteranen der Eurokriege – auf eigene Rechnung arbeitet.