Cyb3rpunk | Asimov

cp-asimov.jpgAsimov ist streng genommen keine Einzelperson, sondern ein Kollektiv verschiedener Personen. Als Syntheroid Modell KfK-6 von CyberDyne verfügt Asimov über eine adaptierbare Persona-Shell, die es gestattet mehrere Persönlichkeiten auf Basis desselben Gesamtwissens zu „hosten“.

Asimov agiert als Agent verschiedener, zur Genius IG gehörenden Konzerne. Sein Tätigkeitsbereich ist die Outside, zu der auch Newark gehört – eine gefährliche Gegend, in welche Asimovs IG keine wertvollen „Humanressourcen“ schicken mag aus Sorge, diese könnten beschädigt oder getötet werden.

Asimovs Kernpersönlichkeit ist die eines ziemlich arroganten Vermittlers, der sich selbst als so etwas wie einen Engel unter Schmutzkindern betrachtet. Je nachdem, für welchen seiner Konzerne er spricht, wird dieser Persönlichkeitskern durch die Bestandteile der betreffenden Konzernkultur erweitert: Asimov bleibt derselbe, spricht und bewegt sich aber anders, stets die perfekte Außenfassade seines (aktuellen) Konzerns.

Wenn er nicht gerade Aufträge an Freelancer vergibt, ist Asimov meist in seinem Büro unweit des Towers anzutreffen, wo er als Infobroker Daten von der Straße aufkauft, die für seine Besitzer ggf. interessant sein könnten. Seine Selbsterhaltungsparameter sind dabei so ausgeprägt, dass er daneben auch andere Informationen verdealt, für deren Erlös er sich eine Gruppe von aufgerüsteten Schmutzjungs als Schläger und Bodyguards hält.

Cyb3rpunk | D0lly

cp-d0lly.jpgD0lly (mit Null statt O) gehört zu den älteren Modellen der Synthoiden, weswegen ihr das Überpuppenhafte noch sehr deutlich anzusehen ist. Insgesamt waren die ersten Versuche, auf Silikon, Stahl und Plastik beruhende Kunstmenschen zu schaffen, wenig erfolgreich:

Gerade jene Modelle, die es darauf anlegten den Menschen möglichst perfekt zu imitieren, trafen am Markt auf Ablehnung, da viele Menschen instinktive Ablehnungen empfanden. Erst in der zweiten Generation der pAI-gesteuerten Silikonpuppen kamen die Designer auf den Trichter, die Optik der Kunstmenschen bewusst stärker vom Bild eines „normalen Menschen“ abzuheben. Und landeten damit einen Volltreffer:

„Fehlte“ den Fast-Menschen irgendeine Komponente wahrer Lebendigkeit, die irgendeinen atavistischen Abwehrinstinkt der Menschen auslöste, boten die „lebenden Puppen“ ein „Mehr“, das sie von ihren gänzlich leblosen Vorfahren abhob.

Bald schon übernahmen jene Puppen – meist nach asiatischen Kawaii- oder Kunstidealen geformt – einfache Repräsenntationsaufgaben in der Serviceindustrie wie z.B. die Besucher eines Kaufhauses mit demütiger Verbeugung zu begrüßen und Einkäufe zu tragen.

D0lly – Modellreihe D der Alldroid Gruppe – gehörte zu den ersten pAI-Systemen, die für Chauffeur-Aufgaben eingesetzt wurden. Und ist damit letztlich der Vorläufer vieler heutiger TaxiDrive-Modelle. Bereits vor längerer Zeit durch einen geänderten Modegeschmack in Fragen des Puppendesigns ausgemustert, landete D0lly auf dem Wühltisch eines Puppenverwerters, wo sie von einem Newarker Infobroker und Drittmann namens Loki gekauft wurde. Für diesen ist sie noch immer tätig sowohl als Fahrerin als auch Kurier.

Auf der Straße heißt es, Loki habe seine D0lly intern aufgerüstet und ihren Speicher um ein Vielfaches erweitert, so dass er wenn schon nicht modernen Synthoiden, so wenigstens mit der Modellreihe D vergleichbaren Modellenhimmelweit überlegen ist. Man munkelt sogar, dass der größte Teil von Lokis heißen Daten, Kontaktnummern und Infos als Backup in D0llys Hirn liegen. Natürlich so verschlüsselt, das nur Loki wieder an sie herankommen kann.

Cyb3rpunk | Mari-A

cp-mari-a.jpg Mari-A ist eine Synthoide aus dem Besitz des St. Michael’s. Sie wurde auf Betreiben von Priscilla Wayne angeschafft, um die Aufnahme der Klinik zu „professionalisieren“.

Ausgestattet mit speziellen pAI-Aufrüstungen für Krankenhausdienst und Kommunikation, versieht Mari-A ohne Murren und vor allem ohne sich stressen oder ermüden zu lassen mit ewig einprogrammierter Freundlichkeit ihren Dienst, nimmt Patienten auf, erfasst Krankengeschichten, weist Tragen und OP-Räume zu, bringt Kaffee und hat stets ein freundliches Wort für ältere Bürger und Kinder.

Darüber hinaus ist Mari-A über ein Wireless Personal Area Network (WPAN) an den Rechner des Krankenhauses angeschlossen, so dass alle durch sie generierten Daten inklusive optische, olfaktorische und akustische Patientenerfassung sofort durch das medizinische Personal abrufbar sind.

Als Synthoide – also gänzlich künstliche Androidin aus Silikon, Plastik, Metallframe und Chips – arbeitet Mari-A natürlich ununterbrochen 24 Stunden am Tag, abgesehen von einer monatlichen Inspektion und einer wöchentlichen „Aktualisierungspause“ von etwa 2 Stunden, in der sie neue Steuersoftware bezieht und ihre Firewalls plus Virenschutz erneuert werden.

Von den Mitarbeitern der Klinik wird Mari-A faktisch als Kollegin behandelt, womit sie zuweilen nicht so recht umzugehen weiß (jedem ist noch gut in Erinnerung, wie man ihr im ersten Jahr nach Anlieferung eine Freude machen wollte, indem man ihr eine Geburtstagstorte brachte. Der Reboot nach Systemabsturz hatte fast 4 Stunden gedauert – das Problem selbst ist nach Umstieg auf die aktualisierte Emulationssoftware emo35.2 des Herstellers paraLife aber nie wieder aufgetreten).