Shadowrun | 36 Cyberpsychosen

36dinge ist die Kategorie für Listen, die dir als Spielleiter das Leben einfacher machen können. Wann immer dir grade eine Idee fehlt, im Run die Action stockt, Downtime oder Wartezeit auf später eintreffende Spieler zu überbrücken oder eine Beschreibung “mal eben aus dem Ärmel geschüttelt” werden muss, helfen die Listen der 36dinge, den kleinen Denkanstoß zu geben.

Gewürfelt wird auf den Listen mit 2W6, wobei einer die “Zehnerstelle” und der andere die “Einerstelle” ist.

Die 36 Cyberpsychosen sind inspiriert von Detailregeln des Buches Grimm’s Cybertales für das Spiel CP2020.

36 Cyberpsychosen funktioniert etwas anders als die üblichen 36 Dinge Listen. In ihr werden 36 unterschiedliche Effekte von Essenzverlust auf die Psyche des Charakters erfasst, und zwar gestaffelt nach Schwere von 1 bis 6. Diese Schwere des Effektes ist natürlich (tätää) der Schwere des Essenzverlustes bzw. der verbliebenen Essenz des Charakters zugeordnet.

Handhabung

Wann immer ein Charakter Essenz verliert, würfelt er eine Cyberpsychose-Probe auf WIL+CHA. Die Schwierigkeit ist 3 + die Anzahl an vollen Essenzpunkten, die er bereits verloren hat (ein Charakter mit Essenz 1 würfelt also gegen Schwierigkeit 8. Viel Glück). Wurde die Probe bestanden, tritt keinerlei psychologischer Effekt auf – der Charakter zeigt keine psychischen Veränderungen als Folge des neuen Implantats. Es wird für jedes Implantat ein einzelner Cyberpsychose-Wurf gemacht.

War der Cyberpsychose-Wurf nicht erfolgreich, wird ein Wurf auf dieser Tabelle durchgeführt, um die Art der auftretenden Psychose festzustellen. Erfolgten mehrere Einbauten im Zuge einer einzigen Operation, wird nur ein einziger Wurf gemacht – die Einbauten werden also in einen einzigen Effekt zusammengefasst. Dies soll simulieren, dass es für einen Menschen besser zu verarbeiten ist, in einer einzigen OP sein ganzes Bein zu verlieren, als erst einen Zeh, dann einen weiteren Zeh, dann den Fuß, dann erst das Bein.

Verdeutlicht: Wurden in einer einzigen OP 3 Implantate auf einmal eingebaut, werden 3 Cyberpsychose-Würfe durchgeführt. Egal, ob 1, 2 oder alle 3 Cyberpsychose-Würfe scheiterten wird aber nur ein einziger Effekt bestimmt.

Gewürfelt wird der auftretende Effekt nicht auf der gesamten Tabelle, sondern nur innerhalb des Bereiches, in dem sich die Essenz des Charakters jetzt bewegt. Liegt die verbleibende Essenz unter 6, aber noch über 5 wird also im 6er Bereich gewürfelt, liegt sie unter 5, aber über 4 wird im 5er Bereich gewürfelt. Gewürfelt wird mit 1W6.

„Leider“ ist die metamenschliche Psyche aber kein fixes mathematisches Gerüst, deshalb kann es innerhalb jedes 6er Sets dazu kommen dass ein schwerer oder auch ein leichterer Effekt auftritt.

Ein schwerer als normaler psychischer Effekt tritt auf, wenn eine 1 gewürfelt wird. In diesem Fall wird der psychische Effekt in der nächstniedrigeren Essenzkategorie erwürfelt. Taucht auch dabei eine 1 auf, wird wiederum die nächstniedrigere Kategorie herangezogen – es ist also möglich, sich selbst bei Einbau eines harmlosen Implantates sofort eine schwere Psychose zuzuziehen.

Ein leichterer als der normale psychische Effekt tritt dann auf, wenn man denselben Effekt nochmal erwürfelt. Dies kann zum Beispiel dann geschehen, wenn man innerhalb derselben Essenz-Kategorie mehrere Implantate in getrennten OPs erhält (z.B. indem der Charakter sich erst ein Implantat einbauen lässt, was seine Essenz auf 4.6 absenkt, und einen Monat später ein weiteres Implantat, das die Essenz auf 4.3 senkt. In beiden Fällen würde ein Cyberpsychose-Effekt in der 5er Range der Tabelle erwürfelt werden – wird beide Male der gleiche Effekte erwürfelt, ist der zweite Effekt stattdessen ein Effekt aus der harmloseren 6er Range). Wird durch wiederholtes Erwürfeln von Psychosen, die der Charakter bereits besitzt, die Leichtigkeit der neuen Psychose auf „über 6er Kategorie“ gedrückt, tritt kein neuer Effekt auf.

WICHTIG! Die folgende Tabelle dient dazu, Spielspaß zu schaffen, nicht ihn zu vernichten. Der Spielleiter sollte mit dem betroffenen Spieler die auftretenden Psychosen und wie sie gespielt werden besprechen und die angegebenen Abzüge, Würfe und Strafen vor allem dann einsetzen, wenn der Spieler seinen Charakter unpassend, dass heißt abweichend von der Psychose spielt. Solange er die Psychose(n) voll in sein Spiel integriert, kann und sollte auf Würfe und Abzüge verzichtet oder diese verringert werden.

Klasse 6 Psychosen (Essenz 6.0 bis >5.0)

  • 66 Latente Entfremdung – Der Charakter ist etwas distanzierter als früher, ist damit aber nicht distanzierter als für die Sechste Welt üblich.
  • 65 Latente Selbstüberschätzung – Der Charakter ist etwas arroganter als früher, ist damit aber nicht arroganter als für die Sechste Welt üblich.
  • 64 Latente Cyberfokussierung – Der Charakter ist etwas begeisteter von Cyberware und anderen Implantaten als früher, ist damit aber nicht cyberbegeisteter als für die Sechste Welt üblich.
  • 63 Latente Phobie – Der Charakter ist etwas besorgter als früher, ist damit aber nicht besorgter als für die Sechste Welt üblich. Das mag als Widerspruch erscheinen, ist er durch seine Implantate nun besser (= geschützter) als zuvor, doch so funktioniert die menschliche Psyche nicht: Indem sich der Charakter mit seiner eigenen Unzulänglichkeit beschäftigt und zur Lösung eines Einzelproblems ein Implantat gewählt hat, ist er sich der vielen vielen Dinge, in denen er noch implantat- und somit schutzlos ist, viel bewusster geworden. Selbst das Implantat, das er hat, bietet für sein Problem keinen finalen Schutz, denn schon spricht die Fachwelt von einer neuen Generation jenes Implantates oder neuen Modellen eines anderen Herstellers, die in (nicht spielrelevanten) Details besser sein sollen als sein „altes“ Implantat.
  • 62 Latente Nervosität – Der Charakter ist etwas nervöser und reizbarer als früher, ist damit aber nicht nervöser oder reizbarer als für die Sechste Welt üblich.
  • 61 Überreaktion – Es tritt eine Klasse 5 Psychose auf (dort erneut würfeln).

Klasse 5 Psychosen (Essenz 5.0 bis >4.0)

  • 56 Geistesabwesend – Der Charakter tendiert dazu, Dinge zu vergessen, die sich vor seiner Aufrüstung ereignet haben. Betreffende Erinnerungswürfe an die Zeit vor seiner Aufrüstung haben einen Malus von 2 Würfeln.
  • 55 Abgelenkt – Der Charakter beschäftigt sich wenn nichts Dringendes seine volle Aufmerksamkeit erfordert mit den diversen Diagnosefunktionen und Spielereien seiner Implantate, bzw. er checkt per Komlink aktuelle Forenbeiträge zu seinen Implantaten etc. Er hat einen Abzug von zwei Würfeln auf Wahrnehmungs- und Überraschungsproben.
  • 54 Arroganz – Der Charakter hält sich dank seiner Aufrüstungen für besser als andere. Er ist arrogant und wird versuchen, für sich selbst einen höheren Anteil herauszuschinden. Auf Ablehnung z.B. bei sexuellen Avancen kommt er schlecht klar. Erfährt er Ablehnung, muss er einen Wurf auf WIL+CHA(2) schaffen oder er überreagiert, wird ggf. sogar gewalttätig.
  • 53 Manie – Der Charakter steht ständig unter Strom. Er ist aufgedreht, kann kaum stillsitzen, ist nervös und hat enorme Schwierigkeiten, zur Ruhe zu finden. Warten hasst er weit mehr als zuvor, es drängt ihn nach Action, bei der er dann die Möglichkeiten seiner Aufrüstungen voll ausfahren kann. Der Charakter braucht Schlafmittel, um Schlaf zu finden, es sei denn er hat mindestens 3(G) Schaden erlitten.
  • 52 Latente Cybersucht – Dem Charakter gefallen seine Aufrüstungen. er fühlt sich besser als je zuvor. Er redet gerne darüber, wie großartig es ihm geht, und er strebt danach, sich möglichst bald weiter aufrüsten zu lassen, sobald das Geld dafür reicht. Andere Besorgungen sind dem gegenüber weniger wichtig. Er muss gelegentlich einen Wurf auf WIL+INT(2) machen, um zu verhindern, wertvolle Ausrüstung (z.B. ein Auto) auch zu schlechtem Preis zu verkaufen oder seinen Lebensstil abzusenken, um somit Geld für neue Implantate zu besorgen.
  • 51 Überreaktion – Es tritt eine Klasse 4 Psychose auf (dort erneut würfeln).

Klasse 4 Psychosen (Essenz 4.0 bis >3.0)

  • 46 Halluzinationen – Der Charakter nimmt Dinge wahr, die überhaupt nicht da sind. Fataler Weise wird er nicht davon zu überzeugen sein, dass dies ein Defekt oder eine Abstoßungsreaktion auf seine Implantate ist – er hält diese für den Schlüssel, der ihm Zugriff auf „die wahre Sicht der Dinge“ gibt und ihn z.B. dazu befähigt, Gedanken zu hören, den Astralraum zu sehen oder Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind. Wahrnehmungsproben des Charakters sind um 3 erschwert.
  • 45 Rachsüchtig – Der Charakter ist so eingenommen von sich selbst und seiner implantatgedankten Überlegenheit, dass er es nicht erträgt zu verlieren oder hintergangen zu werden. Er wird jede Art von ihm zugefügten Unrecht rächen, egal wie klein es sei, und die Art der Antwort wird in einem gewissen Verhältnis zur Art des Unrechtes oder der Beleidigung stehen. Diese Psychose entspricht dem 10-Punkte-Nachteil „Rachsüchtig“ aus dem Runner’s Companion (Mangelnde Selbstkontrolle).
  • 44 Abstumpfung – Die Implantate führen zu einer stärkeren Entfremdung des Charakters von seiner Umwelt, und das in weit stärkerem Maße als es alleine aufgrund der Essenzverlustes geschähe. Der Charakter hat -1 Würfel Abzug auf alle Proben, die mit CHA oder INT zu tun haben. Paradoxer Weise empfindet er diese Abstumpfung als angenehm, da die Dinge ihn nicht mehr so sehr berühren wie früher.
  • 43 Flashback – Der Charakter leidet unter zwar seltenen, dafür aber extremen Erinnerungs-Flashbacks. Treten diese auf, muss er WIL+INT(3) würfeln oder kann für 1W6 Minuten keine sinnvollen Aktionen ausführen, während er Szenen seines Lebens neu durchlebt oder er sich einbildet, eine Person aus seiner Vergangenheit zu sehen. Diese Störung entspricht dem 5-Punkte-Nachteil gleichen Namens im Runner’s Companion und ist besonders fies, wenn er in Verbindung mit Amnesie auftritt.
  • 42 Manisch-Depressiv – Der Charakter entwickelt eine bipolare Persönlichkeitsstörung. Diese entspricht dem 10-Punkte-Nachteil „bipolar“ im Runner’s Companion. Der Spielleiter würfelt an jedem Tag, in welcher Verfassung der Charakter ist. Bei 1-2 ist er manisch (+1 Würfel auf Proben mit GES und REA, -2 Würfel auf Proben mit LOG und INT), bei 3-4 recht normal und bei 5-6 ist er apathisch-depressiv (-2 Würfel auf alle Proben mit GES, REA, LOG oder INT).
  • 41 Überreaktion – Es tritt eine Klasse 3 Psychose auf (dort erneut würfeln).

Klasse 3 Psychosen (Essenz 3.0 bis >2.0)

  • 36 Verwahrlosung – Der Charakter ist so auf seine Implantate und seine verbesserte Funktionalität fixiert, dass banalere Dinge für ihn zu unwichtig werden, um sich damit zu belasten. Leider gehören Körper-, Haar- und Zahnpflege zu diesen nichtigen und zu vernachlässigenden „Normalmenschlichkeiten“ ebenso wie das Putzen der Bleibe oder das Waschen der Kleidung. Der Spieler muss einen Wurf auf WIL+INT(3) schaffen, um sich extra für ein Treffen oder einen Einsatz aus eigenen Stücken einen Hauch von Respektabilität zu geben.
  • 35 Schwere Cybersucht – Der Charakter kann sich ein Leben ohne Aufrüstungen und Implantate nicht mehr vorstellen und empfindet das an sich selbst, was noch nicht auf irgend eine Art verbessert wurde, als unzureichend.Er muss mindestens 1x am Spielabend einen Wurf auf WIL+INT(3) schaffen, um zu verhindern, beliebige Ausrüstung (eigene oder fremde) selbst zu schlechtem Preis zu verkaufen, um Geld für neue Implantate zu besorgen, und muss gelegentlich einen Wurf auf WIL+INT(2) schaffen, um der Versuchung zu widerstehen, sich zusätzliches Geld über illegale Wege (wie Raub) zu besorgen oder ein begehrtes Implantat direkt aus dem Körper von dessen Besitzer zu rupfen.
  • 34 Selbstentfremdung – Der Charakter betrachtet seinen veränderten und aufgerüsteten Leib als neues, eigenständiges und höheres Wesen. Äußerlich zeigt sich dies darin, dass er von sich selbst in der dritten Person zu sprechen beginnt. Darüber hinaus ordnet er seine eigenen Bedürfnisse konsequent über den Bedürfnissen anderer an und muss einen Wurf auf INT+CHA(2) schaffen, um einem anderen zu helfen oder etwas für jemand anderen zu tun, wovon er selbst keinen unmittelbaren und direkten Vorteil hat.
  • 33 Paranoia – Der Charakter hat sich durch seine Implantate so weit von anderen entfremdet, dass er diese nicht mehr versteht. Er hat das Gefühl, angestarrt und ausgegrenzt, ja, verfolgt zu werden, und begegnet anderen somit unverhohlen misstrauisch (was diese natürlich dazu bringt, den Charakter anzustarren und auszugrenzen – was wiederum dessen Paranoia bestätigt und verstärkt). Der Spieler muss einen Wurf auf WIL+CHA(3) schaffen, um sich in einer sozialen Situation „normal“ verhalten zu können.
  • 32 Amnesie – Bedingt durch neurologische Beschädigungen während des Eingriffs verliert der Charakter alle seine Erinnerungen, behält aber seine Fertigkeiten (dies entspricht dem 10-Punkte-Nachteil aus dem Runner’s Companion).
  • 31 Überreaktion – Es tritt eine Klasse 2 Psychose auf (dort erneut würfeln).

Klasse 2 Psychosen (Essenz 2.0 bis >1.0)

  • 26 Cyberparanoia – der Charakter fühlt sich verfolgt. Und was schlimmer ist: Er hat den Ripperdoc bzw. die Klinik im Verdacht, ihm ein gebuggtes, mit Spyware ausgestattetes, experimentelles oder auch geheim eingepflanztes (d.h. zusätzliches) Implantat verpasst zu haben. Die damit verbundene Paranoia wird schwerer werden, und alle Screenings und Untersuchungen werden immer nur kurzfristige Erleichterung bringen, eher der Verdacht aufkommt, dass der Untersuchende etwas übersehen hat oder – schlimmer – mit der Klinik/dem Doc unter einer Decke steckt. Der Spieler muss einen Wurf auf WIL+INT(3) schaffen, um zu verhindern, mit Fingern, Skalpellen, Nadeln, Nägeln oder Drähten an seinem Implantat herumzupopeln, wenn gerade nichts zu tun ist. Die Stellen rund um seine Implantate (oder die Körperregionen, die er im Verdacht hat, das geheime Implantat zu verbergen) sind entsprechend vernarbt, zerkratzt, schorfig und entzündet.
  • 25 Schwere Hypochondrie – Patienten die sich Implantate einbauen lassen müssen während der Rekonvaleszenzzeit besonders auf Hygiene und Pflege der Wundstellen achten. Diese Eindrücke haben sich in dem Charakter zu einer schweren Angst verdichtet, krank zu werden: Er fürchtet, dass jene Teile von ihm, die noch menschlich und somit schwach sind, realen oder eingebildeten Erregern zum Opfer fallen und somit seine verbesserten „neuen“ Teile nicht überleben können. Der Spieler muss einen Wurf auf WIL+INT(4) schaffen, um sich etwas anderes als Implantate zur Abwehr von Gift und Krankheiten einbauen zu lassen, und muss einen Wurf auf WIL+CHA(3) schaffen, um sich freiwillig Schmutz und Ansteckungsgefahr auszusetzen (wogegen ein Chemsuit natürlich hilft).
  • 24 Cyberfixierung – Der Charakter ist so fasziniert von seinen Implantaten, dass er auch dann mit ihnen herumspielt, wenn sie gar nicht benötigt werden. Hierdurch erleidet er einen Abzug von 1 Würfel auf alle seine Aktionen und 3 Würfeln auf Wahrnehmungsproben, es sei denn ihm gelingt ein Wurf auf INT+CHA(4).
  • 23 Paranoide Schizophrenie – Der Charakter glaubt sich verfolgt und verraten von allen, selbst seinen Runnerkumpanen. Er wird diese ständig im Verdacht haben, die Mission oder ihn persönlich zu verraten oder in Wahrheit Spitzel für seine Feinde oder einen obskuren Konzern- oder Staatsgeheimdienst zu sein, der ihn überwacht. Im Bestreben, der ständigen Verfolgung einen logischen Sinn zu geben, wird der Charakter wüste Verschwörungstheorien samt imaginärer Logen oder Gruppen ersinnen, und keine Theorie wird zu fantastisch sein, um nicht erwogen zu werden. Der Spieler muss einen Wurf auf WIL+CHA(3) schaffen, um einem anderen zumindest für den Moment vertrauen zu können.
  • 22 Narzissmus – Der Charakter ist völlig auf sich fixiert, Bedürfnisse anderer spielen in seinem Universum kaum mehr eine Rolle. Der Spieler muss einen Wurf auf INT+CHA(3) schaffen, um einem anderen zu helfen oder etwas für jemand anderen zu tun, wovon er selbst keinen unmittelbaren und direkten Vorteil hat.
  • 21 Überreaktion – Es tritt eine Klasse 1 Psychose auf (dort erneut würfeln).

Klasse 1 Psychosen (Essenz 1.0 bis >0.0)

  • 16 Schizophrenie – Der Charakter entwickelt seine eigene Realität und nimmt die Dinge gestört wahr. Er ist die Hauptfigur seines eigenen nie endenden digitalen körperverstärkten Traumes, und andere Menschen sind kaum wichtiger als Nebenfiguren oder gepixelte Gegner in seiner persönlichen Ego Shooter Realität. Der Spieler muss einen Wurf auf INT+CHA(4) schaffen, um aus seiner Psychose kurzfristig zu erwachen und sich warmherzig oder menschlich verhalten zu können oder über ein reales Problem vernünftige Überlegungen anstellen zu können.
  • 15 Chronisches Dissoziations Syndrom (CDS) – Der Charakter wird Opfer einer der verbreitetsten psychischen Störungen unter Cyborgs und Cyberzombies: Der Charakter stumpft ab, vergisst seine Vergangenheit und seine Persönlichkeit. Er wird zu einem kalten, emotionslosen Maschinenwesen, das wenig Interesse an den Vorgängen um sich hat außer solchen, die zum Selbsterhalt dienen. Alle Proben die WIL enthalten (außer Spruchabwehr und Schadenswiderstand) erhalten einen Abzug von 3 Würfeln. Weitere Infos zu CDS siehe gleichnamigen Eintrag in BodyTech (Augmentation).
  • 14 Demenz – Die Eingriffe und Degradierungen des Nervensystems des Charakters haben seine gesamten Denk- und Nervenprozesse soweit geschädigt, dass er beständig Demenzartigen Störungen ausgesetzt ist. Zu Beginn jeder Szene würfelt der Spieler WIL+LOG. Erzielt er 4+ Erfolge, kann er normal agieren. Bei 3 Erfolgen erleidet er einen Abzug von 1 Würfel auf alle Aktionen, weil er irgendetwas vermisst und sucht. Bei 2 Erfolgen werden alle Sprachfertigkeiten des Charakters bis zum Ende der Szene um 1 reduziert. Bei 1 Erfolg hat der Charakter sämtliche Details zur laufenden Mission vergessen. Bei keinem Erfolg fühlt sich der Charakter verunsichert und gänzlich verloren und weiß nicht, welches Jahr gerade ist. Würfelt er einen Patzer, ist er katatonisch und zu keiner Aktion fähig. Diese Psychose entspricht dem 20-Punkte-Nachteil gleichen Namens im BodyTech (Augmentation).
  • 13 Megalomania – Der Charakter hält sich dank seiner Implantate jedem anderen gegenüber für unbezwingbar. Der Spieler muss einen Wurf auf INT+CHA(4) schaffen, um Risiken als solche erkennen und realistisch einschätzen zu können. Andernfalls tendiert er dazu, geradewegs auf Hindernisse zuzumarschieren und sie mit Gewalt aus dem Weg zu räumen.
  • 12 Cyberpathie – Dies ist die Form von Cyberpsychose, die am Häufigsten im Trid gezeigt wird: Der Charakter verliert jede Art von Selbstwahrnehmung und Relation zu anderen Wesen. Sein aufgestauter Selbst- und Menschenhass bricht sich Bahn: Er verfällt in eine stumpfe Raserei, in der er versuchen wird so viele Menschen als möglich umzubringen, und dies bevorzugt aus nächster Nähe. Nur gelungene Würfe auf INT+CHA(4) schaffen es szenenweise, ihn aus der Umnachtung erwachen und ggf. Hilfe holen zu lassen.
  • 11 Überreaktion – Neben einer Klasse 1 Psychose tritt außerdem eine Zusatzreaktion auf. Einmal neu würfeln für Klasse 1 Psychosen, anschließend zufällig eine weitere Psychose mit Wurf auf W66 bestimmen (ein W6 bestimmt die Klasse, der zweite die exakte Psychose).

12 thoughts on “Shadowrun | 36 Cyberpsychosen

  1. Irian sagt:

    Grundsätzlich sind Vorschläge für sowas immer ne gute idee, im vorliegenden Falle sind die meisten Sachen aber viel zu extrem: Ein Nachteil der 5+ Punkte wert wäre (-2 auf wahrnehmung/Überraschung) für Essenz > 4?
    Man darf auch nicht das Spielgleichgewicht aus dem Auge verlieren und das leidet hier daran, dass Samurais, die eh schon viele Nachteile haben, im Vergleich zu Adepten dadurch nochmal ne Stufe schlechter werden. Würde man die Regel einführen, könnte man damit rechnen, dass mehr Adepten gespielt werden als ohnehin schon…
    Nichts gegen eine Liste von Cyberpsychosen, es gibt viele Spieler, die gerne was davon nehmen, aber man hätte das ganze eher als Vorschlagsliste für den Spieler schreiben sollen, dass er sich was aussuchen kann. Persönlich will ich mir selbst aussuchen, was ich spiele und das nicht den Würfeln überlassen – das kann auch ein ziemlich kranker Typ sein, aber das entscheide ich, nicht irgendwelche Würfel.

  2. Gizmo sagt:

    Eine klasse Sache. Ich ntze deine Ausrüstung und 36 „dinge“ Listen mittlerweile auch recht gerne als kleinen „farbtopf“ für die SR Runde. Es bietet sich gelegentlich auch wirklich an und iist eien nette Bereicherung. Ich finde sie sehr gut und muss sagen, respekt für die Arbeit, die da drin steckt und bitte weiter so, auch generell was SR usw. betrifft.

  3. rabenaas sagt:

    @Irian: Danke für dein Feedback. Erstens sollte es eh so sein, dass ein Spielleiter Regeln oder Vorschläge für Zufallsdinge nicht einfach stumpf übernimmt, sondern sie dem Spielstil seiner Gruppe anpasst, zweitens siehe „WICHTIG“: Die regeltechnischen Nachteile sollten selbst WENN die Tabelle verwendet wird nur dann eingesetzt werden, wenn der Spieler seinen Charakter nicht betreffend darstellt. Dass Samurais gegenüber Adepten und Magiern benachteiligt sind ist gewiss richtig — aber hier geht es eben darum wie die Gruppe sich SR und die sechste Welt vorstellt oeder will, dass sie „ist“. SR bietet ABSOLUT die Möglichkeit sowohl ein Spiel im Stil von GHOST IN THE SHELL zu machen, wo selbst Leute mit Vollkörperimplantaten keine echte Cyberpsychose haben, oder eben die Degeneration der Seele zu einem wichtigen Storyfaktor zu machen. Trotzdem ich persönlich ein großer Fan von Zufallswürfen bin, bin ich KEIN Fan davon jmd. wegen einem doofen Wurf zu killen oder ihm den Char zu zerschießen — in diesem Zusammenhang würde ohnehin jeder Wurf in Relation zum konkreten Charakter gestellt werden. PS: Es ist darüber hinaus denkbar und sinnvoll, dem Charakter der unter einer oder mehreren Psychosen leidet einen Ausweg in Form von Psychopharmaka, Ausbau der Implantate oder Cybertherapie zu bieten.

  4. Irian sagt:

    Wenn man so ne Psychose spielt, hat das imho ganz automatisch regeltechnische Nachteile. Man kann ja auch keinen Blinden spielen ohne bei bestimmten Wahrnehmungsproben deutliche Mali zu haben, oder? :-) Deshalb tendiere ich dazu, das nicht zu trennen.
    Offiziell sind Cyberpsychosen erst bei ner Essenz < 1 zu erwarten (siehe Augmentation), aber natürlich laufen selbst normale Leute mit haufenweise psychischen Problemen rum, also ist ein Vercyberter mit psychischen Störungen kein wirklich unerwartetes Phänomen.
    Persönlich bin ich eben absolut kein Fan von Zufallswürfen (also Würfe, die keinerlei Rücksicht auf die Werte der Charaktere o.ä. nehmen), aber die Grundidee einer Liste von Psychologischen Störungen durch Cyberware finde ich durchaus toll. Problem ist vielleicht, dass du quasi gewzungen bist, sie in dieses „36 …“ Schema zu pressen :-) Als reine Liste mit Nachteilen und dazu noch einige Kommentare zu Behandlung, etc. hätte es mir besser gefallen, aber ich lese es halt einfach als Vorschlags-Liste und gut ist…

  5. rabenaas sagt:

    Jeder halt wie er mag :)

  6. Ixidor sagt:

    Also ich find es ne ziemlich gute Idee und das mit den Zufallswürfen ist auch ganz lustig, es gibt dem Ganzen etwas Chaotisches/Unvorhersehbares. Was nicht zwingend gut sein muss, aber der SL hat ja immer noch das letzte Wort. Aber wenn die Psychose so gar nicht zum SC passt ist es meistens viel interessanter fürs Rollenspiel, das hängt allerdings von den Vorlieben der Gruppe (wie sie gerne spielen) ab, bzw. wie erfahren die Spieler sind.

  7. profelis sagt:

    Naja ich finde hauptsächlich den Schwellenwert zu hoch. Bei der Schwierigkeit muss man schon ein echt glückliches Händchen haben um mal keine neue Psychose zu bekommen. Die Effekte selbst sind zwar auch etwas sehr arg, werden aber eigentlich erst durch die Wahrscheinlichkeit mit der man sie sich einfängt, zu gravierend. würde ich diese tabelle nutzen, würde ich sie definitiv ein wenig runterschrauben. Die Cyberpsychosen aus den Ianus Games Supplements waren ja schon derbe, von ihrer Gewichtung aber doch etwas sanfter glaube ich.

    Dem Argument, daß Cyber-Sams generell gegen Adepten im Nachteil sind kann ich mich nicht anschließen. Gerade direkt nach der Generierung des Charakters ist die Cyberfraktion meist im vorteil. Tonnenweise Karma kann das durchaus ändern doch dabei müsste man dann auch annehmen, daß der Samurai stillsteht und nicht selbst mit Geld oder Karma weiter an sich „schraubt“. Bei dieser Aussage richte ich mich nach SR4.

    Die 36 Dinge Tabellen lese ich generell sehr gern und habe dabei immer wieder das Bedürfnis dem Autor Nadeln durch die Hand zu stechen. Mag nicht so klingen aber ich meine das positiv, ich mag die teilweise sogar humoristischen Fiesitäten, die man da so findet. Mehr davon. ;)

  8. rabenaas sagt:

    Also würdest du sagen Psychose-Probe eher Schwierigkeit 1 plus Anzahl voller verlorener Essenz-Punkte? Oder eher 2 plus halbe Zahl verlorener Essenz-Punkte? Würd mich interessieren was du dir vorstellst. Vielleicht lass ich mich überzeugen *ggg*

  9. profelis sagt:

    Generell hängt das für mich davon ab wie leicht sich die Psychosen wieder in den Griff bekommen lassen.

    Ausgehen tue ich von eher durchschnittlichen Werten wie 3 auf entsprechende Attribute. Mit einem Pool von 6 Würfeln schonmal 3 Erfolge würfeln zumüssen, um keine Psychose zu erleiden (so leicht sie auch sein mag), erscheint mir eben etwas arg. Um so einen Wurf nötig zumachen reicht ja, das vermutlich häufigste Implantat Shadowruns, die Datenbuchse mit 0.1 Essenz, völlig aus. Auch werden ja immer wieder neue Würfe gemacht. Zwar erleidet man bei gleichzeitiger Installation mehrerer kleinr Implantate maximal eine Psychose aber die dafür mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit.

    Wie genau ich die Schwierigkeit verringern würde weiß ich noch gar nicht so genau, hinge auch von der Art der Kampagne ab. Tendieren würde ich eher zu 1 plus halbe Anzahl der Verlorenen Essenzpunkte, aufgerundet. Das bietet eine schaffbare Schwierigkeit von 2 in den noch recht humanen bereichen 6 – 4 danach dann 3 und als Endschwierigkeit dann 4 im bereich 2 – 0. Das ist in meinen Augen eine schwierige Probe, sofern man nicht von Charakteren mit Maximalwerten ausgeht. Erreichen würde man so, daß diese Psychosen definitiv auftreten aber nicht überdominatnt werden. Man muss also schon eher pech haben um sie zu bekommen, als daß man Glück haben muss um keine zu haben (auch wenn sich das dann gegen Ende verschiebt.

    Auch eine Option sähe ich in 2 plus halbe Zahl verlorener Essenz-Punkte, mathematisch gerundet, das macht im wesentlichen den Endbereich mit einer Schwierigkeit von 5 noch etwas härter und lässt den Eingangsbereich bei 2.

    Da Cyberware ein oft unvermeidlicher und wichtiger Teil des Spiels ist, fände ich Schwierigkeiten von 8 einfach zu derbe. Wenn man mal gezielter auf Samurais schaut (die meist am verschwenderischten mit ihrer Essenz sind), wird man feststellen, daß diese oftmals keine Chance haben diesen Wurf überhaupt zu schaffen. Selbst für einen Menschen mit Top Werten wie Cha6 und Will6 wäre 5 noch eine Herausforderung.

  10. profelis sagt:

    Achso… natürlich gehe ich auch davon aus, daß die Cyber-Psychosen als Komplikation gedacht sind und nicht als Unumgänglichkeit. Sofern sie als Letzteres angedacht sind, sollte man den Cha+Will Wurf natürlich ganz weglassen.

  11. Irian sagt:

    Imho ist die Grundidee fragwürdig: Nach 9 kleineren Operationen (alle mit 0,1 Essenzverlust) wäre man nach den Regeln fast schon ein psychisches Wrack :-) Ich würde fast empfehlen, nur beim Unterschreiten von Schwellenwerten würfeln zu lassen. Dann würfelt man bei größeren Sachen auch gleich mehrmals… Wenn man Würfeln mag, natürlich…

  12. rabenaas sagt:

    @Profelis: werd das mal durchdenken und ggf. ändern.
    @Irian: Verstehe was du meinst, aber ich denke eben man kann mit Cyberware mehr anfangen als nur stumpf Essence abzuziehen (vermutlich habe ich zuviel CP2020 gespielt).

    Vorschlag:
    – Erstens: Die Probe wird leichter zu schaffen, somit bekommt man nur ne Psychose wenn man etwas Pech hat
    – Zweitens: Therapie- oder Psychopharmaka-Regeln werden nachgereicht.

    Deal?

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