Blog | Auf dem Weg zu Berlin 2071+

Berlin heute ist die Stadt, in der im Jahr 2071+ die SHADOWRUN Kampagne KNOCHENSPLITTER spielen wird. Während es reichlich überflüssig ist, jene Gebäude und Geländemerkmale zu beschreiben, die zumindest den Berliner Spielern ohnehin bekannt sind, ist es durchaus interessant, sich „zukünftige Gebäude“ näher zu betrachten.

In dieser „Rubrik“ werden Planungsentwürfe und Bilder von Gebäuden gezeigt, die heute noch gar nicht existieren – und 2071+ womöglich schon als veralteter Bürobau in der Gegend vor sich hin oxidieren.

Das Zoofenster

berzoofe.jpg

Foto: Christoph Mäckler Architekten

Im entsprechenden Eintrag zur Gegend des Kurfürstendamm 2071+ taucht das neue Zoofenster nicht auf. Aber es ist ja auch nicht zu jedem Gebäude ein einzelner Eintrag angelegt worden. Das Zoofenster befindet sich auf dem Teilstück zwischen Breitscheidplatz und Bahnhof Zoo. Was es 2071+ einmal beherbergen wird, lasse ich einstweilen offen –fest steht aber, dass es neben dem neuen Sitz von Medicare eines der höchsten Gebäude rund um den Stumpf der Gedächtniskirche ist.

„In realitas“ ist das Bauprojekt Zoofenster bereits seit einiger Zeit“in der Machre“ und wird aktuell (Stand Februar 2008) von einem Investor aus Dubai betrieben.

Und a propos Investoren aus Nahost: Auch das ist ein Faktor, der von der projizierten Zukunft des Cyberpunk-Genres abweicht (ich springe grade wieder mal im Thema). Während klassischer Cyberpunk oft die Herrschaft der japanischen Wirtschaft herausstellt, erleben wir heute vielmehr, dass unsere Zukunft mehr und mehr von den Märkten Chinas, Indiens und auch einigen Staaten im Nahen Osten abhängen wird. Was das im einzelnen für ein aktualisiertes Cyberpunk-Setting bedeuten könnte, wäre durchaus interessant zu diskutieren, aber vielleicht nicht gerade jetzt. Dafür muss ich mich noch etwas mehr in die Materie einarbeiten.

Destination Wildlife

Im SHADOWRUN Eintrag zum Bikini-Haus am Zoo heißt es: „Das alte Zentrum am Zoo wurde auch Bikini-Haus genannt und war trotz mehrerer Versuche der Verschönerung ein potthässlicher Verbindungsbau, der sich entlang des kompletten Nordrandes der Budapester Straße auf Höhe des Breitscheidplatzes zog. Das ganze Ensemble wurde in den 2050ern abgerissen und durch ein neues, modernes Bauensemble ersetzt, das – wie der „Zufall“ so spielt – durch die Bank weg von Aztech-Tochterunternehmen belegt wurde.“

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Tatsächlich ist am Ort des so genannten Bikini-Hauses eine Erweiterung mit Hotel geplant, dessen herausragendstes Merkmal nnatürlich der Blick auf bzw. in den Zoo sein wird. Auf der entsprechenden Seite des Senates heißt es dazu:

„Diese „Destination Wildlife“ bietet vorne das pulsierende städtische Leben und im rückwärtigen Teil die Ruhe und Entspannung des Zoos. Neben der Hotelnutzung ist eine Neupositionierung und eine Erweiterung des Einzelhandels vorgesehen. Abhängig von der Auswahl der Hotel- und Einzelhandelspartner sieht der Zeitplan vor, ab Ende 2006 mit den Bauarbeiten beginnen zu können. Die Entwicklung soll unter Rücksichtnahme auf die historische Bedeutung des Bikinihauses erfolgen.“

Für SHADOWRUN BERLIN 2071+ ist dieses – im übrigen von einer Bayerischen Immobiliengruppe geplante – Vorhaben letztlich egal: Das Grundgebäude wurde samt aller nachträglichen Verschönerungs-Ideen abgerissen und durch einen kompletten Neubau mit 8 Stockwerken ersetzt.

Das Schimmelpfeng Haus

casia_nahwirkg_140x250.jpgProjekt-Idee: Büro Langhof

Auch das neue Schimmelpfeng-Haus wird im SHADOWRUN-Beitrag zur City West kurz erwähnt. Die reale Bauplanung sieht laut Senats-Seite Folgendes vor:
„Auf insgesamt 57.000 m² Bruttogeschossfläche, darunter in einem 118,80 m hohen Turmhochhaus, können folgende Nutzungen entstehen: Einzelhandel, Gastronomie, Büros, Freizeit und Unterhaltung, Hotel, Kultur, und Sport. Mit dem Abriss des Brückenhauses wird die unbefriedigende städtebauliche Situation („Hinterhof“) beseitigt. Die optisch abgeschnittene Kantstraße soll wieder in räumlichen Bezug zum Breitscheidplatz gesetzt und aufgewertet werden. Die Blickbeziehung zur Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche wird durch den Abriss hergestellt. Das Projekt ist kurzfristig realisierbar. (…) Auch im Rahmen dieses Projektes soll die Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raumes erhöht werden: Die Gehwege der Kantstraße zwischen Breitscheidplatz und Joachimstaler Straße werden zu Lasten der Fahrbahn und des Mittelstreifens auf beiden Seiten um bis zu 2,85 m verbreitert und mit mindestens 17 Straßenbäumen bepflanzt. Damit leistet auch dieses Projekt einen Beitrag zur Aufwertung des Breitscheidplatzes.“

Auch die Zukunft des Schimmelpfeng-Hauses ist in der KNOCHENSPLITTERVision von Berlin 2071+ nicht festgelegt. Ausgehend von der Optik des gezeigten Entwurfes aber darf davon ausgegangen werden, dass sich in der Welt der Megakonzerne ein eben solcher dort eingenistet haben dürfte.

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