D&D | Energieverlust durch Untote

Vor ein paar Tagen stolperte ich über diesen Artikel auf Hexer & Helden, der sich mit dem Thema Energieverlust und dem damit einhergehenden Spaßverlust auseinandersetzt. Gemeint ist die in (A)D&D (vor der 4. Edition) verbreitete Regel, wonach es einige Untote gibt, deren Angriffe nicht Trefferpunkte kosten, sondern Stufen.

Beschrieben bzw. erklärt werden diese Arten von Angriffe und jene eigentümliche Wirkung dadurch, dass sie quasi die Seele, den Lebenswillen selbst angreifen würden. Thomas Biskup – der Hexer & Helden Blogger – steht der Umsetzung dieser an sich schönen, da extrem bedrohlichen Angriffsart skeptisch gegenüber: Zwar führe der drohende Stufenverlust durchaus zum beabsichtigten Effekt des nackten Entsetzens und einer betreffenden Angst vor dem Untoten – im Trefferfall sei aber der Stufenverlust schlicht spielspaßzersetzend: Über viele Spielabende mühsam erlangte Spielfortschritte zerfallen zu nichts, und obendrein entsteht ein mitunter ungeheuer Verwaltungsaufwand, wenn der Charakterbogen komplett umgerechnet und auf die niedrigere Stufe zurückgerechnet werden muss (von der Pein des Spielleisters, fortan ggf. Abenteuer für 3 Helden der 12. Stufe und einen der 5. Stufe leiten zu müssen, ganz zu schweigen).

Alternativen zum Stufenverlust bei (A)D&D vor der 4E.

Eine gute Möglichkeit, den besonderen Effekt und die besondere Bedrohlichkeit von Stufen entziehenden Angriffen umzusetzen, besteht darin, den Untoten „Seelenschaden“ zufügen zu lassen, und zwar in Höhe von 1 Trefferwürfel des Helden pro Stufe, die der Untote laut Regeln eigentlich entzogen hätte.

Ein Beispiel: Verwendet der Held aufgrund seiner Klasse 10-seitige Trefferwürfel zum Steigern seiner Trefferpunkte bei Stufenaufstieg, macht der Untote, statt 1 Stufe zu entziehen, 1W10 Seelenschaden. Gegen einen anderen Helden, der nur 6-seitige Trefferwürfel hat, macht derselbe Untote bei einem Treffer 1W6 Seelenschaden.

Der Seelenschaden wird separat notiert und hat folgende Effekte:

  1. jeder Punkt Seelenschaden reduziert im Moment, wenn man ihn erhält, die aktuellen Trefferpunkte um 2 (d.h. 4 Punkte Seelenschaden = -8 TP)
  2. jeder Punkt Seelenschaden reduziert die maximalen Trefferpunkte des Helden um 1 (d.h. ein Held der voll geheilt 42 Trefferpunkte hätte, aber einen Seelenschaden von 4 Punkten erlitten hat, kann nur noch bis auf 38 Trefferpunkte heilen).
  3. Seelenschaden ist langfristiger Schaden, der nur allmählich heilt.

Was speziell der dritte Punkt bedeutet, liegt nun sehr im Geschmack des Spielleiters bzw. der Gruppe und des Spielstils, den sie anstrebt. Immerhin ersetzt Seelenschaden den eigentlichen Verlust von Stufen – es ist also durchaus gerechtfertigt, seine Behebung „bitter“ sein zu lassen. Einige Ideen, wie Seelenschaden im Spiel geheilt werden könnte, sind diese:

  • Solange ein Held Seelenschaden hat, kann er seine Kräfte nicht verbessern. Er erhält zwar Erfahrungspunkte, diese werden aber nicht auf den Stufenanstieg angerechnet. Stattdessen wird für jeweils so-und-so viele Erfahrungspunkte ein Punkt Seelenschaden „gelöscht“ (Problem: dieses Prinzip lässt Seelenschaden in Stufen, wo es im Schnitt weniger EP gibt, bitterer sein als für legendäre Helden, denen die Tausender-EPs förmlich hinterher geschmissen werden).
  • Der Held heilt 1 Punkt Seelenschaden pro abgeschlossenem Abenteuer oder pro Spielabend (Ich tendiere zur zweiten Variante, da es das Problem umgeht wann ein Abenteuer „fertig“ ist. Problem: Seelenschaden heilt hier offenbar mit unterschiedlicher Schnelligkeit, je nachdem wieviel Inplay-Zeit an einem Spielabend bzw. Abenteuer verstreicht. Finde ich nicht problematisch, aber es mag Leute geben die sich daran stören).
  • Der Held heilt 1 Punkt Seelenschaden pro Monat (Problem: wenn an einem Spielabend oder zwischen zwei Abenteuern viele Monate Inplay-Zeit vergehen, kann der Schaden sehr schnell weg sein. Umgekehrt hat aber der SL hier die beste Kontrolle darüber, wie viel Schaden er als geheilt betrachtet sehen will – war es ihm zuviel Seelenschaden, lässt er halt bis zum nächsten Abenteuer ein Jahr verstreichen).
  • Der Held heilt Seelenschaden überhaupt nicht auf natürliche Weise, kann sich seines gesamten Seelenschadens (oder einer festen Zahl von X Punkten Seelenschaden) entledigen, indem er eine Pilgerfahrt zu einem bestimmten oder einem min. X Meilen entfernten Schrein einer geeigneten Gottheit unternimmt (Großer Vorteil: Der Schaden führt direkt zu einem Abenteuer. Nachteil: Falls solche Untote öfters erscheinen, muss ggf. immer wieder eine Pilgerfahrt gespielt werdens).
  • Der Held heilt – wie oben – Seelenschaden überhaupt nicht auf natürliche Weise, es gibt aber einen bestimmten Klerikerspruch der diesen Schaden heilen kann (z.B. „Heilen kritischer Wunden“ heilt immer auch 1 Punkt Seelenschaden mit, oder der SL führt einen eigenen Zauber „Seelenschaden heilen“ ein – am Besten hochstufig, um die Suche und Pilgerfahrt zum Klerikkerr der ihn beherrscht zum Mini-Abenteuer (oder zur epischen Queste) gestalten zu können).

Viel Spaß mit den Untoten wünscht

das Raben-AAS

Blog | Zombie Walk Berlin 2008

Raawrgh. Rawgh. Raaaarwgggh. Rrrraaawwwaaargh. Rrrr. Rrrr. RRaaaawrhg! Rwhhaaaarwwgg!

Was ich damit zu sagen versuche: Ich bin eigentlich gar nicht hirntot. Aber nachdem ich Samstag früh „noch schnell mal eben“ meine Steuererklärung machte, fühlte ich mich so. Und konnte daher wenige Stunden später bei brütender Hitze den perfekten Zombie geben. Meine Gedanken als wandelnder Toter habe ich für die Nachwelt hier niedergelegt. Lieben Dank an alle, die mich fotografiert haben. Bei Auftauchen weiterer Bilder oder auch Videos von mir wird dieser Artikel aktualisiert und verlängert :)

Gedanken eines Zombies beim Zombie Walk

Hi, ich bin der Andi. Gern tun mag ich beißn. Ich wink auch gern und sag „Rawgh“. Keine Ahnung was das heißt. Aber wenn ich winken tu, winken andere zurück. Meist mit beiden Armen überm Kopp. Wenn se weglaufen. Dabei tu ich gar nix. Nur spieln. Oder wie immer das heißt, wenn man beißt unds blutet.

Heute haben ich und die Jungs gedacht: Gar nix. Das tun wir meistens tun. Bringt den Tag auch rum. Das und Fernsehn. Am liebsten Kochshows. Der perfekte Diener. Und der Jamie Oliver. Lecker. Oder wie das heißt, wo man beißt unds bluten tut. Auf einmal, heute aber: Gedanke gehabt! Komisches Gefühl. Wie ne Schabe im Kopf, nur wenig krabbliger. Mehr egelig. Gedanke hat gesagt: Geh ma mal nach Berlin. Habich gemacht. Die Jungs auch. Hübsche Stadt. Bischn warm. Aber iss gut so: Die Fäulnisgase schmiern die Gelenke besser.

So mitten in der Menge, ich so denk: Steuererklärung. Wasn Scheiß. Maloochste das ganze Jahr, kriegst aber nur nen Teil ausbezahlt. Musste dir nen anderen Teil erstmal zurückholen. Dabei hab ich noch Glück: Kaum was auszufülln. Wenn ich mir ansehe, was da noch alles für Felder auf dem Bogen stehn. Was es da noch für Anlagen gibt. Und dann immer das Zusammenklauben der Nachweise. Behindert? Ich? Wieso, kann doch prima arbeiten, ohne Hirn. Gottseidank gibt’s die Anlage Z. Für Zombies. Einmal ankreuzen: Nur Arbeitslose und Rentner fressen. Alles paletti. Oder wie das heißt, wenn man beißt unds blutet.

Auf einmal: Iieh. Was hab ich denn da gefressen. Muss mir ne Fliege in den Mund geschlüpft sein. Oder sie ist im Mund geschlüpft. Kann auch sein. Eiweiß ist wichtig. Haben wir schon in der Zombieschule gelernt. Da gab’s auch Wandertage. (Ich glaub, das Mädel schräg hinter mir steht auf mich, die schlurft mir schon seit zehn Blogs hinterher). Wandertage. Wasn Scheiß, überhaupt. Woanders kommt der Pizzabote ins Haus. Bringt immer nne Schachtel mit Extra-Topping mit. Fürsorglich. Könnte sich nur seine Kleidung klemmen. Und sich mit bisschen Majo einschmiern. Auch sone Sache: Wieso kann ich Pizza nicht als Werbungskosten absetzen. Brauch ich schließlich fürn Beruf. Andre kriegn auch ihre Geschäftsessen erstattet. Aba ich will nicht meckern. Die vom Amt tun mich in Ruh lassn. Auch die Polizen hier. Erst dacht ich noch: Oh, Stress. Aber dann habn wir die Anlage Z gezückt, da habense Order bekommen uns Richtung Neukölln und Wedding weitermarschiern zu lassen. Nur nnach Spandau durftn wir nicht – zuviele Kollateralschäden (oder wie das heißt, wo man beißt unds blutet) in Schalottenburg und Wilmastorf.

Freu mich schon aufs nächste Jahr. Jetz nicht auf die Steuererklärung, ja? Mehr so auf Zombie Walking. Kauf mir auch Skistöcke dafür. Iss gesund. Sachich mir immer.

Naja, schau dann! Muss jetzt was schaffen. Oder wie das heißt, wo man beißt unds blutet…

Ach ja so: Hier gibt’s noch Bilder von Kumpelz von mir.

Weitere Links zu Zombiebildern des Walks findet man ganz gut gepoolt hier auf Nerdcore.

Danke, Andi. Achja – und wer es noch nicht kennt: Probiert mal das spaßige und völlig kostenfreie Massive Multiuser ZOMBIE Browsergame URBAN DEAD aus, bei dem man einen der letzten Überlebenden oder einen Zombie spielen kann (und manchmal beides)! Gute Jagd!