Blog | RFID

Alle Nase lang stößt man bei SHADOWRUN, aber auch anderen dystopischen Zukunftssettings auf den begriff RFID. Die Technik ist aber keineswegs Science-Fiction, sondern im Prinzip ein alter Hut. Was aktuell den Massendurchbruch „noch“ verhindert ist der vergleichsweise hohe Chip-Preis. Gelingt es aber, diesen unter eine bestimmte Grenze zu drücken, wird er in unserem Leben omnipräsent sein.

Das Folgende ist ein Ausschnitt aus einem „zwar“ Fiction Film, der aber nur reale (= bereits jetzt machbare) RFID Technik verwendet – und wie wir am Internet ja gesehen haben, kann man sich kaum zu Beginn ausdenken, auf was für Ideen die Leute im Laufe kurzer Zeit noch alles kommen werden.

Den kompletten Film in mehreren Teilen gibt es auf Youtube, startend mit Teil 1 hier.

Ein allerdings englischer Videobeitrag über den Stand der RFID Technik und wie RFID funktioniert befindet sich hier (leider sehr doof abgeschnitten).

6 thoughts on “Blog | RFID

  1. Sue sagt:

    Ich hab mich damit mal in der Uni beschäftigt. Du glaubst gar nicht, wo überall son Ding drin ist. Big Brother Bahn (bahn Card 100 war einer drin, hatte die Bahn heimlich gemacht), die ganzen Punkte-Sammelkarten (Happy Digits etc) und natürlich auch in der MensaCard.

  2. mg sagt:

    Siehst du leider falsch. Der Bundesbürger zahlt glaub ich im Jahr etwa allein ~750€ für seine eigene Überwachung. Ich hab die Zahl leider nicht mehr im Kopf, aber sie ist verdammt hoch. Teuer ist sowas somit allerdigns nicht. Schließlich geht es ja um Gesundheitskarte, Steuernummern blabla… alles was wir unternehmen „müssen“ um den Staat wieder flott zu kreigen. Klar Entschlackung der Bürokratie! Während es reel gesehen eher das Gegenteilder der Fall ist und man zunehmend gegen eine anonyme Mauer rennt, wenn man was vom Staat will. Da heißt es „nicht unsere Aufgabe“. Ja, für was ist den der Staat eigentlich da?

    Problem ist, dass bald alles nur noch über den Müll läuft und wir dadurch eirgendwann einfach abgeschaltet werden können.

    STOPPT DIE NEUE WELTORDNUNG!

  3. rabenaas sagt:

    Sollte sich „Siehst du leider falsch. Der Bundesbürger zahlt glaub ich im Jahr etwa allein ~750€ für seine eigene Überwachung“ auf den Artikel beziehen, wo ich sage dass der relativ hohe Chip-Preis noch den Massendurchbruch verhindert, so sei gesagt dass ich damit NICHT die Verwendung von RFIDs in Ausweisen & Co. meinte, sondern auf oder in jedem Produkt. Schon heute kostet der RFID Chip nur wenige Cent (der Beitrag den der Budesbürger für seine eigene Überwachung leistet, sollte jene Zahl stimmen, geht also AUF KEINEN FALL für RFID-Kosten drauf). Wenige Cent sind aber wenige Cent zuviel, wenn du als Hersteller RFID-Chips z.B. auf deine Milchtüten oder Schokoriegel bringen willst. HIER wird noch gewartet, dass der Preis auf 1-2 Cent oder darunter fällt (je nach Produkt), DANN werden alle Produkte die du kaufst wie bei Shadowrun gedacht mit RFIDs ausgestattet und der RFID Chip omnipräsent sein.

  4. Tequila sagt:

    Das werden spaßige Zeiten. Ein Lesegerät mitgenommen uns sofort weist du alles über deinen Sitznachbar im Zug. Was für Marken er bevorzugt und ob er irgendwelche Medikamente braucht. Gerade wenn das auch in Ausweisen überall kommt. Ist ja schön, dass man das alles über Funk abrufen kann, aber das heißt leider immer auch, dass es auch unerlaubt funktioniert.
    Da hilft auch eine Verschlüsslung nichts. Es ist immer nur eine Frage der Zeit bis eine Verschlüsslung geknackt ist.

  5. Roland_09 sagt:

    In dem Video gab es ein paar Mal Formulierungen wie „XY ist auf dem RFID-Chip gespeichert“, da ging es z. B. um eine Patientengeschichte oder biometrische Daten. Das ist – noch – Zukunftsmusik. RFIDs haben heute eine Kapazität von 1 Bit bis zu mehreren KByte. Meistens enthält der RFID-Chip „nur“ eine einmalige Nummer, die ihn identifiziert. Die entsprechenden Inhalte (also z. B. die Patientenakte) liegen zentral auf einem Server. Wenn der Chip abgefragt wird, wird der Chip anhand der Nummer identifiziert und die Inhalte können zugeordnet werden. Natürlich muß der Abfragende auch eine Verbindung zu dem entsprechenden Server haben… Wenn z. B. ein Geisteskranker aus dem Video davonläuft und an einem RFID-Leser der Bahn
    vorkommt, erhält die Bahn eine Chip-Nummer, mit der sie nichts anfangen kann. Die Bahn hat damit noch lange keinen Zugriff auf die Patientenakte.
    Interessant wird es mit der Einführung des EPC, des Elektronischen Produktcodes. Das ist eine Ziffernfolge von z. Zt. 64 oder 96 Bit oder mehr (das System soll aufwärtskompatibel sein). Die dadurch umschlossenen Adressräume sind derart groß, daß jedes EPC verwendende Unternehmen jedes einzelne seiner Produkte mit einer weltweit einmaligen EPC-Nummer versehen kann, und zwar über viele Jahrzehnte fortlaufend. Ausgelesene (z. B. auf einem RFID gespeicherte) EPC können über Object Naming Services (ONS) über das Internet ausgewertet werden, d. h. ONS speichert Infomrationen darüber, wo und bei wem weitere Informationen über das mit EPC erfaßte Objekt abgelegt sind.
    Wer mehr über RFID wissen möchte, mag sich auf den Seiten von foebud-dot-org umtun.

  6. Roland_09 sagt:

    Das bedeutet für meine spezielle Shadowrun-Runde:
    – Alle industriell hergestellten Waren enthalten RFIDs.
    – Alle RFIDs sind einmalig.
    – Alle RFIDs sind mit wenig Aufwand zumindest grob ihren Herstellern zuzuordnen (D. h. der RFID-Leser in der U-Bahn, der eigentlich nur Dein Ticket feststellen soll, damit die Fahrkosten Deinem Konto belastet werden können, merkt völlig automatisch, wenn einer der 37 RFID-Chips, die Du an ihm vorbeiträgst, z. B. von einer Firma namens Heckler & Koch an irgendeinem Produkt angebracht wurde.)
    – Jeder, der über ausreichend Interesse und Reichweite verfügt (z. B. – aber nicht ausschließlich – Behörden und Kons) kann jede Ware über alle Geschäftsprozesse hinweg zurückverfolgen. (Runner Flitzpiepe erledigt einen – wie er meint – erfolgreichen Run. Am nächsten Tag steht das SEK vor seiner Tür. Es stellt sich heraus, daß irgendein RFID-Leser in dem streng abgeschirmten Kon-Labor einen EPC aufgeschnappt hat, der auf einem RFID gespeichert war, der an Flitzpiepes Lieblingsturnschuhen Marke „Flinke Sohle“ angebracht war. Dieses Paar Turnschuhe war am 28.08.2070 um 19:07:42 in einem bestimmten Aldi an einen Herbert Hirsch verkauft worden – eine von Flitzpiepes falschen SINs, die er zum Einkaufen benutzt. Außerdem hatte er unter dieser SIN auch seine Wohnung angemeldet.)
    – Jeder, der über ein ausreichend weiträumiges und engmaschiges Netz von RFID-Lesern verfügt (wiederum Kons/Behörden), kann ein sehr genaues Bewegungsprofil beliebiger RFIDs erzeugen. Wenn dieser RFID dann noch einer bestimmten Person zugeordnet wird… siehe oben, Runner Flitzpiepe.

    Aus diesen Gründen ist es in meiner Runde üblich, sich für jeden Run eine neue SIN zuzulegen. Unmittelbar vor dem Run geht jeder „durch die Schleuse“, d. h., er gibt sämtliche persönlichen Gegenstände (Kleidung, alles) ab und erhält andere, die von verschiedenen Strohleuten zusammengekauft wurden. Nun ja, einer meiner Spieler spielt einen Aegis Cognito – Agenten. Wer solchen Aufwand nicht treiben will (oder kann), kann eigentlich nur versuchen weitgehend SIN-los zu leben und möglichst alle RFIDs zu löschen oder zu verändern, die sich an seinen Sachen befinden. Das kann im Fall von Fahrzeugen oder Waffen aber wieder lizenzrechtliche Folgen haben: Du hast zwar eine (gefälschte) Lizenz für eine Ares Predator, aber damit ist eine bestimmte Predator mit einer bestimmten Seriennummer und einem RFID gemeint, keine RFID-lose vom russischen Waffenhändler um die Ecke.

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