D&D Update | Deutscher 4E SL-Schirm entfernt

Kurznotiz: Aufgrund einer bestehenden Urheberrechtsverletzung habe ich meinen deutschsprachigen D&D 4E SL-Schirm von dieser Seite entfernt. Und ehe darob Gerüchte oder der nächste Flamewar gegen WotC ausbricht: Ich bin weder verklagt noch abgemahnt worden, sondern habe via die neue offizielle D&D 4E Community gefragt, ob das Posten und kostenlose Anbieten dieses Schirms rechtlich okay ist.

Meine Argumentation und mein Gedankengang dabei war, dass ja aktuell und auch in naher Zukunft kein offizieller deutscher SL-SChirm existieren wird, ich mit einem Fan-gemachten folglich niemandem das Geschäft verhageln kann und darüber hinaus durch das Angebot des Schirms die mit der deutschsprachigen 4E spielende Szene supporten könnte, bis dann WotC entweder eine eigene Lösung oder einen deutschen Lizenzpartner gefunden hat.

Auf meine Anfrage wurde mir aber mitgeteilt, dass die Wiedergabe von Regeldetails – wie es kompakter ja kaum geht als in einem SL-Schirm – nicht okay sei, und zwar aus generellen Urheberrechtsgründen. Das ist auch an sich ganz logisch – denn: völlig unabhängig davon ob die Rechte an der D&D Übersetzung Feder & Schwert gehören oder WotC (das hab ich nicht gefragt, wär aber auch spannend zu wissen) sind die Regeln so oder so WotC-Besitz, egal ob diese nun aktuell als deutscher SL-Schirm im Handel sind oder nicht.

Man kann als Fan darüber maulen (und das tun ja viele auch gerne) warum da „der böse Verlag“ nicht einfach kulant ist oder „wie Pathfinder“ sowas selbst als kostenloses PDF anbietet – nur vergesst dabei bitte dreierlei nicht: Nämlich dass erstens Verlage auf eine Wirtschaftlichkeit angewiesen sind, wozu zweifellos der Schutz des eigenen Materials gehört, dass es zweitens das unbedingte Recht jeden Verlags ist selbst zu entscheiden wie offen oder restriktiv er mit seinem Besitz umgeht (nicht alles, was für Verlag A richtig ist, muss für Verlag B und C genauso richtig sein) und dass WotC kulant ist, denn die sind durchaus nicht doof und wissen, dass Fanmaterial und Fansheets und Fanschirme da draußen existieren (ich gehe arrogant davon aus dass auch mein Schirm denen nicht entgangen ist), und bisher zumindest ist niemand abgemahnt worden dafür.

Und again: Auch ich nicht!

Von mir aus nennt es also vorauseilenden Gehorsam oder Feigheit oder Einschleimen, dass ich den Schirm entfernt habe: Auf meine Frage konnte man mir eben unmöglich sagen, dass es KEINE Urheberrechtsverletzung wäre (denn das ist es nunmal), und da bin ich konsequent: Wenn mir mitgeteilt wird, dass irgendwas auf meinem Blog nicht koscher ist oder dem Willen des Rechteinhabers zuwider läuft, dann entferne ich es.

Jedenfalls, bis der Bundeskanzler der Piratenpartei neue gesetzliche Bestimmungen zum Urheberrecht erlassen hat.

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Blog | Kein deutsches D&D mehr

Die deutsche Rollenspielszene verweigert den Konsum und wird mit Einstellung von Übersetzungen belohnt. Und bejubelt das auch noch in Blogs und Foren. Es gibt unzweifelhaft Zeiten, an denen es mich freut, Deutscher zu sein. Leider habe ich vergessen, wann diese zuletzt waren. Es war mit Sicherheit nicht der Zeitpunkt, als Feder und Schwert ankündigte Requiem einzustellen, und der jetzt eingetretene Zeitpunkt der Einstellung des deutschen D&D 4E ist es gewiss ebenso wenig.

Aber vielleicht mal erstmal die Facts, wenn diese auch ein paar Tage alt sind. Es beginnt am 27. November mit der Verlautbarung von Feder und Schwert auf deren Website folgenden Inhaltes:

skel1Keine D&D-Rollenspielprodukte mehr bei Feder&Schwert

Wir möchten Sie darüber in Kenntnis setzen, daß ab dem 1. Januar 2009 in unserem Hause keine weiteren D&D-Rollenspielprodukte mehr erscheinen werden. Das Spielleiterhandbuch 4E ist damit der letzte D&D-Rollenspieltitel aus dem Hause Feder&Schwert, womit die Trilogie der neuen Grundregelwerke abgeschlossen ist.

Dieser Schritt gibt uns die Freiheit, uns ganz auf unsere Romanreihen, unsere Produkte aus dem Warhammer-Universum (Warhammer Fantasy-Rollenspiel und Warhammer 40.000) und neue Projekte, über die wir Sie bald in Kenntnis setzen werden, zu konzentrieren.skel1

Wer die deutsche „Wir hassen alles was neu oder anders ist“ Rollenspielszene kennt, der denkt sich bereits, dass diese Ankündigung im besten Fall mit Indifferenz und mühsam zurückgehaltener Häme, im Normalfall aber mit Jubel aufgenommen wurde (HIER, HIER und HIER als Beispiele). In Nebenabsätzen wird dabei der Hoffnung Ausdruck verliehen, die Leute würden jetzt wieder mehr D&D 3.5 spielen oder das allerorten wie Sauerbier angepriesen Pathfinder kaufen. Ähnlich klang es seinerzeit bei der Einstellung von Requiem, wo Maskerade-Fanboys jubelten jetzt würden wohl wieder alle Maskerade spielen – was nicht nur vom Gedanken her absoluter Stuss war, sondern sich auch nicht bewahrheitete.

Wie man es schaffen kann, das größte (ich sage nicht: großartigste) Rollenspielsystem der Welt so in die Verlustzone zu fahren, dass man die Übersetzung einstellen muss, entzieht sich meinem Verständnis. Allerdings kenne ich die Lizenzbedingungen und -kosten nicht und weiß, dass der deutsche Markt winzig ist, sich schwere Regelkladden im Hardcover also nur in hoher verkaufter Auflage rechnen und D&D 4E Interessierte – o fatale Wiederholung des Requiem-Falls – lieber direkt beim 4E Start zur englischen Version griffen, unterdessen bis zum deutschen 4E Start diese Edition schon vorab derart in Foren verrissen wurde (üblicher Weise von Leuten die sie nie gespielt haben) dass deutsche Käufer in der Tat schwer zu finden gewesen sein dürften.

Andererseits spricht einiges dafür, dass es überhaupt nicht primär wirtschaftliche, sondern vor allem lizenzrechtliche Probleme waren, die F&S zu dieser bitteren Entscheidung genötigt hat. Hier ein Interview mit Oliver Hoffmann auf der SPIEL in Essen, noch in diesem Oktober:

(Wenn das Video nicht spielt, HIER klicken)

Das klingt nun gar nicht nach einer bevorstehenden Einstellung. Im Gegenteil sagt Oliver ja, dass -a- die Lizenz Ende 2008 ausläuft und F&S erstmal klären musste wie es danach weitergeht, weil es keinen Sinn macht D&D überhaupt zu übersetzen, wenn die Lizenz nur ein paar Monate gilt, und dass -b- es darob eigentlich eine Einigung gegeben hat. Plus er sagt, dass die 4E insgesamt gut anläuft – und egal ob das Verlagspropaganda ist oder nnicht, fest steht doch dass sich D&D in 2009 erstmalig hätte gut verkaufen können, also warum zum Start des Jahres die Lizenz abgeben?

Wahrscheinlich scheint also, dass die Aufkündigung der Lizenz nicht von F&S ausging, sondern von Wizards of the Coast. Vielleicht wurde auf die Lizenzkosten tüchtig draufaddiert. Vielleicht gibt es einen neuen Innteressenten, der F&S überboten hat. Vielleicht gab es Publikationsanforderungen an F&S, die dieser kleine Verlag nicht stemmen konnte.

Wie dem auch sei: Fans der früheren Edition freuen sich über das einstweilige „Scheitern“ der neuen. Nun gut. Macht bei D&D immerhin marginal mehr Sinn als bei Maskerade-Requiem, denn es gibt ja immerhin 3.5 Neuprodukte, die vom „Fehlen“ von deutscher 4E Konkurrenz profitieren könnten.

Dennoch ist der Fall ein Schlag gegen die deutschen Rollenspielverlage, egal wie man zum konkreten Fall steht. Denn einmal mehr dürfen sich genau diejenigen Spieler, von denen deutsche Verlage leben – nämlich: die extra bis zum späteren Start einer deutschen Übersetzung geduldig warten – verarscht vorkommen. Und zu Recht dazu tendieren, beim nächsten Mal von Beginn an englische Produkte zu kaufen, und die deutschen Produkte samt ihrer Verlage und aller Lizenzschiebereien einfach zu vergessen.

Speziell für Feder und Schwert dürfte die Entscheidung fatal sein: Denn nach zwei kurzfristigen Einstellungen großer Spiellinien hintereinander gibt es kaum Grund anzunehmen, dass es mit einer beliebigen anderen Linie nicht genauso passieren könnte. Also warum erst anfangen mit dem Kauf?

Ob die deutsche D&D 4E Lizenz lange ohne Besitzer bleiben wird, bleibt abzuwarten – vielleicht ist sie sogar schon neu verkauft. D&D ist ein attraktives Produkt und eine attraktive Lizenz (die im Verhältnis zu ihren Kosten stehen muss, klar). Das System D&D 4E hat zwar seine lautstark polternden Kritiker, aber auch die werden irgendwann ja ein neues Meckerobjekt finden oder vom Zementmischer überfahren werden (sorry).

Und das 4E System ist gut. Und verdient, gespielt zu werden. Vor allem: Es ist nicht nur irgendwie gut, sondern anders als die Unzahl von D&D Klonen, die im Laufe der Jahre herangewachsen sind (inklusive der 3.5 Eigenklone von (A)D&D).

D&D entwickelt sich mit 4E weiter, statt ewig nur Onanie zu betreiben und die vierzehnten, noch detaillierteren Detailregeln zu sich selbst zu erfinden. Es bewegt sich hin zu Vereinfachung und aktiver Hilfe für den SL, statt nur Bücher rauszuschleudern, die sich Leute ins Regal stellen, ohne das Spiel überhaupt zu spielen. Es hat eine Charaktererschaffung, die schneller geht und einfacher ist als der Lohnsteuerjahresausgleich (was selbstverständlich sein sollte, es aber spätestens seit DSA 4 nicht mehr ist). Und es bietet die Chance, neue Spieler in seinen Bann zu ziehen.

All das sagt nicht, dass andere Systeme dies nicht auch könnten. Oder besser sind. Und von mir aus kann Pathfinder zum größten Ding seit geschnitten Brot werden. Mir entzieht sich nur das Verständnis dafür, wie man ernsthaft FEIERN kann, wenn ein Produkt in Deutschland vom Markt verschwindet. Oder ein Verlag gezwungen ist, einen solchen Schritt zu tun. Echt.

Blog | Start frei für rsp-blogs.de!

ist heute ans Netz gegangen! Die Site ist das deutsche Rollenspiel-Bloggernetzwerk, welches die Beiträge der wichtigsten deutschen Rollenspielblogs – natürlich auch diesem hier – zusammenführt. Sie bietet euch damit einen schnellen Überblick, was in der deutschen Rollenspielszene gerade gedacht und diskutiert wird, und bringt euch 1-2-click zu den aktuellsten Beiträgen

Also: Reinklicken, ansehen und via rsp-blogs.de auch in andere Rollenspielwelten – z.B. die englischsprachige rpg-blogs Welt – vorstoßen. Und wenn du selbst ein Blog hast und mitmachen willst, findest du die Mitmachvoraussetzungen hier.

Gleich mal vorbeisurfen auf rsp-blogs.de!

Blog | Einblicke in D&D 4. Edition (2)

Gerade fand in den USA die D&D Experience statt, eine Art Preview-Con für die 4. Edition. Auf der D&D Seite von Wizards Of The Coast waren bis vor Kurzem die Charakterbögen der vorgefertigten Demo-Charaktere verfügbar. Und wenn man sich die en Detail ansieht, erfährt man schon so einiges über das neue D&D Spiel in 4. Inkarnation:

Natürlich werden die Charakterbögen „heruntergedampft“ sein und nur das Nötigste umfassen. Das genau ist auch die Philosophie hinter dem Intro-Abenteuer zur 4. Edition, „Keep on the Shadowfell“, das noch vor Start der 4. Edition erscheinen wird und neben dem eigentlichen Abenteuer auch Einsteiger-Regeln „light“ enthalten wird.

Dies im Hinterkopf, muss man trotzdem feststellen dass der „neue“ Bogen wesentlich aufgeräumter aussieht. Zu den „üblichen“ Attributen haben sich die neuen Verteidigungswerte gesellt, gegen die jetzt immer bei Angriffen (auch Zaubern) gewürfelt wird und die exakt wie der schon bekannte Wert Rüstungsklasse funktionieren.

In der nächsten Zeile findet sich unter den Trefferpunkten (Hit Points) der Wert „Bloodied“, der wohl eine Art Schwelle angibt, ab welcher der Held aus mehreren Wunden blutet. Der Verdacht, dass es Kräfte und Effekte gibt, die nur auf „bloodied“ Charaktere wirkbar sind, bestätigt sich beim Blick in einige der Kräfte der anderen Startcharaktere.

Neu ist ebenfalls die „Healing Surge“: Indem der Charakter eine Kampfrunde lang aussetzt und durchschnauft, kann er eine bestimmte Zahl an Trefferpunkten (hier: 5) regenerieren. Die Zahl dieser Selbstheilungen ist begrenzt – im Fall von Skamos Redmoon auf 6x am Tag.

Da Skamos ein Zauberer der 1. Stufe ist, wird schon sehr deutlich, dass gerade Charaktere der erste(n) Stufe(n) aufgerüstet wurden: Musste ein Zauberer der 1. Stufen bisher mit 4 Trefferpunkten auskommen, startet Skamos mit ZWANZIG Trefferpunkten, UND kann an jedem Tag noch 6 x 5 = DREISSIG Trefferpunkte heilen.

Der Rest der Vorderseite des Bogens ist ziemlich selbsterklärend. Drehen wir den Bogen also um und sehen uns die Rückseite an:

Hier sehen wir jetzt ein weiteres Novum der 4. Edition: Neben denjenigen Kräften, die der Zauberer beim Rasten „im voraus“ lernt, um diese dann im Laufe eines Tages zu „verbraten“ (Daily Powers, rechts) gibt es auch weitere Kräfte, die er einmal pro Begegnung (Encounter Power) oder auch gänzlich nnach Gutdünken, so eft er will (At Will Powers) einsetzen kann.

So kann der gute Zauberer der ersten Stufe hier z.B. jederzeit ein Magisches Geschoss mit 2W4+5 Punkten Schaden durch die Gegend schmettern – und es darf angenommen werden, dass dieser Schaden in höheren Stufen wie gehabt weiter zunehmen wird. Arme Monsterchen!

Auch dass der Zauberer jederzeit nach Lust und Laune eine geisterhafte Hand beschwören und Dinge herumtragen, festhalten oder bewegen kann mag dem ein oder anderen Spielleiter (mir z.B.) Unbehagen bereiten, kann dies doch viele Abenteuer erheblich „aus dem Plan“ werfen, wenn der Spieler sich des vollen kreativen Potenzials der Kraft bewusst ist.

Werfen wir zum Schluss noch einen Blick auf die Rückseite eines anderen Charakterbogens, nämlich dem der Zwergenkriegerin:

Ja, auch Nicht-Zauberer haben Kräfte in der vierten Edition, die sie nach Gutdünken bzw. einmal pro Begegnung bzw. einmal pro Tag ausüben können.

Besonders interessant hierbei ist die Kämpfer-Kraft „Cleave“, mit der ein Feind neben dem gerade angegriffenen einfach mal so 3 Punkte Schaden nimmt, offenbar ohne dass es dafür einen eigenen Angriffswurf gäbe. Na, da würde ich mir als hochgerüsteter obergeschickter Heerführer in magischer Vollplatte aber den altersschwachen Kobold schön vom Pelz halten, nicht dass sich plötzlich 4 Jungs mit Cleave auf den Kobold stürzen und ich trotz Platte einen Hagel von Automatisch-drei-Schaden abkriege.

Ich nehme aber an, dass derlei Regeln bis zum Erscheinen der neuen Ausgabe noch feinjustiert werden.

Soweit zum ersten Ausblick auf die neuen Regeln. Stay tuned!

Blog | Einblicke in D&D 4. Edition

In den USA zählt man schon die Tage zum Start der 4. Edition von DUNGEONS & DRAGONS herunter, und es gab auch schon erste offizielle Vorab-Demorunden („D&D Experience“). Hierzulande müssen wir uns (wie immer bei Rollenspiel-Dingen) noch ein wenig gedulden – aber FEDER & SCHWERT sind dran und warten auf ihrer Website mit einem ersten Preview zu den Änderungen zwischen 4. und 3. Edition des Kult-Rollenspiels D&D auf.

Auf mich persönlich wirkt das alles exzellent. Einige Fans mögen bemängeln, dass das System zu stark vereinfacht, dass es sich zu sehr an Prinzipien von Video- oder Online-Rollenspielen bedient. Aber in einer Welt, in der das Studium mancher Regelwerke so zähflüssig ist wie das Schmökern im Steuerrecht begrüße ich JEDE Vereinfachung von Regeln.

Einige Auszüge des FEDER & SCHWERT Previews zur D&D 4th Edition und meine Eindrücke dazu:

1. Charakterrollen sind klarer definiert

Für mich persönlich unspannend: Die einzelnen Charakterklassen werden nun jeweils einer Grundfunktion in der Gruppe zugewiesen, sind also entweder Beherrscher, Verteidiger, Anführer und Zuschläger. Das Ganze soll helfen, eine ausgewogene Gruppe zusammenzustellen. Wer’s brauch, wird’s nützlich finden. Anderen kann’s egal sein.

Hilfreich ist diese Zuteilung der Klassen zu fixen Rollen in der Gruppe vor allem deshalb, weil die Designer bei der Überarbeitung der Klassen diese somit „klarer“ mit einer bestimmten Funktion für das Spiel bedacht haben. Sich unnütz fühlende Rollen (bzw. Spieler) sind damit passé – jeder weiß viel besser, was sein „Job“ ist. Und dass er tatsächlich eine wichtige Funktion (außerhalb vom ewigen Kämpfer und Heiler) im Team hat.

2. Kräfte für alle Klassen

Mir gefällt das. Neben dem Sprechen von Zaubern oder Gebeten haben nun auch nichtmagische Klassen bestimmte Kräfte oder Gaben, von denen sie einige so oft sie wollen, andere nur einige Male pro Begegnung oder auch nur wenige Male am Tag ausführen können. Diese speziellen Kampfmanöver, Sprünge und Heldentaten versprechen mehr Flavor und Strategie am Tisch.

Außerdem schön: Mit diesem neuen System erhalten Zauberkundige und Kleriker ebenfalls gewisse Basiszauber, die sie so oft sie wollen einsetzen können. Damit es nicht mehr zum üblichen „Ich bin leer, jetzt müsst ihr alleine weitermachen“ des Zauberers kommt.

3. Vier feste Verteidigungswerte

Damit wird das Relikt der Rettungswürfe endlich entsorgt: Statt dass Zauber automatisch erfolgreich sind, man sich dafür aber mit einem RW wehren kann, erfolgen nun alle Arten von Angriffen als Angriffswurf gegen einen von vier Verteidigungswerten: Rüstungsklasse, Zähigkeit, Reflexe und Willen. Und fertig ist die Laube.

Bei Angriffen auf mehrere wird ein Angriff für jeden Betroffenen gewürfelt, Schaden aber nur einmal: Das spart im Vergleich zum „alten“ System viel Würfelei und Sonderregeln.

4. Drei (und eine) Aktionsart

Das ausufernde und annähernd unverständliche Aktionen-System wurde stark entrümpelt: Jeder Charakter hat jetzt eine Standardaktion, eine Bewegungsaktion und eine Kurzaktion ausführen, die „abwärts“ getauscht werden können (statt einer Standardaktion kann man eine weitere Bewegungs- oder Kurzaktion machen, statt einer Bewegungsaktion eine zusätzliche Kurzaktion). Zudem gibt’s wie gehabt die „freie“ Aktion für Killefitt wie etwas fallen lassen. Einfach. Schnell erfasst. GUT!

5. Heilung ist einfacher

Für mich eine der besten Neuerungen: Statt nur auf Heiltränke oder Kleriker angewiesen zu sein – und damit einen Charakter völlig als TP-Spender abzustellen, was für diesen nur mäßig spannend ist – kann nun jeder Charakter sich selbst in Grenzen heilen: Der Charakter „atmet durch“, setzt eine Runde aus und bekommt durch dieses Verschnaufen sofort Summe X an TP in Höhe des „Heilwertes“ des Charakters dazu.

Plus: Außerhalb des Kampfes kann nun durch eine ausgedehnte Rast ordentlich geheilt werden. Mit dem Ergebnis, natürlich, dass die einzelnen Kämpfe bzw. Gegner gefährlicher sein dürfen als noch zuvor, wo ein TP-Magier ggf. das ganze Abenteuer mit seinem begrenzten Reservoir überstehen musste.

6. Kurze und lange Rast

Wie schon gesagt: Mir gefällt’s. Eine kurze Rast dauert 5 Minuten, eine lange Rast 6 Stunden. Die kurze reicht aus, um Kräfte zu regenerieren, die man einmal pro Begegnung einsetzen kann und ermöglicht jedem Charakter, sich zu heilen, so lange er für diesen Tag noch über Heilmöglichkeiten verfügt. Nach einer langen Rast ist jeder Charakter vollständig geheilt und verfügt wieder über all seine Heilmöglichkeiten sowie über all seine Kräfte.

7. Angriff

Der Gelegenheitsangriff – Seuche der Edition 3.5 – wird entmistet und klarer geregelt. Überhaupt werden alle Arten von Angriffen klar bestimmten Angriffstypen zugewiesen, wobei jeder Angriffstyp dann völlig gleichartig in Bezug auf Gelegenheitsangriffe etc. gehandhabt wird.

Nahkampfangriffe führt man aus, wenn man sich direkt bei einem Feind befindet. Punkt.

Fernkampfangriffe können jedes Ziel bis zur maximalen Reichweite erreichen, allerdings provoziert man Gelegenheitsangriffe, wenn man sich dabei neben einem oder mehreren Gegnern aufhält. Punkt.

So schön einfach können Kampfregeln sein.

8. Aktionspunkte

Gut geklaut bei d6 und Shadowrun: Es gibt nun eine neue Art von Punkten zum Verbrennen, mit denen man sich 1 Zusatzaktion kaufen kann, wenn’s brenzlig wird. Das begünstigt cineastisches Erzählen und heldenhafte Stunts, die aufgrund der Begrenztheit von Aktionspunkten nicht in X-Beliebigkeit münden. Fan!

9. Vereinfachte Bewegung

Mehr was für die Tabletop-Freunde und für mich gänzlich egal: Die Geschwindigkeit von Charakteren wird nicht mehr in Metern, sondern in Feldern gemessen, und es gibt keine Sonderregeln für diagonale Bewegung mehr (ein Feld ist ein Feld ist ein Feld). In schwierigem Gelände kostet ein Feld doppelt. Punkt. Schluss. Ende. Schön!

10. Vereinfachte Rettungswürfe

Tatsächlich wurden sie komplett geändert. Denn RW dienen nun nur noch dazu, nachteilige Effekte abzuschütteln (wie Bezauberungen und Gift und so). Dazu würfelt man W20, und wenn man 10+ würfelt ist der Effekt beendet. Dazu gibt’s Boni, und Ende.

11. Vereinfachte Wirkungsdauer

Endlich kein Rundenzählen für Effekte mehr! Ein Effekt dauert entweder bis der Wirker (z.B. der Zauberer) das nächste Mal dran ist, oder bis dem Betroffenen ein RW gelingt, oder die ganze Begegnung lang. ENDE!

12. Vereinfachte Reichweite

Wieder was für die Tabletop-Front: Größere Reichweite ist nur noch wichtig, wenn der- oder DASjenige mit Reichweite grade am Zug ist. Man muss also nicht mehr austüfteln, auf welchem Feld man bei Bewegung welche Gelegenheitsattacke man von wem im näheren und weiteren Umfeld kassiert. Schön!

Außerdem

Über diesen Preview von F&S hinaus stöbere ich durch die englischen Foren und Websites, von denen ich folgende „Learnings“ zur 4. Edition mitgenommen habe:

Neue Spielerrassen

Da es letztlich eh in der Hand des Spielleiters bleibt, welche Rassen er zulässt, und das 3.5 Monsterhandbuch eh schon Regeln für die diversesten Monster als SC-Rasse enthielt, wundere ich mich ein wenig über die Entrüstung betreffs der neuen Spielerrassen der 4. Edition.

Persönlich bin ich eh ein Fan der Tieflinge und freue mich darüber, dass diese Töchter und Söhne infernaler Wesenheiten nun den Gnom als Rasse ablösen. Auf Drachenblütige und andere Viecher kann ich hingegen gut verzichten, und niemand verbietet es mir. Also warum die Aufregung. Sheesh, roleplayers …

Herausforderungen

Ein weiteres Thema, um dass sich gerade noch gebattled wird, sind „Skill Challenges“. Wobei hier schon frühzeitig die Fans der Neuregelung gewonnen haben.

In aller Kürze gesprochen sind Skill Challenges ein Tool des Spielleiters, um die oft unplanbaren Kreativlösungen der Spieler besser handhaben und verwalten zu können. Dem neuen Prinzip nach würde der Spielleiter sich notieren, dass die Spieler, um eine Situation erfolgreich abzuschließen, X Erfolge auf sinnbringenden Skill-Einsatz hin generieren müssen, ehe sie Y Misserfolge bei den betreffenden Proben generieren.

WELCHE Skills sinnvoll sind, entscheidet der SL anhand der Erklärungen der Spieler – vorausplanbar ist das ja selten, was den Spielern in den Sinn kommt – aber der SL hat von vorneherein nnotiert, was geschieht wenn die Spieler Erfolg haben, und was, wenn sie scheitern.

Der Effekt im Vergleich zur Edition 3.5 ist, dass es in der alten Edition immer nur eine Skill gab, die man zur Lösung einer bestimmten Situation eben hatte oder nicht hatte. Die Situation wurde somit durch den gelöst, der in der gefragten Skill den besten Wert hatte, und der Rest der Gruppe stand dabei und sah zu.

Das neue System läd die gesamte Gruppe ein, sich mit an der Lösung zu beteiligen, mit was auch immer für Möglichkeiten (Skills) die Mitglieder der Gruppe haben.

Ein Schloss wird sich zwar weiterhin mit einer Probe auf Öffnen öffnen lassen, aber der Magier kann ebenso Erfolge beisteuern, wenn ihm dank seines Geschichtswissens eben einfällt, wie die Konstrukteure dieser Mauern vorgegangen sind.

Muss die Gruppe aus einer Stadt entkommen, kann sie sich in aller Eile aufteilen: Der Kämpfer mag rennen, der Schurke über die Dächer springen, der Tiefling sich unter das Stadtvolk mischen, der Tunichtgut seinen Charme spielen lassen, um im Heu eines Wagens mitfahren zu können.

Erfolge und Misserfolge werden aufeinander addiert; die Gruppe hat insgesamt Erfolg oder scheitert.

Ein weiterer „Gag“ der neuen Regel: Jeder Spieler entscheidet selbst darüber, wie raffiniert oder plump er vorgeht – und damit: wie schwer er es sich macht.

Macht man es sich leicht, kann man den Erfolg natürlich leichter erringen, dafür zählt ein Misserfolg aber doppelt schlecht. Macht man es sich hingegen extra schwer, hat man die Gelegenheit mit dem Erfolg zusammen einen „Bonus“ zu erlangen, der die Situation mehr zugunsten der Gruppe verändert.

Ganz en detail habe ich die Regeln noch nicht gefunden, aber im Generellen muss ich das System loben, da es das Design von Abenteuern erleichtert und mehr Flexibilität gestattet (plus es umgeht die Crux vorgefertigter Abenteuer, die z.B. nach einem Diplomatie-Wurf verlangen, wenn niemand in der Gruppe Diplomatie hat (und folglich auch keiner der Charaktere eigentlich zu diplomatischen Mitteln greifen würde).

Insgesamt also: Ein großes DAUMEN HOCH für die 4. Edition!