Traveller RPG | Weltinfo: Ruie

Die alternden Charaktere haben Jenghe und die dort stattgefundene Verschwörung überlebt. Nach kurzem Aufenthalt auf Regina nebst Abwicklung eines sehr lohnenden, sehr illegalen und daher sehr riskanten Waffendeals mit der Verbrechensorganisation der „Seidenschatten“ hat die junge Freihandelsgesellschaft den bereits über ihr schwebenden Bankrott verhindert und sich bei der II. Imperialen Handelskreditbank zudem ein ordentliches Polster für weitere Geschäfte erkauft. Ausgestattet mit den Krediten aus dem Waffendeal ist der Laderaum frisch gefüllt und das Schiff, die WILDCARD, steht bereit zum Start Richtung Ruie, dem eindeutig lohnendsten Handelsziel in Sprung-1-Reichweite und daher eine der klassischen TRAVELLER Welten, die zudem im allerersten TRAVELLER Abenteuer im EXPLORER Magazin, „Flucht von Ruie“ unsterblicch gemacht wurde. 

Da die uber-awesome Universumskarte uber-awesome ist, sei sie auch hier verlinkt. Den Eintrag zu Ruie findet ihr auch im Traveller Wiki auf der offiziellen deutschen Traveller Website. Have Fun! Licht dimmen – und Sprung!

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Ruie

Ruie
Sektor: Spinwärts-Marken
Subsektor: Regina
Hexfeld: SM1809
Zugehörigkeit: Autark
Raumhafen: C (Mittelmäßig)
Größe: 7 Mittel (11,200 km)
Atmosphäre: 7 Standard (verschmutzt)
Hydrographie: 6 (60%)
Population: 9 Milliarden (1 Mrd.+)
Regierung: 7 Balkanisiert
Justizgrad: 7 Moderat
TL: 7 Prä-Stellar (heute)
Reisezone: Gelb
Basen: Keine
Handelscode: Di In
Gasriesen: 1
Planetoidengürtel: 0

Ruie ist eine balkanisierte, dichtbesiedelte, industrialisierte, autonome Welt im ReginaSubsektor der Spinwärts-Marken (SM 1809) , just außerhalb der Grenze des Imperiums. Ruie wurde 235 die Mitgliedschaft im Imperium angeboten, das Angebot wurde aber abgelehnt. Die Erklärung als Gelbe Zone erfolgte aufgrund von teilweise aggressiver Ablehnung des Imperiums und imperialer Bürger durch einzelne Bevölkerungsgruppen auf Ruie.

Neben der Sternenstadt auf Macao Island sind Siirgi City (Hauptstadt von Laktiam, Mitgliedsstaat der Komor-Union mit eigenem C-Raumhafen), Sula (Hauptstadt von Staralka), Khagin (Hauptstadt und Regierungssitz von Jingarlu mit C-Raumhafen), Irshi (Megasprawl in Kayarlu mit C-Raumhafen) und Kisi (der Staatsstadt des Inselreiches Orissali) die größten Siedlungszentren auf Ruie. Weitere C-Raumhafen existieren in Gestalt von Strephon (der C-Raumhafen der Komor-Union, benannt nach dem imperialen Kaiser und infolge eines langen Streites um den Bauort „im Nirgendwo“ der Zentralwüste Komors errichtet. Eine Sternenstadt (Strephon City) befindet sich im Bau und ist in ehrgeizigen Dimensionen angelegt) und dem „einzig legalen Anflughafen für Außenweltler“ Donnerfall in Nebeldorn. Als weitere wichtige Großstadt ist Siirglu City zu nennen, die „Bankenstadt“ Jingarlus und Hauptsitz der GSEA Global Stock Exchange Arkologie.

Direkte Nachbarwelten (Sprung-1 entfernt) sind „im Uhrzeigersinn“ der Hexkarte, startend kernwärts:

  1. SM1808: Forboldn (E893614-4) I Ni Lo G
  2. SM1909: Hefry (C200423-7) S I Ni
  3. SM1910: Regina (A788999-C) 2 I Hi Re
  4. SM1810: Jenghe (C799663-9) S I Ni
  5. SM1710: leer
  6. SM1709: leer

Informationen zum System

Zentralgestirn: Wahrheit (in Jingarlu: Ohrreit), Typ G5 V

Planetenbahnen:

  • 0 (0,1 AE) leer
  • 1 (0,3 AE) Sustro X300000-0
  • 2 (0.7 AE) Qorgon X111000-0
  • 3 (1.0 AE) Ruie C776977-7
  • 4 (1.6 AE) Peori X505000-0
  • 5 (2.4 AE) Orissa X310000-0
  • 6 (5.0 AE) Nustir X705000-0
  • 7 (10 AE) Renli (Großer Gasriese)
  • 8 (19 AE) Mennet X201000-0

Das Ruie System besteht aus der Sonne Wahrheit (bzw. Ohrreit – der Begriff beginnt sich durch den intensiveren imperialen Kontakt zu Jingarlu schrittweise durchzusetzen), einem Gasriesen und 7 Planeten, wovon die Hauptwelt Ruie der einzige Planet in der Lebenszone ist und die anderen nur leblose Felsbrocken sind.

Es gibt keinen Asteroidengürtel im System. Nur die wenigsten Nationen von Ruie unterhalten ein eigenes Raumfahrtprogramm (nur Jingarlu und die Komor-Union, deren Programm allerdings starken Kürzungen unterzogen wurde). Selbst dieses ist aber auf Satelliten bzw. Entwicklung einer gemeinsamen Orbitalstation beschränkt.


Informationen zur Hauptwelt

Ruie umkreist die Sonne des Systems auf Umlaufbahn 3 (150 Millionen km). Die Welt hat einen 25-Stunden-Tag und ein 360-Tage-Jahr. Ruie hat einen kleinen Mond, der die Welt in 35.000 km umkreist. Der Atmosphärendruck von Ruie beträgt 0,9 atm, es herrscht Normalschwerkraft (1g). 60% der Welt sind mit Wasser bedeckt, die durchschnittliche Welttemperatur liegt bei 28°C (-3°C pro 1.000m Höhe).

Die Atmosphäre Ruies wurde als verschmutzt klassifiziert infolge von Sporen, die aus den breiten globalen Tropengebieten stammen und sich in der menschlichen Lunge festsetzen können. Einheimische haben durch Geburt und Kindheit aus Ruie einen natürlichen körpereigenen Schutz gegen das sogenannte „Ruie-Asthma“ entwickelt, Außenweltlern wird aber zum Schutz vor dieser unangenehmen und in sehr seltenenen Fällen tödlich verlaufenden Krankheit, deren Hauptsymptom aus einem schweren, trockenen Husten besteht, dringend empfohlen, dauerhaft eine Filtermaske zu tragen.

Ruies Hauptlandmassen bestehen aus zwei großen Kontinenten (Komor und Garan) und drei Hauptinseln. Es gibt zahlreiche kleinere Inseln. Der Äquator verläuft durch beide Hauptkontinente und die größte Insel. Beide Pole haben kleine Eiskappen.

Der größte Kontinent (genannt „Garan“ in Jingarlu, „Tharon“ in Kanyarli und „Chora“ in Nebeldorn) wird durch eine von Nord nach Süd verlaufende Gebirgskette in drei Teilregionen unterteilt: Der Westen besteht aus großen, alten Wäldern und Savannen, der Nordwesten aus Wäldern, Auen und Marschen und der Osten fast ganzflächig aus einem tropischen Dschungel, in dessen Zentrum sich die überaus malerischen Hochebenen und Plateaus aus dem Rustum Becken erheben.

Der Komor-Kontinent teilt sich in weite, bewaldete Küstenregionen mit einer rauen, schartigen Nordküste und eine Wüste im Zentrum auf, die nach West und Ost in weite, teils fruchtbare Ebenen übergeht, bis diese mit der Küstenlandschaft verschmelzen.

Schiffbare Flüsse auf Ruie sind der Terssis (Jingarlu), der Alanessi (Nebeldorn) und der Kamaris (westliches Komor).

Politische Übersicht

Die 7 Milliarden Einwohner umfassende Bevölkerung von Ruie verteilt sich auf eine große Zahl von etwa 150 Nationen, deren freiheitlichste von wechselnden Regimen beherrscht werden. In der absoluten Mehrzahl der Ruie-Staaten ist das Tragen von Feuerwaffen – inklusive Schrotflinten – verboten.

Die Nationen des Freien Ruie sind aus einer verlorenen Kolonie hervorgegangen, die sich nach zwischenzeitlichem Verfall in die Barbarei bis zu ihrer Wiederentdeckung durch den IS vor über 300 Jahren wieder auf Techgrad 5 aufgeschwungen hatte. Mit einigem Import von Wissen und Maschinen aus dem imperialen Raum (überwiegend durch Freihändler und auf Regina beheimateten Konzernen, die feste Handelsniederlassungen auf Ruie gebildet haben) haben sich die fortschrittlichsten Ruie-Nationen inzwischen auf TL 7 hochgearbeitet.

Unter den Ruie-Nationen haben vier einen herausragenden Rang für die globale Politik: Jingarlu, die Komor-Union, Nebeldorn und Kayarlu.

Jingarlu liegt auf der Westseite von Garan. Die Nation ist eine autoritäre und unitäre Republik, deren Agieren durch volksbestimmte Repäsentanten („Hüter“) bestimmt wird. Jingarlu unterhält intensive Beziehungen zum Imperium und erfreut sich einer boomenden Wirtschaft seit Eröffnung des planetaren Außenhandels. Jingarlu hat einen Techgrad von 7 und ist dabei, die Abhängigkeit von Erdölimporten aus Nebeldorn durch Einführung von Fusionstechnologie und Wasserstoffmotoren endgültig abzuschütteln.

Die Komor-Union (Comors Union) ist eine Wirtschaftgemeinschaft unabhängiger TL 7 Staaten auf dem Komor-Kontinent, die sich erst vor relativ kurzer Zeit unter einer föderalen Regierung zusammengeschlossen hat. Die Gemeinschaftsregierung besteht aus einem Ältestenrat mit je einem Repräsentanten pro Mitgliedsnation. Jeder Mitgliedsstaat unterhält eine eigene Regierung, beugt sich aber dem Willen der Unionsregierung. Wirtschaftskrisen in einigen der Mitgliedsstaaten haben die Union in jüngster Zeit an den Rand der Unregierbarkeit gebracht: Da alle Mitgliedsstaaten unabhängig sind, fehlen der Zentralregierung die nötigen Werkzeuge, Eingriffe in die nationalen Wirtschaftsweisen vorzunehmen. Im Zuge der entstandenen Spannungen ist in vielen der Staaten alter Nationalismus wieder aufgeflammt, und Bilder von Streiks, Demonstrationen, Krawallen und Plünderungen beherrschen die nationalen Schlagzeilen. Was sich natürlich auch ungünstig auf die Gesamtwirtschaftslage des Bündnisses auswirkt.

Nebeldorn wird durch die Erlöserfamilie Eldenn beherrscht, und das bereits seit über 120 Jahren. Diese tatsächlich in vielen Ländern von Ruie religiös verehrte Familie war von zentraler Bedeutung für die Kolonisierung Ruies, das nach Lesart des Messias Eldenn „das gelobte Land“ selbst ist, ein neuer Garten Eden und ein neuer Pakt mit Gott. Über die längste Zeit gelang es Nebeldorn durch Nutzung verschiedenster, oft moralisch zweifelhafter Praktiken, die Kontakte zwischen Ruie und dem Imperium zu kontrollieren: Als weltweiter Hauptlieferant von Erdöl konnte Nebeldorn so unter anderem ein auch durch Jingarlu und die damals im Entstehen begriffene Komor-Union unterzeichnetes Abkommen treffen, das Nebeldorn zum Standpunkt des einzig zugelassenen Sternenhafens machte. Während die meisten Ruie-Nationen einfach kein Interesse an Außenweltkontakt haben, hat sich das Verhältnis von Nebeldorn zu einem regelrechten Hass auf das Imperium entwickelt, als deren Folge auch die Einstufung der Welt zur Gelben Zone erfolgte. Unter Umgehung einiger zwar aufgezwungener, aber dennoch rechtsgültiger Bestimmungen gelang es sowohl Jingarlu als auch Nationen der Komor-Union, solches Wissen und solche Techniken aus dem Imperium zu importieren, welche diesen Industrienationen die Unabhängigkeit vom Nebeldorn-Öl bringen würden. Der weitgehende Zusammenbruch des Ölmarktes durch Einfuhrreduktion der früheren Hauptabnehmer hat Nebeldorn in die schwerste Wirtschaftskrise seiner Geschichte gestürzt, die nun bereits 12 Jahre andauert. Als Jingarlu und Komor-Union einen „Freihafen“ für Imperiumsschiffe auf der Insel Macao errichteten, wurde die Stimmung zwischen den Nationen offen feindselig und ein Kalter Krieg brach aus. Inzwischen haben sowohl Jingarlu als auch die KU eigene Häfen zur Aufnahme imperialer und zhodanischer Schiffe errichtet, während in Nebeldorn ein „nationales Befreiungsprogramm“ mit staatlichen Großaufträgen im Anlagenbau und einem umfassenden Rüstprogramm nichts Gutes verheißen lassen.

Kayarlu im nordwestlichen Garan ist eines der am längsten besiedelten Gebiete auf Ruie. Seine Einwohner sind isolationistisch und betrachten sich und ihre Nation als allen anderen Nationen überlegen. Das Land bemüht sich sehr um Ausbau des Tourismus, um Fremdländischen die Segnungen der Kayarlu-Zivilisation näherzubringen. Trotzdem die Nation gänzlich uninteressiert an den Problemen anderer Nationen (und erst recht anderer Welten) ist, hat Kayarlu aufgrund seines konservativen Reichtums großes Gewicht auch außerhalb der Nation. Die bedeutendste Stadt Kayarlus ist Yamaguchi, wo gleichzeitig auch der Internationale Flughafen des Landes liegt. Hier steigen Reisende in kleinere Maschinen um, die sie zu den diversen Clubs, Refugien und abgelegenen Touristikzentren bringen. Yamaguchis Szene ist für Kayarlu-Verhältnisse multikulturell und hat die wohl vielseitigste Nachtclub-, Casino- und Entertainmentszene Ruies zu bieten.

Neben diesen großen Nationen ist unbedingt noch Bakujistra zu erwähnen: Dieses Land ist zwar mit einer Bevölkerung von unter 5 Millionen und einer rückständigen Wirtschaftsweise, die durch allerlei unsinnige Beschränkungen durch die herrschende religiöse Diktatur kaum bedeutsam, erlangt aber durch einige essentielle Bodenschätze und durch den Umstand, dass die einzigen befahrbaren Gebirgspässe zwischen Jingarlu und Nebeldorn durch die Bergnation führen, strategische Bedeutung. Einst war Bakujistra von Jingarlu durch die Nebeldorn-Kolonie West-Jingar getrennt – als diese aber 1085 durch von Jingarlu angeworbene Außenweltler (Söldner der Blackstar Gruppe) erobert wurde, wurde Bakujistra zum einzigen Puffer zwischen den beiden Großmächten. Das Nutzen von Außenweltlern – ein Bruch des noch unter Nebeldorns Dominanz verhandelten Völkerrechtes von Ruie – hat Nebeldorn und den Eldenn gewogene Kleinreiche weiter erzürnt und dazu geführt, dass die verfeindeten Großmächte zahlreiche Ersatzkonflikte auf Bakujistra-Territorium austragen, deren Gebirgsbevölkerung inzwischen bis an die Zähne bewaffnet und deren Marionettenregierung in der Hauptstadt Tajidad Nebeldorn gewogen ist. An Städten Bskujistras noch zu erwähnen sind Slanyut (mit nur 50.000 Ew. dennoch die größte Hafenstadt und der einzige größere Hafen des Landes), Jankuk (ein Industrie- und Handelszentrum und Hort von Bakujistra-Rebellen, die für eine Befreiung des Landes kämpfen (und durch Jingarlu unterstützt werden) und die Kleinstadt Dalmati, um die sich aufgrund ihrer strategischen Position zwischen Jankuk und Tajidad einige der schwersten Kämpfe im ausufernden Bürgerkrieg Bakijistras abspielten. Heute ist Dalmati weitgehend zerstört und verlassen.

Neben den genannten Hauptmächten (und Bakujistra) existieren auf Ruie folgende weitere Nationen mit einer Mindestgröße von 100 Millionen Einwohnern:

  1. Freie Republik Staralka in Süd Garan (1.200 Mio. Ew., Raumhafen X, Justizgrad 5, TL 5)
  2. Königreich Kayarlu in Nordwest Garan (950 Mio. Ew., Raumhafen C, JG 5, TL 6)
  3. Erlöserreich Nebeldorn in Ost Garan (900 Mio. Ew., Raumhafen C, JG 7, TL 6)
  4. Konföderation Komor-Union in Komor (650 Mio. Ew., Raumhafen C, JG 7, TL 7)
  5. Volksrepublik Jingarlu in West Garan (350 Mio. Ew., Raumhafen C, JG 7, TL 7)
  6. Volksstaat Chanoss in Südwest Garan (anonyme Bürokratie, 350 Mio. Ew., Raumhafen G, JG 6, TL 6)
  7. Freie Republik Swemet auf Komors Nordinsel (Diktatur, 250 Mio. Ew., Raumhafen X, JG 8, TL 5)
  8. Fürstentum Liruga im nordzentralen Garan (Char. Führer, 250 Mio. Ew., Raumhafen H, JG 5, TL 5)
  9. Föderative Stammesrepublik Showaj in Nordwest Garan (Demokratie, 200 Mio. Ew., Raumhafen X, JG 4, TL 6)
  10. Demokratische Republik Rukajan in Nordwest Garan (Bürokratie, 150 Mio. Ew., Raumhafen X, JG 8, TL 5)
  11. Fürstentum Orissali auf der Cammet-Insel (Oligarchie, 120 Mio. Ew., Raumhafen G, JG 7, TL 6)
  12. Volkstheokratie Saeton im südzentralen Garan (100 Mio. Ew., Raumhafen X, JG 9, TL 5)

Besiedelungsgeschichte und Entwicklung

Die erste historisch belegte Besiedlung Ruies erfolgte bereits zu Zeiten des ersten Imperiums, lange bevor umliegende Systeme besiedelt wurden. Über die Frühzeit der Kolonie sind aber selbst auf Ruie kaum noch Zeugnisse erhalten. So behauptet die Familie Eldenn, lebendige Nachkommen jenes Erlösers (dem Eldenn) zu sein, der einst die Erste Gemeinde um sich sammelte, um diese zur Gelobten Welt Ruie zu führen. Andere Nationen – vor allem das ebenfalls religiöse Jingarlu – bestreiten dies, während eher weltlich orientierte Nationen wie die Komor-Union der fernen Vergangenheit und auch den verschiedenen Eldenn- und Weltenkirchen indifferent gegenüberstehen.

Zu erwähnen ist noch, dass auf Ruie – und hier speziell auf dem von Nebeldorn beherrschten Gebiet – Ruinen einer früheren Rasse, Daccam genannt, zu finden sind. Fundstücke der Daccam haben außerhalb Ruies einen gewissen Wert, eben weil es verhältnismäßig schwer ist, diese zu besorgen: Neben dem Umstand, dass nicht allzu viele Ruinenstätten gefunden wurden, hat die Nebeldorn-Regierung ein rigoroses Ausfuhrverbot für Relikte der Daccam etabliert und wirft Schmuggler im Eilverfahren in das berüchtigte Hochsicherheitsgefängnis von Rustum (die Relikte gelten in der Eldenn-Kirche als Reliquien, denn wenn Ruie die Gelobte Welt ist, so sind die Daccam die Hüter und „Engel“ dieser Welt).

Reisewarnungen

Die amtliche Sternenstadt von Ruie liegt in Nebeldorn und erstreckt such um den dortigen Raumhafen Donnerfall, allerdings wird dieser einstige Haupthafen schon seit gut 20 Jahren von anfliegenden Händlern aus dem imperialen Raum kaum mehr verwendet. Nebeldorn beharrt hingegen weiter darauf, die Anlage sei der einzig zugelassene Landepunkt für Fremdweltler auf Basis eines einstigen, heute weitgehend bedeutungslosen „Ruie Traktats“, das den anderen Nationen im Zuge eines Ölhandelsabkommens 1006 aufgezwungen wurde.

Die tatsächliche nächste Entsprechung einer Sternenstadt im imperialen Sinne – wenngleich nicht durch dieses betrieben und überwacht – liegt auf der Insel Macao in der Meerenge von Dremedia, exakt zwischen den von Jingarlu und der Komor-Union beherrschten Landmassen. Die Landung in der „Geschützten Freihandelszone Macao“ und anderen, zu Macao in Konkurrenz stehenden Raumhäfen der großen Nationen und damit den Bruch des Ruie Traktats betrachtet Nebeldorn als Verbrechen, ja, sogar als Sakrileg – und als Begründung gegen alle Arten von Aggressionen, zu denen Nebeldorn als Vergeltung „gezwungen“ ist.

Zur Forcierung des Außenwelthandels haben Jingarlu und die Komor-Union die Insel in beiderlei Richtung über weite Brückentrassen an ihr jeweiliges Land angebunden. Immer wieder kommt es aber zu Anschlägen auf diese Trassen durch imperiumsfeindliche Terroristen, deren Verbindung zu Nebeldorn bzw. zur Eldenn-Kirche wenn nicht offiziell nachweisbar, so aber doch ganz offensichtlich ist.

Als zusätzliche Bedrohungsgeste hat Nebeldorn den Flugzeugträger „Wahrheit“ samt der 4. Flotten als Geleit in Sichtweite zu Macao stationiert. Zusammen mit den Unionsstreitkräften und der Jingarlischen Kriegsmarine ist die Meerenge von Dremedia die am dichtesten militarisierte Zone auf ganz Ruie, und die Gefahr einer Eskalation hängt ständig über der durch einen Kalten Krieg beherrschten Region.

Ruie-Reisenden wird empfohlen, Macao nicht zu verlassen und den Aufenthalt auf Ruie so kurz wie möglich zu gestalten. Zwar ist die Einheitspolizei von Macao extrem darum bemüht, die Sicherheit für Außenweltler jederzeit zu garantieren – dennoch kommt es immer wieder zu blutigen Anschlägen und kriegerischen Auseinandersetzungen nicht nur um, sondern auch in der Sternenstadt.

Beide außenweltoffenen Nationen wissen, dass langfristig die Ausräumung dieser Gefahr durch eine Invasion auf Nebeldorn ganz unumgänglich ist – da aber Kreise der eigenen Bevölkerung die Familie Eldenn als „heilig“ anerkennen, scheuen sich die politischen Führer beider Seiten vor diesem letzten Schritt, dessen Folge womöglich ein Bürgerkrieg plantaren Ausmaßes sein könnte.

Da absehbar ist, dass der Konflikt um Macao irgendwann (und vermutlich in näherer Zukunft) eskalieren wird, haben beide Schutzmächte entgegen anderslautenden Abkommen und öffentlichen Versicherungen bereits seit mehreren Jahren begonnen, Finanzmittel von Macaos Ausbau und Befestigung bzw. Schutz abzuziehen und die freiwerdenden Mittel zum Ausbau des jeweils eigenen Raumhafens verwendet – Jingarlus Hafen heißt, der Raumhafen der Komor-Union heißt und beide Häfen befinden sich ziemlich zentral im jeweiligen Land. An Macao als Standort eines zukünftigen offiziellen imperialen Sternhafens halten vor allem mehrere Investoren aus dem Imperium fest, die hier bereits Anlagen errichtet oder umfassende Grundstückskäufe getätigt haben. Deren Aktivitäten auf und um Macao werden von Nebeldorn als „Beweis“ angeführt, dass das Imperium Ruie tatsächlich zur „imperialen Kolonie“ machen und sich „die besten Stücke herauskaufen“ möchte.

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Traveller RPG | Weltinfo: Jenghe

Vorwort: Nachdem ich laaaange Jahre das Traveller Rollenspiel völlig aus den Augen verloren hatte, wurde ich durch die positiven Besprechungen der neuen Aufgabe von Mongoose, die nun auf deutsch im 13Mann Verlag vorgelegt wurde, wieder auf das Spiel aufmerksam. Speziell der Gedanke der Rückbesinnung – wozu auch das Erscheinen von Traveller im ursprünglichen, minimalistischen Design zählt – gefiel mir auf Anhieb sehr gut, und so dauerte es gar nicht lange, bis ich eine Runde Freunde für ein spontanes Probezocken zusammen hatte – sowohl alte Traveller-Hasen als auch Leute, die von dem Spiel noch nie etwas gehört hatten (zur Schande des Astrophysikers unter den Rollenspielern, der eine Art Erweckungserlebnis hatte *g*). Dem Spaß am System und den uber-awesomen Webangeboten wie etwa der gigantischen Universumskarte, dem Erstellen der Charaktere, dem Durchspielen der Karrieren, der innovativen Charaktererstellung als Gruppe und der Faszination des Spieles tat nicht einmal der TPK in der allerersten Sitzung Abbruch. Aber dazu später. Heute stelle ich erstmal jene Welt vor, auf der das erste, fatal endende Abenteuer spielte. In weiteren Artikeln werde ich dann das Abenteuer selbst und den weiteren Weg der (neuen) Charaktere durch die Spinwärtsmarken verfolgen. Den Eintrag zu Jenghe findet ihr auch im Traveller Wiki auf der offiziellen deutschen Traveller Website. Have Fun! Licht dimmen – und Sprung!

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Jenghe

Jenghe
Sektor: Spinwärts-Marken
Subsektor: Regina
Hexfeld: SM1810
Zugehörigkeit: Imperial
Raumhafen: C (Mittelmäßig)
Größe: 7 Mittel (11,200 km)
Atmosphäre: 9 Dicht (verschmutzt)
Hydrographie: 9 (90%)
Population: 6 Millionen (1 Mio.+)
Regierung: 6 Gefangene Regierung
Justizgrad: 3 Gering
TL: 9 Prä-Stellar (Fusion)
Reisezone: Grün
Basen: Scout
Handelscode: Ni
Gasriesen: 3
Planetoidengürtel: 2

Jenghe ist eine nichtindustrialisierte Feuchtwelt im ReginaSubsektor der Spinwärts-Marken (SM 1801) und Mitglied des Imperiums. Direkte Nachbarwelten (Sprung-1 entfernt) sind „im Uhrzeigersinn“ der Hexkarte, startend kernwärts:

  1. SM1809: Ruie (C776977-7) ist eine autonome, dicht besiedelte Industriewelt mit C-Raumhafen und Gasriesen im Regina-Subsektor. Gelbe Zone!
  2. SM1910: Regina (A788999-C) ist das imperiale Zentrum des Regina-Subsektors und eine reiche, hochtechnisierte Welt. Im System existiert eine Marine- und eine Scoutbasis.
  3. SM1911: leer
  4. SM1811: Dinom (D100535-A) ist eine imperiale, nichtindustrialisierte Welt mit Gasriesen im LanthSubsektor.
  5. SM1711: Extolay (B45589A-A) ist eine imperiale Welt mit Marinebasis.
  6. SM1710: leer

Informationen zum System

Das Jenghe System besteht aus drei Gasriesen (von innen nach außen: Iol, Marekk, Ujattar), zwei Planetoidengürteln und einer unbewohnten Vakuumwelt (Divoyd), die um den in tiefem Rot-Orange glimmender Zwergstern Kol kreisen (Spektralklasse M0, Leuchtkraftklasse V).

Temperatur und Leuchtkraft des Zentralgestirns sind so schwach, dass die Lebenszone nur den Gasriesen Iol und dessen Monde umfasst, zu denen neben Ghan, Sakkar und Vjol auch Jenghe zählt (Jenghe ist der bei Weitem größte der Monde, Ghan und Sakkar sind lediglich eingefangene Planetoide aus einem der beiden Gürtel des Systems).

Der Rest des Systems besteht aus der lebensfeindlichen Außenzone. Von Bedeutung ist dort draußen nur Ujattar als fernster der drei Gasriesen, der von entsprechend gebauten Raumschiffen zum Abschöpfen von Treibstoff genutzt wird und in dessen Orbit in den vergangenen Jahren mehrere feindliche Begegnungen mit Zhodani Schiffen stattfanden. Seit Ende des Vierten Grenzkrieges beherrschen solche provokativen Begegnungen die Beziehungen zwischen dem Imperium und den Zhodani, so dass manche – vor allem Herzog Norris auf Regina – einen kommenden Fünften Grenzkrieg für unvermeidbar halten und befürchten, Jenghe könne dann als Aufmarschgebiet für eine Invasion auf Regina verwendet werden.

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Bedeutung als Transit- und Reiseziel

Obwohl Jenghe an einer Haupthandelsroute und nur 1 Sprung entfernt von Regina liegt, wird die Hauptwelt insgesamt selten besucht. Die meisten Schiffe stoppen nur kurz beim ersten erreichbaren Gasriesen, füllen ihren Treibstoffvorrat auf und springen weiter.

Informationen zur Hauptwelt

Jenghe ist einer Monde über Iol, dem innersten Gasriesen des Systems.

Details zu Größe, Atmosphäre und Hydrographie

Die Verschmutzung in Jenghes Atmosphäre besteht aus Algenstaub: Dies sind freitreibenden Pollen einer in allen Meeren Jenghes vorkommenden Algenart, die für Außenweltler ein mildes Allergen darstellen. Einheimische haben sich an die durch Algenpollen ausgelösten Schleimhautreizungen besonders der Atemwege weitgehend gewöhnt und verzichten daher zuweilen auf Filtermasken. Nur zur jährlichen Hauptblüte und bei Aufenthalt in den Küstenregionen der Äquatorialzone sind selbst auf Jenghe Geborene zwingend auf Atemfilter angewiesen.

Ein weiterer Nebeneffekt der Algenpollen ist, dass Fluggerät auf Jenghe eher selten zum Einsatz kommt: Einerseits sind die Sichtweiten sehr begrenzt (bei niedrigem Pollenaufkommen bis max. 1.000m Sicht, mittleres Aufkommen etwa bei 200m Sicht, schweres Aufkommen unter 30m Sicht), andererseits kommt es immer wieder zu technischen Ausfällen durch verstopfte Ansaugstutzen und durch Pollen blockierte Kühlsysteme, demzufolge zu überhitzten Triebwerken oder sogar Entzündung der sich rasch in Triebwerken festsetzenden Algen, die unter Druck zu Flocken oder soliden Brocken verklumpen.

Eine weitere Besonderheit besteht in einem Wetterereignis, dass von Einheimischen als „Schlitt“ bezeichnet wird. Dazu kommt es, wenn mittleres bis hohes Algenaufkommen in Bodennähe oder mittleren Höhenlagen auf Regenfälle aus darüber liegenden Wolken trifft. Aus der Verbindung von Regentropfen und in diesen aufgelösten Algenpollen entsteht auf dem Boden ein schmieriger Film, der etwa die gleiche Bedrohlichkeit wie Blitzeis besitzt. Zum Glück bleibt der Schlitt nach Ende von Regenfällen nicht allzu lange bestehen, da die Algen das Wasser aufsaugen und beschleunigt an die Luft abgeben. Zurück bleiben schneeartig verkittete Pollenklümpchen, die unter Druck zu Staub zerfallen.

Besiedelungsgeschichte und Entwicklung

Die erste historisch belegte Besiedlung Jenghes erfolgte um das Jahr 80. Das Schicksal jener ersten Kolonie ist aber ungeklärt. Eine zweite Besiedelung fand von Regina aus im Jahr 133 statt und hatte Bestand, blieb aber mit an die 1.000 Kolonisten eher unterentwickelt.

Dies änderte sich erst um 491, als ein später von Sternmetal Horizons übernommenen Werkstoffhersteller einen industriellen Nutzen für die Algenpollen auf Jenghe fand: General Spacefaring Industries (GSI) errichtete mehrere Fabriken an äquatorialen Küstenabschnitten, deren riesige Ansaugrohre Pollen aus der Luft ziehen und zu einem hocheffizienten Dämmstoff verdichten. In Platten gepresst, wird dieser nachwachsende Rohstoff seitdem vor allem in Thermoisolierungen und so auch in Raumschiffen verbaut.

Mit der Übernahme der Operationen durch den Sternmetal Horizon Megakonzern wurde seit 887 der Export von Dämmplatten derart forciert, dass Jenghes Atmosphäre zwischenzeitlich sogar als frei von Verschmutzung betrachtet werden konnte. Obgleich dies als Teil eines Terrraforming Vorhabens durchaus Ziel und Zweck von GSI war, lief diese Entwicklung den Produktionsinteressen Sternmetals entgegen, so dass mittels einer Flotte von Nährschiffen gegengesteuert wurde. Diese Schiffe bauen nun regelrecht Algen an, indem einerseits neue, noch reproduktionsfreudigere Algenmodelle sowie massive Nährstoffe in die Meere gebracht werden.

Seit Ende des Vierten Grenzkrieges, der 1082 bis 1084 im benachbarten Jewell Subsektor gekämpft wurde, hat es eine ganze Reihe von feindlichen Begegnungen zwischen den Zhodani und dem Imperium gegeben, darunter eine ganze Reihe im Jenghe System, dessen Hauptwelt aber nicht in die Kampfhandlungen involviert wurde (sämtliche Kämpfe zwischen Zhodanischiffen – offiziell „Piraten“ – und den Streitkräften unter Kommando von Herzog Norris fanden weit außerhalb im Orbit um den größten und äußersten der drei Gasriesen des Systems, Ujattar, statt – eine in einem der beiden Planetoidengürtel des Systems vermutete Zhodani-Spähbasis konnte nie bestätigt, geschweige denn gefunden werden).

Herzog Norris ist sehr besorgt, dass die Zhodani in einem kommenden Grenzkrieg Jenghe als Sammelpunkt für einen Angriff auf Regina verwenden könnten, und möchte daher die Kontrolle auf Jenghe verstärken und eine dauerhafte Militärstation errichten – ein Ansinnen, dem einerseits die Wünsche von Sternmetal Horizons nach autonomem Wirtschaften im Jenghe-System und andererseits die Skepsis und Uneinigkeit des imperialen Militärapparates in den Spinwärtsmarken entgegen stehen, innerhalb dessen Norris‘ Warnungen eher als Pabikmache oder Geltungssucht belächelt werden.

Details zu Population, Regierung und Justizgrad

Jenghes Regierung wird als gefangene Regierung klassifiziert: Über 90% aller planetaren Installationen auf Jenghe sind nach Übernahme der Installationen einer früheren Betreiberfirma im Besitz von Sternmetal Horizons, die somit als de facto Eigentümer der Welt gewertet werden müssen.

Die Position seitens der formell für imperiale Interessen im Jenghe-System zuständigen Regina-Verwaltung ist hierbei, dass die Zhodani-Bedrohung eine umfassende, direkte Kontrolle Jenghes von Regina aus rechtfertige, die letztlich der Eigensicherung der Hauptwelt des Subsektors dient. Dem hält der Megakonzern entgegen, dass die Zhodani selbst im (unwahrscheinlichen) Fall einer Invasion auf Regina via Jenghe bestenfalls Halt am äußersten Gasriesen machen würden – eine Einmischung des Imperiums bzw. des Herzogs von Regina direkt auf der Hauptwelt sei somit unnötig, und die Freiheit im Orbit des Gasriesen eine ganze Flotte zu platzieren  stehe dem Herzog ja frei, auch ohne ungesetzliche Einmischung des Imperiums in die Geschäfte des Megakonzerns auf Jenghe.

Als Interim wird Jenghe seit Ausbruch dieses Grundsatzstreits durch die „Gewerkschaftsrepublik Dorzan“ (benannt nach dem Gründervater und Gewerkschaftsführer desselben Namens) unter dem durch die Jengher Sternmetal Gewerkschaftsmitglieder gewählten „Gewerkschaftspräsidenten“ regiert. Diesem stellt Sternmetal einen „Direktor“ als Repräsentanten und Vorgesetzten entgegen. Im allgemeinen ziehen Direktor und Gewerkschaftspräsident jedoch an einem Strick und verhandeln lediglich betreffs Nebenpunkten mitunter aggressiv.

Die übergroße Einigkeit zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite hat um 1008 zur Gründen einer radikalen Gewerkschaftsgruppe um die Aktivistin Bordana Walsh geführt. Bisher indes beschränkten sich die Aktivitäten von deren „Unitidad“ Gruppe auf gelegentliche Protestmärsche, zahlreiche Graffitti, etwas Vandalismus und kleinere Rempeleien mit Milizen (bewaffnete Gewerkschaftskräfte, die vornehmlich die abgelegeneren Siedlungszentren beschützen) und der Stadtpolizei (Sternmetal Haustruppen, die ausschließlich die Welthauptstadt, nicht aber den Raumhafen verteidigen. Letzterer wird durch von Regina entsandte Sicherheitstruppen gesichert). Die Dreiteilung der planetaren Sicherheit in Raumhafenpolizei, Stadtpolizei und Rangebietmilizen führt mitunter zu unnötigen Verschleppungen von Verfahren und bietet illegalen Elementen einige Ansatzpunkte für Bestechung, Schmuggel oder „Abtauchen“ auf Jenghe.

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Haustruppe von Sternmetal Horizons im Polizeieinsatz auf Jenghe. Im Hintergrund eine Algenraffinerien mit den typischen riesigen Ansaugrohren.

Die meisten Bewohner Jenghes arbeiten für Sternmetal Horizons, und somit hängen auch alle anderen Wirtschaftsfaktoren an Wohl und Wehe des Megakonzerns. Dies schlägt sich auch im planetaren Finanzwesen nieder, das fast ausschließlich in der Einheit „Sterns“ bzw. „Sterne“ abgewickelt wird (offizielle Bezeichnung: SMH-Kredite, die Hauswährung von Sternmetal Horizons). Die imperiale Währung wird zwar auch akzeptiert, aber als minderwertig betrachtet. „1 Stern für 3 Imperial“ ist so etwas wie eine ungefähre Faustformel zur Umrechnung, wobei außerhalb Jenghes eher ein Umrechnungskurs von 1.2 SMH-Credit = 1 imperialer Credit üblich ist. Dem Ungleichgewicht bei finanziellen Umrechnungen versucht die Dorzanische Regierung durch erhebliche Umrechnungsabgaben und Ausfuhrgrenzen auf Finanzmittel Herr zu werden. Das Ergebnis ist ein sehr komplexes behördliches System, dem man faktisch nur dann halbwegs entkommen kann, indem man Geschäfte entweder über planetare Kreditvermittler oder aber Bargeldtransfer auf der Weltoberfläche abwickelt.

Die wichtigste Stadt auf der Oberfläche und faktische „Welthauptstadt“ ist Jethero – „Jenghe Downport“ für Auswärtige – und diese ist zugleich die Bodenstation des örtlichen Klasse C Raumhafens. Der wichtigere Teil dieses Raumhafens ist aber die geostationär im Orbit über Jethero treibende Hithero Station – „Jenghe Uplift“ für Auswärtige. Hithero ist um einen zentralen Zylinder herum errichtet, umfasst aber insgesamt eine offene Struktur, die vor allem der Aufnahme großer, nicht stromlinienförmiger Transportschiffe dient. Das gesamte Design der Station ist stark von deren industriellem Zweck bestimmt, was der ganzen Station eher den Eindruck einer fliegenden Fabrik gibt.

Nur wenige Reisende machen sich die Mühe, Jenghe Downport zu besuchen, dessen Landekapazitäten ohnehin sehr begrenzt sind. Der Verkehr entlang des Verbindungskurses zwischen Uplift und Downport beschränkt sich somit meistenteils auf Zubringer, die Frachtcontainer voll leichter, aber sperriger Algenplatten zur weiteren Verschiffung bringen. Dazu tragen auch die strengen Ein- und Ausfuhrbestimmungen von Jenghe bei, die zu einer de facto Dreifachbesteuerung von Waren führen (imperiale Steuer, Sternmetal Sonderabgabe und Ausfuhrzinsen an die Gewerkschaftsrepublik). Umgangen werden kann diese Besteuerung nur, indem Waren über von Sternmetal Horizons lizensierte Frachtkapitäne ausgeführt werden (oder indem sie herausgeschmuggelt wird).

Noch zu erwähnen sind die auffälligen Triebwerke an Hithero Station, die mehrfach in der Woche gezündet werden müssen, um die Station im Orbit zu halten. Dies ist notwendig, da die im eher kompakten System präsenten Gasriesen einen bestätigen Gravitationszug ausüben, gegen den angesteuert werden muss (indes nicht so sehr, dass es Navigationsschwierigkeiten gäbe).

Informationen zu Handel und Warenverkehr

Trotz der massenweisen Ausfuhr von Dämmplatten und einiger aus Algenfasern gefertigten Billigtextilien gilt Jenghe als nichtindustrialisiert. Dies liegt einerseits an der weitgehenden Abwesenheit anderer Fertigungsanlagen, andererseits aber auch daran dass Algen durch den IS weder eindeutig als Industrie- noch eindeutig als Agrarprodukt gewertet wurden.

Reisewarnungen

Aktuell liegen für Jenghe keine Reisewarnungen vor.

Die Flora und Fauna von Jenghe ist insgesamt wenig entwickelt. Lediglich die riesigen Ozeane der Welt schwärmen von Leben – manches davon giftig, insgesamt aber ungefährlich. Die größten Lebewesen außerhalb des Wassers sind die von Algenpollen lebenden Äser, die von den Einheimischen als Wathus oder einfach als Luftsäcke bezeichnet werden.

Sie entstehen als auf dem Wasser treibende Zellfladen, die sich mit aufsteigenden Gasen wie Methan und Helium (Abbauprodukte von Wasserorganismen) füllen. Erreichen sie eine gewisse Größe, steigen sie träge auf und formen treibende Blasen oder Ballons, die – falls sie Land erreichen – sich mit Proteinfäden an irgendeinen Fels klammern. So entstehen im Laufe von Jahren ganze Wolken schwach im Wind tanzender Blasen oder „Wälder“. Wathus filtern Pollen aus der Luft und stellen keinerlei Gefahr für irgendjemanden dar.

Nur sehr selten löst sich eine größere Zahl von Wathus, die als driftendes Objekt Störechos auf dem Radar darstellen oder eine Gefahr für den ohnehin spärlichen Flugverkehr bilden können.