Cyb3rpunk | NC: Babylon Hood

Status: Outside, under NCPD Supervision

1 Budget Appartments Building 25 – Ein billiger Wohnblock der Firma Budget Living, die seit 2026 Immobilienbesitz insolvent gegangener Wohnungsbaugesellschaften in der Combat Zone aufkauft. Besitzer von Budget Living ist die Wohnungsgruppe NCHG (Night City Housing Group), eine 100%ige Tochter von CityCon. Budget beschäftigt Sicherheit von Budget Security (die aber außer dem Namen nix mit der Firma gemein haben) und richtet das Allernotwendigste her. An sich leisten sie gute Arbeit, aber man mutmaßt, dass Budget nur Immobilien-Grabbing betreibt, sich Zuschüsse der Stadt-IG abgreift und dann wartet, bis es die Gebäude bzw. den Baugrund teurer verkaufen oder umgekehrt zu Sonderkonditionen an CityCon abtreten kann.

2 The Ark Arcade – Einst ein Vergnügungszentrum mit Arcade Shops, Billard, Bowling, Kino etc., heute ein beliebter Treffpunkt für Gangs und Punks, mit Underground-Konzerten, Bowling und der zum Braindance-Puff umgerüsteten Arcade Hall. In der ehemaligen Tiefgarage war bis zu seiner Schließung 2034 der Booster Club „The Overkill“.

3 Budget Appartments Building 28 – Siehe 1. Die Bewohner dieses Komplexes waren von der Wohltätigkeit von Budget nicht überzeugt und hatten bis 2033 das Haus besetzt. CityCon hat daraufhin die Booster/Biker Gang Pale Riders angeheuert, um die Hausbewohner zu terrorisieren. 2034 war das Haus leer und steht nun zum Abriss bereit.

4 Neuer Rohbau – Bauarbeiten im Gange. Sicherung durch Budget Arms.

5 Budget Appartements Building 56 – Siehe 1. Das Gebäude ist 2033-2034 „renoviert“ (d.h. kosmetisch in Stand gesetzt) worden und voll vermietet.

6 Searose Appartements – Ein eilends hochgezogener Wohnbau für junge Familien in Einheitsarchitektur. An der kurzen Seite ziehen sich Feuertreppen bis hinauf. MegaCon

7 Parker Building – Ein Bürokomplex, der nie vollends fertiggestellt wurde. Im Inneren übersäht mit zerbrochenem Glas und Graffittis. Beherbergt einen hohen Anteil Dorpher, von denen die halbwegs passabel aussehenden weiblichen Zombies gerne von Gangs der nördlichen Nachbarschaft (den Stone Headz, einer Skin-Hassgang) besucht werden.

8 KoreanWays – Ein nondeskriptes Beton-Lagerhaus mit südlicher Belade-Plattform für bis zu 10 Lkws. Der Grund unter dem Gebäude hat sich etwas abgesenkt, daher steht es nun schief. Bewohnt war es trotzdem eine Weile lang von 50 Squattern. Diese wurden 2034 entfernt. Jetzt ist der Komplex umzäunt, mit großen Bauschildern, welches Projekt hier gebaut werden soll.

9 a+b East End Mall – Eine ausgedehnte Mega-Mall, die komplett renoviert wurde und wieder in Betrieb ist. Auch die riesige, einst überflutete Tiefgarage ist wieder instand gesetzt.

10 CHOOH2 4U – Anfang des Jahres 2035 neu eröffnete Tankstelle

11 World Parcel Service NC East End – Eine langgestreckte Paketverladestation. Das Dach war früher eingestürzt, ist aber wieder renoviert und der Betrieb wieder aufgenommen. Reste von Baugerüsten zeugen von vergangener Renovierung. Der Zaun an der Ostseite wurde gerade erneuert.

12 T-Mex Bar – Früher ein Taco Joint, zwischenzeitlich ein billiges Suff-Loch, in dem Ratten und Straßenhunde, Hundefutter und anderes Zeug als Taco-Füllung angeboten wurden. Dann eine Weile lang wieder ein Taco Joint (und Suffloch) mit Glücksspielen im OG. Das T-Mex Gebäude wurde 03/2035 von der BuReloc geräumt (siehe Story “Remains”).

13 Babel Towers – Neu errichtetes Wohnprojekt der MegaCon Construction Group in moderner Einheitsarchitektur mit integrierter Mieter-Mall.

14 Warehouse von Lee Wan’s Imports – Verlassener Ziegelsteinbau mit vermauerten Fenstern.

15 Warehouse von Asean-PacificHandlungsort des Abenteuers „Fully Chipped“. Ein blassroter, Ziegelsteinbau mit kleinem Aufbau und teilweise zerstörtem Schild auf dem Dach (Name in Englisch und Koreanisch, Firmenlogo). Das Gelände ist mit einem Drahtzaun umgrenzt, der aber fast völlig kaputt ist. Nur das mit mehreren Vorhängeketten verschlossene Tor hängt unverrückbar fest. Das Gelände hat einen eigenen Anlegesteg.

16 Seaside Appartments – Ein nondeskripter Wohnblock, in den 2010ern eilends von korrupten Mafia-Baufirmen hochgezogen. Der Block ist weiterhin Mafia-kontrolliert, regelmäßig gehen Eintreiber durchs Haus, ab und an wird sogar etwas repariert. An der Nordecke gibt es einen Automatenwäscherei und eine Pizzeria mit vermauerten Schaufenstern. Die Top-Etagen im Südturm werden von Prostituierten bewohnt.

17 East End Parking – Ein offener Betonblock mit Parkmöglichkeiten auf 3 Keller- und 4 Hochebenen. Das Parkhaus wird durch die East End Rippers beansprucht, einer bunt zusammengewürfelten Truppe von bewaffneten Kids, die meist aus der Gegend kommen.

18 Warehouse von Panama Goods & Imports – geplündertes, einstmals bedeutendes Lager und Umschlagplatz für Importe aus Südamerika, in spektakulärem Fight zwischen NCPD und Drogenbaronen 2014 völlig zerstört. Noch heute Boden voller Shells, Schilder an Zaun: „Vorsicht! Minen!“. Auf Dach liegen Trümmer eines abgeschossenen AV-4 (ausgeschlachtet).

Cyb3rpunk | Reed (1)

unknow_-_city.jpgNew State City, 2035.

Reed machte nicht den Eindruck, als sei er sonderlich gut drauf. Grundsätzlich nicht. Und heute erst recht nicht. Er hatte auch keinen Grund dazu. Gut drauf war man in Lincoln, nicht in Ironbound. Gut drauf war man als Neo, nicht als Norm.

Als die Türen des Labor Center Zubringers vor ihm aufsurrten, sprang Reed hinaus und setzte sich in schnurgerader Linie in Richtung seiner Stammkneipe in Bewegung. Wie die meisten Leute, die im Center einer mehr oder weniger anspruchslosen Tätigkeit irgendwo zwischen Beschäftigungstherapie und Übernahmechance nachgingen.

Seine heutige Tätigkeit hatte wie auch schon in den letzten Tagen darin bestanden, neue Wireless-Adressen aus Blogs und Chats herauszufischen und diese in die Adressdatenbank eines Spamzines einzugeben. Letzte Woche hatte er mit einem Trupp ungelernter Helfer mitgewirkt, ein Abrisshaus zu entkernen. Was er die Woche davor getan hatte, war ihm entfallen. Gottlob.

Sein Weg führte ihn an einem Billboard entlang, von dessen 2×4 Meter Fläche ihm eine sexy Servoide mit Katzenaugen und sanft befellten Tierohren anzwinkerte. Mit der Geschaffenen von der Plakatwand verband ihn eine Art Hassliebe, denn einerseits war sie wirklich süß, andererseits war ihr Zwinkern das unmissverständliche Signal dafür, dass sein Keé gerade wieder mit Ruf-Mich-An-Oder-Komm-Vorbei-Wann-Immer-Es-Dir-Gefällt-Mein-Süßer Spam vollgeballert wurde.

Ein paar Mal hatte er versucht, „sie“ dazu zu bewegen, seinen Wunsch nach Privatsphäre zu respektieren und ihn aus dem Sendeprofil zu nehmen – aber nicht nur waren Plakatwände aufgrund ihrer geringen Knotenzuteilung eher mäßig intelligent, sie waren was den Respekt der Privatsphäre angeht auch nur mäßig kooperativ.

Also murmelte er nur „Zisch ab“, nahm flüchtig den verletzten Blick der Plakatschönheit wahr und schlurfte eilig weiter. Mit etwas Glück würde er heute noch echte Pussy bekommen, da brauchte er echt keine blöde Bio-Bitch, die ihn noch dazu VIRTUELL von der Seite anquatschte.

Ein Zirpen im Keé ließ ihn schon entnervt den Löschbutton auf seinem Linsplay anpeilen, ehe er merkte, dass der Anruf von einer ihm bekannten Adresse kam. Mit kurzem Nicken nahm er den Anruf entgegen.

„Ni hao, Reed!“ sagte Boswash, nachdem sich das virtuelle Fenster in Reeds Gesichtsfeld begleitet von der Titelmelodie des Drittmanns zur Gänze geöffnet hatte. Boswash war keine sonderlich große Nummer und bestenfalls im B-Sec bekannt. Reed hatte ihn auf einer Party kennen gelernt und ein paar Simplays von ihm gekauft – illegaler Kram, unzensiert, aus Burneo Eden, dem aktuellen Megahub für independent Warez.

Reed nickte, während er weiterging und per Eyeclick das Fenster auf eine mit Laufbewegung vereinbare Größe schrumpfte.

„Hao ma. Was gibt’s?“
„Gut, danke. Ich hab da ne Sache, die für dich interessant sein kann.“
„Danke, aber ich bin etwas klamm. Warez sind grad nicht drin. Aber dank…“
„Hey, mei guanxi – ich will dir gar nichts andrehen. Ich brauche dich. Für ne Erledigung, für die ich nicht erst runterkommen will. Ist einfach zu weit weg, und an sich auch nix Aufregendes.“
„Hm. Zhidao. Ich komm grad von ner 14-Stunden-Schicht auf Gemeinschaftspunkte. Ich bin fertig, Mann. Ich will jetzt nur nen Burger, nen Caramello und vielleicht ne Zigo, falls mein Konto das hergibt.“
„Es springt auch was raus. Ich kann dir vierzehn V geben.“

Reed hielt inne. Vs waren neben Credits und Commits die dritte wichtige Währung in New State City: Credits zum Kaufen, Commits (Gemeinschaftspunkte) für öffentliche Services, Votes für die generelle „Unbedenklichkeit“ der Person. Und damit die entscheidende Währung, um unter dem Radar zu bleiben.

„Zwanzig V“ konterte Reed nach kurzem Nachdenken.
„Hen hao“ kam die erfreute Antwort.

Man verabredete ein Telefonat über indeNET, einen mickrigen Call-by-Call Provider im Zairaban, der im Ruf stand in hübscher Regelmäßigkeit Gesprächsdaten zu verlieren, ehe diese von Robotroutinen an die Zentralregistratur überspielt würden. Natürlich würde indeNET irgendwann vom Netz genommen werden – aber dann würde eben einen neuen Anbieter in irgendeinem „Schurkenstaat“ außerhalb der NWO-Blöcke dessen Platz einnehmen.

Soweit Boswash durch die Blume hatte andeuten können, würde es nur darum gehen, eine Freundin des Drittmannes zu treffen, um von dieser eine Sporttasche entgegen zu nehmen. Dass diese illegale Waren enthalten würde, damit war zu rechnen.

Aber Reed hätte niemals geahnt, welches Ausmaß der Ärger annehmen würde, den er sich mit dieser Gefälligkeit einhandeln würde.

Cyb3rpunk | Jawz

cp-jawz.jpg Jawz ist ein Riese von Kerl und der Anführer der Skullz Gang, welche den Tower und die umliegenden Blöcke für sich beansprucht.

Der Metallkiefer, dem Jawz seinen Namen verdankt, ist ein Andenken an eine Konfrontation mit den Projax von jenseits des Containerparks, auf die sich der herrschende Krieg mit der weißen Hassgang zu großen Teilen zurückführen lässt.

Damals – 2033 – lag das Skullz-Gebiet noch eher westlich, ehe die Idylle von den plötzlich auftauchenden Projax zerstört wurde. Ohne Vorwarnung erfolgte der Angriff. Der damalige Anführer der Skullz, Skel-J, wurde aus einem fahrenden Auto heraus erschossen, Jawz (damals noch Collar und Lieutenant der Gang) wurde im Containerpark überfallen und so lange ins Gesicht geschlagen, bis von seinem Unterkiefer nur noch penny-große Trümmerstücke übrig waren.

Ohne Versicherung und Geld für eine umfassende Rekonstruktion, wurde Collar im St. Michael’s zusammengeflickt und mit der veralteten Kinnprothese „aus dritter Hand“ versehen, die heute sein Markenzeichen ist.

Anders als andere Mitglieder der Skullz, die sich den weißen Totenschädel nur auf Kriegszug auftragen, hat Jawz sich diesen eintätowieren lassen. Und sein Hass wird erst dann gestillt sein, wenn es ihm gelingt die Projax bis auf den letzten Mann auszurotten.

Cyb3rpunk | Arden

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[ arden ]

Rolle: Fed Cop | gespielt von: Thorsten

Arden ist noch jung, aber weit davon entfernt ein Grünschnabel zu sein. Die Straßen von Newark sind ein gefährliches Pflaster. Das keinen Fehler verzeiht. Wie die meisten Cops, die noch nicht im Leichensack liegen, hat Arden gelernt, sich zu arrangieren. Mit der Straße. Den Gangs. Der Neuen Weltordnung. Der Abschaffung der Amerikanischen Verfassung. Der Neuordnung des Staates New Jersey. Sogar mit den Schnüfflern der Law Enforcement Division, die ihre Nase in alles stecken, was sie nichts angeht.

Arden hasst seinen Job. Weil dieser letztlich immer mehr darin besteht, die Interessen großer Konzerne zu bedienen. Oder Amtshilfe für jene Behörden von Präsident Windham zu leisten, die ihm mindestens suspekt, wenn nicht gar gänzlich verhasst sind. Trotzdem: Es gibt keine Alternative. Nicht für den Polizeidienst – und schon gar nicht für ihn.

Corporate gehen? Das wäre Verrat. Guerilla gehen? Das hieße Aufstecken. Zwischen den Stühlen sitzend, versucht Arden seinen eigenen Weg zu gehen.

Und holt sich dabei öfter als gut für ihn ist Rat von den Herren Daniel’s, Walker und Beam.

Cyb3rpunk | Ada

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[ ada ]

Rolle: Tek (Medtechie) | gespielt von: Sue

cp-ada.jpgAda hat überlebt. Von all ihren Kumpels und Mit-Edgerunnern hat sie das Fiasko von Night City überlebt. Nicht nur den Verrat an den Nomaden und die endlose Fahrt durch Acro-Land. Auch den Zusammenbruch der Arasaka-Türme. Nicht nur Extraktionen aus dem im Konzernkrieg belagerten L.A. Auch den Steinbrockenkrieg. Nicht nur die schwarzen Chip-Geschäfte von DMS. Auch jenen letzten Freundschaftsdienst für ihren Kumpel Maven, der dem ganzen Team das Genick brechen – und alle außer Ada das Leben kosten sollte.

Lange Zeit lang war sie auf der Flucht. Vor der Russenmafia um den König aller Fleischhändler an der Westküste, den Zaren. Auch vor den nie ermittelten Drahtziehern, in deren Dienst die Russen einen Musik-Gig vor der Küste sabotierten. Und hunderte Partygänger auf den Grund der giftigen See schickten. Ihre Flucht hat sie quer durch die I.S.A. getrieben. Aber es ist schwer, vor der eigenen Angst davonzulaufen.

In New York war das Land einfach zu Ende. Der Atlantik stoppte ihre ostwärts gerichtete, ziellose Wanderung. Heute arbeitet sie im St. Michael’s Klinikum in Newark, New State City. Ein finanzieller Abstieg von den Tagen, als sie in Night City für Trauma Team arbeitete – aber eine sichere, überschaubare Existenz. Im Schatten der Wolkenkratzer. Außerhalb des Interesses gesichtsloser, globaler und orbitaler Kräfte.

Ein Neuanfang.

Cyb3rpunk | Timothy

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[ timothy huang ]

Rolle: (Ex) PA Trooper | gespielt von: Ascaso

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Wer nicht gerade versehentlich über ihn stolpert, dem fällt dieser schmächtige Asiate kaum auf. Warum sollte er auch? Sein unscheinbares Gesicht webt sich mit einer wahllos unmodischen Sammlung Von-der-Stange-Billigklamotten und einer etwas linkischen Körperhaltung zum Bild eines Alltagsversagers zusammen, dem man bestenfalls bei McWendy’s das vermüllte Serviertablett in die Hand drücken würde.

Hinter der Fassade gibt es – wie hinter seiner sorgsam verschlossenen Wohnungstür – einiges mehr zu entdecken. Und vermutlich wäre man erstaunt zu erfahren, dass der kleine Kerl eine Weile mal ein recht passabler ACPA-Pilot war. Jedenfalls so lange, bis er – laut Aktenlage – aufgrund ungenehmigter „Verbesserungen“ an seinem Dienst-Hopper mehrere Menschen das Leben kostete.

Heute steuert Timothy nur noch Exoskelett-Rümpfe auf irgendwelchen der unzähligen Großbaustellen der New State Megalopolis. Ein – immerhin – besser bezahlter Job als der einer ungelernten Baukraft. Aber nichts, worauf man sich etwas einbilden könnte.