Blut & Eisen | Überblick über die Völker

Das BLUT + EISEN Setting ist im Lande NESGAROD angesiedelt, einem Inselkönigreich, das aus dem Schutzbund der Völker der Menschen, Alben und Zwerge gegen ein gemeinsames Böses entstanden ist. Obwohl das zunächst einmal sehr „tolkieniesk“ klingt, weicht das Setting aber in mehrerlei Hinsicht ab – nicht nur was die bei BLUT + EISEN vorhandene Flammenkunst (Schusswaffen) und den Eisernen Drachen (Eisenbahn) angeht.

Die Völker

Das Reich Nesgarod wurde gebildet aus dem Kodex der Reichsvölker, als da sind die Menschen, die Alben und die Zwerge. Der lange Kriegszug gegen die Dunkelvölker hat aber noch einige weitere, meist eher traurige Gestalten in das Reich gespült, die nun versuchen, einen Platz für sich zu finden. Alle im Folgenden aufgeführten Rassen sind bei BLUT & EISEN spielbar und basieren auf den Rassen im D&D SPIELER HANDBUCH. Einige, ja fast alle aber unterscheiden sich in kleinem oder großen Umfang von den Ursprungsrassen. Entsprechende (Regel-)Details werden in folgenden Detailartikeln aufgeführt.

Menschen (Umaine)

Menschen sind das bei Weitem zahlreichste Volk Nesgarods. Trotzdem gerade die Menschen in der Zeit der Helden den höchsten Blutzoll zu entrichten hatten. Der Kriegszug gegen die Dunkelvölker ist den Menschen Nesgarods bis heute gut im Gedächtnis. Er lebt fort in den Sagen und Legenden der Bogaren, der verehrten Vorfahren der heutigen Familien, die innerhalb des Hausstandes verehrt und als leuchtendes Beispiel ebenso wie als Erbe und Versprechen lebendig gehalten werden. Auch mahnen zahllose Ruinen, leere Gehöfte und wüste Städte bis heute an den tausendfachen Tod der Menschen in jener dunklen Zeit, und mehr als nur ein paar Menschen fühlen die Last der Dankbarkeit gegenüber Elben und Zwergen nach hunderten Jahren immer schmerzvoller auf sich ruhen. Gewiss: Die damaligen Führer der Menschenreiche haben keinen Ausweg mehr gewusst, als die Elben und Zwerge um Hilfe zu ersuchen. Aber ist es fair, dass auch heute noch die Elben über Magie und Herrschaft gebieten, dass die Zwerge die Gießerkunst und den Goldverleih allein für sich behalten, dass also jene, die seinerzeit nicht dahingeschlachtet wurden, über jene gebieten, deren heldenhafte Vorfahren in Wahrheit den Sieg errangen?

Die Altreicher oder Nesgari bilden den Hauptteil der menschlichen Bevölkerung Nesgarods und sind somit die „Normalbevölkerung“ des Reiches. Dabei sind Nesgari letztlich ein Mischvolk vor allem aus den Elurern, die vor Beginn der Langen Nacht aus dem südlich gelegenen Hochreich Eluria ins Reich kamen und einige der ältesten Siedlungen hier begründeten, und den schon zuvor hier lebenden Skyrden, welche man heute nur noch als ungebildete Barbarensippen im Norden des Reiches antrifft. Nesgari haben helle Haut und meist braunes oder blondes Haar, wobei aber jede Haar- und Augenfarbe vorkommt. Da viele der alten Nesgari-Familien im Laufe der Zeit Bindungen mit den Alben eingingen, können Nesgari gemessen an den D&D/Pathfinder Völkern sowohl Menschen als auch Feenkinder (Halbelfen) sein. Dabei gibt es sowohl Nesgari, die äußerlich eher Feenkindern gleichen, tatsächlich aber Menschen sind, wie es dem äußerlichen nach menschlich scheinende Nesagri-Feenkinder gibt. Im Gegensatz zu reinmenschlichen Völkern können Nesgari Zauberkundige (Hexenmeister, Magier…) sein – verantwortlich hierfür ist aber immer ein Anteil elbischen Blutes in der Vorfahrrenschaft des Nesgari, egal wie klein.

Falkera – Das aus den Weiten der östlichen Steppen stammende Reitervolk der Falkera ist berühmt für seine Reitkünste, den scharfen Falkenblick und die Schießkunst seiner Bogenschützen. Die Falkera sind überwiegend Nomaden, daher gibt es nicht sonderlich viele Falkera-Städte, und die meisten technischen und städtebaulichen Errungenschaften der Falkera stammt aus fleißiger Hände Arbeit anderer Völker. Falkera findet man in Nesgarod nur selten, und wenn dann überwiegend in den Reihen der berittenen Soldaten. Mit dem Aufkommen der Flammkunst in Nesgarod sind die früher einmal existenten Falkera-Bogenregimenter aufgelöst worden. Vereinzelte Falkera haben ihre scharfen Augen nutzend zwar erfolgreich den Wechsel zum Flammier geschafft, der überwiegende Teil der zumeist traditionellen hat aber bei Auflösung der Bogenregimenter den Rückweg in die alte Heimat oder den Wechsel zu Armeen anderer Reiche angetreten. Falkera haben eiskalte, starr blickende hellblaue Augen, wölfisch spitze und oft fein behaarte Ohren und meist glattes, schwarzes oder graues Haar, was ihnen zusammen mit ihren scharfen Gesichtszügen und leicht zugespitzten Eckzähnen einen grausamen Zug gibt. Falkera entsprechen von ihren Werten den Elfen des D&D/Pathfinder Settings, und es gibt tatsächlich Legenden die „wolfsohrigen“ Falkera seien entfernte Verwandte der Alben von Nesgarod, die in ferner Vorvergangenheit in einem Exodus das Unsrige Reich verließen.

Gamasken – Das Reich Gamaskien ist berühmt für seine Tuchwaren und Stoffe sowie für die Perfektion der gamaskischen Schmiede, die nicht nur Säbel der höchsten Qualität herstellen können, sondern auch die Kunst des Flammengießens gerade eben für sich entdeckt – oder von nesgarischen Zwergen gestohlen – haben. Mit dem Durchbruch zur Fertigung von Flammwaffen steht Gamaskien auf dem Sprung, eine der bedeutendsten Nationen zu werden. Eine Entwicklung, die in Nesgarod halb mit Neid und halb mit Sorge betrachtet wird, ist doch nicht auszuschließen, dass die dunklen zwergischen Prophezeiungen eben doch stimmen, dass die wegen ihrer Goldgier berüchtigten Händler Gamaskiens jene furchtbaren Waffen auch an solche Völker liefern werden, die jenes Wissen auf keinen Fall erhalten dürfen. Tatsächlich drängen die Zwerge auf einen Krieg Nesgarods gegen Gamaskien, solange jenes Land noch nicht umfassend mit Flammen bewaffnet ist. Gamasken in Nesgarod sind meist Händler, aber im Laufe der Zeit haben sich auch einige andere gamaskische Familien überwiegend im Süden Nesgarods niedergelassen. Gamasken können von jedem Körperbau sein und haben braune oder schwarze Haare und ebensolche Augen. Ihre Haut ist etwas dunkler als die der Altreicher und noch mehr der Skyrden und sie beten zu fremden Göttern. Gamasken sind immer Menschen und können im Regelfall keine Zauberkundigen sein (es sei denn es findet sich ein Alb oder Falkera in der Familiengeschichte).

Elurer – Eines der ältesten Kulturreiche der Menschen ist das weit im Süden gelegen Kaiserreich Eluria, dessen Blütezeit aber schon seit vielen hundert Jahren vergangen ist. Heute ist das Heimatland der Elurer ein überwiegend bäuerlich geprägter, in Dutzende Kleinreiche zerfallener Flickenteppich, in dem nur noch die Ruinen einstiger Prachtbauten von der Größe und Herrlichkeit Elurias künden. Dies hindert die Elurer freilich nicht, sich für etwas Besseres als andere Völker zu halten und sich als Elite menschlichen Kulturschaffens zu betrachten. Tatsächlich strahlt die einstige Größe Elurias noch immer so mächtig, dass auch das Kulturleben in Nesgarod von den Werken und Gedanken aus Elurias Blütezeit beeinflusst bleibt. Elurer sind von hellbrauner Hautfarbe, mit dunklem oder kupferfarbenen, meist glattem Haar und wenig Bartwuchs. Ihre Augen sind meist dunkel, aber wie beim Haar können alle Farben vorkommen (blondes Haar ist aber extrem selten und gilt als Makel). Elurer entsprechen Menschen, können aber im Regelfall keine Zauberkundigen sein.

Skyrden – Der wilde Norden Nesgarods ist ein schroffes, ödes Land. Eine Region, in die der Arm des Elurischen Kaiserreichs nie vordrang. Und das bis heute fast ausschließlich von den Skyrden, den Ureinwohnern der Reichsinsel, behaust wird, die viele Jahrtausende zuvor aus den wilden Nordländern gekommen sein sollen. Zum Unglück der Skyrden zogen sich die Dunkelvölker im Krieg gegen den Kodex immer weiter in den unwegsamen Norden zurück, so dass die Skyrden sich quasi von zwei Seiten – den verhassten Südreichern und den Horden der Dunkelvölker – bedrängt sahen. Als am Ende des Krieges Tausende Menschen des Reiches tot waren und genug bewirtschaftbares Land im fruchtbaren Süden verfügbar war, zogen sich die Altreicher aus Skyrda wieder zurück. Das Land wurde öd und leer, und in der Abgeschiedenheit des Nordens wuchs langsam aber stetig ein Volk barbarischer Nachkommen der Skyrden heran, die sich nun vor Kurzem vom Reiche losgesagt und die Herrschaft über ihr eigenes Land unter dem Rat der Donaren (der Häuptlinge der Skyrden-Clane) erklärt haben. Skyrden sind von großem, kräftigen Körperbau und meist heller bis bleicher Haut und weißem, hellblonden oder roten Haar und eisblauen oder grünen Augen. Skyrden erhalten Stärke und Konstitution +1 und Weisheit sowie Intelligenz -1, entsprechen sonst aber den Menschen des D&D/Pathfinder Settings.

Zelkhanier – Aus dem fernen Südosten stammt das ebenholzschwarze Geschlecht der Zelkhanier, die inmitten einer feindlichen, wuchernden Umwelt ein eigene Hochkultur entwickelt haben. Die Zelkhanier folgen fremden Wegen und fremden Göttern. Vor allem aber folgen sie einer Lehre, welche die Magie als die höchste, göttliche Macht verehrt. Zelkhanier sind ausgesprochen selten in Nesgarod anzutreffen, und wenn, so meist als Gesandte Zelkhaniens, als Händler aus fernem Lande oder als Magier auf der Suche nach den arkanen Geheimnissen fremder Länder. Zelkhanier gelten in Nesgarod als böse, und mehr als nur ein paar Legenden besagen, dass die dunklen Horden von schwarzhäutigen Magiern und Hexenmeistern geführt oder unterstützt wurden. Zelkhanier wissen zudem ihre Geheimnisse zu hüten und teilen sich nicht gerne über private Dinge mit und gelten damit als die Urheber der Idee geheimer Logen, welche das gesamte Reich Zelkhanien im Würgegriff dunkler Intrigen und feiger Giftattentate gefangen halten sollen. Zelkhanier haben nachtschwarze Haut und bronze- bis goldfarbene Augen. Sie lieben es, sich mit Gold zu schmücken und ihre fremdartige Bedrohlichkeit durch goldene Klauenringe oder goldene Fangzähne zu unterstreichen. Zelkhanier sind Menschen und bevorzugt Hexenmeister. Alle Zelkhanier sind auf die eine oder andere Art Zauberwirker.

Elben (Argaine)

Elben sind das seltenste und dabei das am meisten verehrte und doch zuweilen gehasste Volk Nesgarods. Es waren die Elben, an welche die letzten Könige sich in der Zeit des Schwarzen Krieges um Hilfe wandten, und es waren ebenso die Elben, die zu ihren „Vettern“ den Zwergen gingen und den Reichsbund bildeten. Außerdem war die Magie der Elben instrumental darin, die schwarze Horde zu besiegen und dem Reich Frieden zu bringen. Da der Voranmarsch der Horde auch durch die Unterstützung zahlreicher zum Bösen verführter Menschen, grausamer Adliger und der schwarzen Magie zugetaner Menschenhexer zustande kam, wuchsen die Elben in die Rolle der weisen Eltern und Hüter der Menschen. Was anfangs bejubelt oder zumindest für den Krieg hingenommen wurde, ist über die Generationen im Frieden hinweg zu einem Groll gewachsen, und immer mehr Menschen begehren gegen die „unnötige Bevormundung“ durch die Elben auf. Fatal ist hierbei die unterschiedliche zeitliche Wahrnehmung: Für den Elbenkönig und den Elbenadel (der faktische Hochadel des Reiches) ist der schwarze Krieg gerade erst gestern gewesen – der König, der heute über Nesgarod herrscht, ist derselbe, der den Reichabund schloss. Für die Menschen ist jene Zeit aber ein fernes Echo, zwar besungen im Tempel, aber ohne Bedeutung für das alltägliche Schaffen. Gerade die entmachteten menschlichen Adelsfamilien, die Nachkommen der alten Königsgeschlechter und natürlich all die menschlichen Zauberkundigen, die den Elben ihre Macht neiden und wohin sie sich wenden an Verbote stoßen, sind voll Groll gegen die Elben. Die Elben Nesgarods entsprechen den Eladrin des D&D 4E Settings bzw. den Azata von Pathfinder. Das Auftauchen eines wahrhaftigen Elben ruft immer Reaktionen der einen oder anderen Art im Volk hervor – religiöse Anbetung und schwarz gärender Hass sind beide möglich, so dass die Elben sich im Laufe der Zeit immer mehr in ihrer Provinz Albgard eingeschlossen haben und außerhalb ihrer Heimat bestrebt sind, unerkannt zu reisen

Zwerge (Urgaine)

Die Zwerge Nesgarods entsprechen von den Werten her den Gnomen von D&D/Pathfinder, nicht den Zwergen dieser Systeme. Nesgarische Zwerge sind nur 90 cm bis etwas über einen Meter groß und von felsgrauer oder kohlenschwarzer Farbe, mit edelsteinfarbenen Augen, einer spitzen, langen Nase und meist drahtigem, kupferroten oder schwarzem Haar, die Männer fast immer mit Bart, die Frauen meist mit langem Haar und Kopftuch. Oft bucklig, von dürrer Gestalt, mit langen, dünnen, trockenen Zweigen ähnelnden Fingern und unerwartet hoher Widerstandskraft sind die Zwerge Nesgarods alles andere als beliebt bei den Menschen. Wie die Elben Nachfahren der Lichtelben sind, so sind die Zwerge Nachkommen der Schwarzalben, die aus dem tiefen Reich der Erde, Urdgarod, stammen. In der Zeit des Großen Krieges waren es die Elben, die zu den Zwergen kamen und sie für die Sache des Kodex zu gewinnen hofften. Nur höchst widerwillig waren die Zwerge dazu bereit, ihren Flammsand, ihre Baukunst und die Kunst, Flammen zu ziehen, in den Dienst des Reiches zu stellen – eine Hilfe, ohne die der Sieg gegen die Dunkelvölker gänzlich undenkbar gewesen wäre, und für die sich die Zwerge im vollen Recht fühlen, die damals vereinbarten Bedingungen nach wie vor auszuüben: Das alleinige Monopol auf das Geschäft des Goldhandels, der Münzprägung, des Goldverleihs, des Flammziehens, des Freskengießens, der Uhrmacherei, des Eisernen Drachens und des Zitadellenbaus. Über ihre Geschäfte und einen – aus Menschensicht – an Wahn grenzende Goldgier haben die Zwerge es vermocht, die größten Reichtümer anzuhäufen, oft zu Lasten derjenigen armen Teufel, die all ihr Hab und Gut an das Zwergenvolk abtreten mussten. Aus diesem Grunde belastet die Starrhalsigkeit der Zwerge die Einheit des Reiches im besonderen Maße, und in den Städten tobt ein stiller Krieg zwischen den menschlichen Gilden von Handwerk und Handel und den zwergischen Banken und Handelshäusern. Neben Gold sind Zwerge versessen auf feine Tuchwaren – ein Luxusgut, das sie erst durch den aufkommenden Handel mit den Menschen erhalten haben und von dem sie – sehr im Kontrast zu ihrem sonst urgeizigen Wesen – verschwenderischen Gebrauch machen.

Feenkinder (Alherion)

Feenkinder gibt es in allen menschlichen Völkern, am Häufigsten aber in Nesgarod, wo es zur Zeit des Schwarzen Krieges besonders viele Verbindungen elbischen und menschlichen Blutes gab. Darüber hinaus gelten auch Verbindungen aus Falkera und einem anderen Menschenvolk als Alherion, da das elbische Erbe hier überdurchschnittlich oft „durchschlägt“. Die Feenkinder entsprechen völlig den Halbelfen des D&D/Pathfinder Settings.

Scheusale (Kaliban)

Diese Kreaturen fassen eine breite Klasse von Entstellten zusammen. Scheusale können sowohl Tieflingen als auch Halborks bei D&D/Pathfinder entsprechen – was ihren Stellenwert und ihre Kultur angeht sind sie am Ehesten mitden Kaliban im RAVENLOFT Setting vergleichbar. Scheusale sind missgestaltete Menschen mit äußerlichen Entstellungen, die oft auch tierhaften oder dämonischen Charakter besitzen. Sie sind die bedauernswerten Nachkommen schwarzmagischer Experimente oder Bastarde aus Vergewaltigungen, zuweilen auch schlicht inzüchtige Fehlgeburten oder unter dunklen Vorzeichen gezeugte Feenkinder. Während respektable Häuser bestenfalls noch einen Schrat als niederen Bediensteten dulden, bleibt Scheusalen oft nur die niederste Tätigkeit fernab aller Öffentlichkeit oder eine zurückgezogene Existenz in der Wildnis, als Bettler oder Stadtstreicher. Gewiss liegt es an der Ausgrenzung und der zumeist unverdienten Behandlung als Schuft oder Monster, dass viele Scheusale im Laufe ihres Lebens tatsächlich immer boshafter werden, und sich zahlreiche Scheusale als Schlagetot, Mordbrenner, Gassenschläger oder Bediensteter eines dunklen Meisters verdingen. Als Kinder einer bösen Magie liegt allen Scheusalen ein gewisses Talent zur Magie im Blut.

Schrate (Norglin)

Die schwächlichen Nörgelschrate oder Schratlinge entsprechen den Goblins bei D&D/Pathfinder. Sie waren zu den Zeiten des Schwarzen Krieges die von ihrem eigenen Volk verachteten „Ratten“, die in nahezu unbegrenzter Zahl zur Verfügung standen und für die niedrigsten Drecksarbeiten benutzt wurden (die eigentliche Armee der schwarzen Horde bestand aus Steppenschraten (Hobgoblins)). Als die schwarze Horde besiegt wurde, existierten überall im Reich verstreut weiterhin Höhlen und Siedlungen verschiedener Schratvölker und manch anderes böses Gezücht. Während die Menschen in ihrem Drang zur Heldenverehrung in den folgenden Jahrhunderten jede Mühe auf sich nahmen, dem Namen ihrer Familie Ehre zu erweisen oder sich selbst einen „Heldennamen“ zu machen, erwuchs auch die Lust daran, den Wiederaufbau des Reiches durch niedere Arbeiter und Sklaven vornehmen zu lassen: Nach Generationen des heroischen Streitens war es für Nachkommen echter Helden (Bogaren) nicht mehr zumutbar, etwa Latrinen zu leeren, Leder mit Hundepisse zu gerben oder Seife zu kochen. So wurde das schwächste der Schratvölker – das, was von ihm übrig war – versklavt und fristet heute ein erbärmliches Dasein als niederste Arbeitskraft, deren Lohn in der Regel darin besteht, ihr die Gnade zu erweisen sie nicht niederzumetzeln (und selbst dies soll im Zuge von Treibjagden oder Besuchen übermütiger „Jugendhelden“ in den Schratvierteln der großen Städte vorkommen). Ob ein Schrat lebt oder stiebt ist den Menschen egal, und da sich die Schratlinge „wie Ratten vermehren“ muss kein Fabrikbesitzer fürchten, ihm würden die Arbeitskräfte ausgehen. Erst in neuerer Zeit erwärmen sich – sehr vereinzelt – junge Wirrköpfe für den Gedanken, dass die Völker Nesgarods den Schratlingen viel zu verdanken haben, gibt es doch keine Schotterstraße, kein aus Ziegeln gebautes Haus, kaum etwas das nicht von Schrathand nach dem Krieg geschaffen wurde. Andere mahnen zur Vorsicht, die Schrate würden in ihren Vierteln längst Pläne für einen Umsturz schmieden – zudem würden Schratdiener klauen wie die Raben und Geheimnisse erschnüffeln und es sei daher besser, derr Unart ein Ende zu machen, die Schrate weiter zu dulden. Ihre Nützlichkeit habe sich erfüllt, nun solle man in einem „letzten Heldenakt“ das Schratwesen in Nesgarod endgültig „austun“.

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