Shadowrun | Berlin, Berlin

Im Zuge der bevorstehenden Veröffentlichung des Berlinbuches von Pegasus werden die Rabenwelten beginnend ab jetzt umgebaut, speziell natürlich der Bereich Shadowrun/Berlin. Wundert euch also einstweilen nicht über fehlende oder in die Irre führende Links, verschwundene Posts oder andere Aussetzer:

Bis ich mich wieder melde und poste, dass ich „fertig habe“ ist diese Seite UNDER CONSTRUCTION.

Damit euch bis dahin die Zeit nicht GAR so lang wird, ein langer Post zum kommenden Berlinbuch und zur Geschichte des Settings Berlin:

Spuren im märkischen Sand

Ich habe mich ehrlich gesagt mit der Historie des Berlinsettings früher nie beschäftigt. Ich habe mit der 1st Edition begonnen, Shadowrun zu spielen, und da es seinerzeit extrem unüblich war, überhaupt deutschsprachige Rollenspielbücher zu haben, habe ich die erste deutsche Ausgabe von Shadowrun eigentlich nicht verfolgt. Das änderte sich erst mit dem 1992 erschienenen Buch „Deutschland in den Schatten“, das ich schon aus Neugier, wie Deutschland in der Zukunft wohl wäre, absolut haben MUSSTE (womit das Verlagskonzept aufgegangen sein dürfte).

Mein DidS-Buch war ein Hardcoverbuch und es war noch für die Regeln der Erstausgabe geschrieben. Da die Zweitausgabe binnen sehr Kurzem folgte, habe ich dann alle neuen Werte mit Bleistift hineingekrakelt. Gespielt haben wir in irgendeiner der ADL-Gegenden dann damals nie, denn die damalige Runde war in Seattle angesiedelt und mit der Stadt waren wir happy – zudem uns das anarchistische Berlinsetting auch „etwas“ weird vorkam.

In kommenden Jahren führte mich mein SL-Weg weg von Shadowrun und hin zu Cyberpunk 2020, was andererseits indirekt dazu führte dass ich – als Spieler – dann doch die deutschen Schatten unsicher machte (wenngleich nicht in Berlin, sondern in Hamburg). Erst 2006 kam ich zu Shadowrun zurück, nachdem sich meine diversen Cyberpunk-Kampagnen entweder ausgerottet, totgelaufen oder als konzeptionelle Rohrkrepierer erwiesen hatten.

Ich klaubte mir etwas Datenmaterial zusammen – extrem unvollständig und natürlich absolut nicht kanonsicher, schließlich entwickelte ich nur für den Eigenbedarf und baute mir mit „Knochensplitterberlin“ ein postanarchistisches Setting zusammen auf lockerer Basis dessen, was mir B!-Nutzer über Berlin 2060+ erzählten.

Einen tatsächlichen Blick in Walzer, Punks und Schwarzes Ice oder Deutschland in den Schatten II warf ich lange Zeit nicht (was natürlich auch daran lag, dass viele, mit denen ich darüber in Dialog trat, mir sagten, dass sich die Anschaffung nicht lohne (falsch) bzw. diese Bücher längst verschwunden seien (richtig)).

Wie sich herausstellte – und es war keineswegs so geplant – traf Knochensplitterberlin vielleicht nicht den Nerv, aber eine Lücke in der beschriebenen SR-Welt: Die vierte Edition war da, die Handlung von SR wurde nach 2070 vorverlegt, und damit waren auch die letzten kanonischen Infos zu dem sich im Wandel befindlichen Berlin so alt, dass sie quasi aussagelos waren (denn: zum letzten Zeitpunkt (Brennpunkt: ADL) war Berlin gerade auf Messers Schneide zwischen einem Rückfall in die Anarchie und einer Totalverwandlung in eine Konzernstadt).

In den letzten 3 Jahren war ich damit beschäftigt, das von mir von 2056(!) auf 2071 vorverlegte Knochensplitterberlin zwar nicht in das offizielle, aber zumindest das aktuellste öffentlich verfügbare Berlinsetting für Shadowrun zu verwandeln – dessen Freundeskreis zwar vorhanden, aber bestimmt nicht so groß war, wie mancher denken mag (die hauptsächlichen Rückmeldungen des Blogs bekomme ich für 36 Dinge oder die Arsenalbeiträge – Knochensplitterberlin hat, soweit ich es weiß, etwa 5 Follower, und ob von denen irgendwer Knochensplitterberlin tatsächlich je bespielt hat, weiß ich nicht).

Die Verschiebung von 2056 auf 2070 hatte dabei nur den einen Hintergrund, dass ich auf SR4 umgestiegen war und mir keine Deckingregeln für SR4 ausdenken wollte: Knochensplitterberlin war 2056 eigentlich bewusst „vor dem aktuellen Stand“ und noch reichlich anarchistisch plus nonkanonisch angelegt worden, aus dem nur die Konzernsektoren gleich Inseln aus dem Meer herausbrachen (Ich verstand nicht, warum jemand wie ich es damals kapierte die Anarchie aus Berlin abziehen sollte – was bliebe denn da von Berlin als Setting, und welche Existenzberechtigung sollte das dann haben?).

Über ein paar Artworkjobs für das SR Fanprojekt Aktion Abenteuer kam ich 2008 in Kontakt zu Pegasus, für die ich dann ein paar kleine Artjobs für das deutsche Arsenal übernahm. Dabei schlidderte ich sozusagen in den Freelancer Pool hinein, und als dort das lange ruhende Projekt Berlin angeschoben wurde (nicht von mir!) bekam ich das natürlich mit und spamte die Leute mit Knochensplitter-Ideen zu.

Daraus und aus den Worten, das Knochensplitterberlinkenner im neuen Berlinbuch viel wiederfinden werden nun zu schließen, das Berlinbuch bzw. das offizielle Berlin-Setting sei „mein“ Buch bzw. Berlin oder dieses sei aus Knochensplitterberlin hervorgegangen ist GRUNDFALSCH. Wenn ich sage, dass das offizielle Berlin mehr Ähnlichkeit mit Knochensplitterberlin hat als mit irgendeinem anderen Berlin Setting, so sagt das an sich unglaublich wenig:

Fakt ist, das offizielle Berlin ist keinem Atomschlag zum Opfer gefallen (obwohl 400 Seiten mit der Aufschrift „BOOOOOOOO …… OOOM“schon was für sich hätten) und es wurde nicht von Theranern überfallen. Auch brachen hier keine Insektengeister aus der Erde oder wurde aus Berlin die reine, aalglatte Konzernstadt. Insofern also: Ja, das offizielle Berlin hat mehr mit Knochensplitterberlin gemein als … irgendwas, dass es gar nicht gibt. Zur Hölle, das REALE Berlin hat mehr mit dem neuen, offiziellen Berlin gemein als irgend ein anderes SR Berlin.

Berlin (und ich schenke mir in Zukunft „das offizielle“ zu sagen und schreibe vielmehr das inoffizielle Berlin zum „Knochensplitterberlin“ um) war und ist eine gemeinsame Schöpfung aller beteiligten Autoren unter der Regie der Chefredaktion. Ich selbst bin einer der Autoren, das stimmt, aber keineswegs derjenige mit der höchsten oder entscheidendsten Wortzahl. Ich habe den größten Teil des Artwork gemacht, das ja – obwohl mir Klaus Scherwinskis Bilder trotzdem besser gefallen – und auch die Art Direction. Dafür könnt ihr mich gerne loben oder schlagen, je nachdem, wie gut oder schlecht euch Berlin gefällt. Auch mit Kritik an Bodenplänen könnt ihr gerne mich zumüllen. Was das Berlinsetting an sich betrifft, nehme ich Lob und Kritik als Teil eines größeren und extremst engagierten Teams gerne an, aber bitte verschont mich sowohl mit ungerechtfertigtem Lobpreis für ein Berlin, das durchaus NICHT „meine“ Schöpfung ist, und bitte ebenso mit einer Generalverurteilung als der schändliche Alleintäter, der dieses schlümme Berlinbuch verbrochen hat.

Knochensplitterberlin (KSB)

Okay, nochmal ganz kurz zum Knochensplitterberlin, ehe es um BERLIN geht. Das alte Fan-Setting wird in der bestehenden Form vom Netz gehen. Ich werde Teile davon als zwar inoffizielles, aber dem Kanon so möglich nicht direkt widersprechendes „früheres“ Berlin von ca. 2065 (das genaue Jahr muss ich noch anhand der offiziellen Berlin Historie austüfteln) erhalten, Teile auf 2073 updaten und so umschreiben, dass diese „kanonkonform“ sind, und andere Teile auch ersatzlos löschen.

Wer also noch was „retten“ will oder muss, der tue es schnellstens.

Eine Studie in Anarchie (1992/2053)

Berlin als eine offizielle Setting-Stadt für Shadowrun erschien mit dem heute berühmt-berüchtigten Buch „Deutschland in den Schatten“ 1992, über das seither sehr viel geflamed worden ist – und das durchaus nicht immer zu Recht. Natürlich habe auch ich das Setting übelst verteufelt und in Foren und diesem Blog hier verrissen, aber in der jüngeren Vergangenheit hatte ich viel Gelegenheit, das Setting mit Abstand nochmal unter die Lupe zu nehmen und als das zu würdigen, was es immerhin ist:

Ein originäres und originelles Setting, das Berlin von Geburt an von allen anderen Shadowrun-Städten abhebt und ihm ein klares „Label“ gibt: Anarchie. Und mal ehrlich: Berlin könnte schlimmere Grundkonzepte haben als das.

Auch nach fast 20 Jahren noch immer ein SAUGEILES Cover!

1992 – dem Release Jahr von DidS – war Berlin gerade wiedervereint, der Sitz der Bundesregierung war Thema, das Web war noch Sci-Fi, die Matrix war festverkabelt, Shadowrunner trugen hochtoupierte Mohawks und nannten sich „Chummer“ und die Sechste Welt war nicht nur extrem dünn beschrieben, sie war auch „wild and wahoo“: Ein irrer Ort und ein sehr abgefahrenes Setting, das erst noch dabei war, seinen Kurs zu finden. Manches war auch in den USA bzw. UCAS extrem übertrieben bis skurril, an vielen Stellen „drohte“ SR auch in Persiflage abzudriften, und Deutschland packte auf vieles davon immer noch eins drauf – und das auf viel kompakterem Raum.

Dieser Versuch, quasi alle Skurrilitäten des damaligen SR in Deutschland einzubauen und noch ein paar neue Ausrüstungsteile draufzupacken, deren prominentestes Feature es war, „uber“ zu sein, ist der zentrale Kritikpunkt an Deutschland in den Schatten. Zu den Lokalbefindlichkeiten anderer ADL-Regionen und ihrer realen Bewohner kann ich nicht viel sagen – insgesamt fand ich Shadowrun-Berlin zumindest besser, als ich etwas später dann Maskerade-Berlin fand :)

WAS Berlin als Setting so angreifbar machte, war letztlich die missglückte Verbindung von nicht erklärtem Anarchismus und einer Schreibe, die streckenweise den Ernst vermissen ließ. Anders gesagt: Das Setting war extrem erklärungsbedüftig, um glaubhaft sein zu können, und diese Erklärungen fielen zu kurz aus und/oder bedachten komplette Lebensbereiche und Fragestellungen überhaupt nicht.

Ein paar, eigentlich wenige Ideen schaffen es so, sich dermaßen tief im Bewusstsein festzusetzen, dass sie einem sprichwörtlich das Setting verderben. Wem es (immerhin) gelingt darüber hinwegzulesen, dass Bundesregierung und Senat offenbar von Studentenprotesten hinweggefegt wurden, und wer es irgendwie schafft, das extrem schwer nachzuvollziehende Leben in einer freiwillig gesetzlosen Großstadt zumindest mal hinzunehmen, der stößt auf gewollt Witziges, das die Saat einer gefährlichen, wilden, düsteren und in den Abgrund trudelnden Stadt nicht aufgehen lässt. Jedenfalls ging es mir so.

Der Gedanke eines anarchistischen Berlin selbst ist – da steh ich zu – brillant. „Realistisch“ muss er nicht sein (hey, it’s SR! Magic, you know?). Aber wenn ich ein glaubhafteres zweites oder drittes Seattle haben wollte, wozu bräuchte ich dann Berlin? Bedenkt man die Geschichte von Shadowrun und der Sechsten Welt bis 2053 (wo DidS angesiedelt ist), so gibt es – will man auf Deutschseattle verzichten – für Berlin eigentlich nur zwei Marschrichtungen: Entweder das Abgleiten in eine Kriegszone (anarchistisch oder neosowjetisch), oder aber ein neues Germania, in dem die Angst der Masse vor Seuchen, vor Magie, vor neuen Rassen und ein verzweifelter Glaube an eine starke Führungsfigur – oder meinethalben die Bundeswehr – das Volk der Normal- und Gutbürger zu allerlei Zugeständnissen gebracht hat.

Mir persönlich hätte dieses dystopische „Fatherland“-Berlin aka Germania 2053 womöglich sogar noch besser gefallen, ich verstehe aber VOLLENDS warum man so wenige Jahre nach der Wiedervereinigung und als erste deutsche RPG-Eigenproduktion (damals, als Rollenspiel noch ein willkommener Anlass für Medienhysterie war) nicht unbedingt der Welt ein Nazis in den Schatten hinlegen wollte (das holte dann ja White Wolf nach, die sind Amis und dürfen das daher).

Freilich hätte es auch noch die Option gegeben, S-K zum Berlinherrscher und damit Berlin als von einem Drachen beherrschte Stadt zu machen – und Deutschland ggf. zum Drachenstaat. Nur war das mehrere Jahre VOR der Wahl von Dunkelzahn zum UCAS Präsidenten ein absolut undenkbares und lächerliches Szenario, für dass FanPro massivst verrissen worden wäre (als dann später tatsächlich die Dunkelzahn-Präsidentschaft als Plot auftauchte gab es ja auch darüber ordentliches Geflame (ohne Internetforen!) – 1992 war die Welt aber in jedem Fall noch nicht reif für das Konzept).

Was ich damit sagen will: Bei allem völlig berechtigten Flamen über letztlich Details des Berlin- und ADL-Settings der ersten Stunde vergisst man leicht, dass das Setting und erste deutsche Grundbuch zu Shadowrun ein GEWALTIGER Wurf war, der insgesamt immerhin gut genug funktioniert dass bis heute ein Großteil des damals gelegten Materials weiterverwendet wird oder man auf diesem aufbauend etwas anderes erschaffen konnte. Wenn man ein paar freie Minuten hat, kann man ja mal drüber nachdenken, was die Autoren der „Stunde Null“ vor Erschaffung der ADL alles hätten anders und extrem viel schlechter machen können!* Will sagen: Über allen Details sollte man das große Ganze nicht vernachlässigen und die Dinge auch im Verhältnis zueinander sehen.

*Anm: Natürlich gibt es bei einer Großfläche wie der ADL garantiert Gegenden, deren Bewohner völlig zu Recht sagen: „Also, auch nach hartem Nachdenken fällt mir nicht ein, wie ich diese Gegend hätte SCHLIMMER als bei DidS machen können“. Und als Exilsaarländer (der inzwischen wesentlich länger in Berlin lebt, als er je dort lebte) sag ich mal: ich hätte mir für meine Geburtsstatt auch was Schöneres als die SOX gewünscht :)

Das Gore war Scheiße (genauer: Die Art wie es präsentiert wurde), die grünen Barden auch, Magier die U-Bahnen vor Giftgeistern schützen erst recht, alles wahr. Aber „Berlin + Anarchie“ – das funzt und ist letztlich der zentrale Funke, auf den bis heute wohl fast jeder, der Berlin bespielt (egal wie wenig das sind), abfährt (zumindest glaube ich nicht, dass es allzu viele gibt die lieber in einem Saubermann-Berlin gespielt hätten). Nach meiner Beobachtung stören sich an Anarchoberlin eigentlich eher diejenigen, die gar nicht vorhaben, in Berlin zu spielen: Sie fühlen sich durch die Haken und Ösen dessen, was sie als broken concept betrachten, in ihrem Winkel der SR-Welt gestört und hätten – ganz ehrlich – lieber eine (SR-)Welt ohne Berlin oder ein Berlin, dessen Konzept sich auf „stört nicht“ verdichten lässt.

Fans des Klapperschlangen-Berlin-Settings und einem Faible für „Shadowrun: Where Man meets Magic and Mad Max“ (auch Wummen und Weiber SR genannt) finden den Gedanken, durch ein zerschossenes und heruntergekommenes Berlin in einem mit Gatlings bewaffneten Taxi zu fahren SO cool, dass sie sehr bereit sind, dafür jede Menge Stuss einfach hinzunehmen oder als unwichtig abzutun. Und HEY, nach der Philosophie funktionieren immerhin 9 von 10 Kinofilmen!

Vorgreifend muss zudem gesagt werden, dass manchen ja die heutige Welt von 2010+/2070+ ein bisschen zu geleckt oder auch komplex und durchdesigned geworden ist und sie sich eigentlich nach dem eher pulpigen bis trashigen 2050er Shadowrun bzw. der Cyberpunk-Mentalität der 80er/90er sehnen. All diese finden im Gedanken eines Anarcho-Berlins eine Art Biotop und Rückzugsraum:

Wo die Reichweite des Wifi endet und nachts keine Straßenleuchten die Finsternis erhellen, lebt man zwar nicht unbedingt wie im letzten Jahrhundert. Aber wie in der 1st Edition schon. Ein bisschen.

Das Ende der Anarchie (1997/2058)

Ich habe seinerzeit nicht verfolgt, wie die Rezeption von Deutschland in den Schatten war. Jedenfalls muss sich irgendwer gedacht haben, dass das Anarchistensetting Berlin broken ist und korrigiert werden muss. Über die Gründe dafür kann ich nichtmal spekulieren, da mir hier sämtliche Info fehlt, jedenfalls zeichnet das nächste Quellenbuch, das sich unter anderem mit Berlin beschäftigt, das Bild einer kommenden oder bereits umgesetzten Konzernherrschaft über Berlin.

Österreich. Außerdem: ADL. Und etwas Berlin.

Während Berlin im DidS ausreichend Platz erhält, sich als komplettes Stadtsetting darzustellen, ist dies schon vom Umfang her innerhalb des „Österreich-Bandes“ Walzer, Punks und Schwarzes Ice nicht möglich. Somit enthält WaPuSI auf gerade einmal 6 Seiten nur eine Art Update – was besonders Schade ist, da das Grundsetting gar nicht mal so uninteressant klingt.

Die Konzerne übernehmen nur 2 Ingame-Jahre nach DidS die Macht in Berlin. Der Berliner Rat setzt sich aus 31 Vertretern der Bezirke plus 25 Vertretern der Konzerne zusammen, wobei von den 31 Bezirksvertretern ein guter Teil direkt von der Gnade der Konzerne abhängig oder direkt von diesen eingesetzt sind. WaPuSI bleibt leider sehr generisch, was Infos zu anarchistischen Ecken in Berlin angeht, verneint aber zumindest nicht deren Existenz.

Eine wirkliche Ortsbeschreibung Berlins gibt es nicht, immerhin aber werden 9 neue, jeweils von 1 Konzern beherrschte Sektoren vorgestellt. Ob diese eigentlich als neue Bezirke gedacht waren (wie sie später auftauchen) oder nur als „Einflussgebiet“ überhalb der alten Bezirksgrenzen scheint mir WaPuSI gar nicht so genau festzulegen, aber das ist ja auch egal: Stand 1997/2058 ist Berlin eine Konzernstadt, und deren Los scheint offen zu sein.

Die Mauer muss her (2001/2062)

4 Jahre lang wird es still um Berlin, und umfassende Neuigkeiten hält das Deutschland in den Schatten II auch nicht bereit: Die Konzerne beherrschen weiterhin Berlin, neu ist nur, dass 2060 eine Mauer um den Ostteil der Stadt errichtet wurden, um die Gefahr des anarchistischen Terrors einzudämmen.

Tatsächlich finde ich dieses Setting ziemlich genial – nur Schade, dass ich zu der Zeit so weit ab von Shadowrun unterwegs war, dass ich es glatt verpasst habe: Ein Berlin à la Snake Plisskin wäre im Prinzip ziemlich genau mein Ding gewesen, und der Split zwischen brutalistisch auftretenden Konzernen plus „Sie Leben“-liker Konzernpropaganda auf der einen und anarchistischer Gewalt und Hunger auf der anderen Seite bietet reichlich Stoff für Stories, Runs und antiheromäßigen Pulp.

Soweit sich das heute nachkonstruieren lässt, scheint DidS2 und das Berlinsetting mit der ummauerten Ostzone ein Timingproblem gehabt zu haben: Einerseits zu 80er, um von den 90ern verstanden zu werden, die grade die 00er geworden sind, zu street level in einer Edition, die mehr Richtung James Bond trifft den Bionic Man abgeht, und vielleicht auch im Bemühen, mal nicht überzogen zu sein etwas zu gefällig und glatt kommt Berlin erstmals seit fast 10 Jahren wieder als echtes Setting mit Locations etc. daher.

Natürlich ist Berlin im DidS2 ebenso wie im DidS1 nicht ein eigenes Städtebuch wie Seattle, aber die Stadt wird auf dem verfügbaren Platz umfassend dargestellt und liefert reichlich Storymaterial. Im DidS2 werden die „neuen Konzernsektorn“ von WaPuSI als Stadtteile fixiert, was sie streng genommen noch immer nicht zu Bezirken macht, aber da alle anderen Bezirke ebenfalls mit „Stadtteil“ bezeichnet werden scheint dies de facto so zu sein. Bei weiterhin 31 Bezirken mit je 1 Bezirksvertreter plus 25 Konzernvertretern kommt man also im Rat auf ein fixes Verhältnis von 35 direkten Konzernvertretern (25 reine Vertreter plus 10 Vertreter von Konzernstadtteilen) bei 56 Vertretern insgesamt. Fragen dazu, wer herrscht, dürften sich erübrigen.

Zwar bleiben mindestens mir einige Details des politischen Systems unklar (gleiche Bezirksvertreterzahl trotz Wegfall der Ostzone?), insgesamt aber ist DidS2-Berlin sehr rund, und man bemüht sich nach Kräften, die bizarreren Aspekte des DidS1-Berlin vergessen zu machen oder zu entschärfen (so fragt z.B. ein Shadowtalker, ob es das Gore wirklich gegeben habe).

Einblick in das DidS2 habe ich übrigens erst in meiner Autorenarbeit für das Berlin-Quellenbuch erhalten. Es war mir schlicht nicht möglich, ein DidS2 aufzutreiben (nicht mal als *pieep*) – als ich dann Einblick hatte, habe ich mich etwas geärgert, denn mit Kenntnis von DidS2 hätte ich einiges an Knochensplitterberlin anders oder dieses eventuell auch GAR nicht geschrieben.

Schockwellen! (2003+/2063)

Nachdem es zuvor mehrere Jahre lang still um die ADL war, ballert mit DidS2 ein wahrer Sturm los: Von Schockwellen über Europa in den Schatten bis zu Brennpunkt: ADL beleuchten gleich mehrere Bücher den Zustand der Welt und der ADL 2063 und streifen dabei auch immer Berlin, wo immerhin ein Hauptkapitel der international verlinkten Schockwellen-Ereignisse stattfindet.

Wenn ich sage, dass sich dabei unterm Strich „nichts“ in Berlin ändert, so meine ich damit, dass das Machtverhältnis zwischen Konzernen und Anarchos in Berlin nicht WESENTLICH geändert wird: Es gibt Kämpfe, es gibt erhebliche Verluste und es wird der Boden bereitet für kommende Ereignisse, aber es ist jetzt nicht so als würden die Konzerne die Ostzone mit Wasser volllaufen lassen und einen Swimmingpool draus machen.

Was 2003/2004 und im Prinzip auch in den folgenden Jahren geschieht, ist dass das Berlinsetting von DidS2 zunehmend hart zu kriegen ist (und kaum einer besitzt es), es aber umgekehrt kein neues Berlinsetting gibt. In verschiedenen Bänden wird die Situation in Berlin immer wieder mal gestreift, mal auch schlaglichterartig ausgeleuchtet, aber ein wirkliches Buch, mit dem man „jetzt“ einsteigen und Berlin bespielen könnte gibt es nicht.

Infos zu Berlin zu bekommen ist zwischen 2004 und 2010 eine vertrackte Detektivarbeit, für die ich mich speziell bei den Blutschwertern, der Shadowhelix und dem Shadowiki bedanken möchte, die mir meinen Job als SL auf der Suche nach Infos für eine neue Spielrunde in Berlin überhaupt erst möglich gemacht haben. Danke, Jungs – eure Arbeit ist großartig, und ohne euch wäre SR nicht dasselbe!!

Als Nebenanmerkung zu KSB sei gesagt, dass dieses Fansetting 2006 startete, zunächst für 2056, dann wie gesagt wegen SR4 nach 2071 verschoben, damals noch auf der alten Rabenfederseite. Aus dem Split zwischen „geschrieben für 2056, dann verschoben auf 2070“ erklären sich einige der Ungereimtheiten im KSB.

Status Quo Vadis (2010/2073)

Oberbaumbrücke bleibt Stadtringlücke? Von wegen!

Mit dem Berlinbuch erscheint 2010 erstmals seit Deutschland in den Schatten II ein bespielbares, detailliert beschriebenes Berlinsetting, und das erste reine Stadtbuch für Berlin überhaupt! Einige Infos zum Buch wurden ja schon auf B! und natürlich im Pegasus-Forum angeteast, wobei Eismann im Pegasusforum auch ein paar Einblicke zur „Settingpause“ und den Hintergründen, warum Berlin (erst) jetzt kommt, gibt.

Das neue Berlinsetting ist eine stringente Fortschreibung der Ereignisse von 2062/63 (+ der weiteren Ereignisse, die seitdem publiziert wurden).

Es ist NICHT eine aufgehübschte oder erweiterte KSB-Version (und es tut mir ehrlich leid, hier wie eine zerkratzte Schallplatte zu klingen, aber ich werde immer wieder darauf angesprochen und muss hier einfach mal klarstellen – hoffentlich letztmalig – dass nicht ICH das Berlinbuch geschrieben habe, sondern vor allem ANDERE. Ich habe MITGEARBEITET und BEIGETRAGEN, aber nicht GELEITET oder BESTIMMT. Das macht wenn dann der Chefredakteur, das ist nach wie vor Tobias Hamelmann).

Im neuen Berlinbuch wird man jede Menge Neues, aber auch einiges Bekanntes wiederfinden, darunter z.B. auch Shadowtalker, die schon im DidS1 geredet haben und mit dem Alter offenbar nicht weiser geworden sind. Das Berlinsetting ist integriert in das lebendige und sich stetig weiterentwickelnde ADL-Setting von Pegasus, es greift viele Plotstränge aus anderen Publikationen auf (ohne Zwang, diese zu kennen, aber schön für den, der es tut) und leitet auf kommende Ereignisse an anderen Orten der ADL hin.

Neben dem, was ein Settingbuch zu Berlin haben muss, bietet es eine Reihe Spielhilfen, die man auch außerhalb Berlins in seinem Shadowrunspiel hilfreich finden wird, bietet also Nicht-In-Berlin-Spielern neben einer unterhaltsamen Lektüre auch praktischen Nutzen für die eigene Runde.

In jedem Fall ein Buch, dass sich zu haben lohnt und sich speziell in der limitierten Edition ausnehmend hübsch im Schrank machen wird. Besagte limitierte Edition wird wie Tobias „Tigger“ Hamelmann hier erklärt zur Messe erscheinen und von zwei Seiten aus lesbar sein, also einmal „aus Konzernsicht“ und einmal „aus Anarchosicht“ – eine Idee, die, wie Peer „SirDoom“ Bieber hier revealed, ursprünglich 2005 auf seinem Mist gewachsen ist. Was lange währt …  :)

Auch Berliner können irren. Im Finalen heißt es dann "Fernsehturm" und der Daumen ist ÜBER dem Menü, versprochen.

Soweit der aktuelle Überblick. Neuigkeiten und weitere Previews findet man außer unter den oben genannten Links auch unter der deutschen Shadowrun Group auf Facebook. Eventuell noch weitere Art Previews gibt es außer dort ggf. dann auf der FB Group Art of AAS oder der raben-aas Galerie (mit 1 L) auf Deviant Art. Wer Ergänzungen, Korrekturen oder – wer weiß – als früherer Mitarbeiter an einem der hier genannten Bücher etwas anzumerken, zu beleuchten oder auch zu korrigieren hat, kann das sehr gerne tun, sei es als Kommentar oder (bei längeren Antworten besser) als Mail.

Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder auch Korrektheit meiner Angaben – ich kann nur versprechen, nicht bewusst zu schummeln :)

Habt Spaß in Berlin, oder wo immer ihr lauft!

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Shadowrun | Karren (4)

KARREN ist die Arsenal71+ Rubrik für Fahrzeuge, egal ob diese 2, 4, 12 oder 20 Räder haben. Oder auch gar keine. Das Bild ist nicht von mir und leider kenne ich die Quelle nicht. Siehe auch Teil 1 2 3 der Karren-Serie!

Zwischen dem anarchistischen Berlin und den damals aufständischen (= freien) Teilen Polens existierte über einige Jahre hinweg ein reger Schmuggel- und Kurierverkehr, der zu einem nicht unbeträchtlichen Teil über den Luftweg abgewickelt wurde. Unbehindert von Straßensperren, Grenzkontrollen und Bodencrittern riskierten waghalsige Piloten alles, um mit ihren meist kleinen und wendigen Maschinen heiße Ware an allen Kontrollen vorbei von West nach Ost und umgekehrt zu bringen.

Dominierten anfangs noch ausgediente polnische und russische Militärmaschinen, wurden im Laufe der Jahre immer mehr von diesen vom Himmel geholt. Heute, 15 Jahre nach dem Fall der Anarchie in Berlin und wenige Jahre nach der Wiedervereinigung Polens, ist der „Luftschmuggelkorridor“ annähernd ausgestorben.

Was aber geblieben ist, sind einige der letzten Korridorpiloten. Und deren Maschinen, die nicht selten auf der dem Grenzgänger-Bausatz von Messerschmitt basieren. Mit diesem Bausatz schuf Messerschmitt ein Preiseinstiegsmodell für (allerdings erfahrene) Bastler: Konstruiert um den Gedanken von Robustheit, Motorleistung und einfache Wartung entstand ein rotorgetriebenes Kraftpaket, das nach heutigem Stand der Technik zwar veraltet, in den Augen seiner Anhänger aber ein „zeitloser Klassiker“ ist.

Der Grenzgänger bietet Platz für 1 Piloten und bis zu zwei (maximal normalgroße) Passagiere, wobei diese sich äußerst unbequem auf Behelfssitzen im ohnehin engen Laderaum der Maschinen zusammenkauern müssen. Problematisch für Grenzritte ist die auffällige Energiesignatur der Maschine, deren zwei Motoren eine gehörige Abwärme produzieren. Auch ist der Grenzgänger bedingt durch seine Stummelflügel und den Vortrieb der Rotoren etwas „bockig“ in der Steuerung, steckt aber umgekehrt Luftturbulenzen, wie sie in Bodennähe oft auftreten können, besser weg als vergleichbare Maschinen.

Der Hauptvorteil der Grenzgänger ist ihr Preis. Punkt. Billig ist anders, aber wenn du ne Maschine suchst die drei Mann in okayem Speed von A nach B bringt ist die MSGG dein Buy.
Speznaz11

Ich hatte vor ein paar Jahren mal das Missvergnügen, in ner Grenzgänger von Berlin auf irgendsone Matschpiste nach MeckPomm geflogen zu werden. Junge, ein Sarg ist Luxus dagegen, und ohne Ohrstöpsel geht für Passenger gar nix. Die Ladebucht – Frachtraum wäre zuviel gesagt – ist heiß, stickig, laut. Ein Alptraum.
BolscheWiki

Die meisten Korridorpiloten haben ihre Grenzgänger mit ner Bodenklappe ausgerüstet, um ihre Schmuggelware (oder Passagiere) im Flug abwerfen zu können. Sollten aber nur geübte Fallschirmspringer versuchen – der Nachsog der Rotoren und des Flugzeugs selbst ist mörderisch, und bis du dich neu orientiert hast hängste vielleicht schon über 2 km verteilt in ner Pappelallee.
Kadavergehorsam

Messerschmitt Grenzgänger – Handling -1 | 30/130 | 600 | Pilot 1 | Rumpf 10 | Panz. 4 | Sensor 2 | 125.000,–

Shadowrun | Knochensplitter Zeitleiste

Die folgende Timeline beruht zum überwiegenden Teil auf der Timeline aus der Shadowhelix, wo auch die Infos zu den Autoren zu finden sind. Diese Zeitleiste hier ist ständig „in Arbeit“ und wird im Laufe der Zeit neue Einträge entsprechend den Ereignissen der KNOCHENSPLITTER Kampagne erhalten.

Um mehr Übersichtlichkeit zu erreichen, wurden die Beiträge unterteilt in

  • schwarz – irgendwo in der Welt
  • dunkelrot – ADL oder europäische Nachbarstaaten (speziell Polen/Russland) betreffend
  • hellrot – Berlin oder direktes Umland unmittelbar betreffend
  • violett – unmittelbar die Charaktere und die Kampagne betreffend

Außerdem wurden Einträge in der ferneren Vergangenheit stärker gerafft und zusammengefasst.

Vor 2030

  • Das Shiawase Urteil [1999] Ein drei Monate andauernder Streik der LKW Fahrer verursacht schwere Unruhen in New York aufgrund von Hungersnöten. Ein Seretech LKW Konvoi mit Medikamenten wird in New York von einem bewaffneten Mob im Glauben, es handle sich um einen Lebensmitteltransport, überfallen. Die Sicherheitsbeamte von Seretech setzen sich mit Waffengewalt zur Wehr. Dabei sterben 200 Aufständler und 20 Sicherheitsbeamte von Seretech. Der US-Supreme Court wertet die Beschützung des LKW Konvois durch Waffengewalt als notwendig und unterstreicht, dass Seretech so tausende Leben gerettet hat und ignoriert die hunderte Tote durch die gewaltsame Beendigung des Konflikts. Durch das Shiawase Urteil wird der Grundstock für die Exterritorialität der Megakonzerne gesetzt.
  • Nahost-Krieg [2004] Libyen greift Israel mit chemischen Waffen an, Israel reagiert mit einem nuklearen Vergeltungsschlag.
  • Großes Erdbeben in New York [2005] 200.000 Menschen werden getötet und es entsteht ein Sachschaden von mehr als 200 Milliarden Dollar. Es sollte 40 Jahre dauern, bis New York wieder komplett aufgebaut ist. Die UN verlegt ihren Sitz nach Genf, Schweiz. Die Ostküstenbörse zieht wegen der Folgen des Erdbebens nach Boston um.
  • Zweiter Korea-Krieg [2005/06] Der zweite Korea Krieg beginnt indem japanische Konzerne Nord- und Südkorea zu einem Krieg zwingen. Anfang 2006 feuert Nord-Korea Atomwaffen auf Japan ab, diese erreichen ihre Ziele aber nicht und richten keinen Schaden an. Ende 2006 wird Nord-Korea überrannt. Nach dem japanischen Sieg über Nord-Korea ruft Japan das Japanische Kaiserreich aus
  • Super-GAU in Cattenom [2008] Am 4. März kommt es in dem lothringischen KKW Cattenom zur Kernschmelze. Das Saarland, Lothringen und Luxemburg müssen aufgrund der radioaktiven Wolke aufgegeben werden. Insgesamt kommen 37.241 Menschen ums Leben, 98.487 werden verstrahlt.
  • Der Lone Eagle [2009] Die Unabhängige Amerikanische indianische Bewegung (Sovereign American Indian Movement (SAIM)) besetzt die Shiloh Raketenabschussbasis in den USA. Die Basis wird von einem Delta Team zurückerobert, allerdings gelingt es der SAIM eine interkontinentale, ballistische Rakete mit Nuklearsprengkopf auf Russland zu feuern. Die Rakete explodiert nicht. Niemand konnte bisher plausible Gründe dafür nennen. In der Folge werden Indianer in den USA durch den Re-Education and Relocation Act (Nepean Act in Canada) in Umerziehungslager zusammengetrieben.
  • VITAS [2010] Die erste VITAS-Welle raffte ein Viertel der Menschheit dahin.
  • Das Jahr des Chaos [2011] Ungeklärte genetische Expression (UGE): Menschliche Mütter bringen Kinder zur Welt, die wie Elfen und Zwerge aussehen.
  • Überflutungen in Europa [2011] Starke Orkane treiben verseuchtes Wasser aus der Nordsee in Elbe und Rhein. Weite Teile der Niederlande, Dänemarks, Belgiens und Norddeutschlands werden überflutet. Später bekommt die Überschwemmung den Namen Schwarze Flut.
  • Beginn der Sechsten Welt: 24. Dezember 2011: Der erste große Drache wird gesichtet. Der große östliche Drache Ryumyo in Japan. Aufstand in einem Umerziehungslager für Ureinwohner, angeführt von Daniel Howling Coyote.
  • Gründung Tír na nÓgs [2014] durch Abspaltung Irlands von Großbritannien.
  • Gründung Aztlans [2015] durch Umbenennung Mexikos. Drahtzieher ist ARO (Aztechnology).
  • Großer Geistertanz [2017] der erwachten Schamanen der ameriknischen Ureinwohner als Reaktion auf veranlassten Genozid der US-Regierung.
  • Vertrag von Denver [2018] beendet Krieg des Souveränen Stammesrates gegen USA/Kanada.
  • Goblinisierung [2021] Verwandlung von etwa jedem zehnten Mensch in einen Ork oder Troll.
  • Verkauf der SOX [2020] Guillaume, Großherzog von Luxemburg im deutschen Exil, verkauft die verstrahlten Gebiete seiner Heimat in der SOX an die Konzerne, die dort Forschungsanlagen errichten, und kassiert so ein Vermögen.
  • VITAS-2 [2022] löscht ein Zehntel der Weltbevölkerung aus.
  • Berlin nicht länger Regierungssitz [2023] Bundesregierung und Parlament ziehen – um den täglichen Aufständen, Ausschreitungen und gewalttätigen Demonstrationen zu entkommen – in ein abgeriegeltes Gebiet bei Hannover um.
  • Erster Computercrash [2029] In Folge Erschaffung der Matrix. Die Bundesregierung rekrutiert im Kampf gegen das Crash-Virus die Hacker des Chaos-Computer-Clubs in Hamburg. Während die berühmten „Sechs von Altona“ im Kampf mit dem Virus sterben, bilden die Überlebenden dieses Cyber-Kommandos die Keimzelle der Schockwellenreiter.

2030 bis 2050

  • Gründung der Ghul-Nation Asamando in Afrika [2030]
  • Gründung der UCAS [2030]
  • Eurokriege [2033] 19. Mai: Mit der russischen Invasion von Finnland und Polen beginnen die Eurokriege. Polen wird binnen drei Monaten überrannt. Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland schließen sich zur Skandinavischen Union zusammen, die im Abwehrkampf gegen die russische Invasion ihre erste Bewährungsprobe besteht. 5. Juli: russische Panzerkeile erreichen die Elbe, Dresden wird besetzt und die Landesregierung Sachsens von den Russen deportiert. 30. August: In Sachsen übernimmt eine Notfallregierung aus Generälen der Bundeswehr die Macht. Die russischen Panzerverbände umgehen Berlin und stoßen entlang der Elbe nach Norddeutschland vor, wo sie vorerst von der European Defense Force und der neugegründeten MET2000 gestoppt werden. Hamburg: In der verzweifelten Hoffnung von Kriegshandlungen verschont zu werden, erklärt sich die Hansestadt zur „Entmilitarisierten Zone“ und wirft die Bundeswehr und -marine aus ihrem Hafen hinaus. 2034: Russische Besetzung Polens endet. In der Folge eine Reihe von Nachkriegsregierungen inkl. Versuch einer konstituellen Monarchie (Königreich Polen). Während sie die Österreicher im Abwehrkampf gegen den Großen Dschihad mit Truppen unterstützten, war keine von ihnen im Stande, die Lage in Polen selbst zu stabilisieren.
  • Der Große Dschihad [2033] Weltweite Ausrufe zum Heiligen Krieg. Ausbruch von Krieg im Nahen Osten und Vorstoß nach Europa. Schwere Unruhen in Berlin, als Kreuzberg zum Emirat ausgerufen wird. Ausbruch von Straßenschlachten im ganzen Stadtgebiet, die durch vergrößerte Bewaffnung von Teilen der Bevölkerung im Zuge der Kriegsangst vor den Russen noch wesentlich verschlimmert werden. Staatliche Kontrolle in Berlin bricht zusammen auch als Folge des Abzuges von Eingreiftruppen (MET2000) Richtung Westen zur Abwehr der Russen vor Hamburg.
  • Abspaltung von Tir Tairngire vom Salish-Sidhe Council [2035]
  • Status F in Berlin [2037] Neo-Anarchisten, Trotzkisten und Anarcho-Syndikalisten rufen mit der Verkündigung des „Letzten Gesetzes“ die Anarchie aus, und erklären Berlin unter dem Status F zum „Anarchistischen Großversuch“.
  • Llofwyrs Enthüllung [2037] Der Große Drache Llofwyr erklärt, dass ihm 63 % der Saeder-Krupp Aktion gehören, und übernimmt die Kontrolle des Konzerns.
  • Gründung des Süddeutschen Bundes [2038] durch Abspaltung von Baden-Württemberg und Bayern von der BRD. In Folge Verabschiedung der „Hygieneverordnung“, die die Internierung aller Metamenschen in Sammellagern vorsieht. 28. Oktober: Die sog. „Rottweiler Befreiung“ aller Orks und Trolle aus dem größten der von der Regierung Hungarten in Schwaben eingerichteten Sammellager für Metamenschen unter Führung des späteren Trollkönigs Berthold markiert den Beginn der Trollkriege.
  • Die Nacht des Zorns [2039] Tausende Metas und deren Freunde und Familienmitglieder kommen bei globalen Unruhen ums Leben.
  • Polnischer Bürgerkrieg [2039] Als die Zustände in noch immer kriegswüsten und uneinen Polen sich verschlimmern und eine humanitäre Katastrophe droht, wendet sich die letzte Regierung der Republik Polen um Wojciech Rybiński an Russland um Hilfe; hierauf Bürgerkrieg und Gründung der Nationalrepublik Polen (eine Militärdiktatur) sowie Abspaltung der Freien Republik Polen.
  • Baubeginn der Renraku-Arkologie in Seattle [2040]
  • Erste Policlubs in Europa [2041]
  • Auftauchen der Sekte der Universellen Bruderschaft [2042]
  • Anerkennung der Konföderation Amerikanischer Staaten als Staat [2045]
  • Gründung der ADL [2045] 08. Mai: Die ADL wird gegründet, was mit einer weitgehenden Neuordnung der Bundesländer einher geht. Das Trollkönigreich Schwarzwald wird offizieller Teil der ADL (Ende der Trollkriege). Berlin erhält „Assoziierten Status“.
  • Geburt von Paris [1. März 2048] in Berlin
  • Aufstieg von Proteus [ab 2048] Die „Gründer“ genannten Verschwörer hinter der Proteus AG übernehmen 2048 unterstützt durch den Frankfurter Bankenverein mittels Strohfirmen die Bauruinen eines Arkobau-Projekts zu einem Spottpreis. Die Prometeus-Stiftung wird nach Veruntreuung des letzten Rests an Kapital durch die Gründer offiziell als vermögenslos aufgelöst. Daraufhin Baubeginn der künftigen Proteus-Zentrale auf Helgoland durch Strohfirmen. 1. Januar 2049 erfolgt offizielle Gründung der Proteus AG und Bezug ihrer Zentrale auf Helgoland. 2051 gewährt der Konzerngerichtshof Proteus Exterritorialität, der Bundesgerichtshof der ADL folgt dieser Entscheidung.

2050 bis 2059

  • Technologiekurve [2052] 2XS, besonders intensive BTL-Chips, werden erfunden, und Biotech kommt in den Massenmarkt
  • Atlantis entdeckt [2054] Entdeckung von Atlantis 150 Meilen vor Kreta.
  • Geburt von Lotte [3. April 2054] in Kiel
  • Universelle Bruderschaft entlarvt [2055] Das UCAS FBI ermittelt, dass die Sekte der Universellen Bruderschaft durch Insektengeister kontrolliert wird. Die UB wird verboten und ihre Besitzungen aufgelöst, aber ohne dass die Gründe dafür der Öffentlichkeit mitgeteilt werden. Andere Nationen greifen die Bemühungen auf. Bis 2056 ist die UB aufgelöst. Ein Knight Errant Firewatch Team zündet im August 2055 einen unterirdischen Nukleasrsprengkopf im größten Bau der Insektengeister in Chicago. Die erhoffte Wirkung bleibt aus, stattdessen brechen Insektengeister aus der Erde hrrvor und überfluten Chicago. Die Stadt wird daraufhin von UCAS-Truppen und Einheiten der Nationalgarde abgeriegelt. Die Stadt wird unter Quarantäne gestellt, nach offiziellen Angaben um die Ausbreitung eines neuen VITAS-Stammes zu verhindern.
  • Rückeroberung Berlins durch die Konzerne [2055] In einer generalstabsmäßig geplanten und durchgeführten Militäraktion eroberten Konzerntruppen – mit politischer Rückendeckung der Bundesregierung – unter dem Vorwand der Zerschlagung der Universellen Bruderschaft und der Niederwerfung angeblicher Hungerrevolten im „Sommer des Hungers“ (2056) den größten Teil Berlins und beenden den Anarchistischen Großversuch. Die Anarchos, die den logistisch und militärisch überlegenen Konzerntruppen einen erbitterten Abwehrkampf lieferten, aber ihren Widerstand nicht wirklich effektiv koordinieren können werden in den Ostteil zurückgedrängt und dort in dem Teil von Berlin, den sie mit Mühe halten können, letztlich eingemauert.
  • Paris besucht die SK Grundschule [2055–2059] im neuen, erweiterten SK Sektor in Berlin
  • Kampf um Proteus [2055] Der östliche Drache Chong Chao übernimmt das Finanzimperium Zhao Xinangs und steigt – unerkannt – zur Grauen Eminenz hinter Proteus auf. Er beschwört einen Konflikt mit der AG Chemie herauf, und versucht beide Konzerne zu übernehmen. Schließlich tötet der Große Drache Nachtmeister Chong Chao und verleibt dessen Besitztümer dem FBV ein.
  • Super Tuesday [2056/57] Der UCAS Kongress erkennt 2056 Dunkelzahn als Staatsbürger an. Im November 2056 werden Päsident Steele und Vizepräsident Booth in der „langweiligsten Wahl des Jahrhunderts“ im Amt bestätigt. Bald darauf wird das Wahlergebnis als manipuliert entlarvt und für „null und nichtig“ erklärt. Die Neuwahlen im August 2057 gewinnt Dunkelzahn knapp, kommt aber etwa zehn Stunden nach Einschwörung bei einem Bombenanschlag auf seine Limousine ums Leben. Vizepräsident Kyle Haeffner übernimmt das Präsidentenamt. Die Untersuchung der Ermordung von Präsident Dunkelzahn wird durch die Scott Kommission aufgenommen. Am 12. August 2057 erfolgt die Verlesung von Dunkelzahns Testament durch Nadja Daviar auf den Stufen vor dem Watergate Hotel in Washington. In Folge Gründung der Draco Foundation sowie des Dunkelzahn Institute of Magical Research.
  • KNOCHENSPLITTER BEGINNT. Abenteuer des Präludiums mit den Charakteren Maestro (by Claas) und Lex (by Sue)
  • Verkauf von Lotte [23. November 2058] durch die drogensüchtige Mutter an eine Schattenklinik
  • Konzernkrieg [2059] 7. Januar: Tadamako Shibanokuji, Vorstandsvorsitzender von Yamatetsu, erleidet einen Herzanfall. Seine Stimmanteile übernimmt Yamatetsu-Vorstandsmitglied Saru Iwano. 22. Februar: Tadamako Shibanokuji stirbt in der Klinik. Seine Anteile gehen aper Testament an seinen Sohn, den Ork Yuri Shibanokuji. 5. Mai: Yamatetsu kündigt die Verlagerung seines Firmensitzes nach Wladiwostok (Russland) an. 16. Mai: Dosan Aburakoji, Repräsentant für Renraku im Corporate Court, begeht in Kyoto Selbstmord. 6. Juni: Fuchi klagt Renraku im Corporate Court an, Insiderwissen von Miles Lanier dazu verwendet zu haben, Geschäftsgeheimnisse von Fuchi zu stehlen. Die Klage wird innerhalb von 24 Stunden fallen gelassen. Miles Lanier verlässt Renraku und verkauft seine 4 Millionen Anteile am Konzern an die Zürich-Orbital Gemeinschaftsbank. 11. Juli: Absturz von Flug 1118 aus Tokio in den Redmond Barrens von Seattle tötet 200. 19. Juli: David Hague, ein Repträsentant von Fuchi im Corporate Court, wird tot in den Redmond Barrens gefunden; sein Nachfolger wird Li Feng von Wuxing Inc. 29. September: Der Weiße Montag: Größter Tageskursverlust an der Tokioter Börse innerhalb der letzten 70 Jahre. 6. Oktober: Richard Villiers von Fuchi kündigt die Gründung von Novatech an. Miles Lanier wird Direktor für Sicherheit. 20. Oktober: Leonard Aurelius verkauft seinen Ares Aktienbesitz an Arthur Vogel. Vogel tritt als Präsident von Sierra Inc. zurück und wird durch Gary Grey abgelöst. 27. Oktober: Leonard Aurelius wird Mitglied des Vorstandes von Cross Applied Technologies. Cross Applied Technologies wird AAA Megakonzern. 19. Dezember: Die Renraku-Arkologie in Seattle wird für den Besucherverkehr geschlossen und stellt den Kontakt zur Außenwelt ein; als Grund werden Computerprobleme angegeben. In Berlin besetzen Proteus-Truppen das ehemalige Fuchi-Gelände. Shiawase verklagt die Proteus AG deshalb vor dem Konzerngerichtshof, verliert aber den Prozess, da Proteus den „legalen Erwerb“ des Geländes nachweisen kann.
  • Gründung des ADL Bundesamtes für Hermetik und Hexerei [2059]

2060 Das Jahr der KI

  • 3. Februar: Der CEO von Renraku Inazo Aneki zieht sich für unbestimmte Zeit aus dem Geschäftsleben zurück. Haruhiko Nakada übernimmt als Interims-Geschäftsführer die Kontrolle
  • 19. Mai: Ein Virus unbekannter Herkunft greift den Matrixknoten von Seattle an und richtet innerhalb von nur 10 Minuten schwere Schäden an. Personen, die zu dieser Zeit online waren, leiden unter Gedächtnisverlust, Psychosen oder sterben an Hirntod.
  • 5. April: Fuchi kauft der Zürich-Orbital Gemeinschaftsbank 4 Millionen Renraku-Aktion ab; als Reaktion kauft Renraku große Teile von Fuchi.
  • 5. April: Shikei Nakatomi wechselt von Fuchi in den Vorstand von Renraku.
  • Paris beginnt Fachausbildung zum System Admin bei SK in Berlin.
  • 23. April: während Renraku-Truppen mit militärischer Gewalt die Fuchi/Novatech-Arkologie in Unna (Dortmund) einnahmen, was 164 Tote und erhebliche Sachschäden zur Folge hatte, schlugen zeitgleich Einsatzkräfte von Novatech in Düsseldorf zu, und besetzten die dortige Renraku-Zentrale. Dank des Verrats von Renraku-Mitarbeiterin Mariko Wabanati, die hinter den Kulissen mit Richard Villiers zusammenarbeitete, war diese Aktion in nur 30 Minuten erfolgreich abgeschlossen, und forderte lediglich 32 Opfer.
  • Mitte des Jahres: Der Shadowrunner Sandmann wird von seinem Erzfeind, der Proteus AG getötet. Zuvor kann er jedoch seine gesammelten, für Proteus kompromittierenden Erkenntnisse in der sog. „Sandmann-Datei“ sichern, die er anderen Runnern zuspielt. Zwischen Mai und November: löst die Proteus AG eine Großoffensive gegen die Neoanarchisten im Osten Berlins aus, da sie dort die sogenannte „Sandmann-Datei“ vermutet.
  • 7. Juni: Korin Yamana von Fuchi kündigt seine Hochzeit mit Mitsuko Shiawase von Shiawase Envirotech an.
  • 14. Juni: Shiawase kauft alle noch verfügbaren Anteile von Fuchi auf; Korin Yamana übernimmt einen Direktorenposten im Vorstand von Shiawase.
  • 28. Juni: Offizielle Auflösung von Fuchi Industrial Electronics.
  • 3. Oktober: 301 Kilometer westlich von Petrolia taucht – wie in Dunkelzahns Testament angekündigt – eine vulkanischen Insel aus dem Meer auf, die der Großdrache testamentarisch inklusive Mineralförderungsrechten Federated-Boeing zugesprochen hatte. Der Konzern untersucht die Insel, findet aber nichts Interessantes und überlässt sie ihrem Schicksal (was er im Jahr des Kometen noch bereuen wird).
  • November, UCAS: Präsident Haeffner und Vizepräsidentin Daviar werden mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt.
  • Die Wehrpflicht in der ADL wird abgeschafft. Ferner wird die Bundeswehr in diesem Rahmen umstrukturiert.
  • Die United Nations verabschieden die Resolution 3031 (Local Rights), die es erlaubt die Einhaltung von Bürgerrechten in bestimmten Bereichen mit unabhängigen UN-Beobachtern zu überprüfen.
  • Das Apep Consortium wird gegründet.
  • Der dänische Multi Maersk Incorporated Assets fusioniert mit dem Norwegischen Schwerindustriekonzern Kvaerner ASA und heißt seither auch Kvaerner-Maersk.
  • Köln: Der Sternschutz übernimmt die Überwachung der nobleren Teile der Kölner Innenstadt, wo er rücksichtslos und gewaltsam gegen Straßenkids, Bettler und andere konsumstörende Elemente vorgeht.
  • Proteus schließt einen Versorgungsvertrag mit Trans-Orbital ab, wodurch der Bau seiner Raumstation Treffpunkt: Raumhafen deutlich beschleunigt werden kann. Der Vertrag wird bis zum Ende des Baus der Station sorgsam geheimgehalten.
  • Die Republik China verliert die Kontrolle über Peking an den selbstausgerufenen Kaiser Li Tianzi. Der Versuch, Peking zurück zu erobern, scheitert.
  • Rhein-Ruhr-Megaplex: Das Jahr der großen Rattenplage: Riesenratten haben sich übermäßig vermehrt, und Konzerntruppen, Polizei und MET2000 brauchen bis zum Herbst, um das ganze mit ähnlich radikalen Mitteln zu bekämpfen, wie die Insektengeister bei der „Aktion Zebra“.
  • Zweites Dezemberwochenende, Schwerte: Eine großangelegte Polizeiaktion gegen die Autoduellisten läuft völlig aus dem Ruder, als sich die Duellisten mit den lokalen Gangs verbünden und der Polizei schwere Straßenkämpfe liefern – die sogenannten «Crash-the-City»-Tage, die im folgenden Jahr zum gleichen Datum in Krefeld eine Wiederholung erfahren.
  • Berlin: 2060 kommt es zu einer Art von angespanntem Frieden – oder eher: Waffenstillstand zwischen anarchistischem und Konzern-Berlin. Nach der Zerschlagung von Schattenland Frankfurt Umzug des wichtigsten deutschen Schattenland-Knotens in den anarchistischen Osten Berlins, wobei eine Crew aus dortigen Anarchisten vom bisherigen Sysop Tell das Ruder übernimmt (Antifa, Anne Archiste, Dator und Roter Korsar sowie Corpsshark, der zusammen mit Konwacht aus Frankfurt gekommen ist). Auch die Otaku unter Führung Mnemosynes, die 2061 die „Operation Erntedank“ überstehen, siedeln sich später hier an. Obwohl inzwischen „geduldete“ Grenzübergänge – sowohl nach Brandenburg als auch ins westliche Konzern-Berlin – existieren, können sich die Anarchisten im Osten aber auch weiterhin nie sicher fühlen.

2061 Das Jahr des Kometen

  • Der Halleyische Komet nähert sich der Erde. Eine Vielzahl bisher unbekannter Phänomene werden damit in Verbindung gebracht. (Ausbruch von SURGE, natürliches Orichalkum etc.)
  • 7. Mai: Inazo Aneki (Gründer von Renraku Computer Systems) kehrt aus Tibet zurück.
  • Mai: Gemeinsam mit einer Allianz verschiedener Otaku unter dem Namen Overwatch betritt Inazo Aneki die seit 18 Monaten von der Außenwelt abgeschottete Renraku Arkologie und versucht, die aufständische KI Deus mit Kill Codes zu besiegen. Nachdem Deus für abgeschaltet gehalten wird, begeht Aneki Selbstmord. Die Befreiung der Arkologie wird medienwirksam Sherman Huang zugeschrieben.
  • Berlin: MCT Media und die DeMeKo sponsern gemeinsam das Benefiz-Konzert „Ragnaröck“ für „die Opfer der Anarchie“. Über der Open-Air-Arena kommt es zum spektakulären Zweikampf zwischen den verfeindeten Großdrachen Lofwyr und Alamais.
  • September: Der Halleyische Komet ist mit bloßem Auge sichtbar; Manastürme und Katastrophen steigen weltweit spürbar an.
  • September: Ibn Eisa, Führer der Islamischen Einigkeitsbewegung, wird ermordet doch erwacht wieder zum Leben. Dadurch Wiedervereinigung Arabiens – die Jamil Islamyah-Anführer schwören Ibn Eisas Islamischer Einheitsbewegung (IEB) die Treue. Erst Jahre später wird offenbar, dass der wiedererwachte Körper durch eine eingedrungene Geisterentität kontrolliert wird.
  • Hedwig Gabler, Anführerin der faschistoiden Groß-Badischen Kreuzzugsbewegung wird von ihren Anhängern aus dem Gefängnis in Zweibrücken befreit. Während sie sich (vermutlich) im Nordschwarzwald verbirgt, nehmen die Aktivitäten nationaler Terroristen in Badisch Pfalz weiter zu.
  • Oktober: Ausbruch des Ring of Fire; Japan von Vulkanausbrüchen und Flutwellen erschüttert. Auch amerikanische Westküste und Philippinen betroffen. Japanisches Kaiserhaus durch Naturgewalten ausgelöscht; Abgeordnetenkammer verfügt Abzug aller japanischen Truppen aus dem Ausland zur Verteidigung der Heimat. General Saito in San Francisco verweigert Gehorsam.
  • ADL Bundestagswahl. CVP, LDFP und PNO bilden eine Koalitionsregierung, außerdem sitzen ESP, USPD, Die Grünen, DNP, PNE und ASU im Parlament in Hannover.
  • In der „Operation Erntedank“ führen Konzerntruppen von Saeder-Krupp, DeMeKo und der Proteus AG sowie Sicherheitskräfte der Bundesbehörden der Allianz eine großangelegte Hetzjagd auf die Otaku durch. Ähnliches spielt sich auch in anderen Ländern Europas ab.
  • 1. November: Ahnengeister warnen vor der Rückkehr der Toten.
  • 27. November: Berichte über natürliche Orichalcumfunde starten ein weltweites Orichalcum-Fieber.
  • Heiligabend: die astrale Gestalt des Drachen Ghostwalker entkommt dem Riss, nimmt physische Gestalt an und fliegt nach Denver, wo er schwere Verwüstungen anrichtet; Aztlan verlässt Denver, drohender Krieg zwischen NAN, UCAS, CAS wird durch neuen Vertrag von Denver unter Anerkennung der von Ghostwalker als oberste Autorität verhindert.
  • Heiligabend: Erst bestätigte Berichte über Angriffe einer neuartigen Geisterform, der Shedim (Totengeister). Freistaat Westphalen: Der abtrünnige Theurge und Gründer des Mitternachtszirkels – Markus Stein – veranstaltet an den Externsteinen ein Ritual, das von der Bischofsgarde gesprengt wird. Dabei tauchen Shedim auf, die Opfer beider Seiten besetzen, und das ganze wird zu einem Massaker.

2062 Nach dem Kometen

  • Januar: Die CAS geben Kopfgeldprämien aus gegen Zauberkundige, die Leichen reanimieren.
  • 3. Januar: Der letzte Überlebende des japanischen Herrschaftshauses Yasuhito (ein Kind) wird der Welt offenbart und zwei Tage später zum Kaiser gekrönt.
  • Februar: Japanische Abgeordnetenkammer widerruft das Yomi-Dekret, durch das der japanische Kaiser Metamenschen zur Yomi Insel deportieren ließ; der Großdrache Masaru und die Hukbo ng Bayan Laban sa Hapon – kurz HUK – beginnen die philippinische Revolution gegen die Japaner. Masaru wählt sich Summer Crosbie als offiziellen Sprecher und Drachenübersetzer.
  • 2. bis 5. Mai: Ausbruch von Gewalttätigkeiten an der Salish-Sidhe/Tsimshischen Grenze; Tausende sterben durch Einsatz biologischer Waffen; Waffenstillstand vereinbart am 5. Mai, gebrochen im Juni desselben Jahres.
  • 21. Juni: Lofwyr tötet den Großdrachen Nachtmeister, CEO des Frankfurter Bankenvereins im Luftkampf über Frankfurt.
  • 15. März: Gewaltiges Erdbeben erschüttert Yucatan; weiterhin Stürme und Flutwellen und Kampf der natürlichen und toxischen Geister
  • April: Der Halleysche Komet ist nicht länger sichtbar; mit seinem Verschwinden ebben auch die Katastrophen auf der Erde ab.
  • Während eines Stadtkriegsspiels zwischen den „ADL Allstars“ und den „Borkumer Jaildogs“ (einem Team aus Häftlingen) entkommt Markus Allenbrink – Mitglied der Kommandoebene der Nationalen Aktion – bei einer von außen inszenierten Häftlingsbefreiung zusammen mit Pjotr Gargaris aus dem Großgefängnis Borkum.
  • September: Tereschkowa-Marsmission: Das Yamatetsu-Raumschiff Tereschkowa erreicht den Mars und die Crew landet auf der Planetenoberfläche.
  • 31. Oktober Die Insel Lyonesse erschient vor der Südküste Britanniens
  • Leipzig: Uwe Kleinfort – Erbe des HKB-Mitbegründers Dietrich Kleinfort – taucht unter, da er unter dringendem Verdacht steht, seinen Vater ermordet zu haben. Wenig später wird er in Cardiff/Wales gesehen.
  • Afrika: Im Tschad, im Niger, dem Sultanat Timbuktu und den in den Mauretanischen Nomadenreichen wütet eine außer Kontrolle geratene E7-Pandemie, die Millionen Tote fordert. [5]
  • Skandinavische Union: Ares Macrotechnology zerbombt den Proteus-Arcoblock auf der dänischen Insel Rømø mit einem Thor-Geschoss.
  • Syrien erobert den Libanon.
  • Ghostwalker ruft die Großen Drachen der Welt zu einer Versammlung. Er weigert sich die testamentarische Verfügung Dunkelzahns zu akzeptieren und fordert, dass der Titel des Wissenshüters und der Hort des toten Drachen im Nachhinein durch einen traditionellen Nachfolgeritus vergeben werden muss. Der Rat der Drachen beschließt einen Ritus als indirekte Konfrontation angemessen den Erfordernissen der Sechsten Welt durchzuführen. Fast unbemerkt von der restlichen Welt tragen sie im Verlaufe des Jahres den Ritus zwischen sich aus, der erst Anfang 2063 endet.

2063

  • Die Schattenklinik fliegt auf – Lotte kommt in eine Kinderaufbewahrungsanstalt, aus der sie fliehen kann. In Folge Anschluss von Lotte an die Kinderbande der „Wilden13“ in Berlin-Kreuzberg.
  • 25. Januar: Wilhelmina Graff-Beloit verstirbt in ihrem Habitat im Zürich-Orbital.
  • Anfang Mai, Tir Tairngire: Von Rinelle ke’Tesrae organisierte Demonstrationen stören massiv die Durchführung des Aufstiegsritus. Millionen Tir-Bürger boykottieren den Test und blockieren den Zugang zu Prüfungszentren. Gegenmassnahmen der Polizei führen zu Verhaftungen mehrerer hundert Regimegegner, es gibt viele Verletzte und einige Todesfälle.
  • Mai, Tir Tairngire: Zwei Tage nach Abschluss der Prüfungen zum Aufstiegsritus wird das Büro des Proktors des Ritus in Portland bombadiert. Tausende Testergebnisse werden vernichtet.
  • Tir Tairngire: Feana Sterling wird in den Prinzenrat aufgenommen und wenige Tage später von Rinelle ke’Tesrae ermordet.
  • Tir Tairngire: Ein Attentatsversuch auf Prinz Jonathan schlägt fehl.
  • Leipzig: Uwe Kleinfort – Erbe des HKB-Mitbegründers Dietrich Kleinfort – taucht unter, da er unter dringendem Verdacht steht, seinen Vater ermordet zu haben. Wenig später wird er in Cardiff/Wales gesehen.
  • Afrika: Im Tschad, im Niger, dem Sultanat Timbuktu und den in den Mauretanischen Nomadenreichen wütet eine außer Kontrolle geratene E7-Pandemie, die Millionen Tote fordert.
  • Skandinavische Union: Ares Macrotechnology zerbombt den Proteus-Arcoblock auf der dänischen Insel Rømø mit einem Thor-Geschoss.
  • Syrien erobert den Libanon.
  • ADL: Während eines Stadtkriegsspiels zwischen den «ADL Allstars» und den «Borkumer Jaildogs» (einem Team aus Häftlingen) entkommt Markus Allenbrink – Mitglied der Kommandoebene der Nationalen Aktion – bei einer von außen inszenierten Häftlingsbefreiung zaus dem Großgefängnis Borkum.
  • Philippinen: Der Großdrache Masaru und die Hukbo ng Bayan Laban sa Hapon – kurz HUK – beginnen die philippinische Revolution gegen die Japaner. Masaru wählt sich Summer Crosbie als offiziellen Sprecher und Drachenübersetzer.
  • September: Tereschkowa-Marsmission: Das Yamatetsu-Raumschiff Tereschkowa erreicht den Mars und die Crew landet auf der Planetenoberfläche.

2064 Matrix Crash 2.0

  • August: Winternight beginnt mit der Operation Firnbul und löst mit Hilfe von mächtigen Sturmgeistern das schwerste Winterwetter seit langer Zeit hervor.
  • 2. November: Der zweite Matrix Crash unter Beteiligung der AIs Deus und Magera sowie dem Otaku Pax und der Terrorgruppe Winternacht und deren Computerwurm Jörmungandr sowie einer Reihe von EMP Schlägen gegen zentrale Knoten, die der Eindämmung des Matrixverfalls dienen sollten.
  • In der Folge: Erstes Auftauchen sogenannter Technomancer.
  • Herbst: Lucian Cross, CEO von Cross Applied Technologies, stirbt bei einem Flugzeugabsturz; in der Folge Takeover-Versuch durch Damian Knight (Ares).
  • Amerikanische Präsidentschaftswahlen durch Crash verhindert; Putsch der Neue Revolution (tritt für Neugründung der alten USA ein) scheitert, tötet aber Präsident Kyle Haeffner. General Angela Colloton verhängt Kriegsrecht.
  • 3. November: Staatstreich der Neuen Revolution in den UCAS. Präsident Kyle Haeffner wird entführt und später bei einer Befreiungsaktion ermordet.
  • 11. Februar: Arkady Korolenko – Generalsekretär der Russischen Republik seit 2049 – verstirbt an Leberkrebs. General Dzehrmiya Orguznev – ehemals führender Politoffizier der Roten Armee in Polen – tritt die Nachfolge Korolenkos im Amt des Generalsekretärs an.
  • 15. März: Dzehrmiya Orguznev wird nach nur einem Monat im Amt, während der Inspektion von Truppen in Novosibirsk bei einem Angriff des Drachen Booryazmei getötet.
  • Im Zuge des Matrixcrashs Sturz der Militärdiktatur der Polnischen Nationalrepublik und Vereinigung des Landes mit der Freien Republik Polen.

2065

  • Paris schließt die Fachausbildung zum System Admin bei SK ab und beginnt seine Karriere.
  • Novatech fusioniert mit Transys Neuronet und Erika zu NeoNET und wird zweitgrößter Konzern hinter Saeder-Krupp.
  • 12. – 16. Februar: In der zweiten globalen Matrixkonferenz beraten die größten der Welt über einen Ersatz für die zerstörte Matrix.
  • ADL: Der A-Konzern IFMU (Internationale Fahrzeug- und Maschinenbau-Union) geht endgültig unter, als Cross Applied Technologies und die Würtembergische Handelskammer überraschend ihre IFMU-Anteile abstoßen. Der ehemalige AA-Konzern wurde in der Folge von der Proteus AG, dem FBV und Saeder-Krupp unter sich aufgeteilt.

2066

  • Cross Applied Technologies gehört nicht mehr zu den AAA Megakonzernen. Dafür steigt Horizon in den Kreis der größten Zehn auf.
  • Zusammen mit dem Salish-Shidhe Council erhält der Seattle Metroplex den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele im Jahre 2074.

2067 Das Jahr der Zusammenkunft

  • 5. März: Extraktion von Paris.
  • 23. März: Beginn von Paris+Alex‘ Abenteuer ndes „Ersten Prologs“ mit dem Run auf Drogenlabor.
  • 28. April: Paris+Alex Run für Manne vom Metal’s (Beschattungsjob)
  • 14. Mai: Paris+Alex DeMeKo Job (Messe-Run), Schmidt: Big Joe
  • 28. Mai: Paris+Alex Run auf Forschungslabor (Extraktion von Ulrich Harms)
  • 10. Juni: Paris+Alex Kiezabenteuer (Datenbeschaffung für Big Joe)
  • 14. Juni: Paris+Alex Run auf Villa Sconti
  • Vom Crash 2.0 schwer beschädigt, wird die Ute Nation in das Pueblo Corporate Council eingegliedert.
  • Mitsuhama zieht sich aus Tsimshian zurück. Das Salish-Shidhe Council erklärt das Gebiet zum Protektorat, was einige Spannungen mit den NAN nach sich zieht
  • Jahresanfang: Die Ortsgruppen der großen Parteien in Hamburg spalten sich unter dem Eindruck von deren ungeliebter zentralistischer Politik von ihren Mutterparteien ab und hängen ihrem Namen jeweils ein H hinten oder vorn an. So entsteht etwa aus der USPD die HUSPD. Da die ADL-Parteien aber unverzüglich neue Ortsgruppen in Hamburg gründen, existieren in der Hansestadt bald annähernd doppelt so viele Parteien wie zuvor.
  • Die vorletzte Bürgerschaftswahl in Hamburg wird von Macken des neuen Augmented Reality-Netzes und ständigen Demonstrationen und Unruhen von Opfern des zweiten Crashs und anderen Unzufriedenen sowie Aufrufen zum Wahlboykott in Form von AR-Vandalismus überschattet. Die Wahlbeteiligung erreicht einen historischen Tiefstand, eine HESP- und LDFP-Koalition übernimmt die Regierung.

2068

  • 6. November: General Angela Colloton wird 11./56. Präsidentin der UCAS
  • In Hamburg stolpert die Koalition aus LDFP und HESP über die „Belsen-Affäre“, als herauskommt dass Finanzsenator Dr. Steinhaag zwischen Januar und September des Jahres mithilfe des Maklerbüros Belsen und Partner Grundstücke aus dem Besitz des Senats an Konzerne verkauft und das Geld auf Privatkonten der Senatsmitglieder geschleust hat.

2069 Das Jahr der Vorbeben

  • Abenteuer des „Zweiten Prologs“ von Lotte, Alex und Paris.
  • Irgendwann zuvor wird der abtrünnige japanische General Saito aus Kalifornien verdrängt
  • Januar: Angela Colloton wird als Präsidentin der United Canadian and American States vereidigt.
  • Mehrere große Erdbeben erschüttern die San Andreas Spalte; durch Absenken der San Pedro Platte versinken große Teile des südlichen Freistaates Kalifornien im Meer und Los Angeles ist vollständig vom Festland abgetrennt. Durch das Erdbeben in Kalifornien bricht auch der Mount Rainier bei Seattle erneut aus. Seitdem regnet es über Seattle regelmäßig Asche und sauren Regen.
  • Massenausschreitungen enttäuschter Wähler in Hamburg im Zuge der sog. „Belsen-Affäre“. In Folge stattfindende Neuwahlen Mitte 2069 führen zu weiterer Zersplitterung der Parteienlandschaft.
  • Oktober: Erstmalig Direktwahl des Hamburger Senats14 Senatoren und Senatorinnen durchgeführt, die bereits im ersten Wahlgang – und diesmal mit hoher Wahlbeteiligung – einen funktionsfähigen Senat hervorbrachte. Dabei wurden auch eine Reihe parteiloser Experten zu Senatoren gewählt und Vesna Lyzhichko (HUSPD) wird neue regierende Bürgermeisterin.
  • 25. März: Beginn des „Gemini“ Handlungsbogens mit Run gegen Lysopharma AG für Schmidt Joachim Schindler
  • 28. März: Erstes Treffen von Paris+Alex mit Benjamin „Ben“ Karfunkel
  • 30. März: Erstes Treffen von Paris+Nyjah (Susanne Lenz)
  • 31. März: Paris‘ erste Behandlung bei Dr. Finnrichs
  • 1. April: Bens Tod durch Lysopharma Mutterkonzern
  • 3. April: Paris und Alex stehlen Prototypen eines neuen Cyborg-Systems von der Lysopharma Mutter
  • 4. April: Paris hackt in das System, um mehr Infos über sich und Nyjah zu bekommen. Dabei wird er von Black ICE angegriffen. Alex kann gerade noch den Stecker ziehen und muss mit Lotte abhauen. Paris liegt im Koma und wird zu Finnrichs gebracht, Alex und Lotte verschwinden.
  • ::: FADE TO BLACK ::: (Ende der Vorabenteuer von Alex, Paris und Lotte)

2070 Das Jahr des Anbeginns

  • Russische Regierungsbehörden gestehen ein, daß ein schwimmendes Atomkraftwerk seit etwas über einem Jahr vermisst wird. Umweltschützer befürchten ein maritimes Tschernobyl.
  • ADL: Patrik Windaus, der greise aber immer noch fitte Top-Exec der Lufthansa feiert seinen 90sten Geburtstag.
  • Hamburger Vertreter verlassen geschlossen den Bundesrat, da die Assoziation Hamburgs mit der Allianz Deutscher Länder in ihren Augen eine Einbahnstraße zum Schaden Hamburgs darstellt. In der Folge erzwingt der Senat den Abzug des Bundesgrenzschutzes aus Fuhlsbüttel (Nordstadt) und stellt die Weichen für die Abspaltung Hamburgs von der ADL.
  • Herbst: Flächendeckende Stromausfälle und Eruptionen von Gewalt in München im Zuge ungeklärter Hexenjagden auf angebliche Technomancer und Winternacht-Terroristen.
  • Dezember: Bai Li, eine Künstliche Intelligenz 2. Generation konvertiert offiziell zum Buddismus.
  • RUN 00 :: VORLAUF :: 2. bis 3. Dezember: Alex, Paris, November und Jill werden von Batsche-Schmidt von der Straße weg angeworben, um für einen Schmidt eine gestohlene Ware wiederzubeschaffen. Die Runner treffen sich mit dem Schmidt – der SK Sicherheitsleiter am Flughafen Tempelhof, Johann Sigorsky – im Café Freder in der Metropolis Arkologie. Sein Problem: Ein wichtiger Prototyp eines neuen (aber problembehafteten) Komlinks der SK Tochter AT&T ist aus einem Lager am Flughafen gestohlen worden, zu dem es „aus Versehen“ geschickt wurde. Sigorsky vermutet ein Insiderjob, braucht aber Beweise, und das bis zur Konferenz am nächsten Vormittag. Aufgrund der Hinweise die Sigorsky liefert gelingt es den Runnern, die Diebe zur mutmaßlichen Übergabestelle des Beutegutes zu verfolgen, müssen aber zusehen, wie jenes Runnerteam von Russen in Uniformen der Sonderpolizei in Fetzen geschossen wird. Die Runner bringen den Koffer der Ermordeten an sich, finden diesen aber leer vor. In Ermangelung anderer Optionen und da sich die Verdachtsmomente erhärten, der AT&T Entwickler Geoffrey Hoskowitz habe etwas mit dem Diebstahl zu tun, dringen die Runner in dessen Hotel – das Luxushotel euleXia in der Uhlandstraße – ein. Dabei erfahren sie, dass Hoskowitz von einer unbekannten Partei erpresst wird und in der Tat den Diebstahl ermöglicht hat. Sekunden später rückt ein Ork-Auftragsmörder an, der offenbar die Spuren vernichten will und Hoskowitz tötet. Zwischen dem Ork und der Hotelsicherheit müssen die Runner sich absetzen, haben Sigorsky aber genug Hinweise liefern können, dass dieser vor seinen Bossen nicht als Totalversager dasteht und seinen Posten (dieses Mal) halten kann.

2071 Die Gegenwart

  • Februar: Alex und November mieten eine Wohnung im Asselkiez (Wedding, Judenstraße 14) als Unterschlupf und Treffpunkt der Gruppe an.
  • RUN 01 :: LEICHEN IM KELLER :: 22. Juni: Alex, Paris, November werden von Batsche-Schmidt an einen Auftraggeber bzw. dessen Schieber „Node“ weitervermittelt, dessen Klient ein im Zweiten Weltkrieg verschollenes Kunstwerk in den Katakomben des historischen Flughafens Tempelhof vermutet. Beim Treffen mit den Leuten des Schiebers im arcanova lernt die Gruppe sowohl Putin als auch Jesse kennen.

Shadowrun | Lotte (SC)

Das Bild ist nicht von mir (Quelle mir nicht bekannt)

MEMLOAD ::: 03-04-2059 [„die Augen schließ zu, Kindchen, schlaf ein…“singt die dünne Stimme, „wenn der Morgen kommt sind sie alle dein, all die hübschen kleinen Pferdchen, all die hü…“ ein weiterer Hustenkrampf schüttelt ihren dürren Körper. „Träume von Gold und Edelstein, die Sonne lacht und sie sind all dein, all die hübschen klei…“] ::: END

MEMLOAD ::: 23-11-2060 […das Blut unter ihren Fingern ist noch nicht geronnen. Er kann noch nicht lange Tod sein. Das Mädchen greift nach dem Messer und setzt es am Arm des Mannes an. Ihr Blick streift das Gesicht des Toten, doch die breiige Masse beeindruckt sie schon längst nicht mehr. Sie schneidet. Haut und Muskeln klaffen auseinander, geben etwas metallisches frei. Jetzt muß sie aufpassen, Janni hat sich mal einen Finger abgeschnitten, als er die Klinge aus dem Arm einer Frau geholt hat. Aber das Mädchen weiß wie es geht. Noch ein Schnitt und sie hält die blutigen Messer in der Hand…] ::: END

MEMLOAD ::: 01-05-2063 […“Lotte“ sagt das Kind. Ihr Kinn ist trotig vorgereckt, die Augen funkeln. Stark sein. Die Schwachen sterben. Ich bin stark. „Ich bin von der Wilden13, sagt der Junge. Er hält ihr die Hand hin. Das Mädchen ist mißtrauisch. Aber dann lächelt der Junge und sie hat keine Angst mehr. „Ich hab etwas zu essen. Bist du hungrig, Lotte?…] ::: END

MEMLOAD ::: 23-03-2067 […das Mädchen rennt in den Eingang eines Hauses, wird hineingestoßen von dem großen schlanken Mann hinter ihr, der mit einer großkalibrigen Pistole auf das gegenüberliegende Hausdach zielt. Hinter ihr kommen noch drei Kinder. Sie sind mitgekommen um Lotte zu beschützen. Sowohl vor den fremden Verfolgern als auch vor den Männern, die gekommen sind um zu helfen, wie sie gesagt haben… Schon wieder Schüsse, überall Schüsse. Der kleine Junge wird förmlich auseinandergerissen. Er ist tot bevor er auf dem Boden aufschlägt. das Mädchen lebt…] ::: END

MEMLOAD ::: 2068 […der große schlanke Mann kümmert sich jetzt um das Mädchen. Lotte vertraut Alex, er trinkt mit ihr Schokolade und zeigt ihr wie man schießt. Er hat ihr eine Pistole und Granaten für ihre Zwille geschenkt…] ::: END

MEMLOAD ::: 03-04-2071 […das Mädchen steht in der Leere der Ruine und Glas knirscht unter ihren Springerstiefeln. Die Fenster blicken leer nach draußen. Irgendwo knattert ein Rotor. Die Tische im Computerraum sind noch da. Aber die Rechner und die Kinder sind weg. Auch sie. Fast erwachsen. Siebzehn. In der AR steht ein Kuchen mit Kerzen vor ihr. Aber man kann die AR nicht essen. Also pustet das Mädchen nur die Kerzen aus. Nimmt einen Schluck aus der Flasche und lässt ihr Glas auf dem kalten rissigen Betonboden zerplatzen…] ::: END

Name: KEIN EINTRAG / Straßenname: Lotte / Rasse: Norm / Profession: Allrounder

Shadowrun | KNARREN! 8

Willkommen bei der aktuellen Ausgabe von Knarren! – dem Schattenmagazin für Knarren-Enthusiasten und solche, die sie verhaften wollen. Falls du die vorherigen Teile verpasst hast: Hier findest du KNARREN! Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6 und Teil7. Das Bild oben ist nicht von mir, sondern von Arcipello von Deviantart.com

Von Ares kommt ein innovatives, ultrakompaktes Waffendesign, das die Lücke zwischen Automatik- und Maschinenpistolen schließt. Möglich wird die Kompaktbauweise der Para Digma Automatikpistole durch das Bananendesign des Magazins und ein neuartiges Gasventilsystem, das, verbunden mit einer rutschfesten Handgelenkmanschette als Ministütze einen guten Halt der Waffe ermöglicht

Schade, dass sie beim Bau der Para Digma auf Einzelschussmodus verzichtet haben – das wäre das i-Tüpfelchen gewesen, das diese Wumme zu meinem Fave gemacht hätte.
oVaVo34

Mecker doch noch. Wenn ich mir ansehe, was die alles in diese Miniknarre reingepackt haben, da kann sich manch andere Waffe hinter verstecken. Ne Warnung allerdings: Die Handgelenkmanschette gibt den Andruck der Waffe trotz Gasventildämpfung ziemlich hart weiter – zwar nicht so, dass es das Schießen beeinträchtigen würde, aber spätestens wenn du dein erstes Magazin leer gefeuert hast, merkst du schon ein schmerzhaftes Klopfen im Gelenk – und das kann zu ner feisten Einblutung werden, wenn du mehrere Magazine zu verfeuern hast.
Silod Sneka

Ach ja, Magazinwechsel, gut dass das wer anspricht: Das Bananendesign ist ziemlich schwer auszuwechseln. Ich hab mal mehrere Sekunden am Magazin zerren und rütteln müssen, bis es endlich rauskommen wollte, und ein anderes Mal musste ich die Waffe erst ein paar Mal an was Hartem anschlagen, bis das neue Mag fest drin war.
GunGoofy

Klingt eher nach nem Produktionsfehler bei deiner Waffe. Hab mit meiner noch keinen Trouble gehabt…
Sam Marlowe

Ares Para Digma Automatikpistole – 4K | PB – | SM/AM | RK 2 | 36(s) | 10E | 750,–

Shadowrun | Glinski

Das Bild ist nicht von mir, sondern von Keun-Chul von Deviantart.com

MEMLOAD::: „Det wär dann die hier“ brummelt der massige Ork in seinen nichtvorhandenen Bart, während er die mit Metallplatten verstärkte Altbautür aufschließt.

November hatte die Idee gehabt, einen Teil der Einkünfte des letzten Laufs zu poolen und in eine Art Meeting Point Schrägstrich Versteck Schrägstrich Unterschlupf zu investieren. Alex war dann mit offenen Augen durch die Weddinger Kieze gegangen, und ein paar Wohnungsbesichtigungen später stehen beide nun im funzelig beleuchteten Treppenhaus der Judenstraße 14.

Es ist der 14. Februar 2071, und durch die zersplitterte Scheibe im Treppenaufgang pfeift leise der Wind. Der Hauswart heißt Glinski und wohnt im Erdgeschoss links. Wie die meisten Hauswarte im Wedding ist er ebenso sehr Schlosser wie Elektriker, Sanitätsinstallateur wie Sonnenkollektorenbastler, Komhubwartungsdienst wie Mieteintreiber – und Torwächter, denn die Vordertür zur Straße ist mit soliden Platten verkleidet und nur von innen durch Entsperren eines massiven Stahlriegels zu öffnen.

Glinski schnieft und gähnt zugleich. Ein unheimliches und ziemlich widerliches Geräusch, das dadurch noch abstoßender wird, dass es in ein feuchtes Husten übergeht. Er wischt sich mit dem Ärmel die fleischigen Lippen ab und gestikuliert unbestimmt nach drinnen, wo Dunkelheit herrscht.

Die Wohnung öffnet sich in einen schmalen Flur, von dessen Wänden der Putz bröckelt. Tapetenreste liegen auf den Bodendielen. Kabel und ein paar Rohre sind Überputz verlegt, tauchen planlos aus dem Boden auf und verschwinden in der Decke, unsauber montiert, die Zwischenräume mit Lumpen abgedichtet. Es riecht nach Leere. Das Geräusch der eintretenden Stiefel und gemuffelte Geräusche benachbarten Lebens, dazu fahles Licht, das durch Ritzen in den Fensterverkleidungen fällt.

Glinski wurschtelt eine Taschenlampe hervor, schlurft den Besuchern hintendrein, als sehe er selbst die Wohnung gerade zum ersten Mal. Nach links ist ein kleines Bad mit Wanne und Klo, daneben die Küche. Nach hinten endet der Flur in einem toten Eck, wo jemand eine ganze Menge Gerümpel und Müll hinterlassen hat. Nach rechts führen zwei Türen, die vordere durch ein schmales Zimmer mit Balkontür und einen reichlich nutzloses, fast quadratischen Zwischenzimmerchen von der gefühlten Weitläufigkeit einer Telefonzelle in ein Zimmer mit Fenster, die hintere in den größten der Räume, 2 Fenster zur Straße hin, Altbaudecke mit Stuckresten und einem feuchten Fleck sowie einem Deckenhaken für eine Petroleumlampe.

„Gibt’s hier Strom“, will November wissen. Glinski schnaubt etwas, das ebenso gut ein Ja wie ein Nein gewesen sein kann, also zieht November einen Stromprüfer und nimmt den Sicherungskasten sowie die Steckleisten in Augenschein.

Alex unterdessen steht im Zimmer hinter den beiden Durchgangsräumen und ist ergriffen, obwohl er nicht sagen könnte von was. Etwas in dem Raum fesselt seine Sinne, wie ein fernes Echo, just außerhalb des Hörbereiches.

„Wer hat hier vorher gewohnt?“, ruft er über die Schulter. Glinski schlurft zu ihm, schweigt. Betrachtet die im Vergleich zum Rest der Wohnung noch halbwegs frisch tapezierten Wände und sagt: „Ne Weile her, dass hier jemand wohnte. Steigende Mieten. Gerüchte von Konzernräumungen. All sowat. Zuletzt warn hier ne Familie, aba nur kurz. Dafoa warn det zweeje so wie ihr, zwielischtsche Gestaltn.“ Er gähnt. Hustet. Schluckt. „Nen Gossengirl undn Zwiebelring, janz wer Vornehmes, wie er imma jetan hat.“ Schulterzucken. „Ham fast fünf Jahre hier gehaust, dann Zoff miteinander jekrischt, sie dann ab, er hier alleene, bis er sisch die Bude nisch meah leisten konnte, und dann isser wech, Mietschulden hatta aba da gelassen, wie nett, wa?“ Er streichelt die Wand. „Riesensauerei, das. Escht ma. Die Zwiebis sin die Schlümmpstn, tun imma wer weiß wie, unn hinnerdran verwohnse ihr Nest ärger als wien Schwazwälla.“

November kommt hinzu. Nickt. Strom ist da, der Generator des Hauses läuft auf Par, die Tür ist von früheren Bewohnern ordentlich verstärkt worden, die Nachbarschaft ist für Weddinger Verhältnisse safe, gegenüber liegt ein Krankenhaus, und in den Wohnblocks links und rechts wohnen die Mediziner die jene versorgen die sich die Klinik nicht leisten können. Die Wohnung liegt im Zweiten – hoch genug, dass man nicht einfach rein-, im Notfall aber gut raushopsen kann – es gibt ein Fenster zum Innenhof als Fluchtweg, der Hauszugang ist überwacht, so was wie eine Blocksicherheit gibt es auch, nur ein Kellerabteil gibt es nicht, weil der Keller komplett an „lichtscheues Gesindel“ vermietet wird.

Sieht aus, als würde die Wohnung den Ansprüchen der Runner genügen. Für’s Erste … :::END

Hangout: Judenstraße 14 im Wedding, Kneipe „Zur Assel“

Profession: Hauswart

Kontakt: Alex, Paris, Jill, November

Werte:
Attribute – K 4 | G 3 | R 3 | S 2 | C 2 | I 4 | L 2 | W 3 | ESS 6 | INI 4
Fertigkeiten – Diverse Berufsfertigkeiten (Reparaturen) 3, Gebräuche 1 (Straße +2), Pistolen 3, Wahrnehmung 3, Bewaffneter Kampf 2
Cyber/Bioware – Keine
Bewaffnung: Cavalier Deputy Pistole (Angriff 6, Schaden 5K, PB –1, Modus SM, Rückstoß –, Muni 7(t))
Rüstung – Abgetragene Sicherheitsjacke mit Kevlarflicken (5/3)
Sonstige Ausrüstung – Nach Anlass
Spieltipps – gelangweilt, desinteressiert, tolerant, konzernfeindlich, misstrauisch
Zustandsmonitor – ❏❏❏|❏❏❏|❏❏❏|❏

Shadowrun | Sigorsky

Das Bild ist nicht von mir, sondern von Katea von Deviantart.com

MEMLOAD::: Zu Hause fiel die Tür mit einem sanften magnetischen Seufzer ins Schloss. Vor ihm erwachte das Konzerncondo zum Leben, während hinter ihm das leise Trommeln zuschnappender Bolzen durch den Vorraum rieselten.

Aus dem Badezimmer schwoll das Geräusch einlaufenden Wassers. Irgendwo begann ein perfekt frisiertes Trideogesicht, die Nachrichten anzusagen. Sein Komlink rutschte geräuschlos über den Couchtisch, den er ohne dem Trid einen Blick zu schenken passierte. Vor ihm öffnete sich der Altar der Hausbar, spreizte die Türschenkel wie eine Geliebte. Weißes Licht, Nebel von Eis, klirren von Würfeln im Glas, schwappen kristallenen Alkohols.

Als er den ersten Wodka unten hatte, fand er seinen Blick in der verspiegelten Rückseite der Bar. Und er sah Scheiße aus. Obwohl, letztlich, alles glatt gelaufen war. Trotzdem: Es war ein hoher Preis gewesen. 62K, die er nicht hatte. Das heißt: 25K hatte er schon, Rücklagen. Für harte Zeiten. Und die Zeiten waren hart.

Klirren von Eis. Der zweite Drink. Glas in zwei Fingern, zwei weitere greifen die Flasche. So ging er zum Sofa und ließ sich fallen.

Ja, es war nochmal gut gegangen. Und trotzdem konnte er sich nicht wirklich freuen. Auf dem Rücken liegend, kramte er in seiner Hosentasche. Fand das scheckkartengroße Fotodisplay, aktivierte es. Zappte durch die Bilder des Tatortes. Hoskowitz tote Augen. Wie er das Betttuch verkrampft festhält. Blut im Gang. Der grübelnde Blick der Hotelmagierin. Zersplittertes Glas. Der Polizeikomissar. Dann: Das Bild, das er gesucht hat.

Das Mädchen war ebenso hübsch, wie es vermutlich tot war. Hoskowitz Tochter. Über sie waren die Erpresser an Hoskowitz herangekommen. Hatten ihn erst dazu gebracht, den Launch des iFive zu verschleppen, dann: ihn zu sabotieren. Schließlich: den Prototypen stehlen zu lassen, direkt unter der Nase von Sigorsky hinweg, dank der Insider-Infos von Hoskowitz.

Hätte er die Beweise von Hoskowitz‘ Verrrat auch dann haben wollenn, wenn er im voraus gewusst hätte, dass dafür dessen Tochter sterben würde? Aber: Niemand hatte es gewusst. Hatte es wissen können. Dass Hoskowitz der Insider gewesen war, der den Bruch möglich gemacht hatte, war ihm, Sigorsky, von vorneherein klar gewesen. Aber es hatte den UCAS-Amerikaner einfach für einen dieser profitgierigen Lurche gehalten, wie sie heute auf jeder Konzernebene sitzen – erst recht bei den überseeischen Besitzungen von SK, seinem Wodkageber.

Er studierte das Foto näher. Es war irgendwo aufgenommen, wo die Sonne schien. Ein Campus, irgendwo. Das Mädchen wirkt sorglos. Nicht wie eines der Opfer auf den Snuff-Videos, welche die Erpresser Hoskowitz täglich auf dessen Komlink geschickt hatten, „damit er wisse, was Leuten so passieren kann, wenn man nicht aufpasst“. Er schob das Foto rüber auf das Trideo-System, ließ das bessere holografische Displaysystem die Szene großziehen.

Da war er: Links im Hintergrund, über der Schulter des Mädchens. Der Ork. Lächelnd. In die Kamera blickend. Den Kopf leicht geneigt, wie zum Gruß – und in der Hand ein langes, dürres Filetiermesser. Derselbe Ork, der vor wenigen Stunden das euleXia Hotel verwüstet hat. Der Hoskowitz getötet hat. Und fast die Schattenläufer, die ihm, Sigorky, die entscheidenden Beweise geliefert hatten.

Jetzt war es aus seiner Hand. Irgendeine SK Abteilung würde irgendwelche Nachforschungen aufnehmen. Aber wohin nachforschen? Hoskowitz – tot. Sein Körper verdreht, die Hand in der blutigen Bettdecke, das Zimmer um ihn zerhämmert von Einschüssen. Das Mädchen – tot. Vermutlich. Der Ork – entkommen. Über Autodächer. Nachdem er aus dem Hotel in der Uhlandstraße auf die benachbarte Westtangente gesprungen war. Die Schattenläufer, die den iFive Prototypen aus dem Flughafen-Ladeterminal gestohlen hatten, aus jenem Trakt, wohin er „versehentlich“ geliefert worden war – tot. In Fetzen geschossen und gesprengt von Russen in Sonderpolizei-Uniformen. Der Partner des Orks, vom Decker (oder wie nennt man sie heute) eine Weile im Fahrstuhl des Hotels festgehalten – weg. Spurlos.

Klirren von Eiswürfeln. Der sechste. Endlich: etwas Ruhe hinter seinen Augen. Keine Spuren. Und kein Geld, sie zu verfolgen.

Das Komlink surrte seine SK-gesponsorte Konzernmelodie. Knotenerkennung. Abheben. „Ja?“. Seine Frage war tonlos. Er erfuhr, was er erwartet hatte. Das mit dem Geld würde klappen. Die Drachin würde dafür sorgen … :::END

Hangout: Café Freder (siehe Metropolis), Saeder-Krupp Konzernzone Tempelhof

Profession: Konzernmann (Leiter SK Sicherheit Flughafen Tempelhof), Schmidt

Kontakt: Alex, Paris, Jill, November

Werte:
Attribute – K 4 | G 3 | R 3 | S 2 | C 4 | I 6 | L 3 | W 2 | ESS 6 | INI 8 | ID 2
Fertigkeiten – Diverse Berufsfertigkeiten 3, Ausweichen 3, Gebräuche 2 (Konzern +2), Maschinenpistolen 4, Wahrnehmung 5, Bewaffneter Kampf 3, Waffenloser Kampf 3
Cyber/Bioware – Keine
Bewaffnung: Mauser Nu8 Maschinenpistole (Angriff 7, Schaden 4K, PB –1, Modus SM, Rückstoß –, Muni 20(s))
Rüstung – Sicherheitsweste (6/4)
Sonstige Ausrüstung – Nach Anlass
Spieltipps – geschäftig, väterlich, besonnen, hasst es im Zugzwang zu sein, tut was nötig ist aber hält Aufwand so gering wie möglich, exzellenter Menschenkenner, lebte in Jugend auf der Straße und kennt das „Old School“ Shadowbiz
Zustandsmonitor – ❏❏❏|❏❏❏|❏❏❏|❏